Marktberichte September 2020

Aktien: Gewinnmitnahmen im Technologiesektor

Renten: Anleihen aus der Euro-Peripherie gefragt

Aktienmärkte: An den US-Märkten bestimmten Gewinnmitnahmen im Technologiesektor das Geschehen. Dort stand seit Jahresbeginn eine - trotz Corona - beeindruckende Wertentwicklung zu Buche. In Europa sorgten sowohl Corona als auch die Verzögerung beim EU-Wiederaufbaufonds für etwas Verstimmung. Insgesamt gingen die Börsen mit Kursabschlägen aus dem Handelsmonat.

Rentenmärkte: US-Staatsanleihen handelten mangels neuer Impulse in recht engen Spannen. Insgesamt verzeichnete der Markt leichte Kursgewinne. Im Euroraum waren Anleihen aus der Peripherie, vor allem aus Italien, gefragt. Der Gesamtmarkt (iBoxx Euro Sovereigns-Index) erzielte ein Plus von 1,4 Prozent.

Europa

Gedämpfte Stimmung an Europas Börsen

Auch im September standen die europäischen Börsen unter dem Zeichen steigender Covid-19-Infektionen. Dies sorgte weiterhin für Unsicherheit, auch wenn zahlreiche Konjunkturdaten auf weiteres Wachstum im Euroraum hindeuteten. Dennoch nimmt die Dynamik der Erholung etwas ab. Der EURO STOXX 50-Index schloss mit 2,4 Prozent im Minus, der marktbreite STOXX Europe 600-Index beendete den Monat mit einem Minus von 1,5 Prozent.

Sowohl die geldpolitische als auch die fiskalpolitische Seite sorgten in diesem Monat für keine Überraschungen und bewegten deshalb den Markt nur wenig. Die Europäische Zentralbank blieb gestützt von jüngsten Konjunkturdaten bei der Einschätzung, dass sich die Wirtschaftsaktivität im dritten Quartal weiter erholt, während der Ausblick weiterhin mit hoher Unsicherheit behaftet ist. Dieses Bild unterstrichen etwa die vielbeachteten Einkaufsmanagerindizes für den Euroraum: Während die Umfragewerte im Dienstleistungssektor wieder unter die Wachstumsschwelle von 50 Zählern fielen, setzte sich im Verarbeitenden Gewerbe der Aufschwung fort. Angesichts der anhaltenden Unsicherheit aufgrund der steigenden Covid-19-Infektionen hielten sich auch die Konsumenten zurück. Weiterhin stellte in puncto Fiskalpolitik die französische Regierung zu Beginn des Monats ihr Konjunkturpaket vor, das wie das deutsche Paket im Vergleich zur Wirtschaftsgröße rund vier Prozent des jeweiligen Bruttoinlandsproduktes ausmacht. Dies war vom Markt so erwartet worden.

Darüber hinaus sorgte gegen Ende des Berichtszeitraumes die weiterhin ausstehende Zustimmung des Europaparlaments zum im Juli beschlossenen Wiederaufbaufonds der Europäischen Union für einen Dämpfer. Die EU-Mitglieder konnten sich bislang nicht auf eine Koppelung von Rechtsstaatlichkeit an Auszahlungen durch die EU einigen. Es könnte zu einer weiteren Verzögerung bis weit ins nächste Jahr kommen.

Nach wie vor gilt also: Die Marktteilnehmer bleiben angesichts der weiterhin steigenden Corona-Fallzahlen vorsichtig, trotz der Konjunkturerholung.

Deutschland

Marktteilnehmer in Deutschland verunsichert

Die deutschen Aktienmärkte schlossen im September im Minus. Der DAX 30-Index, der die größten börsennotierten deutschen Unternehmen umfasst, verzeichnete einen Verlust von 1,4 Prozent. Firmen mit einer mittleren Marktkapitalisierung verloren gemessen am MDAX-Index 1,6 Prozent, Nebenwerte im SDAX-Index gaben 0,9 Prozent ab.

