Corona trennt die Spreu vom Weizen

Kolumne mit Dr. Jörg Zeuner
Dr. Jörg Zeuner

Dr. Jörg Zeuner ist seit Juni 2019 Chefvolkswirt und leitet den Bereich Research & Investment Strategy des Portfoliomanagements von Union Investment. Seine Einschätzung zu aktuellen Kapitalmarktthemen lesen Sie einmal in der Woche an dieser Stelle.

25. August 2020 – Schaut man sich einige Einzeltitel am Aktienmarkt an, scheint Corona weniger ein Hemmschuh für die Wirtschaft denn ein Turbo für den Aktienmarkt zu sein. Seit Jahresbeginn haben die fünf wichtigsten Aktien im US-Index S&P 500 rund 40 Prozent zugelegt, seit den Tiefständen im März ist es deutlich mehr. Apples Kurs hat sich fast verdoppelt, die Marktkapitalisierung durchbrach vergangene Woche die Schwelle von zwei Billionen US-Dollar. Das ging schnell: Vom Börsengang zur ersten Billion hat es 38 Jahre gedauert, zur zweiten waren es keine 24 Monate. Die dritte scheint nur eine Frage der Zeit zu sein. Und auch andere Größen im Index, Amazon, Alphabet, Microsoft oder Facebook, wachsen und gedeihen – zur Freude der Anleger.
Doch diese Unternehmen haben mehr gemeinsam als eine fantastische Kursentwicklung, nämlich hervorragende Geschäftsmodelle, auch in der Krise. Die Corona-Pandemie sortiert aus, was nicht funktioniert. Wir reden nicht von einem Trendwechsel, sondern von einem Trendbeschleuniger: Dass die oben genannten Unternehmen starke Geschäftsmodelle haben, war auch vor Corona klar. Das Gleiche gilt für die Schwächen derer, die jetzt am unteren Ende der Kurstabelle stehen. Es steht zu hoffen, dass möglichst viele Unternehmen daraus lernen und sich auf kommende Krisen besser vorbereiten. Anleger sollten beachten: Auch bei Tech-Werten gibt es keine Garantie, dass die Kurse nur steigen. Deshalb ist Diversifikation unerlässlich.
Dr. Jörg Zeuner

US-Wahl bewegt die Börsen

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