Marktberichte Dezember 2019

Aktien: Phase 1-Deal im Handelsstreit treibt die Kurse

Renten: Weitere Verluste im Dezember, aber positives Gesamtjahr

Aktienmärkte: Die erste Einigung zwischen den USA und China im Handelsstreit (Phase 1-Deal) hat im Dezember für weitere Kursaufschläge an den Aktienbörsen gesorgt. Damit ging ein gutes Börsenjahr zu Ende, beispielsweise gewann der marktbreite S&P 500-Index aus den USA 2019 knapp 29 Prozent hinzu. In Europa erreichten der EURO STOXX 50-Index und der STOXX-Europe 600-Index im Dezember Jahreshöchststände.

Rentenmärkte: Da die Anleger im Dezember mehr ins Risiko gingen, waren sichere Staatsanleihen aus den Euro-Kernländern und den USA weniger gefragt. Entsprechend stiegen die Renditen etwas an. Im Jahresverlauf war aber auch dort eine erfreulich positive Entwicklung zu beobachten.

Europa

Freundlicher Jahresausklang bei europäischen Aktien

Die europäischen Aktienmärkte erreichten im Dezember neue Jahreshöchststände. Der EURO STOXX 50-Index legte um 1,1 Prozent zu, der marktbreite STOXX Europe 600-Index gewann 2,1 Prozent. Auch die europäischen Nebenwerte schlossen im Plus. Damit ging ein hervorragendes Börsenjahr zu Ende: Der EURO STOXX 50-Index gewann 2019 24,8 Prozent, der STOXX Europe 600-Index legte 23,2 Prozent zu.

Von geopolitischer Seite gab es im Dezember Unterstützung für die Börsen. Mit dem Sieg von Premier Boris Johnson bei den britischen Unterhauswahlen am 12. Dezember wurde der Weg frei für einen baldigen, geregelten Brexit. Und der Austritt rückte noch näher, als das Unterhaus dem Brexit-Vertrag kurz vor Weihnachten zugestimmt hat. Aller Voraussicht nach verlassen die Briten am 31. Januar 2020 die Europäische Union.

Daneben sorgte die Einigung zwischen den USA und China beim Handelsstreit für Kurszuwächse. In dem seit fast zwei Jahre andauernden Konflikt haben sich beide Seiten auf ein erstes Zwischenabkommen, den Phase 1-Deal, verständigt. Allerdings wird die Unterzeichnung erst Anfang 2020 erfolgen. In diesem Zuge verzichteten die USA auf die zum 15. Dezember angekündigten zusätzlichen Strafzölle auf chinesische Waren im Gegenwert von 160 Milliarden US-Dollar. Darüber hinaus sollen die Zölle auf weitere chinesische Waren im Wert von mehr als 100 Milliarden US-Dollar gesenkt werden. China verpflichtet sich im Gegenzug zur Erhöhung seiner Agrarimporte aus den USA und zum besseren Schutz von geistigem Eigentum.

Die Hoffnungen auf eine konjunkturelle Belebung haben sich dagegen nicht erfüllt. Nach wie zeigt sich der Industriesektor schwach, wie der jüngste Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe in der Eurozone zeigt. Dieser fiel im Dezember deutlich von 46,9 auf 45,9 Punkte. Immerhin: Die stabilen Werte für den Dienstleistungsbereich zeigen, dass die Schwäche bislang auf die Industrie beschränkt bleibt.

Für die europäischen Börsen wird in den kommenden Wochen entscheidend sein, wie sich das Konjunkturbild entwickelt und ob die USA und China den Phase 1-Deal unterzeichnen werden.