Sowohl die geld- als auch die fiskalpolitische Seite sorgten zuletzt für keine Überraschungen. Die Europäische Zentralbank blieb - gestützt von den jüngsten Konjunkturdaten - bei der Einschätzung, dass sich die Wirtschaftsaktivität im dritten Quartal weiter erholt hat, während der Ausblick nach wie vor mit hoher Unsicherheit behaftet ist. Allerdings belasteten die erneut merklich steigenden Corona-Neuinfektionen die Kurse. Zudem verunsicherte die noch ausstehende Zustimmung des Europaparlaments zu dem im Juli beschlossenen Wiederaufbaufonds der Europäischen Union den Markt. Die EU-Mitglieder konnten sich bislang nicht auf eine Koppelung von Rechtsstaatlichkeit an Auszahlungen durch die EU einigen. Es könnte zu einer weiteren Verzögerung bis weit ins nächste Jahr kommen.

Auf Unternehmensseite erlitt die Bayer-Aktie im September einen starken Kurseinbruch. Der Konzern gab eine Gewinnwarnung heraus, insbesondere im Agrogeschäft werden die Folgen der Covid-Pandemie deutlich zu spüren sein und das Geschäft von Bayer schwerer belasten als angenommen. Ein weiteres Sparprogramm wird im Konzern eingeleitet. Positive Nachrichten kamen hingegen von Biontech. Das Biopharma-Unternehmen zeigte sich jüngst optimistisch, was den Forschungserfolg an einem Corona-Impfstoff angeht. Damit ein Impfstoff später in großen Mengen hergestellt werden kann, erweiterte Biontech seine Kapazitäten mit dem Kauf eines Marburger Werks des Schweizer Pharma-Konzerns Novartis. Anleger honorierten die Nachrichten mit einem deutlichen Kursaufschlag.

Das Coronavirus wird den Beginn der 2020er Jahre an den Kapitalmärkten entscheidend prägen. Nach dem scharfen Konjunktureinbruch sollte ab Mitte 2021 eine nachhaltige Erholung einsetzen. Die globale Liquiditätsflut und die niedrigen Zinsen unterstützen weiterhin Risikoanlagen.

Osteuropa

Steigende Corona-Zahlen belasten osteuropäische Aktien

Die Aktienmärkte in Osteuropa haben im September Kursverluste erlitten. Der MSCI EM Eastern Europe-Index verlor 4,1 Prozent. Die sich etwas abschwächende konjunkturelle Erholung sowie teilweise deutlich steigende Corona-Neuinfektionszahlen, verbunden mit neuen behördlichen Einschränkungen, drückten auf die Anlegerstimmung.

Der russische Aktienmarkt tendierte leicht schwächer und gab auf Lokalwährungsbasis 2,0 Prozent nach. Russland hat im September die Ölproduktion etwas hochgefahren. Die Öl- und Gasexporte des Landes sind wichtige Einnahmequellen für den Staatshaushalt. Der Russische Rubel geriet im Berichtsmonat unter Abgabedruck, obwohl die russische Zentralbank die Verkäufe ausländischer Devisenreserven erhöht hat und weitere Verkäufe in Aussicht stellte. Die Schwäche war auf Sorgen vor möglichen neuen Sanktionen gegen Moskau zurückzuführen. Hintergrund ist die Vergiftung des russischen Oppositionspolitikers Alexej Nawalny, der nach Deutschland ausgeflogen wurde und in der Berliner Charité behandelt wurde. Laut der deutschen Bundesregierung wurde Nawalny mit dem in der früheren Sowjetunion entwickelten Kampfstoff Nowitschok vergiftet.

In Budapest fiel der BUX-Index überproportional um 5,5 Prozent auf Lokalwährungsbasis. Die ungarische Notenbank hob im September überraschend die Zinsen auf die Ein-Wochen-Einlagen um 15 Basispunkte. Dies nach dem Anstieg der Inflation auf ein Sechs-Monats-Hoch. Sie schloss eine weitere Zinsanhebung nicht aus.

