Marktberichte April 2020

Aktien: Deutliche Erholung in den USA

Renten: Leichte Zugewinne

Aktienmärkte: Die massiven Unterstützungsmaßnahmen von Notenbanken und Regierungen sowie die anlaufenden Lockerungen der Corona-Maßnahmen sorgten für im April für eine Erholungsbewegung an den Aktienmärkten. Ernüchternde Konjunkturdaten spielten hingegen eine untergeordnete Rolle.

Rentenmärkte: Sowohl US-amerikanische als auch Euro-Staatsanleihen verbuchten im April auf Gesamtmarktebene jeweils leichte Zugewinne. Im Euroraum kamen in erster Linie die Renditen in den Kernländern zurück. In der Peripherie waren trotz der Zentralbankankäufe hingegen Verluste zu verzeichnen.

Europa

Erholungsbewegung an Europas Börsen

Die europäischen Aktienmärkte konnten im Berichtsmonat einen Teil der drastischen Kursverluste der Vormonate aufholen. Der EURO STOXX 50-Index gewann 5,1 Prozent, der marktbreite STOXX Europe 600-Index verteuerte sich um 6,2 Prozent. Insbesondere die massiven Unterstützungsmaßnahmen von Notenbanken und Regierungen sowie erste Fortschritte im weltweiten Kampf gegen die Ausbreitung der Corona-Pandemie waren ursächlich für die Kursgewinne. Die ernüchternden Konjunkturdaten spielten dagegen für die Marktteilnehmer in Summe eine untergeordnete Rolle.

Im Laufe des Monats nährten sinkende Neuinfektionsraten insbesondere in schwer von der Pandemie betroffenen europäischen Ländern wie Italien die Hoffnung der Investoren, dass die Eindämmungsmaßnahmen gegen die Verbreitung des Virus schrittweise gelockert werden könnten. In einigen Ländern wurden auch schon Lockerungsmaßnahmen umgesetzt oder auf Anfang Mai datiert. Die umfangreichen Maßnahmenpakete der Europäischen Zentralbank und von zahlreichen europäischen Regierungen sorgten ebenfalls für Kursgewinne am Aktienmarkt.

Nach wie vor herrschte aber im April nahezu ein ökonomischer Stillstand in vielen Sektoren, um die Corona-Ausbreitung einzudämmen. Die negativen konjunkturellen Effekte zeigten zahlreiche Datenpunkte: Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) verringerte sich laut erster Schätzung des Europäischen Statistikamtes Eurostat in der ersten drei Monaten des Jahres im Vergleich zum Vorquartal um 3,8 Prozent. Dies sei der stärkste Rückgang seit Beginn der Zeitreihe im Jahr 1995, so die Statistiker. Auch zahlreiche Frühindikatoren zeigten sich schwach: Neben den Einkaufsmanagerindizes für die Industrie und den Dienstleistungsbereich brach etwa der Economic Sentiment Indicator für den Euroraum scharf ein. Er sank von 94,2 auf 67,0 Punkte und damit so stark wie noch nie.

Auch wenn erste Fortschritte im weltweiten Kampf gegen die Ausbreitung der Corona-Pandemie erkennbar sind, bleibt die Lage fragil. Daher dürften die Börsen anfällig bleiben. Auf mittlere und längerfristige Sicht bieten sich Chancen am europäischen Aktienmarkt, sobald die Pandemie nachhaltig unter Kontrolle gebracht wird.

Deutschland

Deutsche Börsen erholen sich

Die deutschen Aktienmärkte konnten im Berichtsmonat einen Teil der Kursverluste der Vormonate aufholen. Der DAX 30-Index mit den 30 größten gelisteten deutschen Unternehmen gewann 9,3 Prozent hinzu. Firmen mit mittlerer Marktkapitalisierung legten 9,5 Prozent zu (MDAX-Index). Der SDAX-Index, der Unternehmen mit niedriger Marktkapitalisierung repräsentiert, verteuerte sich sogar um 12,0 Prozent. Auch deutsche Technologiewerte konnten einiges an Boden gutmachen: Der TecDAX-Index gewann 9,9 Prozent.

