Marktrückblick und -ausblick

Marktticker

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Marktrückblick und -ausblick 41. Kalenderwoche

Liebe Leserinnen und Leser, zu Wochenbeginn setzte sich der Trend der Vorwoche zunächst noch fort, bei dem sowohl Aktien als auch Renten unter Druck gerieten. Viele Anleger zeigten sich weiter besorgt über die rasant steigenden Preise. Das Thema Inflation ist dabei längst zu einem globalen Problem geworden. In den USA betrug die Teuerungsrate im September im Jahresvergleich 5,4 Prozent und lag damit den fünften Monat in Folge bei mindestens fünf Prozent. Die Ursachen für den Preisanstieg sind inzwischen vielfältig. Neben den Energiekosten ziehen auch Mieten und die Lebensmittelpreise merklich an. In China erreichten die Erzeugerpreise mit einem Zuwachs von 10,7 Prozent sogar ein 26-Jahreshoch. Aufgrund der zuletzt eher schwachen chinesischen Konjunkturdaten werden die Preissteigerungen bislang noch nicht an den Verbraucher weitergegeben. Zusammen mit sinkenden Lebensmittelpreisen stiegen die Verbraucherpreise in China daher nur um 0,7 Prozent an. Doch auch in Lateinamerika, etwa in Peru, kommt zunehmend Inflationsdruck auf. Aktionäre fürchteten daher einen Mix aus schwachem Wachstum bei zugleich steigenden Preisen. Renteninvestoren wiederum sahen sich möglichen Zinserhöhungen der Notenbanken gegenüber. Auch wenn es an der Datenfront keine Trendwende gab, so wechselte zur Wochenmitte doch der Blickwinkel. Die Marktteilnehmer begannen sich zu fragen, ob die Notenbanken angesichts der zuletzt schwächeren Wirtschaftsdaten perspektivisch überhaupt größere Zinserhöhungen vornehmen könnten. Darüber hinaus betonten die Zentralbanker, dass der Teuerungsdruck deutlich nachlassen würde, sobald sich die Lieferproblematik auflösen würde. Hoffnung auf eine Trendwende machten in diesem Zusammenhang die leicht fallenden Preise für Container. Prompt änderte sich die Interpretation der Marktteilnehmer und es kam zu einer deutlichen Erholungsbewegung.
15.10.2021 | 21 KB | HTML

Marktrückblick und -ausblick 40. Kalenderwoche

Liebe Leserinnen und Leser, ein heftiger Sprung des Gaspreises verunsicherte in der Berichtswoche die Märkte. Damit einhergehend stiegen auch die Rohöl-Notierungen weiter an. Die OPEC plus hatte entgegen mancher Erwartung nicht die Ölförderung stärker ausgeweitet. Dementsprechend beherrschten weiterhin Inflationssorgen das Geschehen. Aus Russland kommende Signale bezüglich einer Entspannung in der Gas-Thematik sorgten dann für eine Beruhigung an den Märkten, in dessen Zuge die Gas-Notierung auch wieder deutlich zurückkam. Die Entwicklung an den Rentenmärkten war von weiter ansteigenden Renditen geprägt. Die Aktienbörsen konnten sich nach schwächerem Auftakt zum Ende der Woche hin erholen. Mit Ausnahme von Japan lagen bis Freitagmittag alle großen Märkte im Plus.
08.10.2021 | 21 KB | HTML

Marktrückblick und -ausblick 39. Kalenderwoche

Liebe Leserinnen und Leser, in den vergangenen Handelstagen agierten viele Marktteilnehmer wieder etwas vorsichtiger. Zu den schon seit einiger Zeit bestehenden Problemen mit den globalen Lieferketten, einer hohen Inflation und den Plänen der großen Notenbanken, ihre Geldpolitik zukünftig weniger expansiv auszurichten, gesellten sich nun weitere die Märkte belastende Nachrichten. So gab es neue Hiobsbotschaften aus China. Darüber hinaus ist in den USA ein „Unfall“ bei der Anhebung der Schuldenobergrenze nicht gänzlich auszuschließen. Aktien gaben daher in der Berichtswoche spürbar nach.
01.10.2021 | 21 KB | HTML

