Marktberichte Mai 2019

Aktien: Verschärfter Handelskonflikt belastet

Renten: Unsicherheit begünstigt sichere Rentenpapiere

Aktienmärkte: Der sich weiter verschärfende Handelskonflikt zwischen den USA und China und dessen Auswirkungen auf den Welthandel sorgen zunehmend die Anleger. Auch zeigten sich die jüngsten Konjunkturdaten nicht von ihrer besten Seite. Folgend kam es zu merklichen Verlusten an den Aktienmärkten.

Rentenmärkte: Konjunktursorgen und die Spekulation auf Leitzinssenkungen durch die US-Notenbank Fed haben die als sicher geltenden Staatsanleihen beflügelt. Deutsche Bundesanleihen mit zehn Jahren Laufzeit rentierten mit minus 20 Basispunkten auf einen Allzeittief. Auch US-Schatzanweisungen verzeichneten deutliche Kursgewinne, die Renditen fielen auch dort entsprechend kräftig.

Die Aktienmärkte

Europa

Europäische Aktienmärkte tief im Minus

Im Mai fuhren die europäischen Aktienmärkte deutliche Verluste ein. Der EURO STOXX 50-Index verlor 6,7 Prozent, der marktbreite STOXX Europe 600-Index schloss 5,7 Prozent leichter. Die im MSCI Europe Small Cap-Index gelisteten Unternehmen mit niedriger Marktkapitalisierung verzeichneten ein Minus von 5,7 Prozent.

Insbesondere die weitere Eskalation im Handelsstreit zwischen den USA und China belastete die Börsen in Europa, die stark in den Welthandel eingebunden sind. Auf beiden Seiten wurden weitere Strafzölle verhängt. Zur Monatsmitte verschärfte Trump den Ton und erließ ein Dekret, das vor allem die Geschäftstätigkeit der chinesischen Telekommunikationsausrüster (insbesondere Huawei und ZTE) einschränkt. Damit wird unter anderem verboten, dass deren Geräte in den USA verkauft oder verbaut werden dürfen. Dies zieht die globalen Vorleitungsketten im Technologiebereich in Mitleidenschaft, weswegen auch die Unsicherheit in Europa zunahm.

Die zunehmenden Spannungen im Zuge des Handelskonflikts und das Abkühlen der Weltwirtschaft führten bei der EU-Kommission dazu, erneut ihre Konjunkturprognose für den Währungsraum zu senken. Auch die Frühindikatoren zeigten ein eingetrübtes Bild: Der Einkaufsmanagerindex für das Verarbeitende Gewerbe fiel von 47,9 auf 47,7 Punkte. Der Index für den Dienstleistungssektor sank von 52,8 auf 52,5 Punkte.

Auf die Europawahl reagierten die Börsen auf übergeordneter Ebene gelassen, obwohl die Rechtspopulisten auf breiter Front gut abschnitten. In Italien kam es zu einem kräftigen Rechtsruck, in London setzte sich die Brexit-Partei deutlich als stärkste Kraft durch. In Großbritannien sorgte auch die Nachfolgediskussion um Premierministerin Theresa May, die ihren Rücktritt angekündigt hatte, für Unsicherheit. Brexit-Hardliner Boris Johnson gilt als aussichtsreicher Kandidat. Dieser drohte mit einem EU-Austritt ohne Abkommen. Auch die Wahrscheinlichkeit für Neuwahlen stieg.

Der Fortgang des Handelsstreits sowie die konjunkturelle Entwicklung sind entscheidende Einflussfaktoren für die Aktienmärkte Europas.

Deutschland

Deutsche Aktienmärkte tief im Minus

Die deutschen Aktienmärkte fuhren im Mai deutliche Verluste ein. Der DAX 30-Index, der die größten deutschen Unternehmen repräsentiert, verlor 5,0 Prozent. Der MDAX-Index, der die Firmen mit mittlerer Marktkapitalisierung abbildet, schloss 4,9 Prozent im Minus. Die im SDAX gelisteten Unternehmen mit niedriger Marktkapitalisierung gaben sogar 7,9 Prozent ab. Auch der Technologiesektor verlor, gemessen am TecDAX-Index, stark (-5,6 Prozent).