Im Laufe des Monats nährten sinkende Neuinfektionsraten insbesondere in schwer von der Pandemie betroffenen europäischen Ländern wie Italien, aber auch in Deutschland, die Hoffnung der Investoren, dass die Eindämmungsmaßnahmen gegen die Verbreitung des Virus schrittweise gelockert werden könnten. In Deutschland kündigte die Regierung gegen Monatsende erste Lockerungen an. Daneben unterstützten die massiven Hilfspakete der Bundesregierung sowie der Europäischen Zentralbank die Kurse.

Die ernüchternden Konjunkturdaten spielten dagegen für die Marktteilnehmer in Summe eine untergeordnete Rolle. Nach wie vor herrschte im Berichtsmonat in vielen Sektoren nahezu ein ökonomischer Stillstand, um die Corona-Ausbreitung einzudämmen. Die negativen konjunkturellen Effekte zeigten zahlreiche Datenpunkte: Neben den Einkaufsmanagerindizes für die Industrie und den Servicesektor brach etwa der ifo-Geschäftsklimaindex auf ein Rekordtief ein. Der viel beachtete Frühindikator der deutschen Konjunkturentwicklung ist im April von 85,9 auf 74,3 Punkte gefallen – einen stärkeren Rückgang gab es noch nie. Auch am deutschen Arbeitsmarkt sind die negativen Effekte spürbar: Für mehr als zehn Millionen Bürger wurde Kurzarbeit beantragt – ein Rekordwert. Und die Arbeitslosenquote stieg auf 5,8 Prozent – 0,9 Prozentpunkte mehr als im Vorjahr.

Auch wenn erste Fortschritte im weltweiten Kampf gegen die Ausbreitung der Corona-Pandemie erkennbar sind, bleibt die Lage fragil. Daher dürften die Börsen anfällig bleiben. Auf mittlere und längerfristige Sicht bieten sich Chancen am deutschen Aktienmarkt, sobald die Pandemie nachhaltig unter Kontrolle gebracht wird.

Osteuropa

Osteuropäische Börsen erholen sich

Die Aktienmärkte in Osteuropa haben sich im Berichtsmonat bei kräftigen Schwankungen etwas erholt. Bestimmend blieb die Corona-Pandemie und die damit verbundenen Einschränkungen des wirtschaftlichen Lebens in vielen Ländern. Dabei zeigte sich ein uneinheitliches Bild. Während die Neuinfektionen beispielsweise in Tschechien zurückgingen, stiegen sie in Russland markant an. Abflachende Neuinfektionsraten in vielen Industriestaaten sowie weitere Hilfspakete von Notenbanken und Regierungen führten aber zu einer Stimmungsaufhellung. Der MSCI EM Eastern Europe-Index legte in Lokalwährung 6,6 Prozent zu.

Der russische Aktienmarkt (MOEX-Index) stieg in Lokalwährung um 5,7 Prozent. Die russische Notenbank senkte im April erneut den Leitzins, diesmal auf das niedrigste Niveau seit 2012. Die Währungshüter prognostizierten für 2020 einen Einbruch der russischen Wirtschaft um vier bis sechs Prozent. Die Exporte – überwiegend Öl – dürften um zehn Prozent einbrechen und ein Leistungsbilanzdefizit entstehen, hieß es. Die Einigung Russlands mit dem Ölkartell OPEC, die Produktion um insgesamt knapp zehn Millionen Barrel pro Tag zu kürzen, stützte den Ölpreis im Berichtszeitraum nur zeitweise. Russische Ölaktien erholten sich trotzdem etwas. Die dort ansässigen Ölproduzenten weisen vergleichsweise sehr niedrige Produktionskosten auf.

In Warschau gewann der WIG20-Index in Lokalwährung 10,8 Prozent. Die EU-Kommission hat im April ein Vertragsverletzungsverfahren wegen eines Gesetzes zur Richterdisziplinierung eingeleitet. Das polnische Justizministerium sagte daraufhin, die EU habe dafür keine Befugnis. Falls Polen nicht einlenkt, könnte die Kommission das Land vor dem Europäischen Gerichtshof verklagen.

