Marktberichte Oktober 2019

Aktien: Fortschritte im Handelskonflikt unterstützen

Renten: Euro-Staatsanleihen mit Verlusten

Aktienmärkte: Vor dem Hintergrund der laufenden Berichtssaison zum dritten Quartal erzielten die Aktienbörsen im Oktober leichte Zugewinne. Der marktbreite S&P-500-Index aus den USA erreichte zwischenzeitlich einen Rekordstand. Fortschritte bei den Verhandlungen zwischen den USA und China zum Handelskonflikt sowie beim Brexit unterstützten.

Rentenmärkte: Die US-Notenbank Fed senkte den Leitzins ein weiteres Mal um 25 Basispunkte. Zugleich wurde aber nunmehr eine Zinspause angekündigt. Die Zweifel an der Erfüllung der hohen Erwartungen gegenüber der EZB setzten die Anleihekurse im Euroraum erneut unter Druck. Der US-Staatanleihemarkt blieb unverändert.

Europa

Europäische Aktien profitieren von Entspannung im Handelsstreit

Die europäischen Aktienmärkte verbuchten im Oktober leichte Gewinne. Der EURO STOXX 50-Index legte um 1,0 Prozent zu, der marktbreite STOXX Europe 600-Index gewann 0,9 Prozent hinzu. Die Nebenwerte schlossen deutlicher im Plus: Die im STOXX Europe Mid 200-Index gelisteten Unternehmen mit mittlerer Marktkapitalisierung gewannen 2,5 Prozent, Firmen mit niedriger Marktkapitalisierung verzeichneten ein Plus von 1,8 Prozent (STOXX Europe Small 200-Index).

Unterstützung erhielten die Börsen durch Fortschritte im Handelsstreit zwischen den USA und China. Nach einem Treffen mit dem chinesischen Vize-Premierminister Liu He kündigte US-Präsident Donald Trump ein Teilabkommen im Konflikt an. Zudem verzichteten die USA auf die für Mitte Oktober angekündigte Erhöhung der Strafzölle auf chinesische Importe.

Auch aus Großbritannien kamen positive Signale. Die Europäische Union (EU) und das Vereinigte Königreich haben sich am 17. Oktober auf einen Brexit-Deal geeinigt. Da die Abgeordneten aber bis zum 19. Oktober weder für diesen Deal noch für einen ungeregelten Austritt gestimmt haben, musste der britische Premierminister Boris Johnson die EU um eine Verlängerung der Austrittsfrist bis zum 31. Januar 2020 bitten. Durch diese Verlängerung und die Einigung auf ein Abkommen zwischen Johnson und der EU ist ein harter Brexit deutlich unwahrscheinlicher geworden, was die europäischen Börsen unterstützte.

Konjunkturell zeigten sich erste Stabilisierungstendenzen: Das Bruttoinlandsprodukt der Eurozone ist im dritten Quartal um 0,2 Prozent im Vergleich zum Vorquartal gestiegen. Damit liegt das Wachstumstempo auf dem Niveau des Vorquartals. Lichtblicke gibt es beispielsweise in Frankreich, wo sich die Frühindikatoren positiv entwickelten. Und die zuletzt konjunkturschwachen Volkswirtschaften Italiens und Deutschlands fielen zudem nicht weiter ab. Dennoch leidet die Wirtschaft nach wie vor unter dem schwachen Welthandel.

Die weitere Entwicklung der globalen Konjunktur sowie der Fortgang des Handelsstreits sind wichtige Einflussfaktoren für die europäischen Aktienmärkte in den kommenden Wochen.

Deutschland

Entspannung im Handelsstreit unterstützt deutsche Aktien

Die deutschen Aktienmärkte konnten im Oktober die Gewinne des Vormonats ausbauen. Der DAX 30-Index mit den 30 größten deutschen Unternehmen gewann 3,5 Prozent. Auch die deutschen Nebenwerte verbuchten Gewinne: Firmen mit mittlerer Marktkapitalisierung kletterten, gemessen am MDAX-Index, um 1,4 Prozent. Die im SDAX-Index gelisteten Unternehmen mit niedriger Marktkapitalisierung stiegen sogar um 3,7 Prozent. Dagegen mussten deutsche Technologiewerte Federn lassen: Der TecDAX-Index schloss 0,6 Prozent leichter.