Insbesondere die Eskalation im Handelsstreit zwischen den USA und China belastete die Börsen in Deutschland, die stark in den Welthandel eingebunden sind. Sowohl in den USA als auch in China wurden weitere Strafzölle verhängt. Zur Monatsmitte verschärfte US-Präsident Donald Trump den Ton und erließ ein Dekret, das vor allem die Geschäftstätigkeit der chinesischen Telekommunikationsausrüster, insbesondere Huawei und ZTE, einschränkt. Damit wird unter anderem verboten, dass deren Geräte in den USA verkauft oder verbaut werden dürfen. Dies zieht die globalen Vorleistungsketten im Technologiebereich in Mitleidenschaft, weswegen auch die Unsicherheit in Deutschland zugenommen hat.

Auch von konjunktureller Seite trübte sich das Bild wieder ein. Die Schwäche in der Industrie setzte sich fort. Der Auftragseingang der deutschen Industrie hat sich im März schwächer entwickelt als erwartet. Zudem ist die Arbeitslosenzahl überraschend stark gestiegen. Bereinigt um saisonale Einflüsse wurde für Mai eine deutliche Zunahme um 60.000 Arbeitslose im Vergleich zum Vormonat ausgewiesen. Die konjunkturellen Frühindikatoren zeigten sich ebenfalls überwiegend schwach. Der Geschäftsklimaindex des Ifo-Instituts, der die Befragung von 9.000 Managern aller Branchen repräsentiert, fiel im Mai von 99,2 auf 97,9 Punkte. Die Geschäftslage in der Industrie wurde erneut als schlecht bewertet, erstmals zeigten sich aber auch Schwächen im Dienstleistungssektor. Dies bestätigte auch der Einkaufsmanagerindex für den Servicebereich, der im Mai auf 55,4 von 55,7 Punkten im Vormonat sank.

Der Fortgang des Handelsstreits sowie die konjunkturelle Entwicklung sind entscheidende Einflussfaktoren für die Aktienmärkte in Deutschland.

Osteuropa

Osteuropas Börsen im Plus

Osteuropas Aktienmärkte verzeichneten im Mai leichte Zugewinne. Der MSCI Emerging Markets Eastern Europe-Index legte in Lokalwährung 1,6 Prozent zu. In US-Dollar gerechnet gewannen die Börsen 1,0 Prozent.

Die Kommunalwahl in Istanbul beschäftigte auch im Mai die türkischen Börsen. Die Wahlbehörde gab einem Antrag der Regierungspartei AKP unter Vorsitz von Staatschef Erdogan statt und annullierte das Ergebnis der Bürgermeisterwahl, bei dem die oppositionelle CHP als knapper Sieger hervorging. Es kommt zu Neuwahlen. Dies lastete auf der Währung und den Aktienmärkten. Der BIST-Index verlor in Lokalwährung 5,1 Prozent. Auch die Pläne der Türkei, das russische Luftabwehrsystem S-400 zu kaufen, belasteten. Dieses Vorhaben sorgte für Spannungen innerhalb der Nato, da befürchtet wurde, Russland könnte über das System Informationen zu Nato-Flugzeugen erlangen. Schließlich kam es aufgrund angedrohter US-Sanktionen zu keiner Lieferung des Systems. Die Türkische Lira konnte dennoch gegenüber dem US-Dollar 2,2 Prozent an Wert zulegen.

In Russland stand das weltweit größte Erdgasförderunternehmen Gazprom im Fokus des Börsengeschehens. Das Unternehmen berichtete solide Quartalsergebnisse. Darüber hinaus erfreute die Ankündigung, die Dividende kräftig anheben zu wollen, die Anleger. So plant der Konzern, bereits für 2018 die Ausschüttungen an die Aktionäre auf 16,60 Russische Rubel zu verdoppeln. Diese Aussicht gab der Aktie Auftrieb, sie legte im Mai um mehr als 30 Prozent zu. Dagegen belastete der schwächere Ölpreis die russischen Börsen. In dieser Gemengelage legte der MICEX-Index in Lokalwährung 4,1 Prozent zu. Der in US-Dollar notierende RTS-Index stieg um 3,1 Prozent.

Die Börsen in Tschechien (PX-Index: -2,3 Prozent), Ungarn (BUX-Index: -3,8 Prozent) und Polen (WIG-Index: -3,7 Prozent) mussten im Mai Federn lassen. Insbesondere der sich weiter verschärfende Handelsstreit zwischen den USA und China sowie schwächere Wirtschaftsdaten belasteten.