Unterstützung für den tschechischen Aktienmarkt kam durch die abflauenden Neuinfektionszahlen sowie die Aussicht auf eine Zinssenkung der tschechischen Notenbank im Mai. Die Börse in Prag (PX-Index) stieg um 10,5 Prozent.

Die Kursentwicklung an den osteuropäischen Börsen dürfte schwankungsanfällig und von der Corona-Pandemie sowie deren Einfluss auf die Konjunkturentwicklung geprägt bleiben.

USA

US-Börsen holen Verluste auf

Die US-amerikanischen Aktienmärkte haben im April nach den heftigen Kursrückgängen der Vormonate wieder Gewinne erzielt. Der Dow Jones Industrial Average schloss unter dem Strich 11,1 Prozent höher, der marktbreite S&P 500-Index stieg um 12,7 Prozent. Gänzlich wettmachen konnten die Indizes die Abschläge allerdings nicht, seit Jahresbeginn notieren die Börsen noch weit im Minus. Grund für die jüngste Aufwärtsbewegung waren unter anderem die lockere Geldpolitik der US-Notenbank Fed und die massiven Konjunkturhilfen der US-Regierung. Die drohende Rezession und die rekordhohe Arbeitslosigkeit in Folge der Corona-Pandemie spielten an den Märkten im April hingegen eine untergeordnete Rolle.

Für Bewegung an den Börsen sorgte die Berichtssaison der US-Unternehmen zum ersten Quartal, die allerdings vergleichsweise schlecht ausfiel. Nachdem gut die Hälfte der Konzerne aus dem S&P 500-Index die Zahlen vorgelegt hatte, konnten etwa 63 Prozent von ihnen die Erwartungen der Analysten hinsichtlich der Umsätze übertreffen. Mit Blick auf die Gewinne waren es 68 Prozent. Beide Werte sind tendenziell unterdurchschnittlich.

Es waren einmal mehr die großen Namen aus der Tech-Branche, die für gute Stimmung an den Börsen sorgten. Microsoft, Facebook und die Google-Mutter Alphabet konnten starke Zahlen vorlegen und den Berichtsmonat deutlich im Plus abschließen. Auch Amazon und Netflix stiegen kräftig. Die genannten Konzerne profitieren davon, dass die Menschen aufgrund der Pandemie mehr Zeit zuhause am Computer verbringen.

Aktuell sind im Kampf gegen die Ausbreitung der Corona-Pandemie erste Fortschritte erkennbar. Bestätigt sich dieser Trend, dann dürften zusätzliche Spielräume zur weiteren Öffnung der US-Ökonomie nach dem so genannten Lockdown entstehen. Erst diese Verbesserung legt den Grundstein für eine nachhaltige konjunkturelle Erholung und damit eine Verstetigung der Aufwärtsbewegung an den Aktienmärkten. Bis dahin dürften die Notierungen schwankungsanfällig bleiben.

Fernost

Stimmungsaufhellung an den asiatischen Börsen

Die Stimmung an den asiatischen Aktienmärkte hat sich im Berichtsmonat etwas aufgehellt. Dazu trugen der weitere Rückgang der Corona-Neuinfektionen in China und Hongkong sowie in Taiwan und Südkorea bei. In Singapur stieg die Zahl der Neuinfektionen zwar an, aber vornehmlich in Wohnheimen für Gastarbeiter. Rückenwind für die Aktienkurse kam von weiteren geldpolitischen Lockerungsmaßnahmen verschiedener Notenbanken sowie von staatlichen Hilfspaketen. Der MSCI Far East ex Japan-Index erholte sich im Monatsvergleich in Lokalwährung gerechnet 7,6 Prozent und lag damit knapp einen Fünftel über dem Mitte März erreichten Tiefstand.