Unterstützung erhielten die deutschen Börsen durch Fortschritte im Handelsstreit zwischen den USA und China. Nach einem Treffen mit dem chinesischen Vize-Premierminister Liu He kündigte US-Präsident Donald Trump ein Teilabkommen im Konflikt an. Zudem verzichteten die USA auf die für Mitte Oktober angekündigte Erhöhung der Strafzölle auf chinesische Importe.

Auch aus Großbritannien kamen positive Signale. Die Europäische Union (EU) und Großbritannien haben sich auf einen Brexit-Deal geeinigt. Außerdem wurde die Austrittsfrist auf den 31. Januar 2020 verschoben. Auch wenn die Zustimmung des britischen Parlaments zum Abkommen noch aussteht, ist damit ein harter Brexit deutlich unwahrscheinlicher geworden, was die deutschen Börsen unterstützte.

Die Konjunktur in Deutschland zeigt sich allerdings nach wie vor schwach. Der Einkaufsmanagerindex für die Verarbeitende Industrie legte im Berichtsmonat zwar um 0,2 auf 41,9 Punkte zu. Allerdings bleibt der Frühindikator damit weit unter der Wachstumsmarke von 50 Punkten. Auch die deutschen Dienstleister können sich dem Abwärtssog nicht entziehen: Der Einkaufsmanagerindex für den Dienstleistungsbereich fiel um 0,2 auf 51,2 Zähler - der schlechteste Wert seit mehr als drei Jahren. Die Stimmung in den deutschen Chefetagen ist unterdessen unverändert geblieben. Der ifo-Geschäftsklimaindex verharrte im Oktober bei 94,6 Punkten.

In den kommenden Monaten dürften der Fortgang des Handelsstreit sowie die globale konjunkturelle Entwicklung entscheidende Einflussfaktoren für die Aktienmärkte in Deutschland bleiben.

Osteuropa

Osteuropäische Aktien im Aufwind

Die osteuropäischen Aktienmärkte haben im Oktober kräftig zugelegt. Der MSCI Emerging Markets Eastern Europe-Index gewann in Lokalwährung im Monatsvergleich 5,0 Prozent. In US-Dollar gerechnet verbuchten die Börsen ein Plus von 5,3 Prozent. Dazu beigetragen hat eine stärkere Risikoneigung der Investoren im Berichtszeitraum. So gab es im Handelskonflikt zwischen den USA und China Anzeichen einer Entspannung. Es wurde ein Teil-Deal angekündigt. Ebenso wirkte die lockere Geldpolitik in der Eurozone und in den USA unterstützend.

Die russische Zentralbank senkte ihren Leitzins zum Ende der Berichtsperiode erneut um 25 Basispunkte auf nun 6,5 Prozent. Dies geschah unter Verweis auf Wachstumssorgen und auf die niedrige Inflation. Die Notenbank kündige zudem weitere Zinssenkungen an. Vor diesem Hintergrund verzeichnete auch der russische Aktienmarkt kräftige Zugewinne. Der in Lokalwährung gerechnete MOEX-Index legte um 5,3 Prozent zu, der in Dollar notierende RTS-Index kam auf einen Zugewinn von 6,7 Prozent.

In Polen legte der Warsaw General-Index in Lokalwährung 0,8 Prozent zu. Bankaktien standen im Berichtszeitraum unter Druck. Der Europäische Gerichtshof (EuGH) hat im Streit um die Vergabe von Schweizer-Franken-Krediten an polnische Hausbauer den polnischen Kreditnehmern den Rücken gestärkt. Bankkunden, die Kredite in Schweizer Franken aufgenommen hatten, können die Umrechnung in die Landeswährung verlangen. Bei den Parlamentswahlen am 13. Oktober ging zudem die nationalkonservative Regierungspartei Recht und Gerechtigkeit (PiS) als klare Siegerin hervor. Dies führte zu Abgaben am Aktienmarkt in Warschau, während die polnische Währung Zloty gegenüber dem Euro leicht aufwertete.