Der Fortgang des Handelsstreits sowie die konjunkturelle Entwicklung sind entscheidende Einflussfaktoren für die Aktienmärkte Osteuropas.

USA

Handelskonflikt lässt US-Börsen taumeln

Die US-Börsen haben im Mai erheblich an Wert verloren. Der Dow Jones Industrial Average fiel um 6,7 Prozent, der marktbreite S&P 500-Index gab 6,6 Prozent ab. Für Verunsicherung sorgte vor allem die Eskalation im Handelskonflikt in einer Situation, als eine Lösung zum Greifen nahe schien. Weil sich China angeblich nicht an bereits getroffene Absprachen gehalten habe, erhöhte US-Präsident Donald Trump die Strafzölle auf chinesische Importe im Wert von 200 Milliarden US-Dollar von zehn auf 25 Prozent. Zur Monatsmitte verschärfte Trump zudem den Ton und erließ ein Dekret, das vor allem die Geschäftstätigkeit der chinesischen Telekommunikationsausrüster (insbesondere Huawei und ZTE) einschränkt. Damit wird nicht nur verboten, dass deren Geräte in den USA verkauft oder verbaut werden dürfen. Darüber hinaus ist es US-Firmen ohne Sondergenehmigung nicht mehr erlaubt, mit diesen Unternehmen Geschäfte zu machen. Das dürfte die Chinesen bei einigen kritischen Komponenten, die aktuell ausschließlich von US-Zulieferern gefertigt werden, in die Bredouille bringen. Daraufhin stürzten die großen US-Halbleiter- und Chiphersteller ins Minus, die große Teile ihrer Produkte ins Reich der Mitte exportieren: Qualcomm fiel im Mai um 22,6 Prozent, Broadcom verlor knapp 21 Prozent und Intel schloss mit einem Abschlag von rund 13 Prozent.

Peking kündigte als Reaktion ebenfalls Strafzölle an. Das chinesische Handelsministerium hob dabei die Sätze auf US-Waren im Wert von 60 Milliarden Dollar an. Je nach Produkt können dann Sonderabgaben von bis zu 25 Prozent anfallen. Daneben drohte das Land mit einer Exportbeschränkung sogenannter „Seltener Erden“. Die 17 Metalle kommen insbesondere in der High-Tech-Industrie zum Einsatz, eine Einschränkung der Ausfuhr dürfte den US-Tech-Sektor weiter unter Druck setzen.

Angesichts des neuerlich aufgeflammten Handelskonflikts sollten die Märkte volatil bleiben. Die Hoffnungen der Anleger ruhen auf dem G20-Gipfel Ende Juni in Osaka, bei dem Trump und der chinesische Premier Xi Jinping aufeinandertreffen.

Fernost

Asiatische Börsen schließen deutlich im Minus

Die asiatischen Börsen haben im Berichtsmonat vor dem Hintergrund des Handelsstreits zwischen den USA und China erhebliche Verluste erfahren. Der MSCI Far East ex Japan-Index fiel in lokaler Währung um 9,4 Prozent.

Die jüngste Eskalation im Konflikt zog die exportorientieren Volkwirtschaften deutlich in Mitleidenschaft. Die gegenseitigen Zollerhöhungen bedrohen den Welthandel. Zudem erließ US-Präsident Donald Trump ein Dekret, das vor allem die Geschäftstätigkeit der chinesischen Telekommunikationsausrüster (insbesondere Huawei und ZTE) einschränkt. Damit wird nicht nur verboten, dass deren Geräte in den USA verkauft oder verbaut werden dürfen. Darüber hinaus ist es US-Firmen ohne Sondergenehmigung nicht mehr erlaubt, mit diesen Unternehmen Geschäfte zu machen, was die Chinesen bei einigen kritischen Komponenten, die aktuell ausschließlich von US-Zulieferern gefertigt werden, in die Bredouille bringen dürfte. Die Nachrichten lasteten schwer auf den Börsen im Reich der Mitte: Unter dem Strich beendete der Shanghai Composite-Index den Monat mit einem Abschlag von 5,8 Prozent, in Hongkong verlor der Hang Seng-Index 9,4 Prozent.

Gegen den Trend wurden an der indischen Börse Kurssteigerungen verzeichnet, der Sensex-Index kletterte um 1,8 Prozent. Ursache war die Parlamentswahl, die mit einem deutlichen Wahlsieg für Premierminister Narendra Modi endete. Offenbar honorierten die Märkte die politische Stabilität in der größten Demokratie der Welt ebenso wie den Reformkurs, den Modi vor fünf Jahren eingeleitet hat.

