Marktberichte Mai 2021

Aktien: Überwiegend freundlich

Renten: Uneinheitlich

Aktienmärkte: Die marktbreiten Indizes im Euroraum und in den USA tendierten im Mai leicht freundlich. US-Technologietitel hatten hingegen Verluste hinzunehmen. Der insgesamt positive Ausklang der Berichtssaison zum ersten Quartal und Lockerungen aufgrund rückläufiger Corona-Inzidenzzahlen sorgten für ein insgesamt positives Umfeld.

Rentenmärkte: Trotz unerwartet hoher US-Inflationsdaten im April zeigten sich amerikanische Staatsanleihen robust. Die US-Notenbank betrachtet die Entwicklung als temporär und bereitet den Markt behutsam auf den Ausstieg aus der ultralockeren Geldpolitik vor. US-Papiere verbuchten Kursgewinne. Im Euroraum gaben die Notierungen auf Gesamtmarktebene hingegen leicht nach.

Die Aktienmärkte

Europa

Europas Börsenkurse klettern weiter

Die freundliche Stimmung an den europäischen Aktienmärkten hielt im Mai an. Der Euro STOXX 50-Index schloss den Monat mit plus 1,6 Prozent, der marktbreite STOXX Europe 600-Index erreichte Ende Mai ein neues Rekordhoch und beendete den Monat 2,1 Prozent im Plus. Die zunehmenden Fortschritte der Impfkampagnen und sinkende Inzidenzzahlen führten zu weiteren Öffnungen in vielen Ländern im Euroraum.

Entsprechend waren vor allem Aktien aus dem Einzelhandel, der Lebensmittel- und Getränkeindustrie sowie Konsum- und Servicedienstleistungen gefragt. Weniger gesucht waren Titel aus dem Automobilsektor und der Energiebranche. Bis Mitte des Monats bestimmte die überaus positive Berichtssaison das Bild an den Märkten, wobei sich die durchweg sehr gut ausgefallenen Quartalszahlen größtenteils bereits in den Kursen widerspiegelten.

Positiv unterstützten auch aktuelle Konjunkturdaten. Während die Stimmung unter den Einkaufsmanagern in der Industrie im Euroraum auf hohem Niveau verharrte, blickte der Dienstleistungssektor angesichts der weiteren Öffnungen wieder deutlich optimistischer in die Zukunft. Zudem hellte sich das europäische Verbrauchervertrauen auf. Die Inflationsrate stieg aufgrund von Basiseffekten, höheren Rohstoffpreisen und auch getrieben von Lieferengpässen bei wichtigen Vorprodukten weiter an. Der Großteil der Analysten rechnet aber mit einem lediglich vorübergehenden Anstieg der Teuerungsrate. Ähnlich äußerte sich die Europäische Zentralbank, die weiterhin an ihrer expansiven Geldpolitik festhalten will.

Der weitere Verlauf an den europäischen Kapitalmärkten dürfte bis auf Weiteres von der Entwicklung der Corona-Pandemie geprägt bleiben. Die Fortschritte in der Corona-Impfstoffverteilung sowie die Öffnungsschritte hin zu einer Normalisierung des Wirtschaftslebens bleiben dabei zentrale Themen. Die globale Liquiditätsflut und die niedrigen Zinsen unterstützen weiterhin Risikoanlagen wie Aktien. Aktives Management und eine gute Selektion bleiben in diesem Umfeld unverzichtbar.

Deutschland

Deutsche Blue-Chips auf Rekordhoch

Auch im Wonnemonat Mai ging es für den deutschen Aktienmarkt weiter aufwärts. Gegen Monatsende erreichte der DAX 30-Index, der die größten börsennotierten deutschen Unternehmen umfasst, ein Allzeithoch. Unter dem Strich gewann er im Monatsvergleich 1,9 Prozent. Anders als im April schnitten diesmal Unternehmen mit einer mittleren Marktkapitalisierung weniger gut ab. Gemessen am MDAX-Index legten sie um 1,5 Prozent zu. Noch etwas schwächer entwickelten sich die Kurse bei den Werten mit kleiner Marktkapitalisierung, mit Blick auf den SDAX-Index stiegen sie 0,9 Prozent.

