Marktberichte Dezember 2020

Aktien: Märkte bauen Gewinne aus

Renten: Staatsanleihen kaum verändert

Aktienmärkte: Die Aussicht auf ein weiteres US-Fiskalpaket sowie die Zulassung der ersten Corona-Impfstoffe sorgten für Zuversicht und ließen die Notierungen an den Aktienbörsen steigen. Vor allem in den USA kam es zu deutlichen Zugewinnen. Im Dezember wurden dort bei verschiedenen Aktienindizes neue Rekordstände erreicht.

Rentenmärkte: Die anhaltende Risikoneigung der Anleger sorgte zum Jahresende hin für nur mäßiges Interesse an sicher geltenden Staatsanleihen. Die Renditeveränderungen waren im Dezember insgesamt überschaubar.

Die Aktienmärkte

Europa

Gewinne im Dezember an Europas Börsen

Im Dezember konnten die europäischen Aktienmärkte die Gewinne des Vormonats ausbauen. Der Euro STOXX 50-Index legte um 1,7 Prozent zu und engte damit auf Jahressicht seine Verluste, die er vor allem im Zuge des Corona-Crashs Mitte März verzeichnet hatte, auf minus 5,1 Prozent ein. Der marktbreite STOXX Europe 600-Index beendete den Monat mit plus 1,5 Prozent. Er verzeichnete für 2020 einen Verlust von 13,9 Prozent. Gefragt waren im Berichtsmonat vor allem Aktien aus der Grundstoff- und der Technologie-Branche. Telekommunikationstitel blieben dagegen hinter dem Gesamtmarkt zurück.

Gestützt wurden die Märkte von Fortschritten im Kampf gegen die Corona-Pandemie. So begannen zur Monatsmitte in einigen europäischen Ländern die Impfungen gegen das Virus. Zudem einigten sich die EU-Regierungs- und Staatschefs auf einen Kompromiss beim Wiederaufbaufonds. Zuvor hatten Ungarn und Polen ihr Veto eingelegt. Mit dem Fonds bekommt die Geldpolitik ein effektives fiskalpolitisches Instrument an die Seite gestellt: Zum ersten Mal erhalten die 27 Mitgliedsländer Gelder in Form nicht rückzahlbarer Zuschüsse.

Die Europäische Zentralbank beschloss auf ihrer Sitzung im Dezember 2020 wie erwartet unter anderem die Verlängerung und Aufstockung des PEPP-Programms. Mit den Beschlüssen sollen die günstigen Finanzierungsbedingungen erhalten bleiben. Darüber hinaus kam es nach zähen Verhandlungen zur Einigung auf einen Handelsvertrag zwischen der EU und Großbritannien.

Auch zahlreiche Wirtschaftsdaten fielen positiv aus, unter anderem der ifo-Geschäftsklimaindex in Deutschland. Insbesondere das verarbeitende Gewerbe blickt deutlich optimistischer in die Zukunft. Dies liegt nicht zuletzt daran, dass die Industrie im Gegensatz zum ersten Lockdown im Frühjahr viel weniger hart getroffen wird. Auch kommt es anders als im Frühjahr nicht zu Störungen in internationalen Lieferketten.

Das Pandemiegeschehen wird die Entwicklung an den Kapitalmärkten weiter entscheidend prägen. Die globale Liquiditätsflut und die niedrigen Zinsen unterstützen weiterhin Risikoanlagen wie Aktien. Aktives Management und eine gute Selektion bleiben in diesem Umfeld unverzichtbar.

Deutschland

DAX mit neuem Höchststand

Die deutschen Aktienmärkte legten auch im Dezember weiter zu. Der DAX 30-Index, der die größten börsennotierten deutschen Unternehmen umfasst, schloss rund drei Prozent im Plus. Am 28. Dezember 2020 markierte er mit 13.790 Punkten einen neuen Höchststand und verzeichnete im Jahr 2020 damit insgesamt einen Gewinn von knapp 3,6 Prozent. Firmen mit einer mittleren Marktkapitalisierung stiegen im Dezember gemessen am MDAX-Index gut fünf Prozent, Nebenwerte im SDAX-Index gewannen sogar gut sieben Prozent dazu. Auf Jahressicht stieg der MDAX um rund 8,8 Prozent, der SDAX um gut 18 Prozent. Hintergrund für die gute Wertentwicklung zum Jahresende war der Beginn der Corona-Impfungen in einigen europäischen Ländern, darunter Deutschland. Auch die Einigung auf einen Handelsvertrag zwischen der Europäischen Union und Großbritannien buchstäblich in letzter Minute sowie ein weiteres Konjunkturpaket in den USA unterstützten die Kurse.