Der polnische Aktienmarkt rutschte, gemessen am WGI-Index, auf Lokalwährungsbasis um 4,3 Prozent ab. Ein Mitglied des geldpolitischen Rats der polnischen Zentralbank, Eugeniusz Gatnar, erklärte, dass die nahe Null befindlichen Zinsen bereits unerwünschte Nebeneffekte mit sich bringen würden. Die Inflation in Polen ist vergleichsweise hoch und liegt leicht über dem Notenbankziel. Die hohe Inflation in Schwellenländern sei ein Zeichen, dass ultraniedrige Zinsen die Wirtschaft schaden könnten, sagte Gatnar.

Für die osteuropäischen Börsen dürften das Tempo der Konjunkturerholung, die Entwicklung der Corona-Pandemie sowie geopolitische Spannungen maßgebend bleiben.

USA

US-Börsen verzeichnen Verluste

Die US-amerikanischen Aktienmärkte haben im September ihre Gewinnserie unterbrochen und Kursabschläge verzeichnet. Der Dow Jones Industrial Average schloss unter dem Strich 2,3 Prozent tiefer, der marktbreite S&P 500-Index fiel um 3,9 Prozent. Der Technologieindex Nasdaq Composite gab 5,2 Prozent ab. Vergleichsweis gut hielten sich Unternehmen aus den Sektoren Grundstoffe und Versorger, IT-Aktien und Energiewerte blieben dagegen hinter dem Gesamtmarkt zurück.

Ausgangspunkt des Abverkaufs war eine Schwäche des Technologiesektors zu Beginn des Berichtsmonats. Offenbar wollten Investoren Anfang September in den stark gelaufenen Tech-Aktien Gewinne mitnehmen. Dementsprechend beschlossen Apple, Facebook und die Google-Mutter Alphabet den Monat mit je zehn Prozent im Minus. Seit Jahresbeginn stehen aber immer noch beeindruckende Wertentwicklungen zu Buche. Apple-Aktien kletterten seit Anfang Januar um gut 80 Prozent, bei Facebook und Alphabet liegt das Plus bei 57 beziehungsweise 26 Prozent.

Für weitere Belastungen sorgte die Unsicherheit im Zusammenhang mit staatlichen Stimulusmaßnahmen in den USA. Seit Wochen streiten Republikaner und Demokraten über ein weiteres Konjunkturpaket für die US-Wirtschaft. Knackpunkt sind sowohl Umfang als auch Inhalt. Je näher der Wahltermin rückt, desto unwahrscheinlicher wird eine Einigung. Gegen Ende der Berichtsperiode zeichnete sich ab, dass eine Einigung vor der Wahl zunehmend unrealistisch wird, die Maßnahmen wurden am Markt ausgepreist.

Die weltweite Konjunktur bleibt auf einem moderaten Erholungspfad, das geldpolitische Umfeld stark unterstützend. In der Folge lässt die geringe oder gar negative Realverzinsung sicherer Anleihen immer größere Anlagegelder in alternative Kanäle wie etwa Aktien fließen. Für die US-Börsen dürfte überdies die Entwicklung der Corona-Neuinfektionszahlen und das Tempo der wirtschaftlichen Erholung ausschlaggebend sein. Ein potenzieller Unsicherheitsfaktor besteht in der US-Präsidentschaftswahl im November.

Fernost

Schwächere Tendenz an Asiens Börsen

Eine Reihe von Faktoren belasteten das Geschehen an den asiatischen Aktienmärkten im September. Auf die Stimmung drückten eine Verkaufswelle in US-Technologieaktien, die auch asiatische Technologietitel erfasste, sowie die schwindende Aussicht auf die Verabschiedung eines neuen Konjunkturpakets in den USA. Hinzu kamen wieder steigende Corona-Neuinfektionszahlen in westlichen Ländern, was sich negativ auf exportlastige Aktien auswirkte. Der MSCI Far East Ex Japan-Index gab auf Lokalwährungsbasis 2,3 Prozent nach. Darin spiegelten sich auch leicht veränderte Anlegerpräferenzen: Die Mittelzuflüsse ausländischer Investoren in Aktien aus dieser Region hatten im dritten Quartal ein Niveau wie vor der Corona-Krise erreicht. Das Momentum hatte sich seit Mitte August aber abgeschwächt. Dementsprechend entwickelten sich die asiatischen Märkte weitgehend im Einklang mit den Schwellenländer-Märkten aus anderen Weltregionen.

