MarktTicker 41. Kalenderwoche

Wöchentliche Information zu den Kapitalmärkten für den Zeitraum vom 07. bis 11. Oktober 2019

    Was diese Woche wichtig war: Hoffnung auf positive Handelsgespräche

Politische Signale treiben Aktien zum Wochenschluss

Der Handel an den Finanzmärkten verlief zunächst ruhig und unspektakulär. Am Donnerstag waren dann im Tagesverlauf stärkere Kursbewegungen zu beobachten. Die wieder aufgenommenen und von US-Präsident Donald Trump als positiv eingeschätzten Handelsgespräche mit China lockten die Anleger an die Aktienmärkte. Gleichzeitig beflügelten Spekulationen auf einen baldigen „Deal“ im Brexit-Verfahren. Der britische Premier Boris Johnson und der irische Ministerpräsident Leo Varadkar hatten nach einem Treffen Hoffnung auf eine baldige Lösung signalisiert. Die Aktienmärkte reagierten positiv. An den Staatsanleihemärkten machte sich die gestiegene Risikoneigung im Umkehrschluss mit Kursverlusten bei den als sicher geltenden Bundesanleihen bemerkbar. Dort zogen die Renditen an.

Mit Blick auf die Konjunkturdaten stand in der Berichtswoche die deutsche Wirtschaft im Blickpunkt. Sowohl Industrieproduktion als auch Auftragseingang waren im August wenig überzeugend. Dies traf auch für die Exporte zu, die unerwartet deutlich einbrachen. So war beispielsweise im Vergleich zum August des Vorjahres exportseitig ein Minus von 3,9 Prozent zu verzeichnen. Mit diesen jüngsten Daten setzte sich der abwärts gerichtete Trend in Deutschlands Wirtschaft weiter fort.

Fed kauft wieder Papiere an, Notenbank-Gremien uneins

Die in der Berichtswoche veröffentlichten Notenbankprotokolle der jüngsten Sitzungen von Europäischer Zentralbank (EZB) und US-Fed brachten kaum neue Erkenntnisgewinne. Im Protokoll der EZB wurde nochmals die Spaltung im Rat hinsichtlich der geldpolitischen Maßnahmen deutlich. Die Uneinigkeit im EZB-Rat war zuletzt ein größeres Thema in der Presse und wurde durch das Protokoll noch einmal bestätigt. Vor allem stand die neuerliche Auflegung des Anleiheankaufprogramms in der Kritik, was auch in die Öffentlichkeit getragen wurde. Letztlich wurden die jüngsten geldpolitischen Maßnahmen aber von der Mehrheit der EZB- Ratsmitglieder getragen.

Die US-Notenbank Fed will laut ihrem Vorsitzenden Jerome Powell wieder Staatsanleihen ankaufen. Zur Beruhigung des Geldmarktes, dort waren kürzlich die Kurzfristzinsen markant nach oben geschossen, wird die Fed kurzlaufende Staatsanleihen von Banken und Investoren ankaufen. Dies wird aber unabhängig von der aktuellen geldpolitischen Linie erfolgen. Diesbezüglich steht die Fed aber ebenfalls bereit, um bei einer weiteren Eintrübung der Wirtschaft entsprechend notwendige Maßnahmen zu ergreifen. Da die Zentralbank geldpolitisch verstärkt datenabhängig agieren wird, preist der Markt entgegen früherer Erwartungen mittlerweile eine weitere Zinssenkung im noch laufenden Jahr ein. Diese dürfte wahrscheinlich im Dezember erfolgen.

    Aktien: Märkte legen zu

Hoffnungen auf eine Lösung im Handelskonflikt

Die am Donnerstag wieder angelaufenen Handelsgespräche zwischen den USA und China lassen die Anleger hoffen. Auch wenn bis Freitagmittag noch nichts Konkretes an Ergebnissen vorlag, drehten die Aktienbörsen zum Wochenende hin mehrheitlich ins Plus oder lagen zumindest gegenüber dem Vorwochenschluss nahezu unverändert (MSCI World). Die US-Aktienbörsen (Dow Jones Industrial Average, S&P 500-Index, Nasdaq-Index) lagen bis Freitagmittag im Schnitt mit einem Prozent im Plus. Der Euro STOXX 50-Index und der DAX 30-Index gewannen 2,5 respektive 2,8 Prozent hinzu. Der marktbreite STOXX Europe 600 notierte um 1,7 Prozent höher. Branchenseitig waren die Verlierer der Vorwoche dieses Mal die Gewinner. Grundstoffe, Autos und Zulieferer sowie Banken legten zwischen vier und 4,7 Prozent zu. Zu den Wochengewinnern zählten zudem die Technologiebranche, die 4,5 Prozent im Plus lag. Versorger (minus 0,4 Prozent) und Medien (minus 1,2 Prozent) notierten hingegen im Minus.

