Nur leichtes Durchatmen an den Kapitalmärkten nach dem Brexit-Schreck

(Stand: 27.06.2016)

Erste Stabilisierungstendenzen nicht nachhaltig

Im Nachgang zu den Marktturbulenzen am vergangenen Freitag haben sich die Aktienmärkte heute zunächst in Asien wieder etwas stabilisiert. Nachdem der japanische Premierminister seinen Finanzminister beauftragt hat, Schritte zur Schwächung des japanischen Yen zu prüfen, hat der japanische Aktienindex Nikkei am Montag nach seinem starken Einbruch vom letzten Freitag zum Wochenstart nun um rund 2,4 Prozent zulegen können. Auch der chinesische Aktienindex CSI 300 stieg um rund 1,4 Prozent. Die asiatischen Märkte atmeten also durch, wenn auch nur leicht.
Das Ergebnis der Wahl in Spanien hat auch an der Madrider Börse zumindest zu Beginn des Handels für Kursgewinne in Höhe von ca. 3 Prozent gesorgt. Zwar bleibt eine Regierungsbildung auch nach der Wahl am gestrigen Sonntag schwierig. Die Befürchtungen, dass die linken (d.h. reformunwilligen) Parteien weiteren Rückenwind bekommen könnten, wurden jedoch nicht bestätigt. Der europäische Aktienindex Euro Stoxx 50 eröffnete daraufhin zwar ebenfalls im positiven Terrain, konnte aber im frühen Handelsverlauf seine Anfangsgewinne nicht verteidigen und rutschte ins Minus.

Mittel- bis langfristige Unsicherheit bleibt

Auch wenn von der Europäischen Union (EU) zeitnahe Verhandlungen mit Großbritannien gefordert werden, wird sich das Austrittsprozedere noch lange hinziehen. Wie aus den Äußerungen britischer Politiker am Wochenende zu hören war, liegen bisher keine genauen Pläne für die Umsetzung eines Brexits in der Schublade. Bis der „Scheidungsvertrag“ ausgehandelt ist und neue Handelsvereinbarungen getroffen werden, wird also wohl noch einige Zeit vergehen. Ob große Handelspartner wie China oder die USA Großbritannien künftig genauso behandeln wie die bisherige EU, kann an dieser Stelle bezweifelt werden.
Für Kontinentaleuropa bringt der Brexit ebenfalls überwiegend wirtschaftliche Nachteile mit sich, auch wenn es von Geschäftsverlagerungen in die Länder der Union profitieren kann: Die EU verliert 13 Prozent ihrer Einwohner und 17 Prozent ihrer Wirtschaftsleistung. Weiterhin geht ihr ein prominenter Nettozahler für den EU-Haushalt verloren. Die wirtschaftliche Verlangsamung beim nach wie vor wichtigen Handelspartner Großbritannien wird in der übrigen EU ebenfalls Bremsspuren hinterlassen.
Diese Entwicklungen werden sich unserer Meinung nach negativ auf die internationalen Börsen auswirken, denn nichts scheuen die Kapitalmarktteilnehmer stärker als politische oder konjunkturelle Unsicherheit.

Wie hat Union Investment auf die Brexit-Entscheidung reagiert?

Union Investment war bereits in vielen Fonds neutral mit defensiver Tendenz in das Brexit-Referendum gegangen. Unmittelbar nach der Brexit-Entscheidung wurde die Strategie noch etwas defensiver ausgerichtet, was sich in der Positionierung unseres Union Investment Committees widerspiegelt. Im Einzelnen wurden Aktien deutlich verringert. Im Rentenbereich reduzierten wir vor allem Anleihen aus der Peripherie sowie Hochzinsanleihen. Im Gegenzug  erhöhten wir erstklassige Euro-Staatsanleihen sowie Covered Bonds. Darüber hinaus erfolgten Aufstockungen der weiteren „sicheren Häfen“ Gold und US-Dollar. Eine noch stärkere Reduktion von Risiken wurde zunächst nicht befürwortet. Hauptgrund hierfür ist die Möglichkeit einer konzertierten Aktion der großen Zentralbanken, die auf dann bereits relativ niedrigen Kursniveaus für eine Gegenbewegung sorgen könnte. Wir beobachten die aktuelle Entwicklung an den Kapitalmärkten sehr genau und werden im Rahmen unseres aktiven Managements zeitnah auf die aktuellen Entwicklungen reagieren.

  1. Rechtliche Hinweise
    Die Inhalte in diesem Dokument wurden von der Union Investment Privatfonds GmbH nach bestem Urteilsvermögen erstellt und herausgegeben. Eigene Darstellungen und Erläuterungen beruhen auf der jeweiligen Einschätzung des Verfassers zum Zeitpunkt ihrer Erstellung, auch im Hinblick auf die gegenwärtige Rechts- und Steuerlage, die sich jederzeit ohne vorherige Ankündigung ändern kann.
    Als Grundlage dienen Informationen aus eigenen oder öffentlich zugänglichen Quellen, die für zuverlässig gehalten werden. Für deren Aktualität, Richtigkeit und Vollständigkeit steht der jeweilige Verfasser jedoch nicht ein. Alle Index- bzw. Produktbezeichnungen anderer Unternehmen als Union Investment werden lediglich beispielhaft genannt und können urheber- und markenrechtlich geschützte Produkte und Marken dieser Unternehmen sein.
    Alle Inhalte dieses Dokuments dienen ausschließlich Informationszwecken. Sie dürfen daher weder ganz noch teilweise verändert oder zusammengefasst werden. Sie stellen keine individuelle Anlageempfehlung dar und ersetzen weder die individuelle Anlageberatung durch die Bank noch die individuelle, qualifizierte Steuerberatung. Für die Eignung von Empfehlungen zu Fondsanteilen oder Einzeltiteln für bestimmte Kunden oder Kundengruppen übernimmt Union Investment daher keine Haftung.
    Dieses Dokument wurde mit Sorgfalt entworfen und hergestellt, dennoch übernimmt Union Investment keine Gewähr für die Aktualität, Richtigkeit und Vollständigkeit. Es wird keinerlei Haftung für Nachteile, die direkt oder indirekt aus der Verteilung, der Verwendung oder Veränderung und Zusammenfassung dieses Dokuments oder seinem Inhalt entstehen, übernommen.
    Stand aller Informationen, Darstellungen und Erläuterungen: 24. Juni 2016, soweit nicht anders angegeben.