MarktTicker 46. Kalenderwoche

Wöchentliche Information zu den Kapitalmärkten für den Zeitraum vom 11. bis 15. November 2019

    Was diese Woche wichtig war: Deutsches BIP im dritten Quartal leicht im Plus

Deutschland: Technische Rezession vermieden

Die Euphorie der Anleger bezüglich der Fortschritte im Handelskonflikt erhielt in der Berichtswoche einen Dämpfer. US-Präsident Trump hatten Nachrichtenmeldungen zufolge vor dem Start in die Berichtswoche verkündet, es gäbe entweder einen „richtigen Deal“ mit China oder gar keinen. Dies verunsicherte die Anleger, während gleichzeitig auch die Unruhen in Hongkong stärker im Fokus der Finanzmärkte standen. Die Aktienbörsen zeigten sich nur gering verändert. Bundesanleihen und US-Treasuries waren hingegen gesucht.

Konjunkturdaten aus Asien wenig berauschend

Mit Blick auf die Konjunkturdaten gab es eine Reihe schwächerer Daten aus China. Die Industrieproduktion und auch der Einzelhandel lagen unter den Erwartungen. In Japan war das BIP im 3. Quartal ebenfalls schwach. In Deutschland konnte hingegen im dritten Quartal die technische Rezession – zwei Minusquartale in Folge – vermieden werden. Mit 0,1 Prozent lag das Bruttoinlandsprodukt im deutschen Wirtschaftsraum im Plus. Sowohl die privaten Haushalte als auch der Staat haben von Juli bis September mehr ausgegeben. Deutlich erholt zeigte sich zudem der ZEW-Index. Die hierbei befragten Finanzanalysten bescherten dem Stimmungsbarometer in der Erwartungskomponente einen Sprung nach vorn. Diese stieg um 20,7 auf minus 2,1 Punkte deutlich an. Das Vorankommen im Handelskonflikt und die Entwicklung im Brexit dürften in erster Linie positiv zu dieser Einschätzung beigetragen haben.

    Aktien: Auf Indexebene zumeist kaum verändert

Höhenflug gebremst, Schwellenländer verlieren

Die im Rahmen des Handelskonfliktes rückläufige Risikofreude der Anleger bremste auch die Aktienmärkte. Dabei konnten viele Indizes am Dienstag zunächst innerhalb des Tageshandels neue Jahreshöchststände erzielen. Die Kursveränderungen an den weltweit großen Aktienmärkten wie Dow Jones Industrial Average, S&P 500, EURO STOXX 50-Index, DAX30-Index oder auch Nikkei 225-Index bewegten sich dann aber bis Freitagmittag in der überwiegenden Mehrheit zwischen plus und minus 0,5 Prozent. Der MSCI World-Index lag mit 0,2 Prozent im Minus.

Regional betrachtet notierten allerdings die Aktien aus den Schwellenländern, vor allem aus Lateinamerika und Asien, deutlicher ins Minus. Im Euroraum verlor zudem der spanische IBEX35 rund 1,8 Prozent. Die politische Zersplitterung der Parteienlandschaft bleibt auch nach den jüngsten Wahlen unverändert groß.

Der STOXX Europe 600-Index lag unverändert. Aus Branchensicht waren zyklische Bereiche wie Grundstoffe, Automobile, aber auch der Bankensektor, mit Verlusten zwischen 1,5 und 2,0 Prozent die Verlierer. Der Chemiesektor hingegen konnte ein Prozent zulegen und führte zusammen mit Nahrung und Getränken die Liste der Gewinner an.

Continental schockt Anleger

Mit Blick auf den DAX30-Index gewannen die Aktien von Linde, Eon, der Deutschen Post sowie Wirecard im Wochenverlauf zwischen 3,5 und fünf Prozent hinzu. Schlusslichter waren Daimler, die Deutsche Bank und Continental mit Verlusten in Höhe fünf bis 5,5 Prozent. Continental hatte die Anleger in der Berichtswoche mit schlechten Zahlen geschockt. Die Krise am globalen Automobilmarkt hat das Unternehmen zu einem verschlechterten Ausblick auf die Branche veranlasst. In dessen Rahmen hat der DAX-Konzern die Bilanzwerte seiner Zukäufe wertberichtigt, was im dritten Quartal einen Verlust in Höhe von rund zwei Milliarden Euro zur Folge hat. Hierunter befanden sich auch Rückstellungen für ein eingeleitetes Sparprogramm.