In Istanbul rutschte der BIST National 100-Index im Berichtsmonat um 6,3 Prozent ab. Hier belastete der Einmarsch türkischer Truppen in Nordsyrien. Die USA und die Europäische Union äußerten schwere Bedenken, ohne jedoch Sanktionen zu ergreifen.

Die weitere Kursentwicklung an den osteuropäischen Märkten dürfte weiterhin vom makroökonomischen Umfeld und von der Geldpolitik beeinflusst werden.

USA

US-Aktienmarkt weiter im Plus

Die US-amerikanischen Aktienbörsen haben im Oktober die Gewinne aus dem Vormonat ausgebaut. Der Dow Jones Industrial Average stieg um rund 0,5 Prozent, der marktbreite S&P 500-Index gewann um 2,0 Prozent und erreichte zwischenzeitlich einen neuen Rekordstand. Finanz-, IT- und Industrietitel verbuchten überdurchschnittliche Gewinne. Aktien aus dem Konsumbereich und dem Verteidigungssektor tendierten dagegen schwächer.

Unterstützend wirkten unter anderem Fortschritte im Handelskonflikt zwischen den USA und China. Offenbar konnten sich beide Seiten in einigen Punkten annähern, auch wenn keine finalen Beschlüsse zu vermelden waren. Im weiteren Verlauf des Monats wurden aus chinesischen Verhandlungskreisen allerdings Zweifel laut, ob es überhaupt einen langfristigen Deal geben könne, so lange Donald Trump als US-Präsident amtiere.

Positive Impulse kamen von der Berichtssaison der Unternehmen. Nachdem gut 350 der Adressen aus dem S&P 500-Index ihre Zahlen vorgelegt hatten, konnten 80 Prozent der Konzerne hinsichtlich ihrer Gewinne die Analystenerwartungen übertreffen. Mit Blick auf die Umsätze waren es etwa 60 Prozent.

Unterdessen senkte die US-Notenbank Fed Ende Oktober zum dritten Mal in Folge den Zinskorridor. Der Leitzins liegt nunmehr bei 1,5 bis 1,75 Prozent. Nach der Sitzung deutete die Fed für die Marktteilnehmer eher überraschend, eine mögliche Zinssenkungspause an. Die im Prinzip aktuell vorsorgliche Unterstützung der Wirtschaft mittels Zinssenkungen dürfte somit ihr Ende finden. Folgend ist ab sofort von einer verstärkten datenabhängigen reaktiven Ausrichtung der Zinspolitik auszugehen. Die Hürden für weitere Leitzinssenkungen sind nunmehr deutlich gestiegen, was die Börsenstimmung etwas trübte.

Nach zehn Jahren ungebrochenen Aufschwungs der Wirtschaft in den USA bleiben die Märkte anfällig auf eine weitere Konjunktureintrübung und damit auf eine sich verschlechternde Gewinnsituation der Unternehmen. Insgesamt ist eine weiterhin schwankungsanfällige Entwicklung zu erwarten.

Fernost

Asiatische Aktienmärkte bauen Gewinne aus

Die asiatischen Aktienmärkte konnten im Oktober die positive Entwicklung des Vormonats fortsetzen und deutliche Gewinne erzielen. Der MSCI Far East ex Japan-Index gewann auf Monatssicht 3,5 Prozent hinzu.

Am Monatsanfang belasteten in den USA eingeführte Visabeschränkungen für chinesische Unternehmen und Beamte die Märkte. Unternehmen aus China können seitdem keine US-Technologie ohne Genehmigung der US-Regierung mehr beziehen. Letztere begründete diese Maßnahme mit dem angeblichen Missbrauch muslimischer Minderheiten in China. Die chinesische Regierung verurteilte die Anordnung als Einmischung in innere Angelegenheiten.

