Steuern und Freistellung

Hier erhalten Sie einen schnellen Überblick zu steuerlichen Themen, die Sie betreffen, sobald Sie mit uns in Fonds investieren. Ob Sie nun Fragen zu Steuern generell haben oder im Einzelfall durch einen Freistellungsauftrag Steuern sparen wollen – hier finden Sie wichtige Informationen.

Abgeltungsteuer

Die Abgeltungsteuer ist eine Quellensteuer auf Kapitalerträge. Von der Abgeltungsteuer sind grundsätzlich fast alle Anlageformen und Anleger betroffen. Dabei handelt es sich um eine Steuer auf die Erträge aus Ihren Fondsanteilen (zum Beispiel Zinsen, Dividenden) oder die Gewinne aus dem Verkauf von Anteilen. Der Steuersatz liegt einheitlich bei 25 Prozent, zuzüglich Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer.

1.) Die Abgeltungsteuer ist eine Quellensteuer. Das heißt: Jede Bank, bei der Sie ein Konto oder Depot haben, überweist 25 Prozent – sofern keine Verlustverrechnung möglich ist oder kein ausreichender Freistellungsauftrag (FSA) vorliegt – direkt an das Finanzamt. Falls Ihr persönlicher Einkommensteuersatz unter diesem Wert liegt, können Sie diesen statt der Abgeltungsteuer beim Finanzamt geltend machen.

2.) Seit Einführung der Abgeltungsteuer können Verluste aus Wertpapiergeschäften mit Zinsen und Dividenden verrechnet werden. Davon ausgenommen sind Verluste aus Direktanlagen in Aktien: Diese können im Rahmen eines gesonderten Verlustverrechnungskreises nur mit Gewinnen aus Aktiengeschäften verrechnet werden.

3.) Ist Ihr persönlicher Steuersatz höher als die Abgeltungsteuer von 25 Prozent, profitieren Sie von diesem niedrigeren einheitlichen Steuersatz. Der Grund: Vor 2009 mussten Sie Ihre Erträge mit Ihrem persönlichen Steuersatz versteuern, heute greift die Abgeltungsteuer.

4.) Für Kapitalerträge gibt es einen einheitlichen Sparerpauschbetrag von 801 Euro für Ledige und 1.602 Euro für Verheiratete.

Downloads zum Thema „Abgeltungsteuer“

Kirchensteuer auf Kapitalerträge

Erzielen Sie Erträge, die höher sind als Ihr Sparerpauschbetrag beziehungsweise Ihr Freistellungsauftrag? Dann müssen Sie als Mitglied einer anerkannten Religionsgemeinschaft zusätzlich zur Abgeltungsteuer auch Kirchensteuer entrichten. Sie haben dafür zwei Optionen:

Seit dem 1. Januar 2015 muss die Kirchensteuer auf private Kapitalerträge aufgrund gesetzlicher Vorgaben grundsätzlich automatisch vom Kreditinstitut für Sie abgeführt werden. Die Daten über Ihre Religionszugehörigkeit werden dafür direkt beim Bundeszentralamt für Steuern (BZSt) erfragt.

Sie können die Kirchensteuer aber auch weiterhin selbst über Ihre Steuererklärung entrichten. Voraussetzung hierfür ist ein schriftlicher Antrag beim BZSt, mit dem Sie dem Datenabruf widersprechen. Der Widerspruch muss jeweils bis zum 30. Juni eingereicht werden, damit er für das folgende Jahr berücksichtigt werden kann. Den Vordruck finden Sie unter dem Stichwort „Kirchensteuer“ hier zum Download: www.formulare-bfinv.de

Grundsätzliches zur Besteuerung von Ausschüttungen und Thesaurierungen

Sie wollen wissen, wann Ihre Fonds besteuert werden und wie die Besteuerung genau zustande kommt?

