MarktTicker 7. Kalenderwoche

Wöchentliche Information zu den Kapitalmärkten für den Zeitraum vom 10. bis 14. Februar 2020

    Was diese Woche wichtig war: Hoffnung behält die Oberhand

Steigende Virusfälle und Gewinnmitnahmen nach Höchstständen

Trotz der - in erster Linie in China - anhaltenden Ausbreitung des Corona-Virus und der weiterhin nur schwer einzuschätzenden Folgen dieser Entwicklung überwog in der Berichtswoche der vorsichtige Optimismus. Eine neue Berechnungsmethode zur Bestimmung der Krankheitsfälle führte zu unerwartet hohen Steigerungsraten und hatte in der zweiten Wochenhälfte am Markt für etwas Ernüchterung und Gewinnmitnahmen gesorgt. Dennoch erzielten einige Aktienindizes in der Berichtswoche historische Höchststände. An den Kern-Staatsanleihemärkten schwankten die Renditen leicht, Bundesanleihen und US-Treasuries zeigten sich per saldo nur wenig verändert. Gesucht waren hingegen Staatspapiere aus der Peripherie. Der Ölpreis konnte sich nach der seit Jahresbeginn kontinuierlich abwärts gerichteten Preisbewegung in der Berichtswoche um gut vier Prozent auf 56,5 US-Dollar je Barrel Brent erholen.

Konjunktur: Deutschland mit Nullwachstum im 4. Quartal

Die deutsche Wirtschaftsleistung stagnierte im vierten Quartal 2019. Die Null beim deutschen Bruttoinlandsprodukt (BIP) wurde nur dank des privaten Konsums gehalten, während in der Industrie keine rasche Verbesserung der angespannten Lage erkennbar ist. Darüber hinaus war im Dezember die Industrieproduktion im Euroraum um 2,1 Prozent rückläufig. Die wenig erbaulichen Daten spiegeln sich auch in der Entwicklung der europäischen Gemeinschaftswährung wider. Der Euro wertet seit Jahresbeginn gegenüber dem US-Dollar sukzessive ab. Dieser Trend setzte sich auch in der Berichtwoche fort. So müssen aktuell nur noch rund 1,08 US-Dollar je Euro bezahlt werden. Zum Jahresauftakt waren hierfür noch etwas mehr als 1,12 US-Dollar nötig. Auch zum Schweizer Franken notierte der Euro schwächer. Die Abwertung seit Jahresbeginn liegt mittlerweile bei zwei Prozent.

In den USA fielen die Verbraucherpreise im Dezember mit 2,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr etwas höher als erwartet aus. Die Kernrate lag bei 2,3 Prozent. Die Teuerungsraten nähern sich damit dem Zielwert der US-Notenbank Fed. Wir gehen jedoch davon aus, dass die US-Inflation angesichts rückläufiger Energiepreise in den kommenden Monaten wieder fallen sollte.

    Aktien: Weiter zu neuen Höhen

DAX, MDAX und SDAX mit Rekordstand, Corona-Ausbreitung bremst aber etwas ab

Die weltweit wichtigsten Aktienindizes konnten zumeist - inklusive der Schwellenländer- um bis zu 1,5 Prozent zulegen. Der MSCI World gewann ein Prozent hinzu. Leicht im Minus lagen der Nikkei 225 aus Japan (-0,6 Prozent) und der britische FTSE 100 (-0,6 Prozent). US-Indizes wie Dow Jonas Industrial Average und S&P 500 kletterten Mittwoch und Donnerstag zu neuen Höhen, der DAX30-Index folgte am Freitagvormittag mit 13.766 Zählern. Auch die für deutsche mittlere und kleinere Firmen repräsentativen MDAX und SDAX konnten in der Berichtswoche Allzeithochs erzielen.

Automobilsektor etwas erholt, Daimler will Dividende kürzen

Der STOXX 600 Europe befand sich Indexseitig mit plus 1,5 Prozent unter den Spitzenreitern. Branchenseitig lag mit einem Plus von drei Prozent die zuletzt stark unter Druck geratene Automobilbranche vorne. Dem einen oder anderen Anleger dürfte angesichts der zuletzt schlechten Nachrichten aus der Branche die Talfahrt des Sektors doch etwas zu heftig ausgefallen sein. Das schlechte Geschäftsjahr 2019 und der dabei zu verzeichnende Ergebniseinbruch veranlassen das Daimler-Management, auf der kommenden Hauptversammlung eine auf 90 Cents (zuvor 3,25 Euro) drastisch reduzierte Dividende vorzuschlagen. Gleichzeitig hat der Konzern sehr ambitionierte Ziel bei Ergebnis und Cash-flow für 2020 in Aussicht gestellt. Die Anleger dürften die Ankündigungen mit Hoffnung aufgenommen haben, die Aktie konnte immerhin im Wochenverlauf zwei Prozent hinzugewinnen.

Mit ebenfalls plus drei Prozent erholte sich auch der Reisesektor deutlich. Auch bei Immobilien, Grundstoffen sowie Finanzdienstleistungen waren Zugewinne in Richtung drei Prozent zu beobachten. Einzig leicht im Minus (-0,7 Prozent) lag der Bereich Nahrung und Getränke.