An den übrigen asiatischen Börsen dominierten die roten Zahlen. Singapur (-8,3 Prozent), Taiwan (-4,3 Prozent), Indonesien (-3,9 Prozent) und Thailand (-3,2 Prozent) schlossen im Minus, während die Märkte in Malaysia und auf den Philippinen gegen Ende der Berichtsperiode noch ins Plus drehten.

Angesichts des neuerlich aufgeflammten Handelskonflikts sollten die Märkte volatil bleiben. Die Hoffnungen der Anleger ruhen auf dem G20-Gipfel Ende Juni in Osaka, bei dem Trump und der chinesische Premier Xi Jinping aufeinandertreffen.

Japan

Herbe Verluste in Tokio

Die japanischen Börsen haben im Mai erhebliche Kurseinbußen verzeichnet. Der NIKKEI 225-Index fiel um 7,5 Prozent. Der marktbreite Topix-Index verlor 6,5 Prozent. Die Kurse litten unter dem globalen Handelsstreit ebenso wie unter schwächeren Frühindikatoren und dem stärkeren Yen.

Vor allem die jüngste Eskalation im Handelskrieg zwischen den USA und China belastete die Börsen in Japan. Das Land ist aufgrund seiner Exportstärke auf einen gut funktionierenden Welthandel angewiesen. Die Zuspitzung, die unter anderem in beiderseitigen Strafzöllen mündete, droht, den Warenverkehr einzuschränken. Zur Monatsmitte verschärfte US-Präsident Donald Trump zudem den Ton und erließ ein Dekret, das vor allem die Geschäftstätigkeit der chinesischen Telekommunikationsausrüster (insbesondere Huawei und ZTE) einschränkt. Damit wird unter anderem verboten, dass deren Geräte in den USA verkauft oder verbaut werden dürfen. Da insbesondere der Tech-Sektor global sehr vernetzt ist, verstärkte diese Ankündigung auch die Unsicherheit an der Börse in Tokio.

Gegen Monatsende drohte weiteres Ungemach. Trump signalisierte, auch gegen Mexiko Strafzöllen verhängen zu wollen. Vor allem die großen japanischen Autohersteller unterhalten Produktionsstätten in Mexiko, um von dort Fahrzeuge in die USA auszuliefern. Aktien von Toyota hielten sich noch vergleichsweise gut und gaben im Mai 7,6 Prozent ab. Schwerer wog das Minus bei Honda (-14,5 Prozent), Nissan (-17,8 Prozent) und Mazda (-19,2 Prozent).

Schlechte Nachrichten kamen nicht nur vonseiten des Handelskonflikts. Auch das Widererstarken des Japanischen Yen belastete die Börsen, weil eine anziehende Heimatwährung japanische Produkte im Ausland teurer und damit weniger wettbewerbsfähig macht. Der Yen gilt als Fluchtwährung, die aufwertet, wenn die Unsicherheit am Kapitalmarkt zunimmt.

Angesichts des neuerlich aufgeflammten Handelskonflikts dürften die Märkte volatil bleiben. Die Hoffnungen der Anleger ruhen auf dem G20-Gipfel Ende Juni in Osaka, bei dem Trump und der chinesische Premier Xi Jinping aufeinandertreffen.

Weltweit

Verschärfung im Handelsstreit setzt Börsen unter Druck

Die globalen Aktienmärkte mussten im Mai deutliche Einbußen hinnehmen. Der MSCI Welt-Index verzeichnete in lokaler Währung ein Minus von 6,0 Prozent. Auf Jahressicht liegt das Börsenbarometer mit 9,1 Prozent noch im Plus.

In den USA haben die Börsen ebenso erheblich an Wert verloren. Der Dow Jones Industrial Average fiel um 6,7 Prozent, der marktbreite S&P 500-Index gab 6,6 Prozent ab. Für Verunsicherung sorgte vor allem die Eskalation im Handelskonflikt zu einem Zeitpunkt, als eine Lösung zum Greifen nahe schien. Weil sich China angeblich nicht an bereits getroffene Absprachen gehalten habe, erhöhte US-Präsident Donald Trump die Strafzölle auf chinesische Importe im Wert von 200 Milliarden US-Dollar von zehn auf 25 Prozent. Zur Monatsmitte verschärfte Trump zudem den Ton und erließ ein Dekret, das vor allem die Geschäftstätigkeit der chinesischen Telekommunikationsausrüster einschränkt. Peking kündigte als Reaktion ebenfalls Strafzölle an. Das chinesische Handelsministerium hob dabei die Sätze auf US-Waren im Wert von 60 Milliarden Dollar an. Daneben drohte das Land mit einer Exportbeschränkung sogenannter „Seltener Erden“.