Deutschland

Deutsche Börsen beenden Jahr überwiegend positiv

Die deutschen Aktienmärkte schlossen das Börsenjahr 2019 überwiegend positiv. Der DAX 30-Index mit den 30 größten deutschen Unternehmen trat im Dezember auf der Stelle (+0,1 Prozent). Firmen mit mittlerer Marktkapitalisierung kletterten um 3,1 Prozent (MDAX-Index). Die im SDAX-Index gelisteten Unternehmen mit niedriger Marktkapitalisierung stiegen um 2,9 Prozent. Dagegen mussten die Technologiewerte Federn lassen: Der TecDAX-Index verlor 1,7 Prozent. Damit ging ein hervorragendes Börsenjahr zu Ende: Der DAX 30-Index gewann auf Jahressicht 25,5 Prozent.

Am Monatsanfang fiel der DAX 30-Index kurzzeitig unter 13.000 Punkte. Grund hierfür war das Verhalten des US-Präsidenten. Dieser äußerte sich dahingehend, dass er sich ein Handelsabkommen mit China erst nach der Wahl im November 2020 vorstellen könne. Zudem hat die überraschende Inkraftsetzung neuer US-Strafzölle auf Aluminium und Stahl aus Brasilien und Argentinien die Angst der Anleger vor einer Eskalation im Handelsstreit befeuert.

Schließlich verständigten sich die USA und China auf ein erstes Zwischenabkommen, den Phase 1-Deal. Allerdings wird die Unterzeichnung erst Anfang 2020 erfolgen. In diesem Zuge verzichteten die USA auf die zum 15. Dezember angekündigten zusätzlichen Strafzölle. Und China verpflichtet sich zur Erhöhung seiner Agrarimporte aus den USA und zum besseren Schutz von geistigem Eigentum. Weitere Unterstützung kam aus Großbritannien. Mit dem Sieg von Premier Boris Johnson bei den Unterhauswahlen und der Zustimmung des Parlaments zum Brexit-Vertrag wurde der Weg frei für einen baldigen, geregelten Brexit.

Die Hoffnungen auf eine konjunkturelle Belebung haben sich dagegen nicht erfüllt. Nach wie zeigt sich der Industriesektor schwach, wie der jüngste Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe in Deutschland zeigt. Immerhin: Die stabilen Werte für den Dienstleistungsbereich zeigen, dass sich die Schwäche bislang auf die Industrie beschränkt.

Für die deutschen Börsen wird in den kommenden Monaten entscheidend sein, wie sich das Konjunkturbild entwickelt und ob die USA und China den Phase 1-Deal unterzeichnen werden.

Osteuropa

Kursgewinne zum Jahresschluss

Mit Kursgewinnen beendeten die osteuropäischen Aktienmärkte im Dezember das Jahr. Der MSCI Emerging Markets Eastern Europe-Index kletterte in Lokalwährung gerechnet um 6,6 Prozent. Im Gesamtjahr betrug der Kursgewinn 19,2 Prozent. Treibender Faktor der Rally war die Ankündigung der USA und China, im Januar eine teilweise Einigung im Handelskonflikt unterzeichnen zu wollen. Dies wurde zuletzt auch noch einmal von beiden Seiten bekräftigt. Allerdings entwickelten sich die osteuropäischen Börsen im Berichtszeitraum teilweise sehr unterschiedlich.

In Moskau legte der MOEX-Index in Lokalwährung gerechnet um 3,8 Prozent zu. Im Laufe des Berichtszeitraums war er auf ein Allzeithoch gestiegen. Die russische Notenbank hat Anfang Dezember das fünfte Mal in Folge die Leitzinsen gesenkt, unter anderem auch wegen der rückläufigen Inflationsrate. Kaum Auswirkungen auf das Geschehen am Aktienmarkt hatten Sanktionen der USA gegen einige Unternehmen, die am Bau der Gaspipeline Nord Stream 2 beteiligt sind. Diese soll nun ab Ende 2020 russisches Erdgas nach Deutschland transportieren. Die Entscheidung des Ölkartells OPEC zusammen mit assoziierten Produktionsländern wie Russland, die Produktionsmenge weiterhin begrenzt zu behalten, hat russische Energieaktien gestützt.

