Die Politik verlangt den Märkten Geduld ab

Kolumne mit Dr. Jörg Zeuner

Dr. Jörg Zeuner

Dr. Jörg Zeuner ist seit Juni 2019 Chefvolkswirt und leitet den Bereich Research & Investment Strategy des Portfoliomanagements von Union Investment. Seine Einschätzung zu aktuellen Kapitalmarktthemen lesen Sie einmal in der Woche an dieser Stelle.

21. September 2021 – Die Bundestagswahl steht kurz bevor. Nach deren Ende und nach der Auszählung der Stimmen dürften aber mehr als in den vergangenen Jahren noch viele Fragen offen bleiben. Zu vielfältig sind die politischen Optionen, als dass sich heute klare Koalitionsprognosen treffen ließen. Bis eine Regierungsmehrheit im Bundestag steht, dürfte es eine Weile dauern. Die Phase der politischen Unsicherheit wird über den Wahlsonntag hinaus anhalten.

Doch auch wenn eine Regierung steht, kehrt kaum Ruhe ein. Auf europäischer Ebene kommen ab Herbst neue Fragen hinzu. Im April nächsten Jahres geben die Franzosen ihr Votum ab. Die Präsidentschaftswahl wirft ihre Schatten voraus. Zudem fällt sie in die Phase, in der Frankreich auch die Ratspräsidentschaft der EU innehat.

Politische Hängepartien in den beiden größten Volkswirtschaften der Eurozone sind für die Kapitalmärkte keine gute Nachricht, denn Unsicherheit belastet die Kurse. Allerdings gehen die Märkte derzeit davon aus, dass Deutschlands nächste Bundesregierung europafreundlich sein wird. Je nach Regierungskonstellation ist vor allem im Bereich der Fiskalpolitik sogar eine tiefere europäische Integration denkbar. Das wäre gut für die Börsen.

Vor allem ist es aber hilfreich , dass die sonstigen Rahmenbedingungen – starke Konjunktur, europäische Corona-Hilfen, lockere Geldpolitik und sprudelnde Unternehmensgewinne – die Kurse unterstützen.

Dr. Jörg Zeuner

Lückenhafte Lieferketten

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