Zur Monatsmitte kam es im Handelsstreit zwischen den USA und China jedoch zu einer Entspannung, als eine Teileinigung bezüglich geistigen Eigentums, Finanzdienstleistungen und Währungsfragen erzielt wurde. In Hongkong reagierte der Hang Seng-Index mit einer Kurssteigerung von 3,1 Prozent. Der Shanghai Composite-Index schloss 0,8 Prozent fester.

Eine Belastung stellte im Berichtsmonat jedoch die chinesische Konjunktur dar. Im dritten Quartal hat sich das Wachstum der chinesischen Wirtschaft weiter verlangsamt. Mit sechs Prozent im Vorjahresvergleich wurde die niedrigste Wachstumsrate der vergangenen 27 Jahre erreicht. Das Finanzministerium in Hongkong nannte die seit fünf Monaten andauernden Proteste als Ursache und erwartet für das Gesamtjahr kein positives Wachstum.

An den übrigen asiatischen Börsen wurden im Oktober größtenteils Gewinne verbucht. An den Aktienmärkten in Indien (3,8 Prozent), Taiwan (4,9 Prozent) und Singapur (3,5 Prozent) fielen diese besonders stark aus. Die Börsen in Indonesien (1,0 Prozent), Malaysia (0,9 Prozent) gewannen ebenfalls hinzu. Lediglich in Thailand (-2,2 Prozent) wurde am Monatsende per saldo ein Verlust verzeichnet.

Der weitere Fortgang des Handelskonflikts sowie die globale konjunkturelle Entwicklung dürften in den kommenden Monaten zentrale Einflussfaktoren für die asiatischen Aktienmärkte sein.

Japan

Japanische Aktienmärkte bauen Gewinne aus

Die japanischen Aktienmärkte konnten die positive Entwicklung des Vormonats fortsetzen und haben im Oktober Gewinne erzielt. Der NIKKEI 225-Index gewann 5,4 Prozent hinzu, während der marktbreite TOPIX-Index 5,0 Prozent fester schloss.

Eine Stütze für die japanischen Börsen stellte im Berichtsmonat die Entspannung im Handelsstreit zwischen den USA und China dar. In dem seit über einem Jahr andauernden Handelsstreit konnte eine Teileinigung bezüglich geistigem Eigentum, Finanzdienstleistungen und Währungsfragen erzielt werden.

Zu Beginn des Monats wurde in Japan die Mehrwertsteuer von acht Prozent auf zehn Prozent erhöht. Grund für diese Maßnahme sind die steigenden Sozialaufwendungen, die auf die alternde japanische Gesellschaft zurückzuführen sind. Frühere Erhöhungen der Mehrwertsteuer schwächten die Konjunktur in Japan. Die aktuelle Entwicklung sorgt deshalb für Unsicherheit an den Märkten, insbesondere vor dem Hintergrund einer ohnehin schwachen Wirtschaftslage. Der Tankan-Index, der die Stimmung der japanischen Industrie widerspiegelt, war zu Beginn des Monats auf ein Sechs-Jahres-Tief gefallen. Auch die Exporte aus Japan sind bereits zum zehnten Mal in Folge gesunken.

Auf ihrer Sitzung am Monatsende beschloss die Bank of Japan, ihre Geldpolitik vorerst unverändert zu lassen. In einem Ausblick wurde jedoch die Möglichkeit einer zukünftigen Zinssenkung angesprochen. Die Notenbank teilte mit, dass sie davon ausgehe, ihre Leitzinsen auf dem derzeitigen Niveau zu belassen oder sie zu senken, solange Unsicherheiten über das Erreichen des Inflationsziels von zwei Prozent weiter bestehen.

