Anleger-Newsletter Juni 2018

Sparen für Kinder: Was ist wichtig?

Sparen für Kinder: Was ist wichtig?

Ob Führerschein, Studium oder die erste eigene Wohnung: Junge Erwachsene haben viele Wünsche, und die kosten. Viele Eltern möchten daher frühzeitig für die Zukunft ihrer Kinder vorsorgen. Irgendwann taucht auch die Frage auf, unter welchem Namen das Konto eröffnet werden soll: im Namen des Kindes, oder im eigenen Namen?

Variante 1: Kinder mit einem eigenen Konto

Entscheiden sich Eltern dafür, ein Konto im Namen des Kindes zu eröffnen, gehören die Beträge rechtlich ausschließlich dem Kind. Diese Variante hat den Vorteil, dass Erträge von rund 9.800 Euro steuerfrei bleiben. Denn Kinder werden trotz Minderjährigkeit als vollwertige Steuerzahler eingestuft. So steht jedem Kind auch ein eigener Sparer-Pauschbetrag in Höhe von 801 Euro zu. Damit dieser berücksichtigt wird, stellen die Eltern von Minderjährigen einfach einen Freistellungsauftrag pro Kind und Konto. Liegen die Kapitalerträge des Kindes über dem Sparerpauschbetrag, ist eine Nichtveranlagungsbescheinigung sinnvoll. Damit wird sichergestellt, dass auch diese Erträge steuerfrei bleiben.


Der Nachteil bei dieser Variante ist: Besitzen junge Erwachsene zu Beginn eines Studiums mehr als 7.500 Euro, entfällt ihr Anspruch auf BAföG. Und auch bei der gesetzlichen Krankenversicherung spielt das angesparte Vermögen eine Rolle. Denn wenn das Gesamteinkommen des Kindes 435 Euro im Monat übersteigt, geht die kostenlose Mitversicherung verloren. Und zum Gesamteinkommen zählen nicht nur Gehaltszahlungen, sondern zum Beispiel auch Einnahmen aus Kapitalvermögen wie Fondserträge.


Der wichtigste Aspekt, über den man sich als Eltern im Klaren sein muss: Der Jugendliche besitzt ab dem 18. Lebensjahr das alleinige Verfügungsrecht über das Geld. Ab diesem Zeitpunkt können die Eltern nicht mehr kontrollieren, was mit der angesparten Summe passiert und ob das Geld wirklich für den geplanten Zweck, zum Beispiel das Studium, verwendet wird.

Variante 2: Sparen im eigenen Namen

Sparen Erwachsene im eigenen Namen für ein Kind, behalten sie die volle Kontrolle über das angesparte Vermögen. Zudem besteht bis zum Ausbildungsende keine Gefahr, die kostenlose Krankenversicherung zu verlieren. Die erzielten Erträge sind jedoch steuerpflichtig, sofern sie den jeweiligen Sparerpauschbetrag übersteigen. Besteht bei den Kapitalerträgen der Eltern noch ausreichend Spielraum bis zum Sparerpauschbetrag, bleiben auch die Erträge aus dem Sparplan, der für das Kind gedacht ist, steuerfrei.

Auch diese Variante hat Nachteile: Rechtlich gesehen gehört das Geld dem Kontoinhaber. Das kann zum Problem werden, wenn beispielsweise der Kontoinhaber stirbt oder zum Pflegefall wird.

Welche Variante ist empfehlenswert?

Eltern sollten bei beiden Varianten die Vor- und Nachteile abwägen und die persönlichen Verhältnisse dabei genau berücksichtigen.

Eine Faustregel, die immer greift: Je früher gespart wird, desto besser. Eine zeitgemäße Form der Geldanlage bietet das Fondssparen. Ein Sparplan ist schon ab 25 Euro im Monat möglich.

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