MarktTicker 51. Kalenderwoche

Wöchentliche Information zu den Kapitalmärkten für den Zeitraum vom 16. bis 20. Dezember 2019

    Was diese Woche wichtig war: Phase 1-Deal: Erster Erfolg im Handelskonflikt

Eine erste Einigung der USA mit China im Handelskonflikt und die Lage in Großbritannien nach der Wahl verlieh vor allem dem britischen und auch den US-Aktienmärkten weiteren Schub. Im Rahmen der freundlichen Stimmung waren als sicher geltende Staatsanleihen weniger gefragt. Die gegen Jahresende abnehmende Liquidität und Gewinnmitnahmen sorgten für rückläufige Anleihenotierungen.

Weitere Eskalation im Handelskonflikt vermieden

Die zu Beginn der Berichtswoche bekanntgegebene Einigung im „Phase 1-Deal“ zwischen den USA und China ist ein kleiner Erfolg. In dem seit Anfang 2018 immer weiter eskalierten Handelskonflikt haben sich beide Seiten nun auf ein erstes Zwischenabkommen, dem Phase 1-Deal, verständigt. Die Unterzeichnung wird allerdings erst Anfang 2020 erfolgen. Die USA verzichten hierbei auf die zum 15. Dezember angekündigten zusätzlichen Strafzölle auf chinesische Waren im Gegenwert von 160 Milliarden US-Dollar. Darüber hinaus soll 30 Tage nach Inkrafttreten der Satz für weitere Strafzölle auf chinesische Einfuhren im Wert von 120 Milliarden US-Dollar von 15 auf 7,5 Prozent halbiert werden. China verpflichtet sich im Gegenzug zur Erhöhung seiner Agrarimporte aus den USA und zum besseren Schutz von geistigem Eigentum.

Die nun getroffene Vereinbarung sollte eine weitere Eskalation im Handelsstreit sowie negative Auswirkungen auf den Welthandel vermeiden. Einen belastbaren Wendepunkt im Handelsstreit stellt die Einigung unserer Meinung nach aber nicht dar. US-Präsident Trump dürfte zwar negative Rückkoppellungen auf die US-Wirtschaft in einer möglichen zweiten Amtszeit vermeiden können. Weiterführende Gespräche hinsichtlich eines “Phase 2-Deals“ werden unserer Meinung nach aber komplexer und wesentlich zäher ausfallen. Zumal auch mehr als 90 Prozent der bislang verhängten Strafzölle weiterhin in Kraft bleiben.

Deutschland: Ifo-Index legt zu

Mit Blick auf die Konjunkturdaten konnte der Ifo-Geschäftsklimaindex unerwartet zulegen. Im Dezember haben sich sowohl die Geschäftslage als auch die -erwartungen in den Unternehmen verbessert, der Index stieg von 95,1 auf 96,3 Punkte an. Erwartet wurden im Konsens 95,5 Punkte. Verhalten zeigten sich hingegen die Einkaufsmanagerindizes aus dem Euroraum für Dezember. Der Gesamtindex lag zum dritten Mal in Folge knapp oberhalb der Expansionsschwelle. Für die deutsche Industrie stellt sich die Lage eher düster dar.

Zentralbanksitzung: Schweden beendet Phase mit Negativzins

Darüber hinaus tagten in der Berichtswoche noch einige Notenbanken. Das Gremium der Bank of England ließ den Leitzins mit 0,75 Prozent unverändert. Angesichts des Wahlsieges von Boris Johnson gab es allerdings die eine oder andere Stimme, die angesichts der nun vorliegenden Klarheit in Sachen Brexit eine Straffung der Geldpolitik befürwortet hat. Die Bank of Japan behält ihre lockere Geldpolitik ebenfalls bei. Die Schwedische Riksbank hingegen hat ihre Negativzinsphase beendet. Der Schlüsselsatz wurde um 25 Basispunkte angehoben und liegt nun mit null Prozent erstmals seit Juni 2015 nicht mehr im negativen Bereich. Weitere Zinserhöhungen dürften vorerst jedoch nicht zu erwarten sein. Die Anhebung wurde in erster Linie mit guten Inflationsaussichten begründet. Unverändert blieb hingegen der norwegische Leitzins, die Norges Bank geht bis auf weiteres von einem anhaltenden Leitzinsniveau von 1,5 Prozent aus.

    Aktien: US- und britische Werte gefragt

Höchststände in den USA

Die US-amerikanischen Aktienmärkte setzten in der Berichtswoche ihren Aufwärtstrend fort. Sowohl der Dow Jones Industrial Average als auch der marktbreite S&P 500 erzielten historische Höchststände. Dies traf auch für den Technologieindex Nasdaq zu. Die Zugewinne auf Indexebene betrugen dort per Freitagmittag ein bis zwei Prozent. An der Spitze unter den großen Aktienindizes lag jedoch der britische FTSE 100, der nach der Wahl zum britischen Unterhaus um 3,2 Prozent zulegte. Leicht ins Minus tendierte hingegen der japanische Nikkei225, der 0,9 Prozent verlor.