Deutsche Bank-Aktie setzt Höhenflug fort…

Mit Blick auf die Einzeltitel führte die Aktie der Deutschen Bank wie schon in der Vorwoche die Gewinnerliste im DAX-30 an. Mit rund acht Prozent Zugewinn setzte sich der positive Trend aus der Vorwoche weiter fort. Dabei wurde am Donnerstag erstmals seit Ende 2018 die Zehn-Euromarke überschritten. Zum Vergleich: Im Juni 2019 notierte die Aktie noch mit etwas weniger als sechs Euro. Im Minus lagen hingegen Henkel Vorzüge (-1,4 Prozent) und Siemens (-0,8 Prozent). Die Siemens-Aktie befand sich schon in der Vorwoche im Rahmen enttäuschender Zahlen im Schlussfeld der 30-Daxwerte.

…und die Commerzbank-Aktie folgt

Mit der Commerzbank erhielt ein weiterer Vertreter des deutschen Bankensektors in der Berichtswoche Auftrieb. Trotz der Veröffentlichung eines rückläufigen Konzerngewinns für 2019, der aber am oberen Ende der Analystenschätzungen lag, nahm die Aktie der Commerzbank stark an Fahrt auf. Etwas mehr als zwölf Prozent Kursgewinn verbuchte die MDAX-Aktie im Vergleich zum vergangenen Freitagsschluss. Die Commerzbank geht laut Presseberichten mit einem dicken Kapitalpolster in die Restrukturierung und hat weitere Einsparungen angekündigt.

    Renten: Peripherieanleihen stark gesucht

Italien mit Rekordauktion, Rendite in Griechenland bei rund 0,9 Prozent

An den als sicher geltenden Kern-Staatsanleihemärkten tat sich wenig. Die Renditebewegung bei US-Treasuries und deutschen Bundesanleihen war in der Berichtswoche verhalten. Deren Zinsstrukturkurven lagen nahezu unverändert. Dafür rückten andere Anleihesegments in den Blickpunkt. So waren etwa Staatspapiere aus der europäischen Peripherie gefragt. In Griechenland setzte sich der Renditeabschwung fort. Dortige Zehnjahrespapiere rentierten mit nur noch 91 Basispunkten. Eine Auktion italienischer Staatstitel (15 Jahre Laufzeit) im Umfang von neun Milliarden Euro rief ein enormes Interesse hervor. Die Nachfrage im Orderbuch lag zuletzt bei 50 Milliarden Euro, ein Rekord für italienische Papiere. Passend hierzu auch, dass der Spread zwischen deutschen und italienischen Staatsanleihen in der Berichtswoche auf ein neues Tief gefallen war. Die Emissionsrendite einer neuen portugiesischen Anleihe mit Laufzeit 2026 lag sogar mit minus 0,06 Prozent im negativen Bereich. Angesichts der erfreulichen Entwicklung kam es teils auch zu Gewinnmitnahmen. Dem Gesamtmarkt (iBoxx € Sovereigns) verblieb bis Donnerstagabend ein Zugewinn in Höhe von 0,2 Prozent.

Nachranganleihen der Deutschen Bank sehr gefragt

Die positive Anlegerstimmung gegenüber Papieren der Deutschen Bank machte sich auch am Anleihemarkt bemerkbar. Das Finanzinstitut emittierte in der Berichtswoche eine Nachranganleihe (Contingent Capital Bond, CoCo-Bond), die unter aufsichtsrechtlichen Aspekten das Eigenkapital des Unternehmens stärkt. 1,25 Milliarden Euro wurden letztlich platziert, nachdem die Nachfrage auf 14 Milliarden Euro angezogen war. Der im aktuellen Niedrigzinsumfeld attraktive Kupon in Höhe von sechs Prozent und das wohl zunehmende Vertrauen in die Bank ließ die auf solche Anlageinstrumente spezialisierten Investoren entsprechend zugreifen.

Insgesamt hat der Neuemissionsboom an den Anleihemärkten, vor allem im Unternehmensanleihesektor, jüngst wieder nachgelassen. Die überwiegende Mehrheit neu angebotener Papiere bleibt aber weiterhin gut nachgefragt.

    Ausblick auf die kommende Woche

Die Einkaufsmanagerindizes im Euroraum für das Verarbeitende Gewerbe und für die Dienstleistungen gehören zu den wichtigsten Datenveröffentlichungen in der neuen Handelswoche. Die Verunsicherung im Rahmen der Ausbreitung des Corona-Virus dürften sich hierin schon widerspiegeln, es wird am Freitag im Konsens ein leichter Rückgang erwartet. Dies gilt auch für die ZEW-Konjunkturerwartungen am Dienstag. Wenig marktbewegendes dürfte sich aus den Notenbankprotokollen von EZB und Fed ergeben. Am Mittwoch sind die Daten zum US-Immobilienmarkt von größerem Interesse.

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Stand aller Informationen, Darstellungen und Erläuterungen: 14. Februar 2020, soweit nicht anders angegeben.

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