SAP überzeugt mit guten Zahlen

Bei den Einzelaktien führt SAP beim DAX die Gewinnerliste an. Zwar verlässt SAP-Chef Bill McDermott überraschend das Unternehmen. Für einen Kurssprung sorgten aber die in der Nacht zum Freitag mitgeteilten vorläufigen Quartalszahlen. Neben dem mit 6,79 Milliarden Euro über dem Konsens liegenden Umsatz beflügelte vor allem das vielbeachtete Cloud-Geschäft. Dessen Umsatz stieg um 37 Prozent gegenüber dem Vorjahr an. Das Ergebnis pro Aktie liegt damit laut Agentur Bloomberg bei 1,30 Euro, während der Konsens von 1,19 Euro aus ging. Die Aktie legte mit einem Kurssprung am Freitag um 7,6 Prozent auf 112,80 Euro zu und bewegte angesichts ihrer Gewichtung im Dax den deutschen Leitindex recht ordentlich. Defensive Versorgerwerte wie RWE und Eon zählten mit Abschlägen in Höhe von 2,9 beziehungsweise 0,7 Prozent hingegen zu den Schlusslichtern im Dax 30.

    Renten: Renditen im Anstieg

Deutsche Zinskurve nach oben verschoben

An den Staatsanleihemärkten gab es in der Berichtswoche weniger Grund zur Freude. Angesichts der schlechten Daten und der politischen Unwägbarkeiten waren zuletzt viele Risiken entsprechend hoch in den Notierungen von Bundesanleihen eingepreist. Mit der (vermeintlichen) Aufhellung der Lage kamen die Anleihekurse unter Druck. Die Rendite zehnjähriger Bundespapiere stieg im Wochenvergleich von minus 59 auf minus 49 Basispunkte an. Die deutsche Zinskurve verschob sich nach oben, der Renditeanstieg lag über die Kurve hinweg bei sechs bis zehn Basispunkten. 30-jährige Bundesanleihen notierten am Freitag mit 0,03 Prozent Rendite wieder im positiven Bereich.

Auch in der Peripherie erhöhte sich die Verzinsung um bis zu zehn Basispunkte. Portugal (plus drei auf 16 Basispunkte) lag noch am besten. Die kanadische Ratingagentur DBRS hatte Ende vergangener Woche Portugals Kreditwürdigkeit um eine Stufe auf BBB (high) mit stabilem Ausblick heraufgestuft. Die Wahlen, aus denen die Sozialisten als Sieger hervorgingen, blieben ohne Auswirkungen. Italien platzierte am Primärmarkt drei auf US-Dollar lautende Anleihen mit verschiedenen Laufzeiten im Umfang von insgesamt sieben Milliarden US-Dollar. Die Orderbücher waren sehr gut gefüllt, die Nachfrage nach den drei Papieren lag zuletzt bei insgesamt 20 Milliarden US-Dollar. Darüber hinaus stockte Griechenland eine zehnjährige Anleihe um 1,5 Milliarden Euro auf. Die Nachfrage belief sich auf fünf Milliarden Euro, die Rendite lag bei Zuteilung bei 1,5 Prozent.

Auch am US-Staatsanleihemarkt waren die Renditen im Rahmen entsprechender Kursverluste nach oben gerichtet. Auch dort verschob sich die Zinskurve über fast alle Laufzeiten um 15 Basispunkte nach oben.

Grüne Anleihen gefragt

Die aktuelle Klimathematik findet auch an den Finanzmärkten Resonanz. Irland beispielsweise stockte in der Berichtswoche einen im vergangenen Jahr emittierten Green Bond mit Laufzeit 2031 sehr erfolgreich auf. Darüber hinaus brachte der italienische Energiekonzern Enel drei Nachhaltigkeitsanleihen an den Markt. Die Anleiheerlöse werden für die Erzeugung sauberer und bezahlbarer Energie verwendet. Auch dort war die Nachfrage der Anleger sehr hoch.

    Ausblick auf die kommende Woche

In der kommenden Woche wird die Bilanzberichtssaison richtig starten. Mit JP Morgen Chase, Goldman Sachs und der Citigroup stehen am Dienstag die Ergebnisse großer US-Finanzhäuser an.

Bei den Konjunkturdaten werden die Anleger am Freitag nächster Woche in Richtung China gerichtet sein. Das Bruttoinlandsprodukt im dritten Quartal wird den offiziellen Daten zufolge mit 6,1 Prozent nur geringfügig niedriger ausfallen als im Vorjahr (6,2 Prozent). Die Industrieproduktion sollte mit erwarteten 4,9 Prozent etwas zugelegt haben, dies dürfte aber nach dem schwächeren Sommer noch keine Trendwende einleiten.

Auch in den USA steht die Industrieproduktion im Mittelpunkt. Angesichts der Streiks bei General Motors rechnet der Konsens für September mit einem leichten Minus.

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Stand aller Informationen, Darstellungen und Erläuterungen: 11. Oktober 2019, soweit nicht anders angegeben.

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