Auch in Europa verzeichneten die Aktienmärkte deutliche Verluste. Der EURO STOXX 50-Index büßte 6,7 Prozent ein, der marktbreite STOXX Europe 600-Index schloss 5,7 Prozent leichter. Neben einer weiteren Verschärfung im Handelsstreit zwischen den USA und China belastete zudem das Abkühlen der Weltwirtschaft. Dies veranlasste die EU-Kommission dazu, erneut ihre Konjunkturprognosen für den Währungsraum zu senken. Auf die Ergebnisse der Europawahl reagierten die europäischen Börsen auf übergeordneter Ebene gelassen.

In Japan führten neben den geopolitischen Unsicherheiten auch schwächere Frühindikatoren und ein stärkerer Yen zu massiven Verlusten. Der NIKKEI 225-Index fiel um 7,5 Prozent, der marktbreite Topix-Index verlor 6,5 Prozent. Gemessen am MSCI Emerging Markets-Index verloren Aktien aus den Schwellenländern in lokaler Währung 6,9 Prozent.

Angesichts des neuerlich aufgeflammten Handelskonflikts und einer sich weiter abschwächenden Wachstumsdynamik sollten die Märkte volatil bleiben.

Die Rentenmärkte

Eurozone

Trend zu niedrigeren Renditen hält unvermindert an

Europäische Staatsanleihen waren auch im Mai sehr gefragt und verbuchten erneut Kursgewinne. Damit hält der Trend zu niedrigeren Renditen bereits seit sieben Monaten an. Die als sicher geltenden Papiere aus Deutschland, Frankreich und den Niederlanden waren vor allem in der ersten Monatshälfte gefragt, als sich der Handelsstreit zwischen China und den USA unerwartet zuspitzte. Lange Zeit sah es nach einer Lösung aus. Zu Monatsbeginn übersäten sich aber beide Seiten mit neuen Schutzzöllen. Die Rendite von zehnjährigen Bundesanleihen näherte sich dabei ihrem Allzeittiefstand bei rund -0,2 Prozent.

Risikobehaftete Papiere wie Peripherieanleihen gerieten in diesem Umfeld leicht unter Druck, fingen sich aber zur Monatsmitte wieder. Eine Ausnahme stellten über weite Strecken Schuldverschreibungen aus Italien dar. Im Vorfeld der Europawahlen machte die populistische Regierung allerhand kostspielige Wahlversprechen, die – wenn alle in Kraft treten würden – die italienische Staatsverschuldung stark steigen lassen würden. Eine Konfrontation mit der Europäischen Union wäre dann vorprogrammiert. Zum Monatsende hin beruhigte sich die Lage aber wieder. Hoch im Kurs standen hingegen Papiere aus Portugal und Griechenland. Der Ratingausblick für portugiesische Staatsanleihen verbesserte sich von „stabil“ aus „positiv“. In den nächsten Monaten wird damit eine weitere Verbesserung der Bonitätseinschätzung wahrscheinlich. Die Rendite zehnjähriger Anleihen unterschritt die Marke von einem Prozent. Im Oktober 2018 hatte sie noch oberhalb von zwei Prozent gelegen. Ein Allzeitrenditetief erreichten griechische Staatspapiere. Die Europawahl zeigte eine Verschiebung der Mehrheiten in der politischen Landschaft auf. Für Juni wurden daraufhin Neuwahlen angekündigt. Den Umfragen zufolge dürfte das Zepter dann an eine marktfreundlichere Regierung übergehen, weshalb die Renditen weiter zurückkamen.

In Summe verteuerten sich europäische Staatsanleihen im Mai, gemessen am iBoxx Euro Sovereign-Index, um 1,1 Prozent. Wir rechnen mit Blick auf die schwachen Konjunkturdaten vorerst nicht mit nennenswert höheren Renditen.

