Anleger-Newsletter April 2018

Steuererklärung schon gemacht?

Steuererklärung schon gemacht?

Ein Berg an Unterlagen, viele Regeln und keine Zeit: Eine Steuererklärung kann viel Arbeit machen, aber sie kann sich auch auszahlen. Und in vielen Bereichen ist der Aufwand auch überschaubar. Sammeln Sie zum Beispiel die erforderlichen Unterlagen sowie Belege vorab in einem Ordner, können Sie viel Zeit sparen. Denn so entfällt die lästige Suche nach einzelnen Belegen, wenn Sie mit Ihrer Steuererklärung beginnen. Die Steuererklärung für 2017 können Sie noch bis zum 31. Mai 2018 abgeben. Beauftragen Sie einen Steuerberater, verlängert sich die Frist bis zum 31. Dezember 2018.

Neben Ihrer individuellen Einkommensteuer zum Beispiel auf Einkünfte aus nicht selbstständiger Arbeit zahlen Sie als Anleger auf Ihre Kapitaleinkünfte Abgeltungsteuer in Höhe von 25 Prozent plus Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer. Diese Beträge führt die inländische depotführende Stelle automatisch an das jeweilige Finanzamt ab – Sie brauchen sich also in der Regel um nichts mehr zu kümmern. Dennoch gibt es Fälle, in denen freiwillige Angaben sinnvoll sein können. Verschaffen Sie sich Klarheit in unserer Übersicht:

Nutzen Sie den Sparerpauschbetrag

Auf Kapitalerträge von bis zu 801 Euro pro Jahr für Ledige und 1.602 Euro für Verheiratete fallen keine Steuern an. Damit das jeweilige Finanzinstitut bis zu dieser Grenze keine Steuern an das Finanzamt abführt, brauchen Sie nur einen Freistellungsauftrag zu erteilen. Bestehen verschiedene Konten bei unterschiedlichen Instituten, teilen Sie den Freistellungsauftrag entsprechend auf.

Allerdings: Für vergangene Jahre können Sie keinen Freistellungsauftrag mehr erteilen. Falls Sie also für 2017 keinen Freistellungsauftrag erteilt haben, müssen Sie sämtliche Kapitalerträge sowie die bereits abgeführten Steuern in der Steuererklärung angeben. Auf diesem Wege erhalten Sie zu viel gezahlte Steuern vom Finanzamt zurück.

Tipp: Als Anleger von Union Investment finden Sie die erforderlichen Angaben in Ihrer Jahressteuerbescheinigung, die Sie zu Beginn des Jahres erhalten haben. 

Geben Sie Riester-Einzahlungen an

Als förderberechtigter Riester-Sparer können Sie Beträge und Zulagen bis zu einer Höhe von 2.100 Euro jährlich als Sonderausgaben geltend machen. Die hierfür erforderlichen Werte stehen in der Bescheinigung nach Paragraf 92 EStG, die Sie als Sparer von Union Investment kürzlich mit den Förderunterlagen per Post erhalten haben.

Verrechnen Sie Verluste

Wenn es in einem Steuerjahr bei der Kapitalanlage mal nicht so gut lief, gibt es grundsätzlich die Möglichkeit, Verluste mit Gewinnen zu verrechnen. Eine Besonderheit gilt dabei für Verluste aus Aktien. Diese können grundsätzlich nur mit Gewinnen aus Aktien verrechnet werden. Legen Sie nur bei einem Anbieter Geld an, übernimmt dieser die Verrechnung der Gewinne und Verluste für Sie – im sogenannten „Verlustverrechnungstopf“. Anders ist die Situation bei Kapitalanlagen, die Sie über mehrere Institute verteilen. Hier sollten Sie aktiv werden, um die bei einem Institut angefallenen Verluste mit den bei einem anderen Institut angefallenen Gewinnen/Erträgen verrechnen zu können und sich hierdurch die zu viel gezahlte Steuer zurückzuholen. In diesem Fall beantragen Sie eine Verlustbescheinigung bei dem jeweiligen Institut und legen Sie diese Ihrer Steuererklärung bei, in der Sie auch sämtliche Kapitalerträge angeben. Die Verlustbescheinigung können Sie immer nur bis zum 15. Dezember des betroffenen Jahres beantragen. Haben Sie dies für 2017 nicht gemacht, gehen die Verluste aber nicht verloren, sondern werden auf das Folgejahr übertragen und vom jeweiligen Institut mit Erträgen des Folgejahres verrechnet.

Abgesehen von diesen freiwilligen Möglichkeiten, Kapitalerträge bei der Steuererklärung anzugeben, gibt es auch eine Pflichtveranlagung für die Erträge aus allen ausländischen Depots und Konten. Die hier erwirtschafteten Erträge wurden steuerlich nicht erfasst und müssen daher in der Steuererklärung für 2017 angegeben werden.

Im Zuge der Investmentsteuerreform haben sich einige Regeln für die Steuern auf Investmentfonds geändert.
 

Erfahren Sie mehr zur Investmentsteuerreform Hier geht es zum Freistellungsauftrag für das laufende Jahr