Sparverhalten lädt zum Umdenken ein

Sparverhalten lädt zum Umdenken ein

20.01.2022: Die Bundesbank berichtet regelmäßig darüber, wie sich das Gesamtvermögen der Deutschen entwickelt. Dr. Oscar A. Stolper, Professor für Behavioral Finance an der Philipps-Universität Marburg, hat die jüngsten Daten für Union Investment ausgewertet. Dabei zeigt sich, dass die Deutschen weiterhin fleißig sparen. Das Geldvermögen in den vergangenen zwölf Monaten ist per 30. Juni 2021 um zehn Prozent beziehungsweise 670 Milliarden Euro gestiegen. Unverhältnismäßig hoch ist allerdings der Zuwachs bei Bargeld und Geld auf Bankkonten. Der Bestand dieser Vermögenswerte erhöhte sich allein im ersten Halbjahr 2021 um etwa 260 Milliarden Euro.

Aktien und Fonds im Aufwind 

Was positiv auffällt: Deutsche Sparer haben zuletzt vor allem in Aktien und Fonds investiert. Binnen zwölf Monaten flossen bis Ende Juni 2021 rund 175 Milliarden Euro in Fonds und 150 Milliarden Euro in börsennotierte Aktien. Die Aktienkultur ist hierzulande also im Aufwind, während klassische Zinsprodukte an Bedeutung verlieren. Gleichzeitig bleiben die Deutschen dem Girosparen treu, parken also ihr Geldvermögen weiterhin auf dem in der Regel unverzinsten  Girokonto. 

Den negativen Effekt niedriger Zinsen zeigt auch Professor Stolper mit seinem Blick in die jüngere Vergangenheit. Denn die Ertragskraft von Zinsprodukten hat sich in den zwölf Monaten bis Jahresmitte 2021 noch einmal deutlich verschlechtert. Alle relevanten nominalen Zinssätze haben sich weiter zuungunsten der Sparer entwickelt. Entsprechend machen sie nur noch einen kleinen Teil des Kapitalzuwachses aus. Zum Stichtag Ende Juni 2021 sank ihr Anteil auf 16 Prozent. Zum Vergleich: Vor zehn Jahren trugen Zinsen noch knapp 70 Prozent zum Zuwachs des Geldvermögens bei.

Aufwuchs des Gesamtfinanzvermögens

Auf absehbare Zeit dürfte die Rolle der Zinsen beim Sparen gering bleiben. Denn auch wenn in den USA die Zinswende in Sicht ist, wird es in Europa noch deutlich länger dauern, bis wieder positive Vorzeichen zu sehen sind. 

Inflation schmälert Realverzinsung

Neben diesem Niedrigzinseffekt kommt nun ein weiterer Faktor ins Spiel, der Sparer vor Herausforderungen stellt: die Inflation. Zwar stieg die Teuerungsrate erst in der zweiten Hälfte des Jahres 2021 massiv an, da unter anderem die Mehrwertsteuer im Vorjahresvergleichszeitraum abgesenkt wurde. Dennoch schmälerte die Inflation bereits im ersten Halbjahr 2021 die Realverzinsung von Bankeinlagen sowie Termin- und Spareinlagen. In den zwölf Monaten bis zum 30. Juni haben deutsche Zinssparer insgesamt fast 60 Milliarden Euro verloren. 

Wertentwicklung

Junge Erwachsene sollten mit dem Vermögensaufbau beginnen

In diesem Marktumfeld gilt es, sein Geld so anzulegen, dass es Erträge jenseits der Inflationsrate erwirtschaften kann. Besonders wichtig ist das für junge Sparer, die ihr Vermögen erst schrittweise aufbauen. Fragen Sie in Ihrer Filiale vor Ort nach Möglichkeiten, zeitgemäß Geld anzulegen. Einen Fondssparplan bei Union Investment gibt es zum Beispiel schon ab 25 Euro im Monat.

Anlagetrends 2022

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