Die Berichtssaison fiel für deutsche Unternehmen laut den Berichten für das erste Quartal insgesamt vergleichsweise gut aus, und vielfach wurden die Erwartungen erfüllt oder übertroffen. Dies, obwohl die Wirtschaft in Teilen von Corona-Eindämmungsmaßnahmen gebremst war und obwohl es etwa im Verarbeitenden Gewerbe Berichte über Knappheit bei Vorprodukten sowie anhaltende pandemiebedingte Störungen in globalen Lieferketten gab.

Auftrieb verliehen dem Gesamtmarkt die weiter kräftige Konjunkturerholung sowie sinkende Corona-Neuinfektionszahlen und die Fortschritte in der Impfkampagne. An der Börse schlug sich dies in Kursgewinnen für zyklische Aktien nieder. Der ifo-Geschäftsklimaindex stieg im Mai auf 99,2 Punkte und damit auf den höchsten Stand seit zwei Jahren. Der Dienstleistungssektor profitierte von Lockerungen, so dass die Erwartungen deutlich anzogen. Das Geschäftsklima stieg in diesem Bereich auf den höchsten Wert seit Februar 2020. Auch die Inflation legte weiter zu; sie stieg im Mai in Deutschland laut dem Statistischen Bundesamt gegenüber dem Vormonat um 0,5 Prozent und im Jahresvergleich um 2,5 Prozent.

Der deutsche Aktienmarkt dürfte vorerst weiter von den Fortschritten in der Impfkampagne sowie den Öffnungsschritten hin zu einer Normalisierung des Wirtschaftslebens geprägt bleiben. Viel davon haben die Aktienmärkte in ihrer Entwicklung bereits vorweggenommen. Daher dürfte der Fokus verstärkt auf die Ergebnisentwicklung der Unternehmen rücken. Bleibt das Gewinn-Momentum hoch und die Geldpolitik weiterhin locker, besteht noch Spielraum nach oben.

Osteuropa

Osteuropäische Aktien mit kräftigem Plus

Im Mai haben die Aktienbörsen in Osteuropa kräftige Kursgewinne verzeichnet. Gemessen am MSCI EM Eastern Europe-Index legten sie in Lokalwährung um 6,6 Prozent zu. Keine Rolle spielten vergleichsweise hohe Corona-Neuinfektionszahlen sowie eher zögerliche Fortschritte der Impfkampagnen in einigen Ländern wie Russland. Die Märkte wurden eher von sich weiter aufhellenden Konjunkturdaten in der Europäischen Union (EU) sowie von abnehmenden Befürchtungen vor einem weiteren deutlichen Anstieg der US-Staatsanleiherenditen beeinflusst. Dazu trugen Äußerungen von Vertretern der US-Notenbank Federal Reserve bei, die weiter eine lockere Geldpolitik in Aussicht stellten. Auch dürfte das US-Infrastrukturpaket, das von der Biden-Regierung geplant wird, statt wie geplant 2,3 Billionen US-Dollar nur rund 1,7 Billionen US-Dollar groß ausfallen, weil die Republikaner kategorisch gegen Steuererhöhungen sind und damit die Gegenfinanzierung dieser Staatsausgaben erschwert wird.

Der russische Aktienmarkt stieg im Berichtszeitraum, gemessen am MOEX-Index, in Lokalwährung um 5,0 Prozent. Im Zusammenhang mit der Kaperung eines Ryanair-Flugzeuges mit einem weißrussischen Blogger an Bord durch die autokratische Regierung Lukaschenko kam es zu neuen Spannungen zwischen der EU und Belarus sowie Moskau. Andererseits sollen sich US-Präsident Joe Biden und der russische Staatpräsident Wladimir Putin in Genf zu Gesprächen treffen.

