Dem DAX geht es gut

(Stand: 15.2.2018) In der vergangenen Woche kam es zu einem heftigen Beben an den Kapitalmärkten. Nachdem erst die US-Aktienmärkte unter Druck geraten waren, gingen auch die Börsen hierzulande auf Talfahrt. Der DAX verlor in der vergangenen Woche über fünf Prozent. Anfang dieser Woche setzte eine Stabilisierung ein. Ist die Korrektur nun ausgestanden? Wie kam es überhaupt zu den Turbulenzen?

 

Nach Rekorden kommt die Korrektur

Monatelang jagten die Aktienmärkte dies- und jenseits des Atlantiks immer neuen Rekordständen nach – bis schließlich Anfang Februar eine Korrektur einsetzte. Es begann am Freitag, 2. Februar, mit dem starken Arbeitsmarktbericht aus den USA. Die höher als erwartet ausgefallenen Stundenlöhne brachten das Fass zum Überlaufen. Am Markt ging die Sorge um, dass dadurch die Inflation in den USA deutlicher steigt und die US-Notenbank Federal Reserve darauf mit einer straffer als erwarteten Geldpolitik reagiert, sprich die Leitzinsen schneller anhebt als bislang erwartet. Dadurch steigen klassischerweise die Anleiherenditen, was meist schlecht für die Aktienmärkte ist. Diese Entwicklung traf mit einem sehr starken Börsenmonat Januar zusammen – der DAX hatte 2,1 Prozent, der S&P 500 sogar um 5,6 Prozent zugelegt. Die meisten Anleger waren von einer Fortsetzung der Rally ausgegangen – und entsprechend positioniert.

 

Der Einfluss der Algorithmen

Schließlich hatten technische Reaktionen die nach unten gerichtete Marktbewegung verstärkt. Unter anderem systematische und quantitative Investoren („Algo-Trader“) haben Verkaufssignale umgesetzt. Bei diesen systematisch gesteuerten Investoren werden bei bestimmten Indexständen aufgrund mathematischer Modelle automatisch Verkaufssignale ausgelöst. Diese Effekte verstärken sich, je tiefer die Indexstände sinken. So kam es zu den starken Verlusten, die dann vergangenen Dienstag auch den DAX stark in Mitleidenschaft zogen. Unter dem Strich handelte es sich im ersten Schritt also um eine technische Korrektur.

 

Zweiter Absturz an den Börsen

Nach einem kurzen Erholungsversuch zur Wochenmitte schwenkten die Indizes am Donnerstag in den zweiten Abwärtstrend innerhalb weniger Tage. Auf den ersten Blick sah die Entwicklung ähnlich aus wie zwei Tage zuvor. Die Analyse zeigte aber, dass erhebliche Unterschiede bestanden: Denn der erneute Kursrutsch war nicht mehr alleine durch systematische Akteure getrieben. Auch fundamentale Investoren waren vorsichtiger geworden und haben Positionen abgebaut.

 

Woher kam diese Verunsicherung?

Der Grund ist insbesondere in der Kommunikation der Zentralbanken zu finden: Die Märkte haben sich daran gewöhnt, dass die Notenbanken in brenzligen Situationen beruhigend wirken. So war es zumindest in den Jahren nach der Finanzkrise. Nun scheinen die Zentralbanker die Märkte stärker sich selbst zu überlassen. Denn die Währungshüter in Europa und den USA äußerten sich dahingehend, dass die Marktverwerfungen als notwendige und wichtige Korrekturen zu verstehen sind und sie daher auch nicht eingreifen werden. Die falkenhaften („hawkish“) Kommentare heizten bei Investoren die Angst an, dass die Zinsen eventuell schneller als erwartet und in einer größeren Schrittzahl erhöht werden könnten.

 

Wie geht es weiter?

Anfang dieser Woche setzte eine Stabilisierung an den Märkten ein. Ein Grund dafür ist, dass sich der Verkaufsdruck systematischer Investoren reduziert hat. Nichtsdestotrotz kann es auch weiterhin noch zu Schwankungen kommen. Entscheidend ist: Der Abwärtstrend hat keine realwirtschaftlichen Ursachen, er ist insbesondere von technischen Investoren getrieben. In den wichtigsten Regionen der Welt sind die konjunkturellen Daten nach wie vor außerordentlich gut. Darüber hinaus ist die Gewinnsituation der meisten Unternehmen komfortabel und die Bewertungen, insbesondere in Europa, sind nicht übertrieben hoch. Dass die Volatilität nach dem sehr schwankungsarmen Jahr 2017 wieder ansteigt, ist wenig überraschend.

 

Daher sehen die Experten von Union Investment derzeit keine Trendwende und gehen nach wie vor davon aus, dass 2018 ein gutes Aktienjahr wird – vorausgesetzt, die robuste fundamentale Situation bekommt keine Kratzer. Für Anleger ist es entscheidend, in der gegenwärtigen Situation Ruhe zu bewahren. Unabhängig von aktuellen Entwicklungen ist es sinnvoll, seine Geldanlage breit aufzustellen und somit das Risiko zu streuen. Dabei hilft Ihnen gerne Ihr Berater aus der genossenschaftlichen Bankengruppe.

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