Von den Fortschritten in der Virus-Eindämmung profitierte vor allem der südkoreanische Aktienmarkt. Ende April wurde erstmals keine Neuansteckung mehr gemeldet. Auf Lokalwährungsbasis stieg der Kospi 200-Index rund neun Prozent. Kurzfristig sorgten Meldungen für Unruhe, wonach der nordkoreanische Alleinherrscher Kim Jong Un im Koma liege oder gestorben sei. Diese wurden aber nicht bestätigt. In Singapur stieg der Straits Times-Index auf Lokalwährungsbasis um rund 5,8 Prozent. Die Sorge vor einer zweiten Infektionswelle bremste hier den Kursaufschwung.

Ebenfalls unterdurchschnittlich fiel die Erholung in Hongkong aus. Der Hang-Seng-Index stieg um 4,4 Prozent. Die Ansteckungszahlen fielen auf null, doch flammten die Spannungen zwischen der Polizei und chinakritischen Demonstranten neu auf.

In China wurden dank sehr niedriger Neuansteckungszahlen viele Eindämmungsmaßnahmen zurückgefahren oder ganz aufgehoben, etwa inländische Reiserestriktionen. Die Industrieproduktion belebte sich ebenso wie der Konsum. Der chinesische Aktienmarkt hatte dies aber weitgehend im März vorweg genommen. So stieg im Berichtsmonat das chinesische Börsenbarometer, der Shanghai Composite-Index, in Lokalwährung nur um vier Prozent. Etwas Unterstützung kam durch eine weitere geldpolitische Lockerung der chinesischen Notenbank (PBoC).

Die asiatischen Börsen dürften von einer weiteren Entspannung bei den Neuinfektionszahlen Unterstützung finden, die Kursentwicklung dürfte aber schwankungsanfällig bleiben.

Japan

Japanischer Aktienmarkt mit schwacher Erholung

Der japanische Aktienmarkt hat sich im April im globalen Vergleich von seinem Kurseinbruch im März nur verhalten erholt. Der Nikkei 225-Index gewann in Lokalwährung 6,8 Prozent und der breit gefasste Topix-Index rückte um 4,4 Prozent vor. Ein Grund für die mäßige Erholung lag daran, dass die Zahl der Neuinfektionen mit dem Corona-Virus im Berichtszeitraum deutlich gestiegen ist. Bislang hatte Japan vergleichsweise geringe Ansteckungszahlen ausgewiesen. Deshalb sah sich die Regierung gezwungen, den Notstand auszurufen, zunächst für Tokio und sechs weitere Regionen, später für das gesamte Land.

Dies trifft die japanische Wirtschaft hart. Sie befand sich bereits im vierten Quartal 2019 in einer Rezession, unter anderem bedingt durch eine Anhebung der Mehrwertsteuer. Um die Folgen der Corona-Pandemie abzumildern, hat das japanische Oberhaus im April ein weiteres Sonderbudget für Notfallhilfen beschlossen. Zudem verkündete die Bank of Japan (BoJ), in unbegrenzter Menge Staatsanleihen zu kaufen, um den Finanzmarkt zu stabilisieren. Bislang galt eine Obergrenze von umgerechnet 690 Mrd. Euro (80 Billionen Yen). Darüber hinaus erklärte die Notenbank, auch mehr Unternehmensanleihen und Commercial Papers zu erwerben. Dies verlieh der Börse in Tokio zeitweise deutlichen Auftrieb. Allerdings standen im Berichtsmonat konjunktursensitive Aktien sowie Rohstoffwerte – unter anderem wegen des Ölpreisverfalls – deutlich unter Druck.

Was die Olympischen Sommerspiele anbelangt, die im Juli in Tokio hätten stattfinden sollen und wegen der Corona-Pandemie auf Sommer 2021 verschoben wurden, mehrten sich im Berichtsmonat die Stimmen nach einer weiteren Verschiebung. Die Befürchtung: 2021 könnte die Corona-Pandemie weltweit noch nicht so im Griff gehalten werden, damit die Sommerspiele ohne zu große Gesundheitsrisiken abgehalten werden könnten. Die Spiele sind ein wichtiger, wenn auch nur temporärer Wirtschaftsfaktor für das Land.