Der ungarische Aktienmarkt geriet nach Aussagen der Ungarischen Notenbank kurzzeitig unter Druck. Diese erklärte, sie sei bereit, proaktive Schritte gegen mögliche Inflationsrisiken zu unternehmen. Sie hatte zuletzt aber wie erwartet die Leitzinsen unverändert belassen. Würde sie den Leitzins angesichts einer auf über 5 Prozent angestiegenen Inflationsrate anheben, wäre sie die erste Notenbank innerhalb der EU, die eine Zinserhöhung vornehmen würde. Unter dem Strich schloss der BUX-Index aber im Monatsvergleich 7,4 Prozent höher.

Die osteuropäischen Börsen dürften von den Fortschritten in der Corona-Impfstoffverteilung und der Lockerung der Eindämmungsmaßnahmen in wichtigen Wirtschaftsregionen der Welt geprägt bleiben.

USA

Gemischtes Bild an den US-Börsen

Die US-amerikanischen Aktienmärkte haben im Mai unter Schwankungen uneinheitlich gehandelt. Der marktbreite S&P 500-Index legte 0,6 Prozent zu, der industrielastige Dow Jones Industrial Average verbesserte sich um 1,9 Prozent. Der Technologie-Index Nasdaq Composite gab 1,5 Prozent ab. Vor allem die Sektoren Industrie und Energie sowie Finanzwerte verzeichneten deutliche Gewinne, zyklische Konsumtitel und Versorger schnitten hingegen leicht unterdurchschnittlich ab.

Für etwas Verunsicherung sorgten im Berichtsmonat die Inflationszahlen aus den USA: Die US-Verbraucherpreisdaten für April fielen mit einem Anstieg von 4,2 Prozent unerwartet hoch aus. Die Erwartungen der Analysten bewegten sich mit plus 3,6 Prozent schon auf einem üppigen Niveau, das dann aber noch getoppt wurde. Neben Basiseffekten machten sich vor allem Preissteigerungen im Rahmen des Corona-bedingten Re-Opening der US-Wirtschaft entsprechend bemerkbar. Hierzu gehören in erster Linie steigende Preise für Flugreisen, Mietwagen und Hotels. Die US-Notenbank Fed zeigt sich bislang hinsichtlich des Inflationsanstiegs allerdings gelassen und erachtet die aktuelle Entwicklung offenbar als nicht dauerhaft.

Weiter positiv verlief hingegen zuletzt die Berichtssaison der Unternehmen. Nachdem fast alle Konzerne aus dem S&P 500-Index ihre Zahlen veröffentlicht hatten, konnten knapp 71 Prozent der Firmen bei den Umsatzerwartungen die Analysten überraschen. Bei der Gewinnentwicklung übertrafen sogar 87 Prozent die Schätzungen. Allerdings scheint von der Entwicklung bereits einiges eingepreist zu sein: Oftmals reagierten die Kurse auf die starken Zahlen kaum noch.

Das Coronavirus wird den Beginn der 2020er Jahre an den Kapitalmärkten entscheidend prägen. Mit dem Impffortschritt und den Öffnungen hin zu einer Normalisierung des Wirtschaftslebens stehen die Chancen gut, dass ab Mitte 2021 eine nachhaltige Erholung einsetzen wird. Risikoanlagen sind durch die globale Liquiditätsflut und die niedrigen Zinsen weiter unterstützt. Aktives Management und eine gute Selektion bleiben in diesem Umfeld Trumpf.

Fernost

Fernost-Aktienmärkte leiden unter Corona-Infektionszahlen

Die Aktienmärkte in Fernost haben im Mai mehrheitlich schwächer tendiert. Der MSCI Far East Ex Japan-Index gab auf Lokalwährungsbasis um 0,3 Prozent nach. Zeitweise belasteten steigende Corona-Infektionszahlen etwa in Malaysia und Japan die Stimmung. Dagegen sorgten abnehmende Inflationsängste und die Stabilisierung der Renditen am US-Anleihenmarkt wieder für Rückenwind. Vertreter der US-Notenbank Fed hatten erklärt, trotz eines Inflationsanstiegs an der lockeren Geldpolitik vorerst festhalten zu wollen. Der Anstieg der Teuerungsrate werde als vorübergehend eingeschätzt. Damit einher kam auch die Rotation von Technologieaktien hin zu eher zyklischen Werten zu einem vorübergehenden Ende.