Aufwärts ging es auch für den türkischen Aktienmarkt. Der BIST-Index stieg um sieben Prozent. Die türkische Notenbank hatte zum Monatsende die Anforderungen für Mindestreserven für Fremdwährungskonten in der Türkei erhöht. Auch der ungarische Aktienmarkt stieg im Berichtszeitraum gemessen am BUX-Index um 5,4 Prozent.

Deutlich abgeschlagen war der Aktienmarkt in Warschau. Der WIG20-Index beendete den Monat mit einem leichten Gewinn von 0,6 Prozent. Bankaktien waren nach wie vor von juristischen Auswirkungen im Zusammenhang mit der Vergabe von Schweizer-Franken-Krediten belastet. Zudem wirkten sich Sorgen vor einer anziehenden Teuerung verbunden mit einer Abschwächung des Wirtschaftswachstums belastend aus.

Die osteuropäischen Märkte bleiben vom makroökonomischen Umfeld beeinflusst, das derzeit mit großer Unsicherheit behaftet ist.

USA

Positiver Jahresabschluss am US-Aktienmarkt

Die US-amerikanischen Aktienbörsen haben im Dezember an die Gewinne der Vormonate angeknüpft und weitere Kursaufschläge verzeichnet. Der Dow Jones Industrial Average stieg um rund 2,7 Prozent, der marktbreite S&P 500-Index gewann 1,4 Prozent. Aktien aus dem Gesundheitswesen sowie Banken und IT- Titel verbuchten überdurchschnittliche Gewinne. Aktien aus dem Bereich Luftfahrt und Verteidigung sowie aus dem Konsumbereich und dem Industriesektor tendierten im Dezember dagegen schwächer. Im Gesamtjahr 2019 konnte sich der S&P 500-Index um 28,9 Prozent verbessern, der Dow Jones Industrial Average kletterte 22,3 Prozent.

Unterstützend wirkten eine erste Einigung im Handelskonflikt zwischen den USA und China. Beide Seiten haben sich auf ein Zwischenabkommen, dem Phase 1-Deal, verständigt. Die Unterzeichnung wird allerdings erst Anfang 2020 erfolgen. Die USA verzichten hierbei auf die zum 15. Dezember angekündigten zusätzlichen Strafzölle auf chinesische Waren im Gegenwert von 160 Milliarden US-Dollar. Darüber hinaus soll 30 Tage nach Inkrafttreten der Satz für weitere Strafzölle auf chinesische Einfuhren im Wert von 120 Milliarden US-Dollar von 15 auf 7,5 Prozent halbiert werden. China verpflichtet sich im Gegenzug zur Erhöhung seiner Agrarimporte aus den USA und zum besseren Schutz von geistigem Eigentum.

Einen regelrechten Sturzflug legte die Aktie von Boeing hin: Nach dem Debakel um das Unglücksmodell 737 Max, das bereits im März aus dem Verkehr gezogen wurde, stoppte der Konzern die Fertigung vorerst komplett. Zudem trennte sich der Flugzeugbauer von seinem CEO Dennis Muilenburg, der wichtige Informationen zu dem Modell unter Verschluss gehalten haben soll. Auch wenn die Aktie positiv auf die Entlassung Muilenburgs reagierte, gab der Titel im Dezember unter dem Strich mehr als elf Prozent ab.

In den USA bleiben die Märkte anfällig für eine weitere Konjunktureintrübung und damit für eine sich verschlechternde Gewinnsituation der Unternehmen. Insgesamt ist eine weiterhin schwankungsanfällige Entwicklung zu erwarten.

Fernost

Deutliche Kursgewinne nach Entspannung im Handelskonflikt

Die asiatischen Aktienmärkte zeigten sich im Dezember freundlich und beschlossen das Jahr mit teilweise kräftigen Kursgewinnen. Der MSCI Far East ex Japan-Index stieg in Lokalwährung gerechnet um 5,9 Prozent auf den höchsten Stand seit Juni 2018. Im Gesamtjahr gewann er 15,9 Prozent.