Für den japanischen Aktienmarkt wird auf Sicht der kommenden Wochen entscheidend sein, ob die Ansteckungszahlen wieder sinken und damit eine Lockerung der Eindämmungsmaßnahmen möglich wird.

Weltweit

Globale Aktienmärkte grenzen Verluste ein

Die globalen Aktienmärkte haben den Abwärtstrend der Vormonate gestoppt und deutlich im Plus geschlossen. Unter dem Strich verbesserte sich der MSCI World-Index in lokaler Währung um 10,4 Prozent. Unterstützend wirkten die Infrastrukturprogramme und Stützungsmaßnahmen, mit denen Regierungen und Notenbanken in den wichtigsten Wirtschaftsräumen versuchen, die Folgen der Corona-Pandemie bestmöglich einzudämmen.

Getrieben wurde die Bewegung von den positiven Börsen in den USA. Der Dow Jones Industrial Average schloss unter dem Strich 11,1 Prozent höher, der marktbreite S&P 500-Index stieg um 12,7 Prozent. Neben den Corona-Maßnahmen sorgte hier die Berichtssaison der US-Unternehmen zum ersten Quartal für Bewegung. Nachdem gut die Hälfte der Konzerne aus dem S&P 500-Index die Zahlen vorgelegt hatte, konnten etwa 63 Prozent von ihnen die Erwartungen der Analysten hinsichtlich der Umsätze übertreffen. Mit Blick auf die Gewinne waren es 68 Prozent. Beide Werte sind tendenziell unterdurchschnittlich.

Auch die europäischen Aktienmärkte konnten im Berichtsmonat einen Teil der drastischen Kursverluste der Vormonate aufholen. Der EURO STOXX 50-Index gewann 5,1 Prozent, der marktbreite STOXX Europe 600-Index verteuerte sich um 6,2 Prozent. Im Laufe des Monats nährten sinkende Neuinfektionsraten insbesondere in schwer von der Pandemie betroffenen europäischen Ländern wie Italien die Hoffnung der Investoren, dass die Eindämmungsmaßnahmen gegen die Verbreitung des Virus schrittweise gelockert werden könnten.

Der japanische Aktienmarkt hat sich im April im globalen Vergleich von seinem Kurseinbruch im März nur verhalten erholt. Der Nikkei 225-Index gewann in Lokalwährung 6,8 Prozent und der breit gefasste Topix-Index rückte um 4,4 Prozent vor. Die Märkte der Schwellenländer verbesserten sich, gemessen am MSCI Emerging Markets in lokaler Währung, um 8,6 Prozent.

Auch wenn erste Fortschritte im weltweiten Kampf gegen die Ausbreitung der Corona-Pandemie erkennbar sind, bleibt die Lage fragil. Daher dürften die Börsen anfällig bleiben.

Die Rentenmärkte

Eurozone

Italiens Verschuldung stand im Mittelpunkt

Nach starken Kursschwankungen im Februar und März kam es am europäischen Rentenmarkt nun zu einer Beruhigung. Anleihen handelten wieder in engeren Bahnen. Anfänglich prägten zunächst jedoch noch größere Kursverluste das Geschehen. Anleger sorgten sich angesichts der umfangreichen Hilfsmaßnahmen um deren Finanzierung und befürchteten die Ausgabe einer Vielzahl an Neuemissionen. Zwar wurden letztlich tatsächlich viele neue Papiere an den Markt gebracht, die Nachfrage danach war jedoch ausgesprochen hoch. Einerseits waren hierfür die hohen gewährten Prämien verantwortlich, andererseits sorgte auch die Europäische Zentralbank (EZB) mit ihren Käufen für Rückenwind.

