Anleger-Newsletter Mai 2018

30 Jahre DAX: Wie geht es weiter?

30 Jahre DAX: Wie geht es weiter?

Seit seiner Einführung am 1. Juli 1988 hat der Deutsche Aktienindex – kurz DAX – eine bewegte Geschichte hinter sich. Vom größten Einbruch am 16. Oktober 1989 (minus 12,81 Prozent) bis hin zum Knacken der 13.000er-Grenze auf den Tag genau 28 Jahre später gab es immer wieder Hochs und Tiefs. Doch weder politische Krisen noch das Platzen der Dotcom-Blase im März 2000 oder die Finanzkrise 2007 konnten dem DAX nachhaltig schaden. Auf lange Sicht ging es letztlich immer bergauf. In diesem Jahr feiert der Index seinen 30. Geburtstag. Wir haben für Sie die wichtigsten Ereignisse der Reise des DAX von damals bis heute zusammengestellt.

Rechnerischer Start: 30. Dezember 1987
Der DAX startet zwar erst am 1. Juli 1988 mit 1.163 Punkten, aber der Indexstand wird rückwirkend für den 30. Dezember 1987 auf 1.000 Punkte festgelegt.

Bestes Jahr der DAX-Geschichte: 31. Dezember 1997
Der Leitindex verzeichnet das beste Jahr seiner Geschichte und legt 1997 um 47,1 Prozent zu.

Höhepunkt der Dotcom-Blase: 7. März 2000
Die Welt erlebt den Höhepunkt der sogenannten Dotcom-Blase. Die Kursjagd als Folge der Euphorie über neue Technologien treibt den DAX auf 8.064,97 Punkte.

Tiefpunkt: 12. März 2003
Das Platzen der Dotcom-Blase und 9/11 haben den DAX tief nach unten gedrückt. Im Vergleich zum 7. März 2000 beträgt der Verlust 72,7 Prozent.

31 statt 30 DAX-Titel: 31. Januar 2005
Um Verzerrungen bei der DAX-Berechnung zu vermeiden, ist Lanxess (nach der Abspaltung von Bayer) kurzfristig das 31. DAX-Unternehmen. Schon am 1. Februar 2005 wird das Bayer-Gewicht neu berechnet und Lanxess wieder aus dem Index genommen. Ähnliches passiert später bei der Abspaltung von Osram (zuvor Siemens, 8. Juli 2013) und Uniper (E.ON, 12. September 2016).

Neuer Rekordstand: 13. Juli 2007
Kurz vor Beginn der weltweiten Finanzkrise erreicht der DAX ein neues Allzeithoch bei 8.151,57 Punkten.

VW notiert vierstellig: 28. Oktober 2008
Im Zuge der Übernahmeschlacht mit Porsche kostet die Volkswagen-Aktie zeitweise über 1.000 Euro. VW ist damit kurzzeitig das wertvollste Unternehmen der Welt.

Tiefpunkt nach der Finanzkrise: 6. März 2009
Nach der Finanzkrise erreicht der DAX einen neuerlichen Tiefpunkt. Seit dem 13. Juli 2007 hat der DAX 54,8 Prozent verloren.

Die EZB und ihr Versprechen: 26. Juli 2012
Die Anleiheankaufprogramme der großen Notenbanken treiben die Kurse. Der Höhepunkt: Mario Draghi, der Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB), verspricht auf einer Rede in London, die EZB tue alles, um den Euro zu retten.

Brexit-Referendum: 23. Juni 2016
Nachdem der DAX zwischenzeitlich wieder die 10.000-Punkte-Marke zurückerobert hatte, fällt die wichtige Grenze im Juni 2016 erneut. Grund: das überraschende Votum der Briten für einen Ausstieg Großbritanniens aus der Europäischen Union. An den beiden Handelstagen nach dem Referendum verliert das Börsenbarometer knapp zehn Prozent.

Neues Allzeithoch: 23. Januar 2018
Getrieben von weltweit guten Konjunkturdaten und steigenden Unternehmensgewinnen setzt der DAX eine neue Rekordmarke bei 13.559,60 Punkten.

Wendepunkt nach Rücksetzer: 26. März 2018
Ab Anfang Februar hat die Sorge um eine straffere Geldpolitik der US-Notenbank die Aktienmärkte fest im Griff. Der DAX verliert seit seinem Rekordstand innerhalb von zwei Monaten über 13 Prozent. Danach fängt sich der Leitindex aber wieder.

Wie geht es weiter?

Beim Blick in die Zukunft spricht vieles dafür, dass sich der DAX langfristig positiv entwickelt. Der Großteil der DAX-Konzerne ist gut aufgestellt, steht aber auch vor Herausforderungen. Finanzinstitute kämpfen mit dem anhaltenden Niedrigzinsumfeld, Automobilkonzerne werden von den Entwicklungen in der Elektromobilität und dem autonomen Fahren in Anspruch genommen. Die großen Versorger haben mit der Energiewende alle Hände voll zu tun. Es ist nicht auszuschließen, dass irgendwann auch einige dieser Konzerne aus dem Index fallen, die dort heute als selbstverständlich wahrgenommen werden. Doch egal welche Unternehmen im Börsenbarometer vertreten sind, eine Erfolgsgeschichte aus der Vergangenheit dürfte sich auch in Zukunft in ähnlicher Form fortsetzen: Wer als Anleger bei der DAX-Gründung investiert hat und am Ball geblieben ist, hatte in lediglich acht der 30 Jahre ein Minus auf dem Kurszettel. Und blickt man auf den gesamten Zeitraum, spricht die Verdreizehnfachung des Wertes ohnehin für sich. Den DAX als erfolgreichen und ertragreichen Aktienindex sollte es damit auch in Zukunft geben.