Der weitere Fortgang des Handelskonflikts sowie die nationale konjunkturelle Entwicklung dürften in den kommenden Monaten zentrale Einflussfaktoren für die japanischen Aktienmärkte sein.

Weltweit

Entspannung im Handelsstreit unterstützt globale Börsen

Die globalen Aktienmärkte konnten im Berichtszeitraum die Gewinne aus dem Vormonat ausbauen. Der MSCI Welt-Index legte in lokaler Währung 1,8 Prozent zu.

Auch die US-Börsen gewannen hinzu. Der Dow Jones Industrial Average stieg um 0,5 Prozent, der marktbreite S&P 500-Index kletterte um 2,0 Prozent und erreichte zwischenzeitlich einen neuen Rekordstand. Unterstützend wirkten Fortschritte im Handelskonflikt zwischen den USA und China. Beide Seiten konnten sich in einigen Punkten annähern, auch wenn keine finalen Beschlüsse zu vermelden waren. Positive Impulse kamen auch von der Berichtssaison. Nachdem gut 350 der 500 Adressen aus dem S&P 500-Index ihre Zahlen für das dritte Quartal vorgelegt hatten, konnten 80 Prozent der Konzerne hinsichtlich ihrer Gewinne die Analystenerwartungen übertreffen. Unterdessen senkte die US-Notenbank Fed Ende Oktober zum dritten Mal in Folge die Leitzinsen. Nach der Sitzung deutete die Notenbank aber eine mögliche Zinssenkungspause an, was die Marktteilnehmer überraschte.

Die Entspannungssignale im Handelsstreit wirkten sich auch auf die europäischen Aktienmärkte positiv aus. Der EURO STOXX 50-Index legte um 1,0 Prozent zu, der marktbreite STOXX Europe 600-Index gewann 0,9 Prozent hinzu. Darüber hinaus sorgten die Fortschritte in den Brexit-Verhandlungen für Unterstützung. Die Europäische Union (EU) und Großbritannien haben sich auf einen Brexit-Deal geeinigt. Außerdem wurde die Austrittsfrist auf den 31. Januar 2020 verschoben. Auch wenn die Zustimmung des britischen Parlaments zum Abkommen noch aussteht, ist damit ein harter Brexit deutlich unwahrscheinlicher geworden.

Die japanischen Aktienmärkte erzielten im Oktober ebenfalls Gewinne. Der NIKKEI 225-Index stieg um 5,4 Prozent. Die Schwellenländerbörsen schlossen, gemessen am MSCI Emerging Markets-Index, in lokaler Währung 2,9 Prozent fester.

Mit einem weiter abflachenden Wirtschaftswachstum und fortgesetzten politischen Spannungen dürfte das Marktumfeld anspruchsvoll bleiben. Die Konjunkturdaten sollten wieder stärker in den Fokus rücken, während die Impulse der Geldpolitik nachlassen dürften.

Die Rentenmärkte

Eurozone

Entscheidung im Brexit wurde erneut vertagt

Europäische Staatsanleihen legten im Oktober eine Art Verschnaufpause ein. Von konjunktureller Seite her nahm der Rückenwind etwas ab. Gute Daten wurden zwar nicht veröffentlicht, die wirtschaftliche Lage hat sich aber zumindest nicht nennenswert verschlechtert. Der Abwärtstrend der letzten Monate konnte somit zumindest gestoppt werden. Nach einer Trendwende sieht es allerdings nicht aus. Für die wieder größere Risikobereitschaft der Marktteilnehmer war vielmehr eine Entspannung im Handelskonflikt zwischen China und den USA verantwortlich. Inzwischen sind die negativen Auswirkungen des Zollstreits auch in den USA zu spüren. Mit Blick auf eine mögliche Wiederwahl im kommenden Jahr versucht US-Präsident Donald Trump allzu negative Presse zu vermeiden. Gute Nachrichten kamen auch aus dem Vereinigten Königreich. Zwar stimmte die Regierung in London einem von Boris Johnson neu ausgehandelten Austrittsabkommen nicht zu, die Gefahr eines ungeregelten EU-Ausstiegs hat sich jedoch nochmals deutlich verringert. Letztlich wurden Neuwahlen ausgerufen und die Entscheidung abermals vertagt. Für die kommenden Wochen verschwindet das Thema daher zunächst von der Agenda, womit die geopolitischen Risiken im Oktober insgesamt abgenommen haben.