Für die gute Stimmung war in erster Linie eine teilweise Einigung im Handelsstreit zwischen den USA und China ursächlich. Beide Parteien hatten die bereits im Vormonat angedeutete Einigung über ein Teilabkommen konkretisiert und erklärt, im Januar eine Übereinkunft unterzeichnen zu wollen. Zudem haben sich beide Seiten auf die Rücknahme einiger Zölle beziehungsweise auf den Verzicht der Einführung zusätzlicher Zölle geeinigt.

Darüber hinaus haben auch etwas besser als erwartete konjunkturelle Frühindikatoren aus China sowie geldpolitische Lockerungsmaßnahmen der chinesischen Zentralbank (People’s Bank of China) die Märkte unterstützt. Der Schanghai Composite-Index legte in Lokalwährung gerechnet um 6,2 Prozent zu.

Die Entspannung im Handelskonflikt verlieh auch dem Aktienmarkt in Hongkong Auftrieb. Der Hang Seng-Index gewann auf Lokalwährungsbasis sieben Prozent. Dies geschah ungeachtet der anhaltenden Proteste aus der Bevölkerung gegen die Regierung sowie den wachsenden Einfluss Chinas in der ehemaligen britischen Kronkolonie. Als Folge der Proteste hat die Konjunktur in der zweiten Jahreshälfte einen Einbruch erlitten, was auch den Aktienmarkt belastet hat.

Auch die übrigen asiatischen Börsen verzeichneten im Berichtsmonat Kursgewinne, allerdings weniger ausgeprägt. In Indien stieg der S&P BSE Sensex-Index um 1,1 Prozent und erreichte zur Mitte des Berichtsmonats ein Allzeithoch. Die Marktteilnehmer verwiesen auf die Hoffnung, dass sich das schleppende Wirtschaftswachstum im Land wieder beschleunigen könnte. Auch in Singapur legte der Straits Times-Index um 0,9 Prozent zu.

Für die asiatischen Aktienmärkte wird in den kommenden Wochen abgesehen von der weiteren Entwicklung im Handelsstreit zwischen den USA und China auch die globale Konjunkturlage ausschlaggebend sein.

Japan

Kursgewinne nehmen kein Ende

Die japanischen Aktienmärkte haben auch im Dezember ihren Aufwärtstrend aus den Vormonaten fortgesetzt. Sie zählten damit in der Region Asien zu den besten Märkten im abgelaufenen Jahr hinter dem chinesischen Aktienmarkt in Schanghai. Der Nikkei 225-Index legte um 1,6 Prozent zu und erreichte zwischenzeitlich den höchsten Stand seit Oktober 2018. Der marktbreite Topix-Index stieg um 1,3 Prozent, liegt damit aber noch deutlich unter dem Anfang 2018 erreichten Mehrjahreshoch. Im Gesamtjahr stiegen der Nikkei 225-Index um 18,2 Prozent und der Topix-Index um 15,2 Prozent.

Die Fortschritte im Handelsstreit zwischen den USA und China sorgten für eine freundliche Stimmung. Beide Seiten kündigen die Unterzeichnung einer Teilvereinbarung, einen so genannten Phase-1-Deal, im Januar an. Nach wie vor wirkt auch die ultralockere Geldpolitik der Bank of Japan (BoJ) kursstützend. Andererseits befindet sich die japanische Industrie nach wie vor in einer Rezession. Laut dem Tankan-Konjunkturbericht der Bank of Japan (BoJ) sank die Stimmung unter großen Unternehmen im verarbeitenden Gewerbe zwischen Oktober und Dezember auf den niedrigsten Stand seit 2013. Dagegen blieb die Stimmung im Dienstleistungssektor vergleichsweise gut. Ökonomen verwiesen auf die schwierigen Bedingungen für die Exportindustrie sowie auf belastende Effekte aus der Anhebung der Umsatzsteuer Anfang Oktober.

Für Auftrieb an den japanischen Aktienmärkten sorgte die Nachricht, dass die Regierung ein umfassendes Konjunkturprogramm mit einem Volumen von umgerechnet rund 110 Milliarden Euro für staatliche Infrastrukturausgaben beschlossen hat. Inklusive privatwirtschaftlicher Investitionen, die dadurch angestoßen werden sollen, betrage das Paket sogar umgerechnet über 200 Milliarden Euro, sagte die Regierung.

