MarktTicker 12. Kalenderwoche

Wöchentliche Information zu den Kapitalmärkten für den Zeitraum vom 22. bis 26. März 2021

    Diese Woche: Corona-Infektionsgeschehen belastet

Die aktuelle Corona-Ausbreitung drückte in der Berichtswoche zunächst auf die Stimmung an den Aktienmärkten. Zum Wochenende hin setzte aber eine Erholung ein, in Europa drehten einige Aktienbörsen per Freitagvormittag sogar leicht ins Plus. Die Mischung aus einem aktuell verbesserten US-Arbeitsmarkt, rückläufigen Anleiherenditen sowie positiven Konjunkturdaten aus dem Euroraum (Einkaufsmanagerindizes) sorgten für eine Wende. Insgesamt zeigten sich die veröffentlichten Wirtschaftsdaten überwiegend erfreulich. An den Staatsanleihemärkten war eine verstärkte Nachfrage zu beobachten. Die Notierungen legten zu, der Renditeanstieg dort scheint vorerst einmal gebremst.

Wirtschaftsdaten: Einkaufsmanagerindizes erfreulich

Die in der Berichtswoche mit Spannung erwarteten Markit-Einkaufsmanagerindizes für den Euroraum im März übertrafen die Erwartungen der Analysten. Der Gesamtindex kletterte vor allem mit guten Daten aus Deutschland und Frankreich von 48,8 auf 52,5 Zähler und damit über die wichtige 50 Punkte-Wachstumsschwelle. Dies ist der höchste Stand seit Ende 2018. Besonders deutlich stieg – aber wenig überraschend – der Industriesektor (62,4 Punkte) an. Die Dienstleistungen legten ebenfalls zu, blieben aber mit 48,8 Punkten angesichts der Corona-Auswirkungen noch um einiges darunter. Als wesentlicher Treiber wurde der Export angeführt, der von der Konjunkturerholung in China und in den USA profitiert. Die nun neuerlichen Verschärfungen dürften in den Befragungen allerdings kaum Berücksichtigung gefunden haben, sodass der Dienstleistungssektor bei anhaltend unsicherer Corona-Lage weiterhin eher mit Sorge zu betrachten ist.

Deutscher Ifo-Index überraschend fest

Der deutsche Ifo-Geschäftsklimaindex für März zeigte sich am Freitag ebenfalls überraschend fest und stieg auf 96,6 Punkte an. Dies war deutlich mehr als die erwarteten 93,2 Punkte. Ein Großteil der Umfrage fand jedoch vor der letzten Ministerpräsidenten-Konferenz statt.

In den USA gab der Markit-Gesamtindex hingegen leicht nach (von 59,5 auf 59,1 Punkte). Dort lagen aber sowohl die Industrie- als auch die Dienstleistungskomponente mit 59 bzw. 60 Punkten deutlich die der 50er-Marke.

Das EWU-Konsumentenvertrauen zeigte sich im März mit minus 10,8 Punkten ebenfalls deutlich besser als erwartet.

US-Immobilienmarkt rückläufig, Arbeitsmarkt aber verbessert

Am US-Immobilienmarkt ging sowohl die Anzahl der verkauften als auch die der bestehenden Häuser im Februar zurück. Insbesondere bei den Neubauten waren das ungünstige Winterwetter, ein geringeres Angebot sowie die gestiegenen Zinsen hierfür ausschlaggebend. Der US-Auftragseingang für langlebige Wirtschaftsgüter lag im Februar mit minus 1,1 Prozent um einiges unter den Erwartungen (plus 0,5 Prozent). Mit 684.000 Neuanträgen auf Arbeitslosenhilfe zeigte sich der Arbeitsmarkt in der Vorwoche besser als erwartet. Die Zahl der Anträge lag rund 50.000 unterhalb der von Bloomberg befragten Analysten und war der niedrigste seit Beginn der Pandemie.

Blockade am Suezkanal: Verzögerung bei den Lieferketten

Am Suezkanal scheint die Blockade durch das havarierte Schiff wohl noch etwas länger anzudauern. Erste Schiffe nehmen derzeit Umwege, daher scheint eine Verzögerung bei den internationalen Lieferketten immer wahrscheinlicher zu werden. Die Ölversorgung dürfte hiervon weniger betroffen sein, dennoch schwankte der Brent-Ölpreis in der Berichtswoche zwischen 60 und 65 US-Dollar je Barrel deutlich.