In Schanghai rutschte der Composite-Index um 5,2 Prozent ab. Dazu beigetragen haben Berichte, wonach die Regierung weniger Mittel in neue Konjunkturstimuli investieren will als erwartet und stattdessen ein größeres Augenmerk auf die Verschuldungslage legt. Die chinesische Konjunktur, die im ersten und zweiten Quartal heftig von der Corona-Pandemie getroffen wurde, hat als einzige der großen Volkswirtschaften eine V-förmige Erholung hingelegt. Damit sinkt die Notwendigkeit neuer Stimuli. Entsprechend notierte auch die chinesische Währung fester. Allerdings lag der Konsum immer noch etwas unter den vor der Pandemie erreichten Werten. Ein Risikofaktor bleibt auch eine neue Eskalation des Handelskonflikts mit den USA im Umfeld des US-Präsidentschaftswahlkampfs. China machte bislang erst geringe Fortschritte bei den in einem Teilabkommen vereinbarten Käufen von US-Gütern.

Die weltweite Konjunktur bleibt auf einem moderaten Erholungspfad, das geldpolitische Umfeld stark unterstützend. Solange die Corona-Pandemie beherrschbar bleibt und sich geopolitische Spannungen nicht verschärfen, dürften die asiatischen Aktienmärkte Aufwärtspotenzial haben.

Japan

Geringe Veränderungen an Japans Aktienmarkt

Der japanische Aktienmarkt trat im September per saldo weitgehend auf der Stelle. Gemessen am Nikkei 225-Index stieg er um 0,2 Prozent, während der marktbreite Topix-Index um knapp 0,5 Prozent zulegte. Zwischenzeitlich hatten die beiden Indizes den höchsten Stand seit Februar erreicht. Damit liegen sie aber immer noch weit unter ihren in den Neunzigerjahren erreichten Höchstständen.

Ganz anders sieht das Bild jedoch beim Nikkei 500-Index aus, der vornehmlich auf den Heimatmarkt fokussierte Unternehmen enthält. Dieser Index erreichte Ende September ein Rekordhoch. Im Nikkei 500-Index sind beliebte Unternehmen wie Nintendo, Murata oder Keyence enthalten. Der Nikkei 500-Index wird von Marktbeobachtern deshalb auch als das besseres Abbild der japanischen Wirtschaft betrachtet als der eher aus exportorientierten Unternehmen zusammengesetzte Nikkei 225-Index.

Unterstützung erhielt die Börse in Tokio im Berichtsmonat durch rückläufige Corona-Neuinfektionszahlen in Japan. Dies verlieh vor allem zyklischeren Aktien Auftrieb. Darüber hinaus gab es vorsichtige Anzeichen einer konjunkturellen Stabilisierung. Zwar signalisierte der Composite-Einkaufsmanagerindex (PMI) für Japan weiterhin eine schrumpfende Wirtschaftsaktivität. Allerdings hat sich die Lage am Arbeitsmarkt stabilisiert. Auch kletterte das Geschäftsvertrauen auf den höchsten Stand seit acht Monaten. Im Industriesektor stieg die Zuversicht der Unternehmen sogar auf den höchsten Stand seit gut zwei Jahren.

Auf der politischen Seite warf der Übergang von Premierminister Shinzo Abe zu seinem Nachfolger Yoshihide Suga keine hohen Wellen. Er dürfte kaum einen Kurswechsel in der Wirtschaftspolitik des Landes einläuten, meinen Marktbeobachter. Auch die japanische Zentralbank sollte weiter an ihrer extrem lockere Geldpolitik festhalten, weil die Inflation in Japan nach wie vor weit unter dem Notenbankziel liegt.

