Anleger-Newsletter Januar 2018

100.000 Euro Freibetrag für Kursgewinne auf vor 2009 erworbene Fondsanteile

Für Riester-Sparer ist mehr drin

Neue Steuervorschriften gelten seit Jahresbeginn 2018 speziell für Investmentfonds. Sie ergänzen die Spielregeln zur Abgeltungsteuer, die bereits seit 2009 greifen. Eine wichtige Änderung für Sie als Privatanleger betrifft Kursgewinne auf Fondsanteile, die Sie schon vor Einführung der Abgeltungsteuer Anfang 2009 erworben haben. Bislang konnten Sie Gewinne aus solchen „Altanteilen“ ohne zeitliche Begrenzung und auch der Höhe nach unbegrenzt steuerfrei vereinnahmen.

Zum Jahresbeginn 2018 wurde dieses Privileg eingeschränkt. Kursgewinne, die bei solchen „alten“ Fondsanteilen aus der Wertentwicklung ab 2018 entstehen, werden nun auch der Abgeltungsteuer unterworfen. Allerdings gibt es einen neuen persönlichen Freibetrag von 100.000 Euro pro Person für diese Kursgewinne. Der Freibetrag ist nach Auskunft des Bundesfinanzministeriums damit so hoch bemessen, dass „der Bestandsschutz für Veräußerungsgewinne bei Alt-Anteilen im Ergebnis für die weit überwiegende Zahl der Steuerpflichtigen erhalten bleibt“. Die Anleger müssen sich die einbehaltene Steuer allerdings über die steuerliche Veranlagung zurückholen.

Wichtig zu wissen: Kursgewinne, die bei älteren Fondsanteilen bis Ende 2017 aufgelaufen sind, bleiben auch zukünftig steuerlich komplett außen vor. Erst für die Kursgewinne, die ab 2018 neu entstehen, gelten der Steuerabzug und der Freibetrag. Es besteht daher keine Veranlassung, Altfondsanteile aus steuerlichen Gründen vorzeitig zu veräußern. Im Gegenteil: Anleger bringen sich dann um ihren Freibetrag von 100.000 Euro pro Person.

Doch wie weiß der Fiskus, welcher Anteil von den Kursgewinnen auf Altanteile steuerpflichtig wird? Die depotführenden Stellen waren verpflichtet, zum Jahreswechsel 2017/2018 sämtliche Fondsanteile im Bestand fiktiv zu veräußern und dann zum 1.1.2018 ebenfalls fiktiv zum selben Anteilspreis wieder anzuschaffen. Diese Daten haben die depotführenden Institute für die Zukunft gespeichert. Daher können sie die Kursgewinne, die ab 2018 neu entstehen, von älteren Kurszuwächsen abgrenzen.

Wie bereits oben erwähnt: Wenn Sie in der Zukunft einen „Altanteil“ verkaufen, wird Ihre Bank erst einmal Abgeltungsteuer auf Ihre neuen Kursgewinne ab 2018 einbehalten. Um Ihren Freibetrag von 100.000 Euro zu nutzen, müssen Sie ihn in der Steuererklärung des Verkaufsjahres geltend machen und sich die bezahlte Steuer auf diesem Wege zurückholen. Die Finanzämter bewahren den Überblick über den bereits verbrauchten Freibetrag.
 

Die wichtigsten Regeln zur Investmentsteuerreform 2018 im Überblick Mehr Infos zu Fonds und Steuern in dieser Broschüre