Eine Ausnahme bildete der chinesische Aktienmarkt, der in der zweiten Monatshälfte deutlich an Fahrt gewann und auf ein Drei-Monats-Hoch stieg. Der Shanghai Composite-Index legte im Monatsvergleich um 4,9 Prozent (in Lokalwährung) zu. Als Grund für die Rally wurden Käufe von ausländischen Investoren angeführt. Auch waren eher defensive Aktien gesucht, nachdem die chinesische Regierung erklärt hatte, gegen Rohstoffspekulation vorgehen zu wollen und sich zwecks Verhinderung einer steigenden Teuerung für eine ausreichende Versorgung an Rohstoffen einzusetzen. Unter Druck standen deshalb rohstoffnahe Unternehmen aus der Sorge vor Preiskontrollen.

Kräftige Verluste verzeichnete der Aktienmarkt in Taiwan gemessen am TAIEX-Index (-2,8 Prozent). Dies lag unter anderem an steigenden Corona-Infektionszahlen sowie an den anhaltenden Spannungen mit China, aber auch am Verhalten von Privatanlegern. So haben viele heimische Anleger Aktien auf Kredit gekauft, so dass sie in der Marktkorrektur gezwungen waren zu verkaufen, was die Abwärtsbewegung noch verstärkte. Darüber hinaus färbte die Schwäche der Technologiewerte an der US-Börse Nasdaq ab.

Angesichts der Fortschritte in der Impfstoffentwicklung und solange die Corona-Pandemie beherrschbar bleibt, dürften die asiatischen Aktienmärkte noch Aufwärtspotenzial haben. Rückenwind kommt von der lockeren Geldpolitik sowie der Liquiditätsschwemme, die Risikoanlagen wie Aktien unterstützt.

Japan

Japanischer Aktienmarkt stabilisiert sich

Nach den Verlusten im Vormonat hat sich der japanische Aktienmarkt im Mai wieder stabilisiert und unter dem Strich leichte Gewinne verbucht. Gemessen am Nikkei 225-Index stieg der Aktienmarkt um 0,2 Prozent (in Lokalwährung), und gemessen am marktbreiten Topix-Index gewann er 1,3 Prozent. Zunächst hatten den Markt Befürchtungen belastet, dass die US-Notenbank Federal Reserve angesichts einer kräftigen Konjunkturerholung und stark steigender Inflation rascher als erwartet die Geldpolitik straffen könnte. Später ebbten diese Sorgen etwas ab, zudem gab die japanische Währung Yen nach und fiel auf ein Sieben-Wochen-Tief, was exportorientierten Aktien Auftrieb verlieh. Wenig Einfluss hatten die Corona-Neuinfektionszahlen, die im Vormonat deutlich gestiegen waren, sich aber im Monatsverlauf wieder etwas zurückbildeten. Nach wie vor verläuft die japanische Impfkampagne sehr schleppend.

Insgesamt reagierten die Anleger auf gute Unternehmensergebnisse eher zurückhaltend. Die Aktien des Mischkonzerns Softbank rutschten beispielsweise nach Vorlage der Zahlen deutlich ab, obwohl das Unternehmen im vergangenen Jahr einen Rekordgewinn erwirtschaftet hatte. Für Enttäuschung sorgte, dass das Aktienrückkaufprogramm nicht verlängert wurde. Im weiteren Monatsverlauf erholten sich die Aktien aber.

In einem Interview erklärte Notenbankchef Haruhiko Kuroda, dass die japanische Wirtschaft zum Jahresende das Vor-Corona-Niveau wieder erreicht haben sollte. Die Notenbank werde aber ihre lockere Geldpolitik auch nach dem Ende der Pandemie fortführen. Die Finanzierungsbedingungen für Unternehmen seien aber angespannt. Laut einem Medienbericht erwägt die Bank of Japan eine Verlängerung der Konjunkturhilfen über September hinaus, was Kuroda nicht ausschloss.

