MarktTicker 2. Kalenderwoche

Wöchentliche Information zu den Kapitalmärkten für den Zeitraum vom 06. bis 10. Januar 2020

    Was diese Woche wichtig war: Irak/Iran/USA - Rasche Deeskalation der Lage

Aktienbörsen legen 2019 deutlich zu

Die Entwicklung in den ersten Handelstagen des neuen Jahres hatte so wohl niemand auf dem Schirm. Aber der Reihe nach: Zunächst beendeten Dow Jones, DAX&Co. ein sehr positives Aktienjahr. In den USA gewann der marktbreite S&P500-Index 2019 knapp 29 Prozent, der Dow Jones Industrial Average legte um rund 22 Prozent zu. Im Euroraum stieg der EURO STOXX 50-Index um knapp 25 Prozent, der für Europa repräsentative STOXX Europe 600 um 23 Prozent an. Das deutsche Aktienbarometer DAX 30 gewann rund 25 Prozent hinzu.

Auch Rentenpapiere mit ansehnlichen Kursgewinnen

Am Rentenmarkt war die Jahresentwicklung ebenfalls sehr erfreulich. Die Renditeentwicklung an den Kernmärkten war – unter Mithilfe der Zentralbanken – nach unten gerichtet. In der zweiten Jahreshälfte war zwar eine Gegenbewegung auszumachen, dennoch verblieben auf der Rentenseite ansehnliche Gewinne. Der Euro-Staatsanleihemarkt (iBoxx € Sovereigns) gewann 6,7 Prozent hinzu. US-Staatsanleihen (JP Morgan Global Bond US-Index) erzielten im Jahresverlauf ein Plus von 7,1 Prozent. In der Euro-Peripherie war mit griechischen Rentenpapieren am meisten zu verdienen, der Zugewinn lag bei rund 30 Prozent. Risikopapiere wie Unternehmensanleihen waren ebenfalls im Niedrigzinsumfeld gesucht und konnten auf Gesamtmarktebene (ICE BofA Merrill Lynch Euro Corp.- Index/ER00) um 6,3 Prozent zulegen. Staatsanleihen aus den Schwellenländern legten gemäß repräsentativem JP Morgan EMBI Global Diversified-Index im Jahresverlauf sogar 15 Prozent hinzu. Einen starken Schub gab es dort nochmal zum Jahresende, bei dem die Risikoprämien (Spreads) gegenüber US-Treasuries unter die vielbeachtete Marke von 300 Basispunkten fielen.

Schock zum Jahresstart wieder schnell verflogen

Mit dem Start ins neue Jahr ergriff zunächst eine Schockwelle den Markt. Der US-Angriff im Irak führte am Markt zu einer typischen Reaktion: Sichere Staatsanleihen (Bundespapiere und US-Schatzanweisungen) waren gesucht, Aktien und risikoreichere Rentenpapiere wurden gemieden, der Ölpreis schoss in die Höhe. Als sich eine Beruhigung abzeichnete und in beiden Lagern die Bemühung um eine rasche Deeskalation der Lage ersichtlich wurde, gingen die Märkte schnell zur Tagesordnung über. Die Anleger zeigten sich schnell wieder risikobereit, in den einzelnen Marktsegmenten setzten entsprechende Gegenbewegungen ein. Zumal zum Jahresauftakt viel Liquidität zur Anlage bereitgehalten wurde. Traditionell prägt zum Jahresbeginn ein hohes Neuemissionsvolumen das Marktgeschehen, was auch in den vergangenen Handelstagen deutlich zum Tragen kam.

