Rückenwind für den Euro

Kolumne mit Dr. Jörg Zeuner

Dr. Jörg Zeuner ist seit Juni 2019 Chefvolkswirt und leitet den Bereich Research & Investment Strategy des Portfoliomanagements von Union Investment. Seine Einschätzung zu aktuellen Kapitalmarktthemen lesen Sie einmal in der Woche an dieser Stelle.

27. Juli 2020 – Vor 25 Jahren legte ein EU-Gipfel den Grundstein für die Einführung des Euros. Seitdem stand der „Euroraum“ mehr als einmal vor einer Zerreißprobe, zuletzt vor gerade einmal einer Woche. Aber: Am 21. Juli hat die Währungsunion, erneut auf einem Gipfel, abermals einen Meilenstein erreicht – und der verleiht dem Euro Rückenwind.
Dabei hatte es der Euro an den Finanzmärkten bislang schwer. Für internationale Anleger schöpfte die Eurozone ihr Potenzial nicht aus, war streit- und krisenanfällig. Der Euro galt als Risikowährung und wurde mit Abschlägen gegenüber US-Dollar, Yen oder Franken abgestraft. Dieses Muster drohte sich 2020 zu wiederholen. Noch zu Jahresanfang ließen gute Konjunktur, florierender Handel und politische Ruhe den Euro aufwerten. Dann kam Corona, und damit die Sorge vor Wirtschaftseinbruch, politischem Zwist und einer Wiederholung der Eurokrise. Der Euro gab nach.
Mit dem Brüsseler „Deal“ werden nun viele Konstruktionsfehler der Währungsunion für die Corona-Herausforderung angegangen. Dadurch sinkt das politische Risiko des Euros, die Kapitalmärkte entspannen sich. Fundamentaldaten rücken in den Vordergrund, und die sind gut. Alleine im Mai lagen die Exporte des Euroraums um 9,4 Milliarden Euro über den Importen. Das heißt: Die Welt braucht Euros, um unsere Autos, Weine oder Maschinen zu kaufen. Jetzt, da die politischen Blockaden gelöst sind, ist der Weg frei für eine breite Aufwertung des Euro.

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