Auch in den kommenden Wochen dürften die Entwicklung der Corona-Pandemie und die Geschwindigkeit der Impfkampagnen in wichtigen Wirtschaftsregionen sowie die globale Konjunkturerholung bestimmende Themen am japanischen Aktienmarkt bleiben.

Weltweit

Globale Aktienmärkte legen weiter zu

Die globalen Aktienmärkte konnten im Mai die Gewinne des Vormonats leicht ausbauen. Der MSCI Welt-Index verzeichnete in Lokalwährung ein Plus von 0,8 Prozent. Die US-amerikanischen Aktienmärkte zeigten dabei ein gemischtes Bild: Der Dow Jones Industrial Average-Index stieg um 1,9 Prozent, der marktbreite S&P 500-Index hingegen legte nur 0,6 Prozent zu. Für etwas Verunsicherung sorgten im Berichtsmonat die Inflationszahlen aus den USA: Die US-Verbraucherpreisdaten für April fielen mit einem Anstieg von 4,2 Prozent unerwartet hoch aus. Neben Basiseffekten machten sich vor allem Preissteigerungen im Rahmen des Corona-bedingten Re-Opening der US-Wirtschaft entsprechend bemerkbar.

In Europa legten die Aktienmärkte ebenso zu. Der Euro STOXX 50-Index schloss den Monat mit plus 1,6 Prozent, der marktbreite STOXX Europe 600-Index erreichte Ende Mai ein neues Rekordhoch und beendete den Monat 2,1 Prozent im Plus. Die zunehmenden Fortschritte der Impfkampagnen und sinkende Inzidenzzahlen führten zu weiteren Öffnungen in vielen Ländern im Euroraum. Entsprechend waren vor allem Aktien aus dem Einzelhandel, der Lebensmittel- und Getränkeindustrie sowie Konsum- und Servicedienstleistungen gefragt.

Nach den Verlusten im Vormonat hat sich der japanische Aktienmarkt im Mai wieder stabilisiert und konnte unter dem Strich leichte Gewinne verbuchen. Gemessen am Nikkei 225-Index stieg der Aktienmarkt um 0,2 Prozent (in Lokalwährung), gemessen am marktbreiten Topix-Index gewann er 1,3 Prozent. Die Schwellenländerbörsen legten dagegen zu. Der MSCI Emerging Markets-Index verzeichnete in lokaler Währung ein Plus von 1,1 Prozent.

Das Coronavirus wird den Beginn der 2020er Jahre an den Kapitalmärkten entscheidend prägen. Mit dem Impffortschritt stehen die Chancen gut, dass ab Mitte 2021 eine nachhaltige Erholung einsetzen wird. Risikoanlagen sind durch die globale Liquiditätsflut und die niedrigen Zinsen weiter unterstützt. Aktives Management und eine gute Selektion bleiben in diesem Umfeld Trumpf.

Die Rentenmärkte

Eurozone

Rendite von Bundesanleihen stieg auf Zwei-Jahreshoch

Am Euro-Rentenmarkt setzte sich der Renditeanstieg der vergangenen Monate zunächst fort. Zehnjährige Bundesanleihen rentierten zur Monatsmitte kurzzeitig mit -0,1 Prozent. Dies war der höchste Stand seit rund zwei Jahren. Für Verkaufsdruck sorgten vor allem die weiter gestiegenen Inflationserwartungen. Getrieben von Basiseffekten und höheren Rohstoffpreisen zogen die Teuerungsraten deutlich an. Hinzu kamen immer mehr Nachrichten bezüglich Lieferengpässen bei wichtigen Vorprodukten, sodass sie Sorge zunahm, die höheren Produzentenpreise könnten an die Verbraucher weitergegeben werden. Global trifft derzeit eine steigende Nachfrage auf eine mitunter noch geringe Produktion.