Für die japanischen Aktienmärkten werden in den kommenden Wochen das globale Konjunkturbild sowie die weitere Entwicklung im Handelskonflikt maßgebend sein.

Weltweit

Globale Aktienmärkte knüpfen an Gewinnserie an

Die globalen Aktienmärkte konnten ihre Gewinnserie aus den Vormonaten fortsetzen und im Dezember erneut Zuwächse verzeichnen. Der MSCI Welt-Index legte in lokaler Währung 2,2 Prozent zu. Für das Gesamtjahr bedeutet das ein Plus von 24,9 Prozent.

Die US-amerikanischen Aktienbörsen haben im Dezember an die Gewinne der Vormonate angeknüpft und weitere Kursaufschläge verzeichnet. Der Dow Jones Industrial Average stieg um rund 2,7 Prozent, der marktbreite S&P 500-Index gewann 1,4 Prozent. Aktien aus dem Gesundheitswesen sowie Banken und IT- Titel verbuchten überdurchschnittliche Gewinne. Aktien aus dem Bereich Luftfahrt und Verteidigung sowie aus dem Konsumbereich und dem Industriesektor tendierten im Dezember dagegen schwächer. Unterstützend wirkten eine erste Einigung im Handelskonflikt zwischen den USA und China. Beide Seiten haben sich auf ein Zwischenabkommen, dem Phase 1-Deal, verständigt. Die Unterzeichnung wird allerdings erst Anfang 2020 erfolgen.

Die europäischen Aktienmärkte erreichten im Dezember neue Jahreshöchststände. Der EURO STOXX 50-Index legte um 1,1 Prozent zu, der marktbreite STOXX Europe 600-Index gewann 2,1 Prozent. Auch die europäischen Nebenwerte schlossen im Plus. Damit ging ein hervorragendes Börsenjahr zu Ende: Der EURO STOXX 50-Index gewann 2019 24,8 Prozent, der STOXX Europe 600-Index legte 23,2 Prozent zu. Von geopolitischer Seite gab es im Dezember Unterstützung für die Börsen. Mit dem Sieg von Premier Boris Johnson bei den britischen Unterhauswahlen wurde der Weg frei für einen baldigen, geregelten Brexit. Aller Voraussicht nach verlassen die Briten am 31. Januar 2020 die Europäische Union.

Auch die japanischen Aktienmärkte haben ihren Aufwärtstrend fortgesetzt, allerdings in verringertem Tempo. Gemessen am Nikkei 225-Index legte der Markt um 1,6 Prozent zu. Die Börsen der Schwellenländer verbesserten sich in lokaler Währung um 5,5 Prozent.

Mit einer weiter abnehmenden Wachstumsdynamik und immer wieder auflebenden politischen Spannungen dürfte das Marktumfeld anspruchsvoll bleiben.

Die Rentenmärkte

Eurozone

Geringere politische Risiken führten zu steigenden Renditen

Im Dezember gerieten europäische Staatsanleihen unter leichten Abgabedruck. Angesichts abnehmender politischer Risiken wagten sich Anleger wieder stärker ins Risiko und trennten sich vor allem von Papieren aus den Kernstaaten. Diese verloren auf Monatssicht (ICE BofA Merrill Lynch NCLR-Index) 1,4 Prozent an Wert. Anleihen aus den Peripherieländern (ICE BofA Merrill Lynch EGLR-Index) gaben hingegen lediglich 0,2 Prozent nach. Als belastend erwiesen sich positive Nachrichten bezüglich einer Annäherung von China und den USA im Handelsstreit. Die für Mitte Dezember angedachten zusätzlichen Zölle wurden nicht eingeführt. Perspektivisch soll nun auch über einen Abbau der Zollschranken gesprochen werden, was die Risikofreude vieler Anleger steigen ließ.

