Freistellungsaufträge

Zins- und Dividendenerträge unterliegen als "Einkünfte aus Kapitalvermögen" der Einkommensteuer. Der bisherige Sparer-Freibetrag wurde zwar mit Einführung der Abgeltungsteuer abgeschafft. Statt dessen wurde jedoch ein sog. Sparer-Pauschbetrag eingeführt, der betragsmäßig dem bisherigen Sparer-Freibetrag zzgl. der Werbungskostenpauschale entspricht.

Da die Abgeltungsteuer nicht nur Kapitalerträge, sondern auch Veräußerungsgewinne umfasst, findet der Sparer-Pauschbetrag auch auf Veräußerungsgewinne Anwendung.

Steuerlich stellt der Sparer-Pauschbetrag eine Werbungskostenpauschale dar. Ein Ansatz von darüber hinausgehenden Werbungskosten ist demzufolge nicht möglich. Auch der Sparer-Pauschbetrag kann wie bisher der Sparer-Freibetrag durch einen Freistellungsauftrag geltend gemacht werden, der sich dann auch auf Veräußerungsgewinne erstreckt. Damit der Sparer-Pauschbetrag bereits bei Zufluss der Erträge berücksichtigt werden kann und der Anleger nicht gezwungen ist – trotz Abgeltungsteuer – eine Steuererklärung auch für Kapitaleinkünfte zu erstellen, muss der Anleger dem Kreditinstitut einen Freistellungsauftrag erteilen. Der Freistellungsauftrag verhindert den Vorwegabzug der Kapitalertragsteuer auf Kapitalerträge.

Seit Januar 2010 wird für steuerlich gemeinschaftlich veranlagte Ehegatten, über alle bei einem Kreditinstitut (bei Fondsanlagen in Einzel- und Gemeinschaftsdepots) geführten Konten und Depots, die sogenannte „ehegattenübergreifende Verlustverrechnung“ angewendet. Ehegatten, die dies nicht wünschen, können aber auch jeweils einen Einzelfreistellungsauftrag erteilen. Dieser gilt dann nur für das jeweilige Einzeldepot, nicht für Gemeinschaftsdepots.

Wie hoch sind die Sparer-Pauschalbeträge?

  Sparer-Pauschalbetrag
Ledige 801,00 Euro
Verheiratete
(zusammen veranlagt)
1.602,00 Euro