Grüne Anleihen: Wissenswertes für Anleger

Nachhaltiges Investieren wird häufig immer noch als Aktienthema verstanden. Aber auch im Anleihebereich gibt es grüne Alternativen. Die sogenannten „Green Bonds“ erfreuen sich wachsender Beliebtheit – und sind auch ein Bestandteil im Fonds UniRak Nachhaltig. Wir haben mit Joachim Buddendick, für den Rententeil zuständiger Portfoliomanager, über die grünen Anleihen gesprochen.

Herr Buddendick was sind Green Bonds? Wie unterscheiden sie sich von herkömmlichen Unternehmensanleihen?

Bei Green Bonds leihen Anleger einem Unternehmen Geld – aber nicht für irgendwas, sondern für ein bestimmtes nachhaltiges Projekt. Also zum Beispiel den Bau einer Windkraftanlage oder für nachhaltige Wassernutzung. Neben Emittenten wie der deutschen Förderbank KfW oder der Europäischen Investitionsbank (EIB) haben auch Apple oder Fresenius bereits Green Bonds auf den Markt gebracht.

Finden sich in Ihrem Fonds also ausschließlich Anleihen zu Umweltthemen?

Nicht zwangsläufig. Neben den klassischen Green Bonds investieren wir auch in Anleihen, die die Förderung von sozialen Projekten zum Zweck haben. Die BNG Bank aus den Niederlanden hat beispielsweise zuletzt einen Social Bond aufgelegt, der den sozialen Wohnungsbau fördert.

Nachhaltiges Investieren ist ein Thema, das immer mehr an Fahrt aufnimmt. Spürt man das auch bei Green Bonds?

Auf jeden Fall. Der Green-Bonds-Markt boomt, die Nachfrage hat zuletzt deutlich angezogen. Wobei institutionelle Investoren hier aktiver sind als Privatanleger. Auch das Angebot ist in den vergangenen Jahren angestiegen: 2012 lag das neu emittierte Volumen noch unter der Marke von drei Milliarden Euro, 2015 waren es rund 40 und 2017 gut 150 Milliarden Euro – das ist schon ein beachtlicher Zuwachs.

Das heißt, Sie haben mehr Auswahl im Fondsmanagement …

Das ist ein Vorteil. Ein anderer ist, dass der Markt mittlerweile so groß und liquide ist, dass wir eine gute Diversifikation im Portfolio abbilden können. Auch reine Green-Bonds-Fonds sind dadurch möglich geworden. In UniRak Nachhaltig sind wir derzeit in verschiedenen grünen Anleihen investiert, beispielsweise in Papieren von der KfW, der LBBW, der norwegischen Sparebank, der spanischen Kutxabank sowie den niederländischen Emittenten ABN Amro Bank und Rabobank.

Emittenten versprechen, dass die Mittel dann in konkrete nachhaltige Projekte fließen. Ist der Prozess denn transparent genug? Kommt das Geld der Anleger immer dort an, wofür es auch vorgesehen war?

Tatsächlich gibt es bei der Transparenz von Green Bonds große Unterschiede. So geizen zum Beispiel vor allem asiatische Emittenten mit Informationen bei der konkreten Mittelverwendung beziehungsweise scheuen die aufwendige Dokumentation. Zudem werden auch vereinzelt Green Bonds von Unternehmen emittiert, deren Geschäftsmodell zu großen Teilen keinen nachhaltigen Kriterien folgt. Also auch im Green-Bonds-Segment gibt es ein paar schwarze Schafe. Diese herauszufiltern ist die Aufgabe des aktiven Fondsmanagements.

Wie gehen Sie das konkret an?

Wir nutzen dafür einen mehrstufigen Screening-Prozess: Zunächst schließen wir von vorneherein Unternehmen für ein Investment aus, wenn sie unseren Nachhaltigkeitskriterien – beispielsweise mit Blick auf Kohleverstromung, Streubomben oder Klagerisiken – nicht entsprechen. Im nächsten Schritt prüfen wir vor jedem Investment die Dokumentation und Projektbeschreibung und wirken auch auf den Emittenten ein, wenn Punkte unklar oder nicht mit unseren Nachhaltigkeitskriterien vereinbar sind.

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