Die weitere Kursentwicklung am japanischen Aktienmarkt dürfte von der expansiven Geldpolitik sowie dem Tempo der konjunkturellen Erholung und der geopolitischen Entwicklung abhängen.

Weltweit

Globale Aktienmärkte mit Rücksetzer

Die globalen Aktienmärkte mussten im September einen Dämpfer hinnehmen. Der MSCI Welt-Index verzeichnete in lokaler Währung ein Minus von 3,0 Prozent.

In den USA schloss der Dow Jones Industrial Average unter dem Strich 2,3 Prozent tiefer, der marktbreite S&P 500-Index fiel um 3,9 Prozent. Der Technologie-Index Nasdaq Composite gab 5,2 Prozent ab. Vergleichsweise gut hielten sich Unternehmen aus den Sektoren Grundstoffe und Versorger, IT-Aktien und Energiewerte blieben dagegen hinter dem Gesamtmarkt zurück. Ausgelöst wurde die Schwäche durch einsetzende Gewinnmitnahmen im Technologiesektor zum Monatsbeginn. Hinzu kam die Unsicherheit, ob ein weiteres Konjunkturpaket aufgelegt werden würde, was zum Monatsende hin als zunehmend unwahrscheinlich erachtet und dementsprechend ausgepreist wurde.

Die europäischen Aktienmärkte tendierten im Berichtszeitraum schwächer. Der EURO STOXX 50-Index schloss mit rund 2,4 Prozent im Minus, der marktbreite STOXX Europe 600-Index beendete den Monat mit einem Rückgang von 1,5 Prozent. Das Bild war geprägt von Unsicherheit durch steigende Infektionszahlen (Frankreich, Spanien) einerseits und stagnierenden Infektionszahlen (Deutschland, Italien) andererseits. Das verarbeitende Gewerbe blickte, im Gegensatz zum Dienstleistungsektor, optimistischer in die Zukunft, abzulesen an den Einkaufsmanagerindizes.

Der japanische Aktienmarkt trat per saldo weitgehend auf der Stelle. Gemessen am Nikkei 225-Index stieg er um 0,2 Prozent, während der marktbreite Topix-Index knapp 0,5 Prozent höher schloss. Unterstützung gab es durch rückläufige Infektionszahlen sowie vorsichtige Anzeichen zur Stabilisierung der Konjunktur. Der neue Premierminister Suga dürfte keinen Wechsel in der Wirtschaftspolitik einläuten. Unternehmenstitel der Schwellenländer verloren, gemessen am MSCI Emerging Markets-Index in lokaler Währung, 1,8 Prozent.

Die weitere Kursentwicklung an den Börsen dürfte vom Tempo der konjunkturellen Erholung und der Entwicklung der Pandemie abhängen. Ein potenzieller Unsicherheitsfaktor besteht in der US-Präsidentschaftswahl im November.

Die Rentenmärkte

Eurozone

Staatsanleihen profitieren von aufkommender Unsicherheit

Im September nahm die Unsicherheit am Kapitalmarkt wieder etwas zu. Zwar wächst die Wirtschaft weiterhin, die Dynamik nahm nach den starken Zuwachsraten im Sommer jedoch etwas ab. Darüber hinaus erhöhten sich in einigen Ländern (insbesondere in Spanien und Frankreich) die Corona-Infektionszahlen deutlich. Damit einher ging die Befürchtung, dass es regional zu umfangreichen Einschränkungen kommen könnte. Hinzu kamen einige politische Themen. So machte sich das Wahlkampfgetöse in den USA mehr und mehr am Kapitalmarkt bemerkbar und äußerte sich letztlich in einer geringen Wahrscheinlichkeit für ein neuerliches US-Konjunkturpaket noch in diesem Jahr. In diesem Umfeld waren die als sicher geltenden Staatsanleihen aus den europäischen Kernländern gefragt. Deren Rendite ermäßigte sich in kleinen aber stetigen Schritten. Zehnjährige Bundesanleihen rentierten Ende September bei -0,52 Prozent und damit unter dem Einlagensatz der Europäischen Zentralbank (EZB). In Summe verteuerten sich Papiere aus den Kernländern um 1,3 Prozent.