Fondsbesteuerung

Wenn Sie in Deutschland Anteile eines Investmentfonds kaufen, werden Sie als Anleger grundsätzlich steuerlich wie bei einer Direktanlage in die vom Investmentfonds gehaltenen Vermögensgegenstände behandelt (Transparenzprinzip).

Übersicht Besteuerung bei inländischer Verwahrung

  Inländische Wertpapierfonds Ausländische Wertpapierfonds
  Ausschüttend Thesaurierend Ausschüttend Thesaurierend
Abgeltungsteuer bei Verwahrung im Inland auf in- und ausländische Dividenden sowie Zinsen Bei der Ausschüttung Am Geschäftsjahresende des Fonds Bei der Ausschüttung

Kein Steuerabzug an der Quelle1

  1. 1 Die ordentlichen Erträge aus der Thesaurierung sind bei ausländischen thesaurierenden Fonds jährlich steuerpflichtig und für diese Zwecke in der Einkommensteuererklärung anzugeben. Über die Höhe der steuerpflichtigen Erträge informiert Sie jährlich Ihre depotführende Stelle, also zum Beispiel die Union Investment Service Bank AG für UnionDepot, mittels einer Steuerbescheinigung.

Kapitalertragsteuerliche Einordnungen

Je nach Verwahrort, Auflegungsland und Ertragszufluss Ihres Wertpapierfonds werden Ausschüttung und Thesaurierung zu unterschiedlichen Zeitpunkten besteuert. Hier sehen Sie, nach welchen Kriterien die Fonds eingruppiert werden:

Verwahrort

Sie können Ihre Fondsanteile in einem Depot bei einer Bank oder Kapitalverwaltungsgesellschaft im Inland verwahren, zum Beispiel in Ihrem UnionDepot. Da die Anteile im Inland verwahrt werden, unterliegen die Erträge direkt bei Ausschüttung oder Thesaurierung der Abgeltungsteuer.

Auflegungsland

  • Inland
    Bei inländischen Fonds unterliegen ausgeschüttete und ausschüttungsgleiche Erträge wie Zinsen und Dividenden in voller Höhe der Abgeltungsteuer. Auf ausländische Dividenden können zudem landesspezifische Quellensteuern fällig sein.
  • Ausland
    Bei ausländischen Fonds unterliegen ausgeschüttete und ausschüttungsgleiche Erträge bei Verwahrung im Inland der Abgeltungsteuer. Auf ausländische Dividenden können zudem landesspezifische Quellensteuern fällig sein.

Ertragszufluss

Man unterscheidet zwischen jährlich ausschüttenden Fonds und thesaurierenden Fonds, die ihre Erträge wieder neu im Fonds anlegen.

Ausschüttende Fonds
Ausgeschüttete Erträge gelten zum Zeitpunkt der Ausschüttung als zugeflossen. Bei im Inland verwahrten Fonds wird die Abgeltungsteuer, wenn kein ausreichender Freistellungsauftrag (FSA) oder ausreichender Verlustverrechnungstopf vorliegt, durch die deutsche depotführende Stelle einbehalten und an das Finanzamt abgeführt. Ausländische Quellensteuern können vom Fonds als Werbungskosten abgezogen oder dem Anleger als anrechenbar ausgewiesen werden. Im letzteren Fall erfolgt bereits von der deutschen depotführenden Stelle die Anrechnung der Quellensteuer auf die Abgeltungsteuer.

Für im Ausland verwahrte Anteile an inländischen Fonds wird Abgeltungsteuer auf deutsche Mieten und deutsche Dividenden abgeführt.

Auch bei ausländischen Investmentfonds wird bei einer Verwahrung in Deutschland auf alle Erträge 25 Prozent Abgeltungsteuer durch die Zahlstelle einbehalten, sofern kein ausreichender Freistellungsauftrag gestellt wurde oder kein entsprechender Verlustverrechnungstopf vorliegt.

