Chance und Risiko – das Dilemma

In jedem Risiko steckt auch eine Chance. Das müssen zum Beispiel Sportler auf der ganzen Welt täglich abwägen. Sei es der Trainer, der eine offensivere Mannschaftsaufstellung wählt, um ein Spiel zu gewinnen, oder ein Extremsportler, der mit einem riskanten Sprung einen größeren Kick bekommt. Auch außerhalb des Sports muss jeder täglich Entscheidungen treffen, die sich rund um das Thema Risiko drehen. Die saftigsten Äpfel hängen meist weiter oben in der Baumkrone. Je höher man auf der Leiter klettert, desto wackeliger wird es. Dem Risiko herunterzufallen steht die Chance auf die besten Früchte gegenüber.

Einen Zusammenhang zwischen Risiko und Rendite gibt es ebenfalls beim Thema Finanzen. Bei der Geldanlage bedeutet Risiko, einen möglichen Wertverlust des Geldes in Kauf zu nehmen. Man bekommt also weniger heraus, als man eingezahlt hat. Aber das eingezahlte Geld kann sich auch vermehren. Das ist die Chance bei der Kapitalanlage. Den Ertrag, den eine Anlage bringt, bezeichnet man als Rendite. Sie wird in Prozent angegeben und bezieht sich meist auf ein Jahr.

Je höher das Risiko, desto höher die Chance

Wertstabile Anlagen wie Tages- oder Festgeld werfen derzeit so gut wie keine Rendite mehr ab, sind jedoch sicher. Sicherheit bedeutet in diesem Zusammenhang, dass man das eingezahlte Geld in aller Regel auch wieder in derselben Höhe ausgezahlt bekommt. Die Einlagensicherung ist in Deutschland zwar gesetzlich vorgeschrieben, aber in der Höhe von Institut zu Institut unterschiedlich. Anlagen in Wertpapiere, beispielsweise Aktien, können an Wert verlieren und sogar einen Totalverlust erleiden, jedoch auch stark an Wert gewinnen, sprich Rendite erwirtschaften. Aber auch bei Wertpapieren gibt es hinsichtlich des Risikos starke Unterschiede. Anleihen, die von Staaten oder Unternehmen ausgegeben werden, bergen oftmals weniger Risiko als Aktien, bringen aber entsprechend auch weniger ein. Auch innerhalb der verschiedenen Anlageklassen gibt es große Differenzen. Allgemein gilt: je höher das Risiko, desto höher die Chance. Jeder Anleger muss sich selbst also fragen: Wie viel Risiko bin ich bereit einzugehen, um eine für mich angemessene Rendite zu erwirtschaften?

Die Mischung macht’s

Um ein ausgewogenes Chance-Risiko-Verhältnis zu erlangen, sollte man sein Geld breit streuen. Das Zauberwort heißt Diversifikation. Legt man alle Eier in einen Korb, so läuft man Gefahr, dass bei einem Sturz alle Eier zerbrechen. Verteilt man aber die Eier in verschiedene Körbe, so würden bei einem Sturz nur die Eier eines Korbes kaputtgehen, die anderen jedoch ganz bleiben. In einer rauen Phase am Kapitalmarkt können die Verluste in einem Wertpapier so durch Gewinne in anderen Papieren ausgeglichen werden.

Hilfe beim Abwägen der Chancen und Risiken

Um die Diversifikation im eigenen Depot sowohl zwischen Anlageklassen als auch zwischen Papieren einer Gattung nicht selbst austüfteln zu müssen, können Anleger zum Beispiel auf Fonds zurückgreifen. Fondsmanager sorgen dafür, dass die Risiken gestreut werden. Bei einem Aktienfonds verteilen sie das Fondsvermögen auf Titel aus verschiedenen Branchen und Regionen, bei einem Multi-Asset-Fonds wird zudem das Kapital über verschiedene Anlageklassen gestreut. Wie das eigene Chance-Risiko-Profil aussieht und welche Fonds dafür geeignet sind, können Anleger zusammen mit ihrem Bankberater in den genossenschaftlichen Volks- und Raiffeisenbanken herausfinden.