Brexit-Streit: Alle Jahre wieder

Kolumne mit Dr. Jörg Zeuner

Dr. Jörg Zeuner

Dr. Jörg Zeuner ist seit Juni 2019 Chefvolkswirt und leitet den Bereich Research & Investment Strategy des Portfoliomanagements von Union Investment. Seine Einschätzung zu aktuellen Kapitalmarktthemen lesen Sie einmal in der Woche an dieser Stelle.

19. Oktober 2021 – Das Jahresende naht und der Streit zwischen Großbritannien und der EU droht zum dritten Mal in Folge zur Weihnachtszeit zu eskalieren. Einmal mehr geht es um den Brexit: 2019 zitterten sich die Beteiligten zum Austrittsvertag, 2020 war es der Handelsvertrag, dieses Jahr geht es um das Nordirland-Protokoll. Und: Eine nachhaltige Lösung der Spannungen ist nicht in Sicht. Zu unterschiedlich sind die Interessen.

Der aktuelle Streit schwelt schon länger. Im Kern geht es darum, eine harte Grenze auf der irischen Insel zu vermeiden und die Kontrolle des Warenverkehrs auf die Irische See zu verlagern. Großbritannien weigert sich, das umzusetzen, weshalb nun einmal mehr dicke Luft zwischen London und Brüssel herrscht. Es wird mutmaßlich nicht das letzte Mal sein.

Für die britischen Bürger ist der Status quo kein guter. Die Unsicherheit lastet auf der Investitionstätigkeit, gleichzeitig leidet das Land noch stärker als der Rest Europas unter Lieferengpässen und Treibstoffmangel. Zudem dürfte die Bank of England die erste große Notenbank sein, die an der Zinsschraube drehen wird. Ein erster Zinsschritt ist im kommenden Sommer zu erwarten. Sollten die Inflationserwartungen weiter steigen, könnten sich die Währungshüter zu einem früheren Handeln genötigt sehen. Dann wirken steigende Zinsen und politische Unsicherheit gleichzeitig auf die Aktienmärkte ein – eine Mischung, die über die englischen Grenzen für tendenziell unruhige Börsen spricht.

Dr. Jörg Zeuner

Fokus auf der Marktstellung

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