    Aktien: Erholung zum Wochenende

Die Aktienbörsen zeigten sich zunächst Pandemie-bedingt belastet und gaben unisono im Wochenverlauf nach. Eine Mischung aus guten Wirtschaftsdaten, dem gebremsten Renditeanstieg an den Staatsanleihemärkten und weiteren von US-Präsident Biden in Aussicht gestellten Investitionsvorhaben ließ dann zum Wochenende hin die Märkte drehen. Im Euroraum tendierten EURO STOXX 50- sowie DAX 30-Index am Freitagvormittag leicht ins Plus. Die US-Börsen lagen vor dem Start am Freitag noch geringfügig im negativen Terrain. Belastet zeigten sich die Aktienmärkte aus den Schwellenländern, so verlor etwa der MSCI EM-Lateinamerika 4,1 Prozent. In Asien tendierten der Nikkei 225- und der HSCEI-Index mit minus 2,1 bzw. 2,8 Prozent ebenfalls schwächer. Der MSCI World-Index gab 0,8 Prozent ab.

Branchen: Technologiesektor und Versorger liegen vorne

Mit Blick auf die Branchenentwicklung konnte im für Europa repräsentativen STOXX Europe 600-Index der Technologiesektor mit plus 3,1 Prozent am deutlichsten zulegen. Chemiewerte (plus 2,1 Prozent) und Versorger (plus 1,7 Prozent) folgten. Der Einzelhandel gab 1,8 Prozent ab, Öl-&Gaswerte verloren 1,7 Prozent.

Eon mit guten Zahlen und Aussichten

Im DAX 30-Index lag die Aktie des Energiekonzerns Eon mit plus 8,5 Prozent Wochenzuwachs an der Spitze der Gewinner. Das Unternehmen hatte in der Woche solide Zahlen präsentiert, sieht Wachstumschancen durch die Energiewende und will die Dividende um einen Cent anheben. Die Corona-Pandemie hat in der Geschäftsentwicklung keine bleibenden Spuren hinterlassen. Darüber hinaus konnten die Vorzugsaktien von Henkel mit 6,5 Prozent noch deutlich hinzugewinnen.

Neben Continental war die Aktie von Adidas (jeweils knapp minus sieben Prozent) das Schlusslicht der wöchentlichen Wertentwicklung innerhalb des DAX. Der starke Kursrückgang bei Adidas war von chinesischen Gegenmaßnahmen im Rahmen einer aktuell aufgekommenen Debatte um Baumwolle aus chinesischer Produktion ausgelöst worden. Diese Debatte betraf auch andere Modemarken wie etwa Nike.

      Renten: Rückläufige Renditen an den Staatsanleihemärkten

Rückläufige Renditen in den Kern- und Peripheriemärkten

An den Staatsanleihemärkten sorgte die im Wochenverlauf zu beobachtende Unsicherheit für Unterstützung. In den USA tendierte die Zinskurve über den Renditerückgang bei den langen Laufzeiten etwas flacher. Die Verzinsung fiel dort um bis zu sechs Basispunkte. Die am Donnerstag durchgeführte Auktion siebenjähriger US-Schatzanweisungen verlief wesentlich besser, als dies noch vier Wochen zuvor der Fall gewesen war und sorgte für etwas Entspannung an den Bondmärkten. Parallel entwickelte sich hierzu die Bundkurve, die sich im gleichen Renditeumfang leicht abflachte.

Renditerückgänge waren auch in den Peripherieländern zu beobachten. Im Zehnjahresbereich erfolgte dies in einer Größenordnung von fünf Basispunkten. Der Euro-Gesamtmarkt (iBoxx €-Sovereigns-Index) verzeichnete bis Donnerstagabend ein Plus von 0,7 Prozent.

Mit der aktuellen Verschnaufpause scheint der Renditeanstieg vorerst einmal gestoppt. Für die Bundesanleihen wird aber die Entwicklung des US-Marktes weiterhin entscheidend bleiben. Die EZB hat jüngst verlautbaren lassen, dass sie hinsichtlich des Ankaufprogramms PEPP vor allem auf die Anleihepreise und weniger das Ankaufsvolumen ausgerichtet sein wird. Am Markt besteht nun etwas Hoffnung auf ein mögliches Abkoppeln vom US-Rentenmarkt.

      Ausblick auf die kommende Woche

Die Blicke der Anleger dürften in der vorösterlichen Woche auf den Karfreitag gerichtet sein. Dann wird in den USA über die Zahl der im März neu geschaffenen Stellen berichtet. Nach dem starken Rückgang im Februar liegt die Erwartung der von Bloomberg befragten Volkswirte bei 600.000. Mit der Lockerung etlicher Restriktionen dürften die US-Unternehmen wieder mehr Personal eingestellt haben. Die Arbeitslosenquote wird damit einhergehend ebenfalls leicht rückläufig erwartet.

Darüber hinaus sind die deutschen Einzelhandelsumsätze im Februar (Montag) sowie die Preisentwicklung im Euroraum für März (Mittwoch) von übergeordnetem Interesse.

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Stand aller Informationen, Darstellungen und Erläuterungen: 26. März 2021, soweit nicht anders angegeben.

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