Anleihen aus den Euro-Peripherieländern legten etwas stärker zu und gewannen im September 1,6 Prozent an Wert. Trotz der mitunter risikoaversen Marktstimmung handelten die Papiere somit überraschend fest. Als stützend erwies sich einerseits die anhaltende Suche nach Rendite und andererseits die fortgesetzten Käufe der EZB. Zwischenzeitlich kam es vor den Regionalwahlen in Italien zu einer kleinen Schwächephase italienischer Papiere. Das Wahlergebnis hatte letztlich aber keine negativen Einflüsse auf die Regierungsgeschäfte in Rom. In Summe tendierten Anleihen aus Italien freundlicher als jene aus Spanien. Die Regierungskoalition von Pedro Sanchez in Madrid steht unter Druck und sieht sich nun sogar einem Misstrauensvotum gegenüber. Darüber hinaus leidet Spanien unter den neuerlichen Reisebeschränkung. Vielfach löst gerade das Fehlen deutscher Touristen Existenzängste aus.

Gemessen am iBoxx Euro Sovereigns-Index erzielten europäische Staatsanleihen im September ein Plus von 1,4 Prozent. Seit Jahresbeginn beträgt der Zuwachs somit 3,8 Prozent.

USA

US-Wahlkampf dominiert die Agenda

US-Staatsanleihen handelten im September in engen Bandbreiten seitwärts. Die Renditeveränderungen gegenüber dem Vormonat waren über alle Laufzeiten hinweg nur marginal. Anleger konnten letztlich den Kupon verdienen, was sich, gemessen am JP Morgan Global Bond US-Index in einem Plus von 0,2 Prozent bemerkbar machte. Die geringe Volatilität lässt vermuten, dass es an wichtigen Themen mangelte. Dem ist aber nicht so. Gute Konjunkturdaten hätten eigentlich die Kurse belasten müssen, hätte es da nicht noch die US-Notenbank und den US-Wahlkampf gegeben. Das Marktgeschehen wurde immer politischer. Im Mittelpunkt dabei stand ein neuerliches Fiskalpaket, auf das sich Republikaner und Demokraten schon seit Wochen nicht einigen konnten. Nach einem Streit über die Neubesetzung des Obersten Gerichtshof der Vereinigten Staaten (Surpreme Court) erschein ein Paket zum Monatsende als sehr unwahrscheinlich. Entgegen der üblichen Spielregeln in Washington drückte Präsident Donald Trump noch vor der Wahl eine konservative Kandidatin durch. Da Bundesrichter auf Lebenszeit berufen sind droht eine nachhaltige Kräfteverschiebung am Supreme Court. Eigentlich ist eine solche Nominierung in Wahljahren dem neuen Präsidenten vorbehalten. Der Graben zwischen beiden Parteien wurde dadurch noch tiefer.

Darüber hinaus ging von der US-Notenbank eine gewisse Enttäuschung aus. Die Währungshüter verständigten sich zwar auf ein neues Inflationsziel, das nun auch höhere Teuerungsraten als zwei Prozent zulässt. Viele Marktteilnehmer hatten jedoch damit gerechnet, dass konkrete Sofortmaßnahmen in Form neuerlicher Ankaufprogramme gestartet werden. Angesichts der zuletzt aber guten Entwicklung der US-Wirtschaft dürften sich die Notenbanker jedoch noch etwas Pulver trocken halten wollen.

Die kommenden Wochen dürften angesichts der heißen Wahlkampfphase und der wieder steigenden Corona-Infektionen volatil werden.

