Der Anfang des Ausstiegs

Kolumne mit Dr. Jörg Zeuner

Dr. Jörg Zeuner

Dr. Jörg Zeuner ist seit Juni 2019 Chefvolkswirt und leitet den Bereich Research & Investment Strategy des Portfoliomanagements von Union Investment. Seine Einschätzung zu aktuellen Kapitalmarktthemen lesen Sie einmal in der Woche an dieser Stelle.

22. Juni 2021 – Die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) hat auf ihrer jüngsten Sitzung die Inflationsprognose für das laufende Jahr überraschend deutlich um einen vollen Prozentpunkt auf 3,4 Prozent angehoben. Die Versorgungsengpässe infolge der Pandemie seien größer als bislang erwartet, so die Begründung. Das ist kein Grund zur Aufregung. Die Fed geht vernünftigerweise davon aus, dass die preistreibenden Sondereffekte vorübergehender Natur sind. Die Inflationserwartungen für die Jahre 2022 und 2023 wurden daher nur minimal angehoben. Die US-Anleihemärkte hatten zuletzt eine ähnliche Haltung eingenommen. Es war kein starker Zinsanstieg zu sehen.

Zum ersten Mal seit Beginn der Corona-Krise hält allerdings eine klare Mehrheit der Fed-Mitglieder eine Zinserhöhung bis Ende 2023 für möglich. Die Hälfte des entscheidenden Ausschusses denkt sogar über zwei Zinsschritte nach. Ein Erdrutsch sieht aber anders aus. Weder Inflation noch Zinsen wachsen in den Himmel.

Was bedeutet dies für die Kapitalmärkte? Die US-Notenbank unterstreicht, dass sie einen maßvollen Einstieg in den Ausstieg aus der ultralockeren Geldpolitik will. Damit versucht sie den Aufschwung zu stützen. Das ist aus Sicht eines Kapitalmarktanlegers erfreulich. Die Aktienmärkte reagierten entsprechend gelassen. Für sie bringen die neuen Inflations- und Zinsprognosen der Fed nur leichten Gegenwind in einem insgesamt positiven Umfeld: Die Wirtschaft wächst, die Gewinne der Unternehmen auch.

Dr. Jörg Zeuner

Klare Sicht statt Überschwang

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