Euro-Outs

Europäische Rentenmärkte in der Breite fester

Der europäische Rentenmarkt, bestehend aus Nationen ohne die Gemeinschaftswährung Euro, verbuchte im Mai mehrheitlich Renditerückgänge. Als unterstützend erwies sich der weiterhin zurückhaltende geldpolitische Kurs wichtiger Zentralbanken. Angesichts der globalen Krisenherde preisen die Marktteilnehmer Zinssenkungen durch die Europäische Zentralbank immer weiter ein. Daneben haben die konjunkturellen Sorgen auch zu einem deutlichen Preisrückgang beim Rohöl geführt, wodurch die Haushaltssituation einiger erdölimportierender Nationen tendenziell entlastet wird. Infolgedessen konnte der gesamte Markt ein wenig aufatmen. Dabei fiel in Ungarn die Erholungsbewegung besonders stark aus. Die Rendite zehnjähriger Lokalwährungsanleihen sank hier um 35 Basispunkte. Auch weitere osteuropäische Nationen wie Polen und Tschechien konnten entgegen den schwächeren Aktienmärkten an der positiven Entwicklung anknüpfen und verabschiedeten sich mit Kursgewinnen.

Auf der anderen Seite waren aber auch in Anbetracht der zunehmenden Eskalation im Handelskonflikt zwischen den USA und China die bonitätsstarken Schuldverschreibungen aus der Schweiz, Norwegen und Schweden gefragt. Die Anleihen handelten jeweils rund 20 Basispunkte fester. Derzeit schwinden zunehmend die Hoffnungen auf eine rasche Lösung. Nachdem bereits zur Monatsmitte seitens der USA die Strafzölle auf chinesische Importe erhöht wurden, antwortete Peking zuletzt ebenfalls mit Strafzöllen. Unter Berücksichtigung der beidseitigen Androhung weiterer Maßnahmen deuten die Zeichen gegenwärtig eher auf eine Eskalation hin. Auch die britischen Gilts konnten trotz der andauernden Hängepartie im Brexit Kurszuwächse verzeichnen. Im Vergleich zum Vormonat notierten die Renditen rund 30 Basispunkte tiefer.

Rentenpapiere aus der Türkei, die letzten Monat noch stark unter Druck standen, konnten sich im Mai überraschend stabilisieren. Von politischer Seite gab es hier mit Blick in die USA zuletzt Entspannungssignale, wodurch die Rendite im zehnjährigen Laufzeitenbereich um rund 94 Basispunkte sank. Weiterhin konnte auch die Türkische Lira um 2,6 Prozent gegenüber dem Euro aufwerten.

USA

Handelsstreit sorgt für hohe Kursgewinne

Aus dem Umfeld der US-Regierung wurden die Verhandlungen mit China lange Zeit als sehr konstruktiv beschrieben. Man durfte also den Eindruck haben, dass eine Lösung nahe ist. Umso erstaunlicher war die plötzliche Verschärfung der Gangart. Völlig überraschend setzte US-Präsident Donald Trump die Zollmaßnahmen gegen China in Kraft. Eine Reaktion aus Peking ließ nicht lange auf sich warten. Anleger reagierten sehr verunsichert auf die neuerliche Zuspitzung und flüchteten sich in die als sicher geltenden US-Schatzanweisungen. Im weiteren Monatsverlauf wurde deutlich, dass auch eine weitere Eskalation nicht auszuschließen ist. Trump brachte neue Zölle auf das bisher noch nicht betroffene Handelsvolumen von knapp 300 Milliarden US-Dollar ins Spiel. Da es sich dabei vor allem um Konsumgüter handelt, wären die damit verbundenen negativen Effekte für die US-Wirtschaft ungleich höher als bei den bislang betroffenen Waren. Daraus ergaben sich zugleich neue Konjunktursorgen. Schließlich fragen sich Anleger angesichts der zuletzt schwachen Wirtschaftsdaten ohnehin, ob es sich hierbei nur eine Gegenbewegung auf die starken Zahlen aus dem ersten Quartal handelt, oder ob dies erste Anzeichen für eine mögliche Eintrübung sind.