Konjunktur im Euroraum stabilisiert, aber ohne Dynamik nach oben

Mit Blick auf die Konjunkturentwicklung kann aus den zuletzt veröffentlichten Daten folgender Schluss gezogen werden: Im Euroraum trägt der private Konsum die Konjunktur, der Dienstleistungssektor hält die Wirtschaft am Laufen. Der Industriebereich zeigt sich hingegen unvermindert schwach. Die Indikatoren wie etwa die Einkaufsmanagerindizes und weitere deuten darauf hin, dass wir eine Stabilisierung durchlaufen, ober ohne größere Dynamik nach oben. Die deutsche Industrieproduktion zeigte sich enttäuschend. Diese hatte im November mit plus 1,1 Prozent zwar deutlich zugelegt, befindet sich aber weiter im Abwärtstrend. Zudem fielen die deutschen Auftragseingänge – ebenfalls im November – gegen den Vormonat deutlich um 1,3 Prozent. Das globale Handelsmomentum kann zudem derzeit als eher schwach umrissen werden

    Aktien: Weiter aufwärts

US-Aktienbörsen mit Rekordstand

Die Entspannung in Nahost gab den Aktienbörsen im Wochenverlauf einen deutlichen Schub. Der MSCI World gewann 0,7 Prozent hinzu. In den USA erzielten sowohl Dow Jones Industrial Average und S&P 500-Index als auch der Technologieindex Nasdaq-Composite neue Höchststände. Im Euroraum verharrte der marktbreite STOXX Europe 600 unter leichten Zugewinnen (plus 0,4 Prozent) an der Marke von 420 Punkten. Branchenseitig konnten in Europa vor allem Technologieaktien (plus 2,3 Prozent), Automobile (plus 1,7 Prozent) sowie Gesundheitswerte (plus 1,5 Prozent) am meisten zulegen. Basisstoffe (minus 1,2 Prozent) und Immobilienwerte (minus 1,5 Prozent) bildeten die Schlusslichter in der ersten kompletten Handelswoche.

DAX scheitert knapp an altem Höchststand

Am deutschen Aktienmarkt näherte sich am Freitag der DAX 30 seinem alten Hoch bei 13.597 Punkten aus dem Januar 2018 an. Mit 13.548 lag dieser nur noch 49 Punkte von seinem Allzeithoch entfernt, konnte aber nicht den US-Pendants folgen und erreichte bislang keine neue Rekordmarkte. Mit Blick auf die Einzelwerte lagen die Aktien der Deutschen Bank, Adidas, Merck KGaA, RWE sowie Infineon mit jeweils rund 5,5 Prozent an Kursplus vorne. Wirecard (minus 1,9 Prozent) und BASF (minus 1,6 Prozent) waren die Schlusslichter und den deutschen Top-30 Aktientiteln.

    Renten: Neuemissionswelle zum Jahresauftakt

Deutlich Kehrwende bei der Renditeentwicklung

Nach dem durch den Iran-Konflikt zu Jahresbeginn bedingten scharfen Renditerückgang stieg die Verzinsung an den Staatsanleihemärkten im Verlauf der Berichtswoche wieder an. In den USA und in Deutschland erhöhten sich die Zehnjahresrenditen jeweils um einige Basispunkte. Letztlich gab der Euro-Staatsanleihemarkt per Donnerstagabend (iBoxx € Sovereign) gegenüber dem Vorwochenschluss um 0,4 Prozent nach.

Neuer Rekord bei den Neuemissionen

Im Blickpunkt stand aber der Primärmarkt. Traditionell werden zu Jahresbeginn viele Neuemission platziert. Dies war auch in der ersten Handelswoche der Fall, dabei wurden Rekorde aufgestellt. Am Mittwoch kamen mit neuen Euro-Staats- und Unternehmensanleihen im Gegenwert von mehr als 32 Milliarden Euro so viele Neuemissionen wie noch nie an einem Tag an den Markt. Die für Montag bis einschließlich Donnerstagabend publizierten Berechnungen für das emittierte Gesamtvolumen schwanken je nach Einbeziehung der Anleiheklassen zwischen 76 und 88 Milliarden Euro. Auf jeden Fall wurden damit die Bestmarken aus dem vergangenen Jahr deutlich übertroffen. Der Anlagebedarf ist hoch, trotz des umfangreichen Volumens konnten alle neuen Papiere problemlos am Markt platziert werden. Dies vor dem Hintergrund der unsicheren politischen Lage.