    Renten: Gewinnmitnahmen in der europäischen Peripherie

Stimmungsumschwung im südlichen Euroraum

In der Berichtswoche setzte sich der Renditeanstieg an den südeuropäischen Staatsanleihemärkten fort. Die schon in der Vorwoche zu beobachtenden Verkäufe italienischer Staatsanleihen hielten an und erfassten auch die anderen Peripheriemärkte. Am italienischen Bondmarkt sorgt zudem die geplante Schließung des riesigen Stahlwerkes in Tarent im Süden Italiens für Verunsicherung. Der luxemburgisch-indische Konzern ArcelorMittal hatte dort seinen (Teil)Rückzug angekündigt. Bis zu 10.000 Arbeitsplätzen sind von möglichen Maßnahmen betroffen. Mit knapp 1,3 Prozent lag die Rendite italienischer Zehnjahresbonds um zehn Basispunkte höher als in der Vorwoche. In Spanien und Portugal erhöhten sich die Renditen um sieben Basispunkte. In Griechenland, das im bisherigen Jahresverlauf bei der Entwicklung der Staatsanleihen mit Abstand deutlich vorne liegt, zog die Verzinsung um 20 Basispunkte auf knapp 1,5 Prozent an. Die Spreads der Peripherie gegenüber deutschen Bundesanleihen haben sich insgesamt zuletzt deutlich ausgeweitet.

Die Kernmärkte hingegen konnten im Rahmen rückläufiger Risikofreude etwas zulegen. Die Bundrenditen drehten zur Wochenmitte und fielen im Rahmen entsprechender Kursgewinne. Der Zehnjahresbereich rentierte zehn Basispunkte tiefer mit minus 0,35 Prozent. Die deutsche Zinsstrukturkurve tendierte im Wochenverlauf über die langen Laufzeiten etwas flacher. Am US-Staatsanleihemarkt verschob sich die Zinskurve nahezu einheitlich um acht bis zehn Basispunkte parallel nach unten. Zehnjährige US-Treasuries rentierten mit 1,84 Prozent. Die Rede des Fed-Vorsitzenden Powell vor dem Wirtschaftsausschuss ergab keine marktrelevanten Einflussfaktoren.

EZB kauft Unternehmensanleihen im Gegenwert von 2,8 Milliarden Euro

Anleihen aus den Schwellenländern verzeichneten auf Indexebene (JP Morgen EMBI Global Diversified-Index) leichte Spreadausweitungen um zehn Basispunkte. Highlight war dort eine Neuemission Ägyptens. Mittels dreier Tranchen wurden Papiere im Gegenwert von zwei Milliarden US-Dollar emittiert. Die Gesamtemission war siebenfach und damit deutlich überzeichnet.

Euro-Unternehmensanleihen haben sich insgesamt gut gehalten, der positiven Zinsbewegung standen jedoch leichte Spreadausweitungen entgegen (ICE BofA Merrill Lynch Euro Corp.-Index, ER00). Die Europäische Zentralbank (EZB) hat den ersten Statistiken zufolge seit 1. November im Rahmen des neuen Ankaufprogramms kräftig Unternehmenspapiere erworben. Vom 01. bis 11. November wurden Anleihen im Gegenwert von rund 2,8 Milliarden Euro aus dem Markt genommen. Dabei beteiligte sich die EZB an zahlreiche Neuemissionen, die im entsprechenden Zeitraum platziert wurden. Die Nachfrage der Anleger nach neuen Anleihen liegt nach wie vor auf hohem Niveau. Entsprechend gering stellen sich die Zeichnungsprämien für die Anleger dar.

    Ausblick auf die kommende Woche

Die Einkaufsmanagerindizes im November, sowohl für Deutschland als auch den gesamten Euroraum, stehen im Mittelpunkt einer relativ datenarmen Woche. Der Konsens rechnet mit einer leichten Verbesserung in beiden Sektoren. Dennoch wird das Verarbeitende Gewerbe weiter deutlich unterhalb der Expansionsschwelle von 50 Punkten bleiben.

Darüber hinaus stehen zahlreiche Daten aus dem US-Immobiliensektor zur Veröffentlichung an. Angesichts rückläufiger US-Zinsen wird mit einer leichten Zunahme der Baubeginne in den Staaten gerechnet.

Zur Wochenmitte steht zudem das Protokoll der letzten Fed-Sitzung an. Hieraus dürften keine neuen Erkenntnisse zu gewinnen sein. Fed-Vorsitzender Jerome Powell hat zuletzt noch einmal betont, dass die Fed bis auf weiteres eine Zinspause einlegen wird.

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Stand aller Informationen, Darstellungen und Erläuterungen: 15. November 2019, soweit nicht anders angegeben.

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