Kann außer Zulagen auch noch ein Sonderausgabenabzug beantragt werden?

Neben der Zulageförderung können Personen, die zum geförderten Personenkreis gehören, ihre Beiträge für geförderte Altersvorsorgeverträge bis zu festgelegten Höchstgrenzen als Sonderausgabenabzug im Rahmen der Steuererklärung geltend machen. Die förderfähigen Höchstbeträge liegen seit 2008 bei 2.100 Euro jährlich, einschließlich der Zulagen.

Der Sonderausgabenabzug kann zusätzlich zu den „Vorsorgeaufwendungen“ beansprucht werden. Er wird durch die Anlage AV zur Einkommensteuer beantragt. Zur Ermittlung des Steuervorteils übermitteln wir die Höhe der geleisteten Beiträge an die Zentralen Zulagenstelle für Altersvermögen (ZfA), sofern Sie der elektronischen Datenübermittlung zustimmen und uns Ihre Steueridentifikationsnummer (IDNr.) mitteilen. Übersteigt der Steuervorteil die Höhe der Zulage, erhält der Sparer die Differenz als Steuererstattung.

Als Sonderausgaben angesetzt werden die Altersvorsorgebeiträge einschließlich des Zulageanspruchs. Dabei geht das Finanzamt immer davon aus, dass die Zulage beantragt wird. Es schließt also den Anspruch auf Altersvorsorgezulage und nicht die tatsächlich überwiesene Zulage in die Berechnung ein. Das ist auch dann der Fall, wenn keine Zulage beantragt wird. Es ist also nicht möglich, auf die Altersvorsorgezulage zu verzichten und stattdessen einen entsprechend höheren Steuervorteil zu beanspruchen.

Der zusätzliche Steuervorteil aufgrund des Sonderausgabenabzugs lässt sich überschlägig folgendermaßen berechnen:

Überschlagsrechnung des „zusätzlichen Steuervorteils“
(Single, Sparziel maximaler Sonderausgabenabzug, Jahr 2018
Grenzsteuersatz 32 Prozent bei zu versteuerndem Einkommen von 30.575 Euro)

Besonderheiten bei Ehepartnern / eingetragenen Lebenspartnern

Die nachfolgenden Aussagen gelten gleichlautend für eingetragene Lebenspartner.

Sind beide Ehepartner unmittelbar zulageberechtigt, dann können beide jeweils ihre Sonderausgabenabzüge bis zum förderfähigen Höchstbetrag geltend machen. Ein nicht ausgeschöpfter Höchstbetrag des einen Ehepartners kann dabei nicht auf den anderen Ehepartner übertragen werden.

Wenn nur ein Ehepartner unmittelbar zulageberechtigt ist, dann kann der Sonderausgabenabzug nur bis zur Höhe des förderfähigen Höchstbetrags des unmittelbar zulageberechtigten Ehepartners in Anspruch genommen werden. Ist der andere Ehepartner mittelbar zulageberechtigt, dann schließt der als Sonderausgaben absetzbare förderfähige Höchstbetrag neben den Zulagen des unmittelbar zulageberechtigten auch die Zulagen des mittelbar zulageberechtigten Ehepartners ein.

Häufige Fragen, klar beantwortet

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