Die Rendite für zehnjährige US-Staatsanleihen fiel in diesem Umfeld auf 2,12 Prozent, dem niedrigsten Stand seit September 2017. Am vorderen Ende der US-Zinsstrukturkurve werden zwar zunehmend Leitzinssenkungen eingepreist, die Renditen sind aber dennoch höher als bei langlaufenden Papieren. Somit ist die US-Zinsstrukturkurve nun auch zwischen ein und zehn Jahren deutlich invers. Innerhalb der US-Notenbank gab es bereits erste Gedankenspiele bezüglich einer präventiven Leitzinssenkung. Diese soll vor allem das Risiko zu geringer Inflationszahlen verringern. Einen solchen Schritt gilt es geschickt zu kommunizieren, damit dieser nicht dahingehend verstanden wird, dass die Notenbanker womöglich die Konjunktursorgen der Anleger teilen würden. Gemessen am JP Morgan Global Bond US-Index verteuerten sich US-Schatzanweisungen im Mai um 2,5 Prozent. Nach vorn gerichtet ist nicht mit steigenden Renditen zu rechnen.

Weltweit

Handelsstreit treibt Kurse der sicheren Häfen

Völlig überraschend setzte US-Präsident Donald Trump die Zollmaßnahmen gegen China in Kraft. Eine Reaktion aus Peking ließ nicht lange auf sich warten. Anleger reagierten sehr verunsichert auf die neuerliche Zuspitzung und flüchteten sich in die als sicher geltenden US-Schatzanweisungen. Im weiteren Monatsverlauf wurde deutlich, dass auch eine weitere Eskalation nicht auszuschließen ist. Trump brachte neue Zölle auf das bisher noch nicht betroffene Handelsvolumen von knapp 300 Milliarden US-Dollar ins Spiel. Da es sich dabei vor allem um Konsumgüter handelt, wären die damit verbundenen negativen Effekte für die US-Wirtschaft ungleich höher als bei den bislang betroffenen Waren. Daraus ergaben sich zugleich neue Konjunktursorgen. Die Rendite für zehnjährige US-Staatsanleihen fiel in diesem Umfeld auf 2,12 Prozent, dem niedrigsten Stand seit September 2017. Gemessen am JP Morgan Global Bond US-Index verteuerten sich US-Schatzanweisungen im Mai um 2,5 Prozent. Nach vorn gerichtet ist nicht mit steigenden Renditen zu rechnen.

Europäische Staatsanleihen waren ebenfalls gefragt und verbuchten erneut Kursgewinne. Die als sicher geltenden Papiere aus Deutschland, Frankreich und den Niederlangen waren vor allem in der ersten Monatshälfte angesichts des Handelsstreits gesucht. Die Rendite von zehnjährigen Bundesanleihen näherte sich dabei ihrem Allzeittiefstand bei rund -0,2 Prozent. Risikobehaftete Papiere wie Peripherieanleihen gerieten in diesem Umfeld leicht unter Druck, fingen sich aber zur Monatsmitte wieder. Eine Ausnahme stellten über weite Strecken Schuldverschreibungen aus Italien dar. Im Vorfeld der Europawahlen machte die populistische Regierung allerhand kostspielige Wahlversprechen, die zu einer erneuten Konfrontation mit der Europäischen Union führen könnten. In Summe verteuerten sich europäische Staatsanleihen im Mai, gemessen am iBoxx Euro Sovereign-Index, um 1,1 Prozent.

Unternehmensanleihen hielten sich angesichts rückläufiger Aktienkurse noch recht gut und verloren auf Indexebene nur 0,1 Prozent an Wert. Anleihen aus den Schwellenländern legten trotz der Risikoaversion leicht zu und gewannen 0,4 Prozent.