FTSE 100 treibt STOXX Europe 600 an

Die erfreuliche Entwicklung in den USA und Großbritannien konnte der Euroraum nicht ganz teilen. Der DAX30-Index lag per Freitagmittag mit 0,2 Prozent leicht im Minus, während sich der EURO STOXX 50-Index mit 0,4 Prozent leicht im Plus hielt. Der marktbreite STOXX Europe 600 gewann mit Hilfe der Briten ein Prozent hinzu und erzielte zum Wochenauftakt ebenfalls einen historischen Höchststand. Bei den Branchen lagen Öl & Gas (plus 2,3 Prozent), der Gesundheitssektor (plus 2,2 Prozent) sowie die Versorger (plus 2,1 Prozent) vorne. Der Automobilsektor verlor hingegen 0,8 Prozent.

Aktie der Deutschen Bank Wochengewinner im DAX 30

Bei den Einzelwerten war im DAX 30 die Aktie der Deutschen Bank der Wochengewinner. Deren Kurs notierte am Freitag mit 7,10 Euro je Aktie rund 5,8 Prozent höher. Der Konzernumbau, der laut Presseberichten mit einem größeren Stellenabbau im Privatgeschäft verbunden ist, prägte zum Wochenende hin die Schlagzeilen. Heidelberger Zement, SAP sowie die Volkwagen waren mit jeweils rund drei Prozent Verlust die Verlierer in der Handelswoche.

    Renten: Weitere Verluste bei den Staatsanleihen

Ausweitung der Renditedifferenz bei italienischen und griechischen Staatsanleihen

Ein von geringer Liquidität und risikofreudiger Marktstimmung geprägter Handel führte in der Berichtswoche zu Verlusten und damit leicht ansteigenden Renditen. Mit dem Zinsanstieg am längeren Ende sind sowohl die bundesdeutsche als auch die US-amerikanische Zinsstrukturkurve etwas steiler geworden. Bei den zehnjährigen US-Renditen geht es (1,94 Prozent) langsam in Richtung Zwei-Prozentmarke. Laufzeitgleiche Bundesanleihen rentierten mit minus 23 Basispunkten ebenfalls etwas schwächer. Bei italienischen und griechischen Staatsanleihen weiteten sich die Risikoprämien gegenüber Bundesanleihen zudem weiter aus. Gewinnmitnahmen nach erfreulicher Jahresentwicklung dürften hierfür verantwortliche sein. Bis Donnerstagabend fiel den Euroraum betreffend (iBoxx € Sovereigns) bei Verlust in Höhe von 0,5 Prozent an.

Hohe Mittelzuflüsse bei Anleihen aus den Schwellenländern

Der Markt für Anleihen aus den Schwellenländern verbuchte in der Berichtswoche massive Mittelzuflüsse. Ein Anlagebedarf in Höhe von über drei Milliarden US-Dollar sorgte für rückläufige Risikoprämien (Spreads). Auf Indexebene (JP Morgan EMBIG Div.-Index) fielen die Spreads erstmalig im laufenden Jahr unter die Marke von 300 Basispunkten. Bei den europäischen Unternehmensanleihen hatten wir eine sehr ruhige Woche. Ausbleibende Neuemissionen und rückläufige Risikoprämien prägten das Handelsgeschehen. Ab der zweiten Handelswoche 2020 dürfte sich der Markt für Neuemissionen wieder deutlich beleben.

    Ausblick auf die beiden kommenden Wochen

Aufgrund der bevorstehenden zahlreichen Feiertage haben wir die Daten der beiden kommenden Wochen zusammengefasst. Die chinesischen Einkaufsmanagerindizes und der US-amerikanische ISM-Index dürften dabei die wichtigsten (Stimmungs)Indikatoren sein. Der ISM sollte sich den Erwartungen zufolge weiter unterhalb der 50er-Marke stabilisieren. Bezüglich China werden minimale Abschläge im expansiven Bereich erwartet. Die deutschen Verbraucherpreise im Dezember stehen dann am 3. Januar an. Der Konsens rechnet für Dezember (im Jahresvergleich) aufgrund der Entwicklung der Energiepreise mit einer leichten Erhöhung.

Liebe Leserinnen und Leser, wir wünschen Ihnen schöne Weihnachten, angenehme Feiertage und kommen Sie gut in das neue Jahr. Den nächsten Ticker zum Marktgeschehen erhalten Sie am 10. Januar 2020.

Bis dahin grüßt Sie freundlichst

Ihr Portfoliomanagement

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Stand aller Informationen, Darstellungen und Erläuterungen: 20. Dezember 2019, soweit nicht anders angegeben.

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