Trump der neue US-Präsident

(Stand: 15. November 2016)

Keine Konkretisierung der Agenda Trump, trotzdem starke Bewegungen an den Kapitalmärkten

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Obschon der künftige US-Präsident Donald Trump seit der Wahl letzte Woche keinerlei Konkretisierung seiner wirtschaftspolitischen Agenda vorgenommen hat, sind an den globalen Kapitalmärkten weiter starke Bewegungen festzustellen. Mit aller Vorsicht sind zumindest Anzeichen eines sich grundlegend ändernden Kapitalmarktbildes zu erkennen.

Marktteilnehmer in den USA sehen aktuell ein eher positives Interpretationsmuster der möglichen Maßnahmen des neuen US-Präsidenten. Sie fokussieren dabei auf die Möglichkeit eines Fiskalprogrammes, das Trump vor der Wahl in Aussicht gestellt hatte und damit auf eine Option, die vergleichsweise kurzfristig umzusetzen wäre. Gleichzeitig werden andere Aspekte von Trumps Aussagen vor der Wahl, die eine negative Kapitalmarktwirkung haben könnten, offensichtlich eher ausgeblendet. Ein Fiskalprogramm, wenn es denn käme, würde naturgemäß belebend auf die US-Konjunktur wirken. Die von uns bisher erwartete Wachstumsdelle in 2017 würde ausbleiben; gegebenenfalls würde das Wachstum sogar über dem in 2016 liegen. Damit wäre wegen des bereits stark ausgelasteten US-Arbeitsmarkts ein Anstieg der Inflationsraten zu erwarten. Die Kapitalmärkte haben bereits in den letzten Tagen damit begonnen einen Inflationsanstieg vorwegzunehmen.

Dies äußerte sich bereits in steigenden Aktienkursen, einem stärkeren US-Dollar und einem abrupten Anstieg der Renditen von US-Staatsanleihen mit 10 Jahren Restlaufzeit. Die europäischen Aktienmärkte und etwa die 10-jährige Bundesanleihe haben die Entwicklung der entsprechenden US-Märkte in etwas abgeschwächter Form mit vollzogen. Schließlich haben auch die Kapitalmärkte der Schwellenländer sehr empfindlich auf die US-Wahl reagiert. Höhere Zinsen und ein stärkerer US-Dollar wirken zusammen mit den Aussagen von Donald Trump in Richtung Einschränkung des Freihandels belastend. Dies trifft die Schwellenländer in einem Augenblick, wo zuletzt von ihrer „Renaissance“ die Rede war.

Vor diesem Hintergrund bestätigt Union Investment ihre moderate Risikoausrichtung und setzt leichte Akzente bei Aktien der Industrieländer. Vorsichtiger werden die Experten von Union Investment bei Staatsanleihen aus Kerneuropa, der Euro-Peripherie und der Schwellenländer.