Gute Nachrichten kamen auch aus London. Boris Johnson ging als großer Wahlsieger aus der britischen Unterhauswahl hervor. Mit den neuen Mehrheitsverhältnissen ist ein EU-Austritt des Vereinigten Königreiches zum 31. Januar 2020 sehr wahrscheinlich geworden. Wie lange die Euphorie danach weiter anhält, bleibt noch abzuwarten. Schließlich müssten dann in kurzer Zeit neue Handelsabkommen abgeschlossen werden, mit denen eine neue Phase der Unsicherheit einhergehen könnte.

Trotz der unveränderten geldpolitischen Ausrichtung sorgte die Sitzung der Europäischen Zentralbank im Dezember für Aufsehen, war es doch das erste Treffen unter der Leitung von Christine Lagarde. Zum einen offenbarte sich ihr eigener kommunikativer Stil, welcher auf Konsens sowohl innerhalb der EZB, als auch außerhalb mit unterschiedlichen gesellschaftlichen Akteuren angelegt ist. Zum anderen setzt sie mit der Hervorhebung des Klimawandels und der Ungleichheit eigene inhaltliche Schwerpunkte. In den kommenden Monaten wolle man zudem die bisherige Geldpolitik auf den Prüfstand stellen. Es bleibt also spannend, obwohl vorerst nicht mit Zinsschritten zu rechnen ist. Gemessen am iBoxx Euro Sovereign Index verloren europäische Staatsanleihen im Dezember 1,0 Prozent an Wert. Dank der sehr guten Wertentwicklung in den ersten acht Monaten verblieb auf Jahressicht ein Plus von 6,7 Prozent.

USA

Anleger wagen wieder mehr Risiken, Renditen steigen leicht

In der ersten Monatshälfte geriet der US-Rentenmarkt ein wenig unter Abgabedruck. Eine Annäherung im Handelsstreit mit China sorgte dafür, dass die als sicher geltenden US-Staatsanleihen weniger gefragt waren. In diesem Zusammenhang machte sich auch ein gewisser Konjunkturoptimismus breit, auch wenn die Effekte aus dem sogenannten „Phase 1-Abkommen“ gering sein dürften. Schließlich ging es vor allem darum, bereits geplante zusätzlich Strafzölle zukünftig doch nicht zu erheben. Beide Seiten wollen aber im Gespräch bleiben und in einer zweiten Phase über den Abbau der Zollschranken diskutieren. Anleger wagten sich daher wieder stärker ins Risiko. In der zweiten Monatshälfte tendierten die Renditen in engen Handelsspannen seitwärts. Mit Blick auf den Jahreswechsel gingen zudem die Umsätze immer weiter zurück. Ende des Jahres lag die Rendite von zehnjährigen US-Schatzanweisungen bei 1,92 Prozent und damit rund 77 Basispunkte tiefer als noch zu Jahresbeginn. Auch in Europa nahmen die politischen Risiken im Dezember etwas ab, was den US-Markt nicht gänzlich unberührt ließ. Mit dem deutlichen Wahlsieg von Boris Johnson ist die Gefahr eines ungeordneten EU-Ausstiegs des Vereinigten Königreiches nochmals geringer geworden.

Die Sitzung der US-Notenbank Fed im Dezember fand hingegen kaum Beachtung. Die Leitzinsen bleiben unverändert, ein Zinsschritt wurde auch nicht erwartet. Falls sich die konjunkturelle Entwicklung verschlechtern sollte, stünde man jedoch bereit, hieß es. Aktuell rechnen die Marktteilnehmer erst im Sommer mit einer weiteren Leitzinssenkung.

Auf Indexebene (JP Morgan Global Bond US-Index) verloren US-Staatsanleihen im Dezember 0,6 Prozent an Wert. Aufgrund der erfreulichen Entwicklung in den ersten acht Monaten verbleibt auf Jahressicht dennoch ein Plus von 7,1 Prozent. 2020 dürfte es schwierig werden, diese überaus gute Wertentwicklung zu wiederholen. Mit nennenswert steigenden Renditen ist jedoch nicht zu rechnen.