Thesaurierende Fonds

Bei thesaurierenden Fonds gelten die Erträge zum Geschäftsjahresende des Fonds als zugeflossen. Bei inländischen thesaurierenden Fonds wird die Abgeltungsteuer automatisch am Ende des Geschäftsjahrs abgeführt. Hierfür stellt der thesaurierende Fonds der deutschen Verwahrstelle die sogenannte. „Steuerliquidität“ zur Verfügung. Den auf den einzelnen Anleger entfallenden tatsächlichen Steuerbetrag führt die Verwahrstelle für den Anleger ans Finanzamt ab. Der Anteilpreis sinkt infolgedessen um die aus dem Fonds abgeflossene Steuerliquidität. Kunden mit ausreichendem Freistellungsauftrag (FSA) oder ausreichendem Verlustverrechnungstopf erhalten in Höhe der auf ihre Anteile abgeführten Steuern in der Regel neue Fondsanteile oder einen Barausgleich, indem ihnen die auf ihre Anteile entfallende Steuerliquidität erstattet wird.

Bei ausländischen thesaurierenden Fonds wird die Abgeltungsteuer erst beim Anteilverkauf über die depotführende Stelle berechnet und an die Finanzbehörden abgeführt. Dabei werden die aufgelaufenen ordentlichen Erträge seit Kauf und der Zwischengewinn für das laufende Geschäftsjahr addiert.

Unabhängig davon unterliegen die ordentlichen Erträge aus der Thesaurierung bei ausländischen thesaurierenden Fonds jährlich der Einkommensteuer und sind für diese Zwecke in der Einkommensteuererklärung anzugeben. Über die Höhe der steuerpflichtigen Erträge informiert Sie jährlich Ihre Verwahrstelle, also zum Beispiel die Union Investment Service Bank AG für UnionDepot, mittels einer Steuerbescheinigung.

Haben Sie Fragen zu Steuern?

Steuern auf Kapitalerträge sind kein einfaches Thema! Daher haben wir für Sie die häufigsten Fragen unserer Kunden beantwortet.
  • Wie hoch ist die Kirchensteuer auf Kapitalerträge?

    Die Höhe hängt davon ab, welcher Religionsgemeinschaft Sie angehören. Bei den meisten Konfessionen liegt der Steuersatz bei 8 od 9 Prozent.Mehr
  • Lässt sich ein Ausgabeaufschlag steuerlich absetzen?

    Der Ausgabeaufschlag lässt sich nicht als Werbungskosten absetzen, wirkt sich aber auf die Besteuerung bei der Anteilscheinrückgabe aus. Alternativ gibt es ausgabeaufschlagfreie Fonds.Mehr

Zwischengewinne

Benötigen Sie Informationen zum Zwischengewinn Ihres Fonds für Ihre Steuererklärung? Hier finden Sie die jeweiligen Daten aufgelistet.
Übersicht der Zwischengewinne

Haben Sie Fragen zur Freistellung?

Auf Erträge wie Zinsen oder Dividenden müssen Sie Steuern zahlen. Ein Teil dieser Erträge kann jedoch auch von Steuern befreit werden – mithilfe des sogenannten Sparerpauschbetrags. Um diesen Freibetrag zu nutzen, müssen Sie Ihrer depotführenden Stelle einen Freistellungsauftrag erteilen.
  • Wie kann ich die Höhe des notwendigen Freistellungsauftrags ermitteln?

    Mit unserem Freistellungsrechner können Sie Ihren Freistellungsauftrag berechnen. Bitte achten Sie auf die besonderen Hinweise im Freistellungsrechner.Mehr

Investmentsteuerreform 2018

2018 werden sich für die Anlage von Privatanlegern in Investmentfonds einige Änderungen ergeben. Hierüber möchten wir Sie informieren.
Weitere Informationen zur Investmentsteuerreform 2018

Freistellungsrechner

Sie wissen nicht, wie hoch die Freistellung für Ihre Fonds sein sollte? Unser Rechner gibt Ihnen für alle Publikums- und Institutsfonds der Union-Investment Gruppe Freistellungsempfehlungen.

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