Im weiteren Monatsverlauf kamen die Renditen von Anleihen aus den Kernländern weiter zurück. Dabei erwiesen sich vor allem die schwachen Konjunkturdaten als stützend. Papiere aus den Peripherieländern konnten hiervon hingegen nicht profitieren. Weitere Neuemissionen wurden sukzessive zu einer Belastung. Darüber hinaus begannen sich Anleger mehr und mehr um die hohe Verschuldung Italiens zu sorgen. Die Ratingagentur Standard & Poors verzichtete vorerst auf eine Herabstufung der Bonität. Doch nur wenige Tage später schätzte Fitch die Bonitätsnote Italiens überraschend schwächer ein. Bis zum Jahresende könnte der Schuldenstand auf 156 Prozent der italienischen Wirtschaftsleistung steigen. Diese Entwicklung war auch Thema auf dem jüngsten EU-Gipfel. Ein Teil der Währungsgemeinschaft sieht gerade jetzt die Notwendigkeit, die Schulden zu vergemeinschaften. Mit gemeinsamen Anleihen kämen Krisenstaaten günstiger an frisches Geld. Einige andere Länder, angeführt von Deutschland, sprechen sich hingegen für umfangreiche Garantien aus und verweisen auf die schon etablierten, jedoch nicht genutzten Hilfsmaßnahmen. Die Debatte wurde letztlich vertagt, sogenannte „Corona-Bonds“ mit gemeinschaftlicher Haftung scheinen aber derzeit vom Tisch zu sein. Gemessen am iBoxx Euro Sovereign Index gewannen europäische Staatsanleihen im April 0,4 Prozent an Wert hinzu. Kernanleihen (+1,3 Prozent) entwickelten sich deutlich besser als Papiere aus der Peripherie (-0,8 Prozent).

USA

Käufe der US-Notenbank stabilisierten

Nach den turbulenten Handelstagen in den Vormonaten kam es im April zu einer deutlichen Beruhigung. Die Kurse von US-Staatsanleihen bewegten sich wieder in engeren Handelsspannen. Zu Monatsbeginn nahm die Zahl der Corona-Infektionen drastisch zu. „America first“ hieß es daher auch schnell im weltweiten Vergleich, sowohl was die absolute Zahl der mit dem Corona-Virus infizierten Personen betraf, als auch den damit verbundenen Todesfällen. Vor allem in New York war die Lage sehr ernst. Im weiteren Verlauf trübten sich die Konjunkturdaten immer weiter ein. Gleichzeitig zeigten die Eindämmungsmaßnahmen jedoch erste Erfolge und damit verbanden Anleger die Hoffnung auf mögliche Lockerungen. Mit Remdesivir wurde zudem ein erstes Medikament gegen das Virus zugelassen.

US-Präsident Donald Trump wurde für sein Krisenmanagement stark kritisiert und verlor an Zustimmung. Dies brachte ihn auch im Rennen um eine mögliche zweite Amtszeit im Weißen Haus gegen seinen Widersacher Joe Biden ins Hintertreffen. Trump suchte sein Heil in der Außenpolitik und warf der chinesischen Regierung vor, für den Ausbruch des Corona-Virus verantwortlich zu sein. Gerade zum Monatsende hin verschärfte sich die Tonlage zwischen beiden Ländern.

Von staatlicher Seite gab es weitere Hilfspakete. So wurde unter anderem das „CARES“-Programm für kleine Unternehmen deutlich aufgestockt. Damit sollten Firmen mit weniger als 50 Mitarbeitern Gelder erhalten. Die US-Notenbank Federal Reserve blieb in vorsichtiger Wartestellung und zeigte sich bereit, notfalls zu handeln. Darüber hinaus zeigten sich die Währungshüter über die mittelfristigen wirtschaftlichen Auswirkungen besorgt. Der ruhige Handel war zudem auch ein Verdienst der Fed, die wöchentlich in großem Umfang US-Papiere ankaufte und damit den Markt merklich stabilisierte. US-Staatsanleihen rentierten im Monatsvergleich nahezu unverändert. Die Rendite zehnjähriger Schatzanweisungen fiel von 0,67 auf 0,64 Prozent. Als Nebeneffekt vergrößerte sich die Notenbankbilanz dadurch im Rekordtempo um rund die Hälfte. Auf Indexebene (JP Morgan Global Bond US-Index) verteuerten sich US-Staatsanleihen im April um 0,4 Prozent.