Weltweit

Anleger wagen sich stärker ins Risiko

Im Dezember geriet der US-Rentenmarkt ein wenig unter Abgabedruck. Eine Annäherung im Handelsstreit mit China sorgte dafür, dass die als sicher geltenden US-Staatsanleihen weniger gefragt waren. In diesem Zusammenhang machte sich auch ein gewisser Konjunkturoptimismus breit, auch wenn die Effekte aus dem sogenannten „Phase 1-Abkommen“ gering sein dürften. Schließlich ging es vor allem darum, bereits geplante zusätzlich Strafzölle zukünftig doch nicht zu erheben. Beide Seiten wollen aber im Gespräch bleiben und in einer zweiten Phase über den Abbau der Zollschranken diskutieren. Anleger wagten sich daher wieder stärker ins Risiko. Auf Indexebene (JP Morgan Global Bond US-Index) verloren US-Staatsanleihen im Dezember 0,6 Prozent an Wert.

Euro-Staatsanleihen vollzogen eine ähnliche Kursentwicklung. Gute Nachrichten kamen zusätzlich auch aus London. Boris Johnson ging als großer Wahlsieger aus der britischen Unterhauswahl hervor. Mit den neuen Mehrheitsverhältnissen ist ein EU-Austritt des Vereinigten Königreiches zum 31. Januar 2020 sehr wahrscheinlich geworden. Angesichts der abnehmenden politischen Risiken wagten sich Anleger auch hier wieder stärker ins Risiko und trennten sich vor allem von Papieren aus den Kernstaaten. Diese verloren auf Monatssicht (ICE BofA Merrill Lynch NCLR-Index) 1,4 Prozent an Wert. Anleihen aus den Peripherieländern (ICE BofA Merrill Lynch EGLR-Index) gaben hingegen lediglich 0,2 Prozent nach.

Euro-Unternehmensanleihen hielten sich vergleichsweise gut und gingen trotz der höheren Renditen von Staatsanleihen letztlich unverändert aus dem Handel. Die hohe Nachfrage und das Kaufprogramm der Europäischen Zentralbank stützten. Der Markt für in US-Dollar und Euro notierte Anleihen aus den Schwellenländern entwickelte sich im Dezember sehr erfreulich. Umfangreiche Anlagegelder wurde gegen Jahresende in den Schwellenländern investiert. Auch hier sorgte die Entspannung im Handelsstreit für Rückenwind. Auf Gesamtmarktebene (JP Morgan EMBI Global Diversified-Index) konnten entsprechende Papiere im Berichtsmonat um zwei Prozent zulegen.

Unternehmensanleihen

Stabil zum Jahresausklang

Vom Umfeld steigender Staatsanleiherenditen tendierten Euro-Unternehmensanleihen mit Rating Investment Grade im Dezember auf Indexebene (ICE BofA Merrill Lynch Euro Corporates, ER00-Index) unverändert. Die Risikoprämien (Spreads) engten sich um neun auf 63 Basispunkte ein. Kurz vor Jahresende wurde mit 61 Basispunkten sogar das Jahrestief erreicht. Für 2019 ergab sich somit eine erfreuliche Wertentwicklung. Der Gesamtmarkt gewann vor dem Hintergrund des Niedrigzinsumfeldes und eines hohen Anlagebedarfs 6,3 Prozent hinzu. Die Spreads gaben im Gesamtjahr um 41 Basispunkte nach.

