Wie werden die Kapitalerträge im Kalenderjahr verrechnet?

Um eine möglichst abschließende Besteuerung der privaten Kapitaleinkünfte durch die Abgeltungsteuer zu erreichen, findet für den Anleger eine automatische Verrechnung von positiven und negativen Kapitalerträgen in seinen Konten und Depots statt.

Jedes Kreditinstitut verrechnet für seine Anleger negative Kapitalerträge eines Kalenderjahres (z.B. gezahlte Stückzinsen, realisierte Veräußerungsverluste) mit positiven Kapitalerträgen (z.B. Zinsen, Dividenden, realisierte Veräußerungsgewinne). Damit zahlt der Anleger nur auf die Kapitalerträge Abgeltungsteuer, die im Ergebnis am Ende des Jahres übrig bleiben.
Durch die automatische Gewinn- und Verlustverrechnung erspart sich der Anleger in den meisten Fällen die Abgabe einer Steuererklärung für seine privaten Kapitaleinkünfte.

Es erfolgt allerdings keine institutsübergreifende Verrechnung von Gewinnen und Verlusten. Dies kann der Anleger nur mit einer Verlustbescheinigung im Rahmen seiner Einkommensteuererklärung tun.

Bleibt nach der Verrechnung am Jahresende ein Verlust, wird dieser auf das folgende Jahr übertragen und so weiter für die Verrechnung mit zukünftigen Erträgen verwendet. Alternativ kann der Anleger bei seiner depotführenden Stelle bis zum 15. Dezember des jeweiligen Jahres eine Bescheinigung über die Höhe des nicht ausgeglichenen Verlustes beantragen (Verlustbescheinigung). Dies kann sinnvoll sein, wenn in einem anderen Konto oder Depot noch Gewinne entstanden sind, so dass im Rahmen der Veranlagung eine Verrechnung von Gewinnen und Verlusten innerhalb desselben Jahres erfolgen kann. Für die Verlustbescheinigung wird im Gegenzug der Verlusttopf gelöscht.

 

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