Anleger-Newsletter Oktober 2017

Fondsmanagement unter neuen Vorzeichen

Fondsmanagement unter neuen Vorzeichen

Vernetzte Geräte wie Smartphones, Navigationssysteme oder Staubsauger-Roboter sind schon jetzt fester Bestandteil unseres Alltags. In jeder Sekunde produzieren sie Milliarden neuer Daten und verändern unsere Welt. Und der Datenverkehr im Internet wird sich laut einer Studie des Netzwerkspezialisten Cisco bis zum Jahr 2021 sogar noch verdreifachen. Davon sind auch die Finanzmärkte betroffen. Doch wie lässt sich die Digitalisierung für das Fondsmanagement nutzen?

Union Investment hat dafür eine Datenoffensive gestartet und setzt auf das Motto „Smart Data statt Big Data“. Das bedeutet: aus den richtigen Daten die besten Erkenntnisse zu ziehen. Denn die Herausforderung besteht darin zu erkennen, welche Daten und welche Informationen überhaupt für die Anlageentscheidungen Mehrwert liefern. Nur weil vielfältige Daten zur Verfügung stehen, bedeutet das nämlich noch lange nicht, dass sie auch wirklich weiterhelfen.

Union Investment bedient sich hierbei unter anderem der Methode des Textmining. Damit lassen sich Meinungen und Stimmungen aus öffentlichen Nachrichten und sozialen Netzwerken auswerten. Die Fondsmanager können so beispielsweise frühzeitig erkennen, wenn die Meinung zu einem Unternehmen oder einem Land kippt. Denn das hat in der Folge möglicherweise Auswirkungen auf den Aktienkurs oder die Rendite von Staatsanleihen. Je früher die Fondsmanager diese Information haben, desto eher können sie sie bewerten und nutzen.

Aber wie funktioniert Textmining? Hierfür arbeitet Union Investment mit einem Datendienstleister zusammen, der pro Tag rund zwei Millionen Artikel aus Quellen wie Nachrichtenseiten, sozialen Netzwerken oder Blogs sammelt. Um diese Informationen auszuwerten, helfen Methoden der künstlichen Intelligenz. Ein Beispiel: Treten in den Analysen bestimmte Schlagwörter wie „Protest“, „Gewalt“ oder „Korruption“ in Verbindung mit einem Land gehäuft auf, schlägt das System Alarm.

Computeranalysen leisten also eine wichtige Vorarbeit für das Fondsmanagement. Doch erst das Zusammenspiel von Mensch und Computer macht es möglich, aus der vorhandenen Datenflut die besten Erkenntnisse für die Anlageentscheidungen zu gewinnen. „Den Unterschied machen qualifizierte Mitarbeiter mit Expertise, Erfahrung und Kreativität“, meint Dr. Thorsten Neumann, Leiter Quant & Risk Management bei Union Investment. Er vergleicht das gerne mit der Situation im Cockpit eines Flugzeugs. Dieses wird von Ingenieuren mit den bestmöglichen Instrumenten ausgestattet, bis hin zum Autopiloten. Das dürfen die Passagiere erwarten. Zugleich will aber kein Passagier auf den menschlichen Piloten verzichten. Denn es ist der Pilot, der dieses Instrumentarium beherrscht und es nutzt, um die richtigen Entscheidungen zu treffen.

Die kommenden Jahre werden zeigen, welchen Mehrwert Smart Data im Fondsmanagement stiften kann. „Entscheidend ist es, bei diesem richtungsweisenden Thema rechtzeitig auf dem Weg zu sein“, ergänzt Neumann. Union Investment ist früh gestartet.