In der zweiten Monatshälfte gingen dann wichtige Impulse von den Notenbanken aus. Die Währungshüter im Euroraum und in den USA betonten mehrfach, dass sie nur mit einem vorrübergehenden Anstieg der Teuerungsraten rechnen würden. Gleichzeitig wolle man an der expansiven Geldpolitik festhalten, erste Unterschiede in der Kommunikation waren aber bereits auszumachen. Während die Zentralbanker in den USA erste Überlegungen anstellten, wann man mit der Debatte um eine Reduzierung der Anleihekäufe (Tapering) beginnen sollte, bekräftigten die Mitglieder der Europäischen Zentralbank ihre aktuelle Ausrichtung. Im weiteren Monatsverlauf ebbten die Inflationssorgen wieder etwas ab und die Renditen kamen ebenfalls wieder zurück.

Anleihen aus den Peripherieländern gerieten ebenfalls unter Verkaufsdruck. Gerade in Italien stellte die Ausgabe von immer neuen Staatsanleihen eine Belastung dar, wodurch sich die Renditedifferenz zu deutschen Bundesanleihen auf wieder mehr als 120 Basispunkte erhöhte. Später setzte aber auch dort eine Beruhigung ein. In Summe schnitten Peripherieanleihen sogar wieder leicht besser ab als Anleihen aus den Kernländern. Gemessen am iBoxx Euro Sovereigns-Index verbuchten Euro-Staatsanleihen im Mai einen leichten Verlust von 0,1 Prozent. Der Trend zu leicht steigenden Renditen dürfte jedoch nur pausieren. Die letzten Wochen haben aber gezeigt, dass die Aufwärtsdynamik etwas abnimmt.

USA

Notenbank übt sich demonstrativ in Geduld

Am US-Rentenmarkt war im Mai eine deutliche Konsolidierung erkennbar. Nach den ereignisreichen Vormonaten handelten US-Staatsanleihen zuletzt in einer vergleichsweise engen Handelsspanne seitwärts. Gute Konjunkturdaten und die vor allem in der ersten Monatshälfte anziehenden Inflationserwartungen hätten eigentlich für weiter steigende Renditen gesprochen. Der US-Notenbank Fed gelang es aber das Zinsniveau zu stabilisieren. Verschiedene Fed-Mitglieder meldeten sich zu Wort und machten dabei immer wieder deutlich, dass es sich beim aktuell zu beobachtenden Inflationsanstieg wohl nur um eine temporäre Entwicklung handeln dürfte. Darüber hinaus begannen die Währungshüter die Marktteilnehmer behutsam auf einen beginnenden Ausstieg aus der ultralockeren Geldpolitik vorzubereiten. Man wolle zunächst substanzielle Verbesserungen am US-Arbeitsmarkt sehen, hießt es. In den letzten Monaten konnten hier schon einige Erfolge beobachtet werden. Deshalb kam bereits hin und wieder die Befürchtung auf, die Fed könnte demnächst ihre monatlichen Wertpapierankäufe reduzieren. Doch im Mai wurde nun mehrfach betont, dass es dafür noch zu früh sei, man werde sich aber in den Sommermonaten intensiv über einen Starttermin unterhalten. Diese Art der langsamen und schrittweisen Vorbereitung kommt derzeit bei den Marktteilnehmern gut an. Auch die Äußerungen, dass man mehrere gute Datenpunkte vom Arbeitsmarkt in Reihe benötigt, war der Marktberuhigung zuträglich. Schließlich enttäuschte der Zuwachs an neuen Arbeitsplätzen im April, was für Anleger aber gleichermaßen bedeutete, dass die expansive Geldpolitik der US-Notenbank vorerst weiter bestehen bleiben dürfte.

Größere Verspannungen gab es hingegen am kurzen Laufzeitende der Zinskurve. Ein hoher Anlagebedarf von US-Geldmarktfonds bei gleichzeitig hohen Fälligkeiten hielt die unterjährigen Renditen nahe der Null-Prozent-Marke.

Gemessen am JP Morgan Global Bond US-Index verzeichneten US-Staatsanleihen im Mai einen leichten Zuwachs von 0,3 Prozent. Tendenziell dürfte der Renditeanstieg jedoch nur pausieren, sich aber nicht mehr mit der Dynamik der vergangenen Monate fortsetzen.

