Enttäuschung am Battery Day

Kolumne mit Dr. Jörg Zeuner
Dr. Jörg Zeuner

Dr. Jörg Zeuner ist seit Juni 2019 Chefvolkswirt und leitet den Bereich Research & Investment Strategy des Portfoliomanagements von Union Investment. Seine Einschätzung zu aktuellen Kapitalmarktthemen lesen Sie einmal in der Woche an dieser Stelle.

29. September 2020 – Die Erwartungen waren zu hochgesteckt. Elon Musk, Chef des US-amerikanischen Elektromobilherstellers Tesla, ist dafür bekannt, seine Produkte und Visionen mit großem Spektakel vorzustellen. Zum sogenannten Battery Day am Dienstag wollte ihm das aber nicht so recht gelingen. Quintessenz des Tages: Beim kalifornischen Trendsetter dauert die Entwicklung leistungsstarker und haltbarer Batterien länger, als sich das Optimisten erhofft hatten.
In Stuttgart, München und Wolfsburg dürfte das für Erleichterung gesorgt haben. Der Vorsprung von Tesla ist offenbar nicht uneinholbar. Allerdings sollten sich Daimler, BMW und VW beeilen. Denn inzwischen hat Kalifornien bekannt gegeben, ab 2035 keine Verbrennungsmotoren auf seinen Straßen dulden zu wollen. Ohne Zweifel werden andere Staaten in den USA und Europa folgen. Nur schnellstmöglich mit überzeugenden und bezahlbaren Modellen am Markt zu sein kann die Technologie- und Marktführerschaft der deutschen Hersteller noch retten.
Es ist die Aufgabe der Bundesregierung, dafür bessere Rahmenbedingungen am Standort Deutschland zu schaffen. Würde die deutsche Automobilindustrie langfristig abgehängt, wäre das ein immenser Schaden, für die heimische Wirtschaft ebenso wie für den hiesigen Kapitalmarkt. Ablesbar ist dies bereits daran, dass die Aktienkurse der drei großen deutschen Hersteller von der Konkurrenz aus Kalifornien deklassiert werden – trotz der Enttäuschung am Battery Day.
Dr. Jörg Zeuner

Brexit: Die Zeit wird knapp

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