Die als sicher geltenden Papiere aus den Kernmärkten (ICE BofA Merrill Lynch NCLR-Index) verloren 1,4 Prozent an Wert und entwickelten sich damit abermals schlechter als Anleihen aus den Peripherieländern (ICE BofA Merrill Lynch EGLR-Index), die um 0,6 Prozent nachgaben. Im Zehnjahresbereich fielen die Renditeaufschläge teilweise auf ein Jahrestief. Griechenland und Portugal profitierten dabei von verbesserten Ratingeinschätzungen. In Summe gaben Euro-Staatsanleihen gemessen am iBoxx € Sovereign Index um 1,1 Prozent nach. Die letzte Sitzung von Mario Draghi als Präsident der Europäischen Zentralbank war ein leiser Abschied. Es wurde nichts beschlossen. Stattdessen nutzte Draghi seine letzte Pressekonferenz dazu, abermals seine Vision einer vertieften Integration der EWU darzulegen und die Staaten zu wachstumsfreundlichen Strukturreformen sowie zu einer expansiveren Fiskalpolitik aufzurufen.

USA

Beruhigung im Handelsstreit mit China

Zu Monatsbeginn setzte sich der positive Trend am US-Rentenmarkt noch fort. Die Rendite für zehnjährige US-Schatzanweisungen näherte sich dabei wieder der Marke von 1,5 Prozent. Doch schon kurze Zeit später zeigten sich Anleger wieder deutlich risikobereiter. Grund dafür war eine Annäherung der USA und China im Handelsstreit. Inzwischen bekommen auch die USA die negativen Auswirkungen der Strafzölle zu spüren. Damit wächst der Druck auf US-Präsident Donald Trump, für eine Entschärfung zu sorgen, schon allein um seine Chancen auf eine mögliche Wiederwahl nicht zu schmälern. Ein großer Durchbruch ist zwar nicht zu erwarten, das Thema wurde aber weniger marktrelevant.

Das Verfahren zu einer möglichen Amtsenthebung von Donald Trump wurde fortgesetzt. Unabhängig vom Ausgang ergeben sich daraus Implikationen für den Kapitalmarkt. Trump wird zunehmend in die Enge getrieben und dadurch noch unberechenbarer. Die Gefahr besteht, dass mögliche „Ablenkungsmanöver“ noch extremere Züge annehmen, um den gewünschten Effekt zu erzielen. Beispielhaft sei hier der Truppenabzug in Syrien genannt.

Ende des Monats – ausgerechnet am Weltspartag – senkte die US-Notenbank abermals die Leitzinsen um 25 Basispunkte. Die Meinungen dazu gingen innerhalb des Gremiums stark auseinander. Zwei Mitglieder sorgten sich, die Währungshüter würden damit viel zu früh ihr Pulver verschießen. Außerdem sei die schwache Investitionsbereitschaft der Unternehmen nicht in zu hohen Kreditkosten, sondern vielmehr in der Unsicherheit des Handelsstreits begründet. Die Fed war aber vielmehr eine Getriebene des Marktes. Dort war eine Leitzinssenkung schon seit Wochen eingepreist. Für den Rest des Jahres ist eigentlich kein weiterer Schritt geplant, sofern sich die Konjunkturdaten nicht weiter eintrüben sollten. In Summe tendierten US-Schatzanweisungen im Oktober seitwärts. Zehnjährige Staatsanleihen rentierten zum Monatsende bei 1,69 Prozent. Auf Indexebene (JP Morgan Global Bond US-Index) verblieb im Monatsvergleich ein marginales Plus von 0,03 Prozent.