Weltweit

Deutliche Beruhigung

Nach den turbulenten Handelstagen in den Vormonaten kam es im April zu einer deutlichen Beruhigung. Zu Monatsbeginn nahm die Zahl der Corona-Infektionen noch zu. Im weiteren Verlauf zeigten die Eindämmungsmaßnahmen jedoch erste Erfolge und damit verbanden Anleger die Hoffnung auf mögliche Lockerungen. US-Staatsanleihen rentierten im Monatsvergleich nahezu unverändert. Der ruhige Handel war auch ein Verdienst der US-Notenbank, die wöchentlich in großem Umfang US-Papiere ankaufte und damit ihre Notenbankbilanz im Rekordtempo vergrößerte. Von staatlicher Seite gab es weitere Hilfspakete, dennoch wurde US-Präsident Donald Trump für sein Krisenmanagement stark kritisiert und verlor an Zustimmung. Trump suchte sein Heil in der Außenpolitik und verschärfte vor allem zum Monatsende hin den Ton in Richtung China. Auf Indexebene (JP Morgan Global Bond US-Index) verteuerten sich US-Staatsanleihen im April um 0,4 Prozent.

Zunächst prägten am Euro-Staatsanleihenmarkt Kursverluste das Geschehen. Anleger sorgten sich angesichts der umfangreichen Hilfsmaßnahmen um deren Finanzierung und befürchteten die Ausgabe einer Vielzahl an Neuemissionen. Anfangs wurden die neuen Papiere jedoch noch problemlos platziert. Einerseits waren hierfür die hohen Prämien verantwortlich, andererseits sorgte auch die Europäische Zentralbank mit ihren Käufen für Rückenwind. Im weiteren Monatsverlauf kamen die Renditen von Anleihen aus den Kernländern weiter zurück. Papiere aus den Peripherieländern konnten hiervon hingegen nicht profitieren. Weitere Neuemissionen wurden sukzessive zu einer Belastung. Darüber hinaus begannen sich Anleger mehr und mehr um die hohe Verschuldung Italiens zu sorgen. Die Debatte um eine mögliche Vergemeinschaftung der Schulden wurde auf dem EU-Gipfel letztlich vertagt. Gemessen am iBoxx Euro Sovereign Index gewannen europäische Staatsanleihen im April 0,4 Prozent an Wert hinzu.

Unternehmensanleihen waren von den Ankaufprogrammen gut unterstützt und legten mit 3,6 Prozent deutlich zu. Auch Papiere aus den aufstrebenden Ländern waren gefragt und verbuchten ein Plus von 2,2 Prozent.

Unternehmensanleihen

Sukzessive Erholung im Monatsverlauf

An den Finanzmärkten hat sich nach den starken Verlusten in den Vormonaten die Lage wieder etwas aufgehellt. Dank des massiven Eingreifens der Notenbanken und von fiskalischer Seite konnten sich die Märkte weiter erholen. In diesem Zuge gewann der Markt für Unternehmensanleihen im Verlauf des April kontinuierlich hinzu. Sowohl der am Markt leicht rückläufige risikolose Zins (Bundesanleihen) als auch ein deutlicher Rückgang der Risikoprämien (Asset Swap Spreads) führten zu einer positiven Bewegung bei den Unternehmensanleihen. Der für Euro-Unternehmenspapiere mit Rating Investment Grade repräsentative ICE BofA Euro-Corp.-Index stieg im Berichtsmonat um 3,6 Prozent an. Die Risikoaufschläge verringerten sich parallel um 49 auf 144 Basispunkte.

In erster Linie profitierten jene Anleihen, die unter das Ankaufprogramm der Europäischen Zentralbank (EZB) fallen. Direkt von der Corona-Krise betroffenen Unternehmenspapiere und Titel von zyklischen Branchen wie beispielsweise Luftfahrt oder Tourismus blieben jedoch unter Druck. Auch der Markt für Real-Estate-Anleihen zeigte sich angeschlagen.