Weltweit

Notenbanken sorgen für Beruhigung an den Rentenmärkten

Am US-Rentenmarkt war im Mai eine deutliche Konsolidierung erkennbar. Nach den ereignisreichen Vormonaten handelten US-Staatsanleihen zuletzt in einer vergleichsweise engen Handelsspanne seitwärts. Gute Konjunkturdaten und die vor allem in der ersten Monatshälfte anziehenden Inflationserwartungen hätten eigentlich für weiter steigende Renditen gesprochen. Der US-Notenbank Fed gelang es aber das Zinsniveau zu stabilisieren. Verschiedene Fed-Mitglieder meldeten sich zu Wort und machten dabei immer wieder deutlich, dass es sich beim aktuell zu beobachtenden Inflationsanstieg wohl nur um eine temporäre Entwicklung handeln dürfte. Darüber hinaus begannen die Währungshüter die Marktteilnehmer behutsam auf einen beginnenden Ausstieg aus der ultralockeren Geldpolitik vorzubereiten. Gemessen am JP Morgan Global Bond US-Index verzeichneten US-Staatsanleihen im Mai einen leichten Zuwachs von 0,3 Prozent.

Am Euro-Rentenmarkt setzte sich der Renditeanstieg der vergangenen Monate zunächst fort. Zehnjährige Bundesanleihen rentierten zur Monatsmitte kurzzeitig mit -0,1 Prozent. Dies war der höchste Stand seit rund zwei Jahren. Für Verkaufsdruck sorgten vor allem die weiter gestiegenen Inflationserwartungen. In der zweiten Monatshälfte gingen dann ebenfalls wichtige Impulse von der Notenbank aus. Die Währungshüter im Euroraum betonten mehrfach, dass sie nur mit einem vorrübergehenden Anstieg der Teuerungsraten rechnen würden. Gleichzeitig bekräftigten die Mitglieder der Europäischen Zentralbank ihre aktuelle Ausrichtung. Im weiteren Monatsverlauf ebbten die Inflationssorgen wieder etwas ab und die Renditen kamen ebenfalls wieder zurück. Gemessen am iBoxx Euro Sovereigns-Index verbuchten Euro-Staatsanleihen im Mai einen leichten Verlust von 0,1 Prozent.

Europäische Unternehmensanleihen mussten leicht steigende Risikoaufschläge hinnehmen und verzeichneten daher, gemessen am ICE BofA Euro Corporate-Index (ER00) ebenfalls ein leichtes Minus von 0,1 Prozent. Stabile US-Renditen und feste Rohstoffnotierungen ließen Anleihen aus den Schwellenländern (J.P. Morgan EMBI Global Div. Index), im Mai um 1,1 Prozent steigen.

Unternehmensanleihen

Euro-Unternehmensanleihen: Leichte Verluste

Die aufkommende Diskussion um einen Ausstieg der Zentralbanken, vor allem der EZB, aus der ultra-lockeren Geldpolitik hat im Mai ein wenig belastet. Im Rahmen der dabei zu beobachtenden leicht ansteigenden Bundrenditen tendierten auch Euro-Unternehmensanleihen mit Rating Investment Grade etwas leichter. Der Verlust hielt sich mit 0,1 Prozent auf Gesamtmarktebene (ICE BofA Euro Corporate-Index, ER00) aber in Grenzen. Die Risikoprämien (Spreads) weiteten sich dabei von 58 auf 61 Basispunkte leicht aus. Von den Spreadausweitungen waren vor allem Unternehmenspapiere mit längeren Laufzeiten betroffen. Die Spread-Entwicklung verlief aber wenig volatil, das heißt die Ausschläge in die eine oder andere Richtung waren im Mai sehr überschaubar. Insgesamt verzeichnete der Euro-Unternehmensanleihemarkt wenig Eigenleben. Am Primärmarkt wurden regelmäßig neue Papiere emittiert, die Neuemissionsprämien blieben für die Anleger weiterhin eher gering. Fortgesetzt unterstützen die anhaltenden Ankäufe der Europäischen Zentralbank das Handelsgeschehen.