Weltweit

Geopolitische Risiken nahmen zuletzt ab

Zu Monatsbeginn setzte sich der positive Trend am US-Rentenmarkt noch fort. Doch schon kurze Zeit später zeigten sich Anleger wieder deutlich risikobereiter, als sich die Lage im Handelsstreit zwischen China und den USA entspannte. Ein großer Durchbruch ist zwar nicht zu erwarten, das Thema wurde aber weniger marktrelevant. Ende des Monats senkte die US-Notenbank abermals die Leitzinsen um 25 Basispunkte. Die Meinungen dazu gingen innerhalb des Gremiums stark auseinander. Zwei Mitglieder sorgten sich, die Währungshüter würden damit viel zu früh ihr Pulver verschießen. Außerdem sei die schwache Investitionsbereitschaft der Unternehmen nicht in zu hohen Kreditkosten, sondern vielmehr in der Unsicherheit des Handelsstreits begründet. In Summe tendierten US-Schatzanweisungen im Oktober seitwärts.

Europäische Staatsanleihen legten im Oktober eine Art Verschnaufpause ein. Für die wieder größere Risikobereitschaft der Marktteilnehmer waren neben der Entspannung im Handelskonflikt auch gute Nachrichten aus dem Vereinigten Königreich verantwortlich. Zwar wurde die Entscheidung über den EU-Ausstieg vertagt, die Gefahr eines ungeregelten Ausstiegs hat sich jedoch nochmals deutlich verringert. Die als sicher geltenden Papiere aus den Kernmärkten verloren in diesem Umfeld 1,4 Prozent an Wert und entwickelten sich damit abermals schlechter als Anleihen aus den Peripherieländern, die nur um 0,6 Prozent nachgaben. Griechenland und Portugal profitierten von verbesserten Ratingeinschätzungen. In Summe gaben Euro-Staatsanleihen gemessen am iBoxx € Sovereign Index um 1,1 Prozent nach.

Im Vorfeld des Starts des Ankaufprogramms der EZB kamen die Risikoaufschläge bei Unternehmensanleihen zurück. Durch den Renditeanstieg bei Staatsanleihen verblieb dennoch ein kleines Minus. Staatsanleihen aus den aufstrebenden Volkswirtschaften legten hingegen leicht zu. Als stützend erwies sich die dritte Zinssenkung der US-Notenbank in Serie, wodurch die Refinanzierungskosten für die in US-Dollar begebenen Anleihen sanken.

Unternehmensanleihen

Spreadeinengungen, aber steigende Zinsen belasten

Im Vorfeld des zum 1. November hin startenden neuen Anleiheankaufprogramms der Europäischen Zentralbank (EZB) waren europäische Unternehmensanleihen weiterhin gesucht. Die Risikoprämien (Asset Swap Spreads) engten sich auf Indexebene (ICE BofA Merrill Lynch Euro Corporates, ER00-Index) um neun auf 70 Basispunkte ein.

Dem standen jedoch – wie schon im September – ein Renditeanstieg und damit Kursverluste an den als sicher geltenden Staatsanleihemärkten gegenüber. Die zu hohen Erwartungen der Anleger hinsichtlich der EZB-Geldpolitik wurden bis Monatsmitte ausgepreist und hatten in erster Linie Kursverluste bei den deutschen Bundesanleihen zur Folge. Hoffnungen auf Fortschritte im Handelskonflikt zwischen den USA und China sowie beim Brexit unterstützten hingegen die mit Risiko behafteten Anleihesegmente. Vor diesem Hintergrund gaben europäische Unternehmensanleihen auf Indexebene im Oktober letztlich 0,2 Prozent ab. Am US-Unternehmensanleihemarkt (ICE BofA Merrill Lynch US Large Corp. Index) war - auf US-Dollarbasis – trotz ebenfalls leicht steigender Treasury-Renditen sogar ein Zugewinn von 0,6 Prozent zu verzeichnen. Die Spreads engten sich dort um sechs auf 134 Basispunkte ein.

