EZB-Sitzung: Sturm im Wasserglas

Kolumne mit Dr. Jörg Zeuner

Dr. Jörg Zeuner

Dr. Jörg Zeuner ist seit Juni 2019 Chefvolkswirt und leitet den Bereich Research & Investment Strategy des Portfoliomanagements von Union Investment. Seine Einschätzung zu aktuellen Kapitalmarktthemen lesen Sie einmal in der Woche an dieser Stelle.

7. Sepmteber 2021 – Langweilig dürften die Tage bis zur Sitzung der EZB am Donnerstag nicht werden: Die Wirtschaft erholt sich von der Pandemie, die Inflationsdaten liegen deutlich über dem Ziel, die Zinsen bleiben niedrig und die Notenbanker kaufen monatlich Anleihen für viele Milliarden Euro. Da scheint vieles nicht recht zusammenzupassen – und das gilt ebenso für die Äußerungen verschiedener Zentralbankmitglieder aus den vergangenen Tagen.

Doch Spekulationen, dass die Währungshüter wirklich für Überraschungen sorgen werden, sind wohl eher ein Sturm im Wasserglas. Zwar dürfte die Summe der Anleihekäufe für das vierte Quartal neu kalibriert werden und im Einklang mit der geringeren Emissionstätigkeit der Staaten zum Jahresende etwas abnehmen. Ein Ausstieg sollte aber noch nicht diskutiert werden. Daran ändern auch die Inflationszahlen nichts. Denn vieles deutet daraufhin, dass die überschießende Teuerungsrate ein vorübergehendes Phänomen ist. Das sieht man nicht nur in der EZB so, sondern auch am Kapitalmarkt. Die Inflationserwartungen wurden durch die höhere Teuerung jedenfalls nicht nachhaltig bewegt und auch die Börsen reagierten gelassen. Die kommende EZB-Ratssitzung könnte zwar noch für etwas Bewegung im Vorfeld sorgen. Unter dem Strich aber bleibt wohl das meiste beim Alten. Größere Änderungen sind erst im Dezember zu erwarten, denn dann muss sich die EZB zur Zukunft des im März auslaufenden Pandemie-Kaufprogramms äußern.

Jens Wilhelm

Kapitalmarktausblick

Aufwärtstempo lässt nach                                                                                                                                              

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