Marktrückblick und -ausblick 38. Kalenderwoche

Liebe Leserinnen und Leser, es war die Woche der Währungshüter. Gleich 13 Zentralbanken tagten in den letzten Handelstagen. Das Hauptaugenmerk der Marktteilnehmer lag dabei auf der US-Notenbank Fed. Diese machte deutlich, bald mit einer Reduzierung ihrer Anleihekäufe beginnen zu wollen. Seit Dezember letzten Jahres habe die Wirtschaft deutliche Fortschritte gemacht. Wenn sich diese Entwicklung im Großen und Ganzen wie erwartet weiter fortsetzt, betrachtet es das Gremium als angebracht, das Tempo der Anleihekäufe bald zu reduzieren. Bei der Pressekonferenz wurde Powell noch deutlicher: Die Reduktion der Anleihekäufe könne bereits im November beginnen. Zur möglichen Dauer des Taperings äußerte er sich nicht: Die Anleihekäufe könnten Mitte des Jahres 2022 enden. Selbstredend betonte er aber auch, dass weder über den genauen Zeitpunkt des Beginns noch zur genauen Dauer bereits Entscheidungen getroffen worden seien. Ein Start noch in diesem Jahr würde der Fed die Möglichkeit einräumen, einen ersten Zinsschritt noch 2022 zu beschließen – falls es insbesondere die weitere Inflationsentwicklung erforderlich machen sollte. Powell erteilte Gedanken an einen möglichen Zinsschritt noch vor dem Tapering-Ende eine Absage. Damit versuchte er die Befürchtung zu zerstreuen, dass mit dem nun absehbaren Beginn des Taperings auch zwangsläufig der Beginn des Zinserhöhungszyklus naht.
24.09.2021 | 22 KB | HTML

Marktrückblick und -ausblick 37. Kalenderwoche

Liebe Leserinnen und Leser, der drohende Zahlungsausfall des chinesischen Immobilienentwicklers Evergrande machte Marktteilnehmer nervös. Der Hang Seng-Index verlor in dieser Woche 4,9 Prozent, angeführt wurde der Verlustreigen von den nach Verkäufen größten Immobilienentwicklern Country Garden Holding (-17,7 Prozent) und Sunac China Holdings (-22,5 Prozent). Der jüngste Verkaufsreigen setzte ein, nachdem Evergrande am Donnerstag die vorübergehende Aussetzung des Handels mit Anleihen seiner größten Sparte Hengda Real Estate beantragt hatte. Zuvor hatte die Ratingagentur China Chengxin International die Anleihen von Hengda auf herabgestuft. Auch in den Tagen zuvor wurde der Handel mit den Titeln aufgrund der hohen Schwankungen immer wieder ausgesetzt. Bereits im Juni geriet Evergrande mit Zinszahlungen für Anleihen in Verzug. Getrieben wurden die Verkäufe von der Angst um einen ungeregelten Zahlungsausfall von Evergrande. Dieser hätte nicht nur massive Auswirkungen auf die betroffenen Banken sowie auf andere Bauträger, sondern auf den gesamten chinesischen Kreditmarkt. Die chinesische Regulierung arbeitet bereits an einem geregelten Zahlungsausfall, der zwar für institutionelle Anleger hart ausfallen dürfte. Denkbar wäre aber auch beispielsweise ein geringer Abschlag für Privatanleger und die Übernahme einzelner Assets und Immobilienprojekte durch Staatsunternehmen, was die Privatanleger beruhigen sollte. Doch selbst im Fall einer Insolvenz sollte ein Überschwappen der Risiken in andere Bereiche des chinesischen Marktes begrenzt bleiben. Ein internationaler „Lehman-Moment“ ist ebenfalls nicht zu befürchten: Die Probleme von Evergrande beschränken sich auf den chinesischen Markt, da das Unternehmen nicht stark global verflochten ist.
17.09.2021 | 22 KB | HTML