    Ausblick auf die kommende Woche

Mit Blick auf die anstehenden Veröffentlichungen stehen zahlreiche Konjunkturdaten aus den USA auf der Agenda. Einzelhandelsumsätze, Industrieproduktion und Daten zum Wohnungsmarkt geben Auskunft über die aktuelle Lage. Bei den Einzelhandelsumsätzen erwartet der Konsens ein leichtes Plus, was teils auf gestiegene Benzinpreise zurückzuführen ist. Am US-Wohnungsmarkt wird zudem weiterhin - nicht zuletzt aufgrund der rückläufigen Hypothekenzinsen - mit einem anhaltend hohen Level bei den Baubeginnen und Genehmigungen gerechnet. Deutlich rückläufig wird die Industrieproduktion für Dezember erwartet. Das milde Wetter sorgte für eine rückläufige Energieerzeugung. Die US-Verbraucherpreise werden nahezu unverändert gesehen.

Dann ist für den 15. Januar die Unterzeichnung des Phase I-Abkommens im Handelskonflikt vorgesehen. Der Großteil der Zölle bleibt aber weiter bestehen. Mit der Unterzeichnung verbindet sich aber die Hoffnung auf weitere Verhandlungen und eine Fortsetzung der Entspannung.

Außerdem beginnt in der kommenden Woche die Berichtssaison zum 4. Quartal beziehungsweise mit den Jahresergebnissen für 2019. Im Blickpunkt stehen dabei zum Auftakt neben anderen Unternehmen die großen US-Banken wie Citigroup, JP Morgan Chase, Wells Fargo, Goldman Sachs, Bank of America und Morgan Stanley.

Ihr Portfoliomanagement

Union Investment Privatkunden

Disclaimer

Die Inhalte in diesem Dokument wurden von der Union Investment Privatfonds GmbH nach bestem Urteilsvermögen erstellt und herausgegeben. Eigene Darstellungen und Erläuterungen beruhen auf der jeweiligen Einschätzung des Verfassers zum Zeitpunkt ihrer Erstellung, auch im Hinblick auf die gegenwärtige Rechts- und Steuerlage, die sich jederzeit ohne vorherige Ankündigung ändern kann.

Als Grundlage dienen Informationen aus eigenen oder öffentlich zugänglichen Quellen, die für zuverlässig gehalten werden. Für deren Aktualität, Richtigkeit und Vollständigkeit steht der jeweilige Verfasser jedoch nicht ein. Alle Index- bzw. Produktbezeichnungen anderer Unternehmen als Union Investment werden lediglich beispielhaft genannt und können urheber- und markenrechtlich geschützte Produkte und Marken dieser Unternehmen sein.

Alle Inhalte dieses Dokuments dienen ausschließlich Informationszwecken. Sie dürfen daher weder ganz noch teilweise verändert oder zusammengefasst werden. Sie stellen keine individuelle Anlageempfehlung dar und ersetzen weder die individuelle Anlageberatung durch die Bank noch die individuelle, qualifizierte Steuerberatung. Für die Eignung von Empfehlungen zu Fondsanteilen oder Einzeltiteln für bestimmte Kunden oder Kundengruppen übernimmt Union Investment daher keine Haftung.

Dieses Dokument wurde mit Sorgfalt entworfen und hergestellt, dennoch übernimmt Union Investment keine Gewähr für die Aktualität, Richtigkeit und Vollständigkeit. Es wird keinerlei Haftung für Nachteile, die direkt oder indirekt aus der Verteilung, der Verwendung oder Veränderung und Zusammenfassung dieses Dokuments oder seinen Inhalt entstehen, übernommen.

Stand aller Informationen, Darstellungen und Erläuterungen: 10. Januar 2020, soweit nicht anders angegeben.

Ihre Kontaktmöglichkeiten

Union Investment Service Bank AG, Weißfrauenstraße 7, 60311 Frankfurt am Main

Telefon 069 58998-6060, Telefax 069 58998-9000, www.union-investment.de