Weltweit

Unsicherheit nimmt wieder etwas zu

US-Staatsanleihen handelten im September in engen Bandbreiten seitwärts. Die Renditeveränderungen gegenüber dem Vormonat waren über alle Laufzeiten hinweg nur marginal. Anleger konnten letztlich den Kupon verdienen, was sich, gemessen am JP Morgan Global Bond US-Index in einem Plus von 0,2 Prozent bemerkbar machte. Gute Konjunkturdaten hätten eigentlich die Kurse belasten müssen, hätte es da nicht noch die US-Notenbank und den US-Wahlkampf gegeben. Das Marktgeschehen wurde immer politischer. Im Mittelpunkt stand dabei ein neuerliches Fiskalpaket, auf das sich Republikaner und Demokraten schon seit Wochen nicht einigen konnten. Nach einem Streit über die Neubesetzung des Obersten Gerichtshofs der Vereinigten Staaten (Supreme Court) erschien ein Paket zum Monatsende als sehr unwahrscheinlich. Darüber hinaus ging von der US-Notenbank eine gewisse Enttäuschung aus. Die Währungshüter verständigten sich zwar auf ein neues Inflationsziel, konkrete Sofortmaßnahmen in Form neuerlicher Ankaufprogramme blieben aber aus.

Auch am Euro-Staatsanleihemarkt nahm die Unsicherheit wieder etwas zu, was insbesondere an den steigenden Corona-Infektionszahlen lag. Damit einher ging die Befürchtung, dass es regional zu umfangreichen Einschränkungen kommen könnte. Hinzu kam das Wahlkampfgetöse in den USA. In diesem Umfeld waren die als sicher geltenden Staatsanleihen aus den europäischen Kernländern gefragt und legten in Summe um 1,3 Prozent zu. Anleihen aus den Euro-Peripherieländern legten etwas stärker zu und gewannen im September 1,6 Prozent an Wert. Trotz der mitunter risikoaversen Marktstimmung handelten die Papiere somit überraschend fest. Gemessen am iBoxx Euro Sovereigns-Index erzielten europäische Staatsanleihen im September ein Plus von 1,4 Prozent.

Europäische Unternehmensanleihen tendierten leicht freundlich und verzeichneten auf Indexebene (ICE BofA Euro-Corp.-Index, ER00) ein Plus in Höhe von 0,4 Prozent. Eine gestiegene Risikoaversion, ein fallender Ölpreis und ein fester US-Dollar belasteten Anleihen aus den Schwellenländern (J.P. Morgan EMBI Global Div. Index) und führten zu einem Verlust von 1,9 Prozent.

Unternehmensanleihen

Allgemeiner Renditerückgang führt zu leichten Zugewinnen

Der Markt für Euro-Unternehmensanleihen mit Rating Investment Grade tendierte im September auf Indexebene (ICE BofA Euro-Corp.-Index, ER00) mit plus 0,4 Prozent leicht freundlich. Rückläufige Renditen bei den Bundesanleihen unterstützten die positive Tendenz. Im Gegenzug sorgten ansteigende Covid-Neuinfektionen sowie die Brexit-Verhandlungen für Verunsicherung an den Märkten, was vor allem die Aktienmärkte belastete. Unternehmensanleihen reagierten hierbei mit einer leichten Ausweitung der Risikoprämien (Asset Swap Spreads) um zwei auf 94 Basispunkte aber überschaubar. Letztlich konnte sich der Unternehmensanleihesektor der Korrektur an den Aktienbörsen aufgrund der Zinsbewegung weitgehend entziehen. Marktstabilisierend haben sich zudem die weiteren Anleiheankäufe der Europäischen Zentralbank ausgewirkt. Allerdings zeigte sich die Entwicklung der einzelnen Anleihen vom Covid-Bezug in den Geschäftsfeldern der Unternehmen abhängig. Je höher dieser ist, desto schlechter war die Wertentwicklung der jeweiligen Unternehmenspapiere.

