Blick nach Asien

H. Kim, Portfoliomanager und Asien-Experte, berichtet aus Jakarta
H. Kim, Portfoliomanager und Asien-Experte

„Unmengen an Mopeds, Autos, Bussen drängeln sich durch die Straßen Jakartas – meist hupend. Ein riesen Chaos! Rund 30 Millionen Menschen leben in der Hauptstadt Indonesiens – ohne U-Bahn und mit einem verwirrenden Bussystem. Unter der ineffizienten Infrastruktur leiden auch die indonesischen Firmen, denn der Transport von Waren ist in diesem Umfeld extrem schwierig. Die wirtschaftlichen Abläufe im viertgrößten Land der Welt sind dadurch oft suboptimal. Und bevor die Indonesier flächendeckend Klimaanlagen und Waschmaschinen kaufen, braucht es eine verlässliche Strom- und Wasserversorgung. Die ist nicht immer gegeben, vor allem nicht auf dem Land. Das hat der beim Volk populäre Präsident Joko Widodo erkannt und Infrastruktur-Reformen angestoßen. Es werden neue Straßen, Flughäfen und Häfen gebaut beziehungsweise modernisiert. Erste Fortschritte sind erkennbar. Da Indonesien aber aus insgesamt 17.508 Inseln besteht, ist das sicherlich keine einfache Aufgabe.

Indonesien

Vor allem aber spielt die Altersstruktur der Wirtschaft in die Karten. Im 260-Millionen-Einwohner-Land sind die Hälfte der Bürger unter 30 Jahren. Sie arbeiten und fragen entsprechend Güter und Dienstleistungen nach. Der Konsum entwickelt sich somit immer mehr zu einer Stütze der Konjunktur. Auf diese Weise kann das Schwellenland seine Abhängigkeit von Rohstoffexporten etwas reduzieren. Wir rechnen für das Jahr 2017 mit einem Wachstum von rund 5,2 Prozent. Im Vergleich zu den Industriestaaten ist das ein sehr guter Wert.“