Die Autobranche definiert sich neu

Kolumne mit Dr. Jörg Zeuner

Dr. Jörg Zeuner

Dr. Jörg Zeuner ist seit Juni 2019 Chefvolkswirt und leitet den Bereich Research & Investment Strategy des Portfoliomanagements von Union Investment. Seine Einschätzung zu aktuellen Kapitalmarktthemen lesen Sie einmal in der Woche an dieser Stelle.

30. März 2021: An der Börse wird die Zukunft gehandelt – auch die der Fahrzeugbranche. Und da sieht es gerade richtig gut aus. Das ist nicht selbstverständlich. Lange schienen sich die deutschen Autobauer in früheren Erfolgen zu sonnen und den Umbruch hin zur Elektromobilität zu verschlafen. Resultat: Die Aktienkurse bewegten sich kaum vom Fleck. Doch seit einigen Monaten verdichten sich die Hinweise, dass die Branche den unausweichlichen Strukturwandel nun aktiv angeht.

Wenn Daimler den Reigen der Hauptversammlungen der Fahrzeughersteller Ende März eröffnet, lässt sich mit Fug und Recht sagen: Die deutsche Autobranche definiert sich neu. Der Anstoß kam durch den Wettbewerb und auf Druck der Politik. Die Europäische Union will im Green Deal Europa umweltfreundlicher machen. Dafür ist sie bereit, große Summen in alternative Antriebsformen, Batterietechnologien und Ladestationen zu investieren. Es ist ermutigend, dass Unternehmen beispielsweise Batterietechnologie zurück nach Europa holen wollen. Damit wäre es wahrscheinlicher, dass die neue Generation der E-Autos umweltfreundlich produziert wird.

Bis die ambitionierten Pläne Realität werden, ist Geduld gefragt. Doch die Anleger beginnen, den deutschen Autobauern einen Vertrauensvorschuss zu geben. Der Mix aus staatlicher Förderung und dem erkennbaren Willen der Unternehmen zum Wandel sind gute Vorzeichen, dass die Transformation gelingt und sich dereinst in nachhaltig höheren Bewertungen spiegelt.

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