Mit Blick auf die Untersektoren verloren hochverzinsliche Papiere (ICE BofA HEAG-Index) im September 0,8 Prozent an Wert. Die Risikoprämien stiegen wieder auf die 400er-Marke (401 Basispunkte) an. Bei den Nachranganleihen, sowohl aus dem Industrie- als auch dem Finanzsektor (ICE BofA ENSU- sowie EBSU-Index), fielen mit 0,3 bzw. 0,2 Prozent ebenfalls leichte Verluste sowie Spreadausweitungen an.

Am Markt für Neuemissionen zeigte sich - im Vergleich zu den Sommermonaten – zuletzt eine erhöhte Platzierungstätigkeit. Diese war jedoch weit vom Niveau in der ersten Jahreshälfte entfernt. Auf Einzeltitelebene waren neben den Aktien auch die Anleihenotierungen des Unternehmens Grenke Leasing nach Vorwürfen eines britischen Investors in Hinsicht auf Bilanzfälschung und Geldwäsche deutlich eingebrochen.

Am US-Unternehmensanleihemarkt (ICE BofA US-Large Caps-Index, C0AL) kam es auf US-Dollarebene im Rahmen nahezu unveränderter Staatsanleiherenditen zu leichten Verlusten (minus 0,3 Prozent). Die Risikoaufschläge erhöhten sich um fünf auf 152 Basispunkte.

Emerging Markets

Schwellenländeranleihen nach Sommerpause schwächer

Anleihen aus den Schwellenländern tendierten im September nach zuvor freundlichen Handelsmonaten schwächer. Gemessen am JP Morgan EMBI Global Diversified-Index verbuchten Hartwährungstitel einen Verlust in Höhe von 1,9 Prozent. Dabei drückten aufkommende Corona-Sorgen, der fallende Ölpreis sowie ein temporär stärkerer US-Dollar auf die Marktstimmung. US-Staatsanleihen handelten hingegen im September in engen Bandbreiten seitwärts. Die Renditeveränderungen dort waren gegenüber dem Vormonat über alle Laufzeiten hinweg nur marginal. Beides zusammen, sprich schwächere Schwellenländeranleihen sowie seitwärts tendierende US-Staatsanleihen, mündete in einem Anstieg der Risikoaufschläge (Spreads). Per Monatsultimo weiteten sich die Spreads um zehn auf 432 Basispunkte aus. Dennoch näherten sich diese zwischenzeitlich der psychologisch wichtigen Marke von 400 Basispunkten an.

Am Neuemissionsmarkt hielt sich, trotz vorangegangener Sommerpause, die Platzierungsaktivität im Staatsanleihesektor in Grenzen. Die Erwartungshaltung einer verstärkten Emissionstätigkeit besteht aber nach wie vor, wodurch die Neuemissionen nur verschoben statt aufgehoben erscheinen. Auf Einzelländerebene standen weiterhin vereinzelt geopolitische Themen wie beispielsweise in Weißrussland im Vordergrund.

In puncto Geldpolitik ist die überraschende Zinserhöhung der türkischen Notenbank hervorzuheben. Die Währungshüter erhöhten den geldpolitischen Schlüsselsatz um 200 Basispunkte auf 10,25 Prozent. Damit wurde der Zinssatz erstmals seit rund zwei Jahren erhöht. Zuvor senkten die Notenbanker den Leitzins in einer Reihe von Schritten von 24 Prozent auf nur noch 8,25 Prozent. An den Währungsmärkten sorgte die Zinserhöhung bei der Türkischen Lira kurzzeitig für einen Sprung nach oben. Dennoch verlor diese im Monatsvergleich gegenüber der Gemeinschaftswährung rund 3,1 Prozent an Wert und bildete damit das Schlusslicht unter den Schwellenländerwährungen. Daneben zählten die Tschechische Krone und der Polnische Zloty ebenfalls zu den größten Verlierern. Der Südkoreanische Won, Taiwan-Dollar und Südafrikanische Rand konnten hingegen deutlich aufwerten.

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Stand aller Informationen, Darstellungen und Erläuterungen: 30. September 2020, soweit nicht anders angegeben.

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