Die zum Jahresausklang freundliche Entwicklung war von mehreren Faktoren getrieben. Zum einen nahm die Risikofreude der Anleger vor dem Hintergrund der Fortschritte im Handelskonflikt zu. Die USA und China hatten sich vor Weihnachten hinsichtlich des Phase I-Abkommens geeinigt, wenngleich die Unterzeichnung erst zu Beginn des neuen Jahres folgen wird. Die USA haben dabei auf zusätzliche Strafzölle per 15. Dezember verzichtet. Zudem werden die Sätze für einige weitere Einfuhren halbiert. Zum anderen hat sich in Großbritannien mit den Wahlen zum britischen Unterhaus, die Boris Johnson klar gewann, die Lage rund um den Brexit deutlich entspannt. Auch das nun laufende Ankaufprogramm der Europäischen Zentralbank sorgte für Unterstützung im Unternehmensanleihesegment. Hinzu kam außerdem, dass ab der zweiten Monatshälfte am Primärmarkt keine weiteren neuen Unternehmensanleihen mehr emittiert wurden.

Mit Blick auf die Untersektoren gingen Nachranganleihen, sowohl aus dem Finanz- als auch dem Industriebereich, mit plus 0,5 beziehungsweise 0,9 Prozent positiv aus dem Handelsmonat. Dort engten sich die Risikoprämien deutlich ein und erreichten im Dezember Jahrestiefstände. Der Markt für hochverzinsliche Papiere (High Yield) legte um ein Prozent zu und notierte Ende Dezember auf dem Jahreshoch.

US-Unternehmensanleihen (ICE BofA Merrill Lynch US-Large Corp. Index) gewannen im Dezember 0,4 Prozent hinzu. Die Risikoprämien fielen dort zuletzt ebenfalls auf ein Jahrestief bei 109 Basispunkten.

Der Markt dürfte aufgrund der EZB-Ankäufe technisch gut unterstützt bleiben.

Emerging Markets

Sehr erfreulicher Jahresausklang

Der Markt für in US-Dollar und Euro notierte Anleihen aus den Schwellenländern entwickelte sich im Dezember sehr erfreulich. Umfangreiche Anlagegelder wurde gegen Jahresende in den Schwellenländern investiert. Auf Gesamtmarktebene (JP Morgan EMBI Global Diversified-Index) konnten entsprechende Papiere im Berichtsmonat um zwei Prozent zulegen. Die Risikoprämien (Spreads) gegenüber den als sicher geltenden US-Staatsanleihen fielen im Dezember um 34 auf einen Jahrestief- und -endstand von 290 Basispunkten.

Die zum Jahresausklang hin sehr erfreuliche Entwicklung war im Wesentlichen der Fortschritte bei den Verhandlungen im Handelskonflikt und der damit einhergehenden Risikofreude der Anleger geschuldet. Die USA und China hatten sich vor Weihnachten hinsichtlich des Phase I-Abkommens geeinigt, wenngleich die Unterzeichnung erst zu Beginn des neuen Jahres folgen wird. Darüber hinaus stabilisierte sich die zuletzt politische unsichere Lage in einigen Schwellenländern. Proteste in Chile, dem Libanon, Ecuador und Argentinien hatten zuletzt für Druck auf die entsprechenden Staatsanleihen, zumeist im Ratingbereich von einfach B (High Yield-Segment), geführt. Vor allem die Stabilisierung in Argentinien fand in der Indexentwicklung mit einem größeren positiven Beitrag ihren Niederschlag.

Mit Blick auf die lokalen Märkte waren ebenfalls Zugewinne zu beobachten. Auf Indexebene (JP Morgan GBI-Div.-Index) fiel die Rendite um fünf Basispunkte auf 5,26 Prozent und lag damit nur noch knapp über dem Jahrestief von Anfang November (5,23 Prozent).

Insgesamt war 2019 trotz zahlreicher Widrigkeiten, wie dem Handelskonflikt zwischen den USA und China, ein sehr positives Jahr für die mit Risiko behafteten Anleihesegmente. EM-Hartwährungsanleihen gewannen im Jahresverlauf vor dem Hintergrund rückläufiger Renditen bei US-Treasuries und deutscher Bundesanleihen und eines hohen Anlagebedarfs der Anleger rund 15 Prozent hinzu. Die Risikoprämien engten sich deutlich um 125 auf 290 Basispunkte ein.

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Stand aller Informationen, Darstellungen und Erläuterungen: 31. Dezember 2019, soweit nicht anders angegeben.

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