Unternehmensanleihen

Risikoprämien steigen an

Im Mai prägte der sich verschärfende Handelsstreit zwischen den USA und China das Geschehen an den Finanzmärkten. Zum Monatsende hin eröffnete die US-Administration zudem mit Mexiko einen weiteren Schauplatz im Zollstreit. Auch sorgte die Lage in Großbritannien für Verunsicherung unter den Anlegern. Die Wahrscheinlichkeit eines „harten Brexits“ hat zugenommen. Darüber hinaus zeigten sich die im Berichtsmonat veröffentlichten Konjunkturdaten und wirtschaftlichen Frühindikatoren nicht gerade von ihrer besten Seite. Befürchtungen über eine Abschwächung des Welthandels sorgen zunehmend für Verunsicherung. In diesem Umfeld waren sichere Anlagehäfen wie etwa deutsche Bundesanleihen und US-Treasuries gesucht. Deren Renditen fielen im Berichtsmonat deutlich. Bundesanleihen notierten zum Monatsende mit minus 20 Basispunkten auf historischem Renditetief. Im Gegenzug gerieten die mit Risiko behafteten Anleihesegmente unter Druck. Am europäischen Unternehmensanleihemarkt standen der rückläufigen Zinsbewegung steigende Risikoaufschläge (Spreads) entgegen. Auf Gesamtmarktebene (ICE BofA Merrill Lynch Euro Corporates, ER00-Index) ergab sich für Firmenanleihen mit minus 0,1 Prozent per saldo eine leicht negative Wertentwicklung. Die Spreads weiteten sich dabei von 67 auf 85 Basispunkte aus. In den risikoreicheren Untersegmenten waren etwas deutlichere Einbußen zu beobachten. Nachrangige Industrie- und Finanzpapiere (ICE BofA Merrill Lynch ENSU/EBSU-Index) gaben um 0,7 beziehungsweise 1,2 Prozent nach. Dort weiteten sich zudem die Risikoprämien um 24 und 26 Basispunkte aus. Der hochverzinsliche Bereich (High Yield) gab auf Indexebene (ICE BofA Merrill Lynch Euro High Yield, HEAG-Index) sogar 1,4 Prozent ab. Die Spreads stiegen dort um 53 auf 335 Basispunkte an. Die am Unternehmensanleihemarkt bislang sehr erfreuliche Jahresentwicklung wurde somit im Mai gestoppt. Am Neuemissionsmarkt wurden in den vergangenen Wochen wieder etwas mehr Papiere emittiert. Angesichts der verhaltenen Stimmung stiegen dort die Neuemissionsprämien wieder etwas an. Der Handelsstreit und dessen Auswirkungen auf die Weltkonjunktur bleiben wesentliche Treiber an den Märkten.

Emerging Markets

Schwellenländermärkte weiterhin seitwärts

Ähnlich wie im Vormonat bewegten sich die Rentenmärkte der aufstrebenden Volkswirtschaften im Wesentlichen seitwärts. Gemessen am JP Morgan EMBI Global Diversified Composite-Index verbuchten die Schwellenländeranleihen in Hartwährung (US-Dollar und Euro) ein Plus von 0,4 Prozent. Die Verschärfung des Handelskonflikts zwischen den USA und China sorgte vereinzelt für Abgabedruck. Derzeit schwinden zunehmend die Hoffnungen auf eine rasche Lösung. Angesichts der jüngsten Vergeltungsmaßnahmen in Form von Strafzöllen durch China sowie die beidseitige Androhung weiterer Maßnahmen deuten die Zeichen gegenwärtig eher auf eine Eskalation hin. Dennoch konnte ein rückläufiger Ölpreis in Osteuropa, Indien und Brasilien für Unterstützung sorgen. Per saldo handelten diese Märkte leicht fester. Die Ausweitung der Risikoaufschläge für Hartwährungsstaatsanleihen um 35 auf rund 380 Basispunkte war primär durch rückläufige US-Treasury Renditen begründet.

Auf Einzelländerebene begleiteten vereinzelte politische Ereignisse das Marktgeschehen. In Indien begrüßten die Kapitalmärkte neben dem schwächeren Ölpreis auch mit der deutlichen Wiederwahl von Narendra Modi die politische Stabilität. Folglich verzeichneten die zehnjährigen Lokalwährungsanleihen im Monatsvergleich einen Renditerückgang von rund 38 Basispunkten. In Südafrika sorgte indes das wenig überraschende aber dennoch schwache Ergebnis der Regierungspartei ANC nahezu für keine Marktbewegung. Rentenpapiere aus der Türkei, die letzten Monat noch stark unter Druck standen, konnten sich im Mai überraschend stabilisieren. Von politischer Seite gab es hier mit Blick in die USA zuletzt einige Entspannungssignale, wodurch die Rendite im zehnjährigen Laufzeitenbereich um rund 94 Basispunkte sank. Auch profitierte die Türkei als Importeur vom schwächeren Ölpreis. Anleihen aus Libanon standen hingegen unter Druck. Nicht nur zuletzt kritische Töne hinsichtlich der angespannten Situation zwischen den USA und dem Iran belasteten die Kurse. Infolgedessen verbuchten die in US-Dollar denominierten Schuldverschreibungen einen Renditeanstieg von 95 Basispunkten.

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Stand aller Informationen, Darstellungen und Erläuterungen: 31. Mai 2019, soweit nicht anders angegeben.

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