Mit Blick auf die Untersektoren konnten sich im Bereich der Hybridanleihen die Finanzwerte besser entwickeln als Papiere aus dem Industriebereich (plus 5,8 gegenüber 4,9 Prozent Zugewinn). Bei den hochverzinslichen Titeln (High Yield) schlug der Anstieg mit einem Plus von 6,2 Prozent (ICE BofA HEAG-Index) zugute. Die Risikoprämien engten sich um 118 auf 500 Basispunkte ein. Ende März lagen diese in der Spitze bei 703 Basispunkten. Die negative Ratingmigration setzte sich im April fort, sowohl Ford als auch ZF Friedrichshafen haben am Monatsende den Investment Grade-Bereich in Richtung High Yield verlassen.

Am Primärmarkt war die Neuemissionstätigkeit im insgesamt freundlichen Marktumfeld erneut sehr rege. Im Blickunkt der Anleger standen in erster Linie die EZB-ankaufsfähigen Papiere. Aber auch Bankanleihen und High Yield-Titel erfreuten sich großer Beliebtheit. Angesichts der hohen Nachfrage haben sich dort die zunächst für die Investoren sehr attraktiven Zeichnungsprämien zuletzt auf eine Größenordnung von zehn bis 15 Basispunkten verringert.

Emerging Markets

Rückläufige Risikoaversion stützt Emerging Markets

Anleihen aus den Schwellenländern konnten sich nach dem starken Abverkauf im Vormonat leicht erholen. Eine insgesamt bessere Risikostimmung unterstützte das Marktsegment. Gemessen am JP Morgan EMBI Global Diversified-Index verbuchten Hartwährungstitel im Monatsvergleich ein Plus von 2,3 Prozent. Die Risikoaufschläge engten sich um 16 auf 610 Basispunkte ein. Starke Verwerfungen am Ölmarkt sorgten nur zwischenzeitlich für einen leichten Anstieg der Spreads. Nach heftigen Preisrückgängen bis unter die Nulllinie, wenn auch nur in einem einzigen WTI-Kontrakt, kam es trotz schwacher Konjunkturzahlen zuletzt zu einer spürbaren Erholung am Ölmarkt. Hintergrund war eine Mischung aus Hoffnung auf eine baldige Lockerung des Lockdowns – nicht zuletzt angesichts vielversprechender Testergebnisse bei einem möglichen Covid19-Medikament – und weniger stark als befürchtet gestiegenen Lagerbeständen sowie einer Risiko-Reduktion bei Terminmarkt-Positionen. Unter dem Strich bleiben die Risikoaufschläge für EM-Staatsanleihen in Hartwährung insgesamt auf einem hohen Niveau, da vereinzelte Zahlungsprobleme auf den Gesamtmarkt abstrahlen.

Einige Zentralbanken senkten im Schatten der US-Notenbank FED weiter die Zinsen. So reduzierten beispielsweise die Währungshüter in den Philippinen und Polen den geldpolitischen Schlüsselsatz um 50 Basispunkte. In Peru wurde der Zins um einhundert Basispunkte gesenkt, während in Indien eine Reduktion um 25 Basispunkte stattfand. Ratingseitig erhielten Südafrika und Mexiko Herabstufungen. Die Corona-Pandemie trifft das wirtschaftlich angeschlagene Südafrika hart. Die Zweifel an der Nachhaltigkeit der südafrikanischen Staatsfinanzen sind aufgrund der Krise umso akuter geworden. Mit der Herabstufung verlor der Emittent auch sein Investment Grade-Rating. Der Südafrikanische Rand verlor gegenüber dem Euro 3,1 Prozent. Staatsanleihen aus Mexiko behalten zwar erst einmal ihren Investment Grade-Status. Dennoch sorgten mangelnde Wirtschaftsreformen, zusätzliche Wachstumseinbußen durch die Corona-Pandemie und der Ölpreiseinbruch für eine vorsichtigere Einschätzung der Kreditwürdigkeit.

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Stand aller Informationen, Darstellungen und Erläuterungen: 30. April 2020, soweit nicht anders angegeben.

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