Mit Blick auf die Sub-Indizes gaben auch Nachrangpapiere aus dem Finanz- und Industriebereich (ICE BofA EBSU- und ENSU-Index) etwas nach und büßten 0,1 bzw. 0,3 Prozent ein. Auch dort kam es zu Spreadausweitungen im einstelligen Bereich. Ins Positive tendierte hingegen der Markt für hochverzinsliche Unternehmenspapiere. Der für Euro High Yield-Anleihen repräsentative ICE BofA HEAG-Index gewann im Mai rund 0,2 Prozent an Wert hinzu. Vor allem spielte dem Sektor das Thema „Reopening“ der Wirtschaft im Rahmen der Lockerungsbemühungen in die Karten. Viele der im High Yield-Bereich angesiedelten Unternehmenspapiere profitierten von der Hoffnung auf bessere Geschäftsaussichten. Die Spreads im High Yield-Sektor schwankten um einiges und stiegen letztlich im Vergleich zum Vormonat um vier auf 268 Basispunkte an.

Am US-Unternehmensanleihemarkt kam es im Zuge rückläufiger US-Staatsanleihe-Renditen zu leichten Zugewinnen. Der ICE BofA US-Large Cap Corporate-Index gewann auf US-Dollarbasis im Berichtsmonat 0,7 Prozent hinzu. Die Spreads dort tendierten mit 97 Basispunkten unverändert.

Emerging Markets

Freundliches Marktumfeld für Schwellenländeranleihen

An den Rentenmärkten der Schwellenländer (Emerging Markets) waren im Mai Kurszuwächse zu beobachten. Gemessen am JP Morgan EMBI Global Diversified-Index verbuchte der in Euro und US-Dollar denominierte Gesamtmarkt ein Plus in Höhe von 1,1 Prozent. Dabei sorgten weiter steigende Rohstoffpreise bei gleichzeitig seitwärtsverlaufenden US-Renditen für Unterstützung. Nach den ereignisreichen Vormonaten handelten US-Staatsanleihen zuletzt in einer vergleichsweise engen Handelsspanne seitwärts. Der US-Notenbank Fed gelang es trotz guter Konjunkturdaten und anziehender Inflationserwartungen das Zinsniveau zu stabilisieren. Positive Impulse gingen zudem auch von den anhaltenden Mittelzuflüssen in die Anlageklasse aus. In Konsequenz engte sich der Spread auf Indexebene gegenüber den als sicher geltenden US-Staatsanleihen um sechs auf 333 Basispunkte ein, wobei im High Yield-Bereich die Spreadeinengung stärker ausfiel. Die Lage am Primärmarkt war hingegen ruhig. Im Bereich der Staatsanleihen gehörten Chile, Russland und die Vereinigen Arabischen Emirate zu den wenigen Emittenten. Auf der Unternehmensanleiheseite fiel die Platzierungsaktivität zwar höher aus, diese flachte aber im Vergleich zum Vormonat ebenfalls ab.

Die Auswirkungen idiosynkratischer Risiken blieben weitgehend regional begrenzt, wie beispielsweise in Belarus. Wegen drohender zusätzlicher Sanktionen gegen Belarus im Zusammenhang mit der Umleitung eines Verkehrsflugzeuges zogen sich Investoren aus Anleihen und der Währung des Landes zurück. Die Verkäufe belarussischer Bonds trieben die Rendite der bis 2031 laufenden Titel auf 7,74 Prozent. Zu Beginn des Monats lag sie noch rund 1,7 Prozentpunkte tiefer. Parallel dazu verteuerte sich der Dollar auf 2,53 Belarussische Rubel. Für den Fall weiterer Sanktionen wurde ratingseitig eine Herabstufung der Bonität von Belarus signalisiert. Indes ist die Türkische Lira gegenüber dem US-Dollar auf ein neues Rekordtief gefallen. Im Tief mussten für einen Dollar 8,56 Lira bezahlt werden. Beobachter sahen als Grund erneute Forderungen des türkischen Präsidenten Erdogan nach Zinssenkungen durch die Zentralbank des Landes.

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Stand aller Informationen, Darstellungen und Erläuterungen: 31. Mai 2021, soweit nicht anders angegeben.

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