Erfreulich schnitt im europäischen Unternehmensanleihebereich der Nachrangsektor ab. Die für nachrangige Industrie- und Finanzanleihen repräsentativen ICE BofA Merrill Lynch ENSU- und EBSU-Indizes gingen mit jeweils 0,2 Prozent leicht im Plus aus dem Handelsmonat. Hochverzinsliche Papiere (High Yield) schlossen mit 0,3 Prozent hingegen leicht im Minus. Dort weiteten sich die Risikoaufschläge zudem um zwölf auf 296 Basispunkte aus. Zwischenzeitlich waren diese sogar bis auf 320 Basispunkte angestiegen.

Am Primärmarkt war angesichts der laufenden Berichtssaison zum dritten Quartal das Angebot an neuen Papieren rückläufig. Dies wirkte sich bei gleichzeitig hoher Nachfrage der Anleger marktunterstützend aus. Die Neuemissionsprämien, die den Anlegern seitens der Emittenten geboten wurden, waren zumeist sehr gering. Dennoch war, auch vor dem Hintergrund des neuen Ankaufprogramms der EZB eine überwiegend hohe Nachfrage zu beobachten.

Emerging Markets

Schwellenländermärkte ohne größere Bewegungen

Die Anleihemärkte der Schwellenländer blicken insgesamt auf einen ruhigen Handelsmonat zurück. Per saldo verbuchte der JP Morgan EMBI Global Diversified-Index ein leichtes Plus von 0,2 Prozent. Die Risikoaufschläge (Spreads) bewegten sich in Summe ähnlich zurückhaltend. Nach einer leichten Ausweitung zu Monatsbeginn engten sich die Spreads wieder ein und gingen letztlich auf einem Niveau von 328 Basispunkten leicht fester aus dem Handelsmonat. Das temporäre Rauslaufen der Risikoaufschläge war durch enttäuschende Einkaufsmanagerindizes in den USA begründet. Die Anlageklasse bleibt in Summe aber unterstützt. Angesichts der zuletzt versöhnlicheren Töne im Handelskonflikt zwischen den USA und China scheint das Risiko einer weiteren Eskalation nachzulassen. Weiterhin deuten die zuletzt angestiegenen Renditen in den „sicheren Häfen“ wie US-Treasuries auf eine wieder insgesamt abnehmende Risikoaversion hin.

Auf Einzelländerebene standen vor allem politische Themen im Vordergrund. Zu nennen ist hier beispielsweise der Libanon. Seitdem Premier Hariri unter dem Druck der Proteste zurückgetreten ist, steht das politische Leben im Libanon still. Die Staatspapiere in Lokalwährung verzeichneten im Zehnjahresbereich einen Renditeanstieg von über 2,5 Prozentpunkten. In Argentinien beschleunigte sich nach dem Wahlsieg von Alberto Fernandez als Zeichen der Verunsicherung die Kapitalflucht. Die Zentralbank antwortete mit einer drastischen Einschränkung des Devisenerwerbs. Der Argentinische Peso verlor dennoch gegenüber dem Euro 5,6 Prozent.

Im Bereich der Geldpolitik senkte die US-Notenbank Federal Reserve erwartungsgemäß den Leitzins zum dritten Mal in Folge. Die Leitzinsspanne liegt nun bei 1,5 – 1,75 Prozent. Die brasilianische Notenbank senkte ebenfalls den Leitzins um einen halben Punkt auf ein Rekordtief von fünf Prozent. Brasilianische Staatspapiere handelten fester. Die zehnjährige Rendite sank um 55 Basispunkte. Ein ähnliches Bild vollzog sich in Russland. Die Währungshüter senkten den geldpolitischen Schlüsselsatz um 0,5 auf 6,5 Prozent. Die Schuldtitel waren über die gesamte Zinsstrukturkurve hinweg gefragt.

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Stand aller Informationen, Darstellungen und Erläuterungen: 31. Oktober 2019, soweit nicht anders angegeben.

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