Welche Kapitalerträge eines Investmentfonds unterliegen der Abgeltungsteuer?

Im System der Abgeltungsteuer stellt die Kapitalertragsteuer nicht mehr wie bisher eine Vorauszahlung auf die Einkommensteuer dar. Vielmehr entfaltet die Abgeltungsteuer – wie der Name bereits sagt - eine abgeltende Wirkung, d.h. eine Veranlagung ist in den meisten Fällen nicht mehr erforderlich. Damit entfällt grundsätzlich auch die Abgabe einer Steuererklärung für die Einkünfte aus Kapitalvermögen.
Der Abgeltungsteuer unterliegen grundsätzlich sämtliche Erträge, die vom Fonds ausgeschüttet oder thesauriert werden. Die Abgeltungsteuer wird für alle Fonds direkt von der (inländischen) depotführenden Stelle abgeführt.
Im Rahmen der Abgeltungsteuer sind Veräußerungsgewinne aus Wertpapieren/Fondsanteilen unabhängig von der Haltedauer voll steuerpflichtig (Ausnahme: Altanteile).

 

Ausnahme – Altanteile:
Am 01.01.2009 wurde die Abgeltungsteuer eingeführt - und damit die zeitlich unbeschränkte Steuerpflicht für realisierte Veräußerungsgewinne. Für vor dem Stichtag erworbene Bestände (sog. "Altanteile") wurde ein zeitlich unbegrenzter "Bestandsschutz" hinsichtlich der Veräußerungsgewinne gewährt. Das bedeutete, dass vor dem Stichtag erworbene Wertpapierbestände der alten Spekulationsfrist von 12 Monaten unterlagen und Wertpapieranlagen damit nach einer Haltedauer von mehr als 12 Monaten steuerfrei veräußert werden konnten.

Dieser - eigentlich zeitlich unbegrenzte - Bestandsschutz wurde mit der Reform der Investmentbesteuerung zum 31.12.2017 gekappt.

Das bedeutet, dass mit Altanteilen erzielte Kursgewinne, die auf die Zeit bis 31.12.2017 entfallen, steuerfrei sind und dies auch bleiben.

Hingegen werden Kursgewinne mit diesen Anteilen, die auf die Zeit ab dem 01.01.2018 entfallen, bei Realisation steuerpflichtig. Allerdings wurde für diese Kursgewinne ein persönlicher einmaliger Freibetrag von 100.000 Euro gewährt. Dieser kann über die Veranlagung der Einkommensteuer geltend gemacht werden.

 

In UnionDepot werden alle dort anfallenden Kapitalerträge und damit im Zusammenhang stehende Steuern berücksichtigt und verrechnet - auch Veräußerungsgewinne und -verluste. Dies erfolgt im sogenannten Verlustrechnungstopf. Er stellt eine Verrechnung von positiven und negativen Kapitalerträgen sicher.

Abgeltungsteuer wird dann abgeführt, wenn der Freistellungsauftrag eines Anlegers ausgeschöpft ist oder er keinen Freistellungsauftrag gestellt hat und sich auch nach Verrechnung mit eventuellen Verlustverrechnungstöpfen noch positive Einkünfte ergeben.
Die seit 1. Januar 2009 geltende Abgeltungsteuer bei depotverwahrten Wertpapieren beträgt 25 Prozent zzgl. 5,5 Prozent Solidaritätszuschlag. Im Falle der Kirchensteuerpflicht fällt zusätzlich Kirchensteuer von 8 bzw. 9 Prozent auf die Abgeltungsteuer (ohne Solidaritätszuschlag) an, wobei die Kirchensteuer zu einem Viertel die Abgeltungsteuer mindert, da die Kirchensteuer als Sonderausgabe abzuziehen ist.
Anleger, deren individueller Steuersatz geringer ist als 25 Prozent, können statt der Abgeltungsteuer ihren persönlichen Steuersatz geltend machen (Veranlagungsoption).

In der Broschüre Abgeltungsteuer haben wir alle wichtigen Informationen für Sie zusammengefasst.

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