Trotz des harten Lockdowns hat sich die Stimmung in der deutschen Wirtschaft verbessert. Der ifo-Geschäftsklimaindex stieg im Dezember auf 92,1 Punkte. Im Oktober und November war er zweimal in Folge zurückgegangen, nachdem er zuvor fünf Monate lang angestiegen war. Insbesondere das Verarbeitende Gewerbe blickt deutlich optimistischer in die Zukunft. Dies liegt nicht zuletzt daran, dass die Industrie im Gegensatz zum ersten Lockdown im Frühjahr viel weniger hart getroffen wird. Da sich die Hygienemaßnahmen hier viel leichter umsetzen lassen als im kontaktintensiven Dienstleistungsbereich, ist sie bislang von einer Schließung ausgenommen. Auch kommt es anders als im Frühjahr nicht zu Störungen in internationalen Lieferketten.

Das Pandemiegeschehen wird die Entwicklung an den Kapitalmärkten weiter entscheidend prägen. Mit dem Beginn der Massenimpfungen stehen die Chancen gut, dass ab Mitte 2021 eine nachhaltige Erholung einsetzen wird. Die globale Liquiditätsflut und die niedrigen Zinsen unterstützen weiterhin Risikoanlagen wie Aktien. Aktives Management und eine gute Selektion bleiben in diesem Umfeld unverzichtbar.

Osteuropa

Osteuropäische Aktienmärkte legen weiter zu

Die Aktienmärkte in Osteuropa haben sich im Dezember zunächst von ihrer freundlichen Seite gezeigt. Dazu trug bei, dass nach erfreulichen Studienresultaten von Corona-Impfstoffen bis zum Monatsende drei Präparate zumindest in einigen Ländern zugelassen wurden und erste Impfungen durchgeführt werden konnten. Die Marktteilnehmer erhofften sich daraus eine schnelle Erholung der Wirtschaftsaktivitäten im Laufe des Jahres 2021.

Darüber hinaus sorgte in den USA die Bestätigung des Wahlsiegs von Joe Biden durch die Wahlleute („electoral college“) für Gewissheit, dass der Demokrat nächster US-Präsident wird. Biden gilt als gemäßigter in der Außen- und Handelspolitik als der amtierende Präsident Donald Trump. Gegen Ende des Monats wurden die Märkte von der Nachricht verunsichert, dass eine in Großbritannien festgestellte Mutation des Corona-Virus möglicherweise ansteckender als bisherige Varianten des Virus sind und neue Kontaktbeschränkungsmaßnahmen nötig werden. Der MSCI EM Eastern Europe-Index gewann unter dem Strich auf Lokalwährungsbasis 6,9 Prozent im Berichtsmonat, verlor im Gesamtjahr aber 5,5 Prozent.

In Moskau stieg der Aktienmarkt im Dezember auf Lokalwährungsbasis um 5,8 Prozent (MOEX-Index). Unterstützung kam zunächst vom Ölpreis. Dieser legte zu, nachdem sich das Ölkartell OPEC und große Förderstaaten wie Russland (OPEC+) nach zähen Verhandlungen zu Beginn des Berichtsmonats auf eine leichte Ausweitung der Fördermengen ab Januar 2021 geeinigt hatten. Für Verunsicherung sorgten Aussagen von US-Außenminister Mike Pompeo, wonach Russland hinter einer breit angelegten Cyber-Attacke auf US-Behörden und US-Unternehmen stehe, sowie die Ausbreitung einer Corona-Virus-Mutation gegen Ende des Berichtsmonats.

In Warschau gewann der WIG-Index 8,3 Prozent. Im Konflikt mit Brüssel über die Verabschiedung der Mittel für den europäischen Wiederaufbaufonds und den mittelfristigen Finanzrahmen der Europäischen Union (EU) kam es zu einem Kompromiss.

Für die weitere Kursentwicklung an den osteuropäischen Börsen dürften die Entwicklung der Corona-Pandemie sowie Fortschritte in der Corona-Impfstoffverteilung stehen.

USA

US-Börsen mit positivem Jahresabschluss

Die US-amerikanischen Aktienmärkte haben im Dezember die Gewinne des Vormonats ausgebaut und im Plus geschlossen. Der Dow Jones Industrial Average stieg um 3,3 Prozent, der marktbreite S&P 500-Index verbesserte sich um 3,7 Prozent. Auf Jahressicht konnten sich die Börsenbarometer um 7,3 und 16,3 Prozent verbessern. Der Technologie-Index Nasdaq Composite schloss 5,7 Prozent fester und kam auf ein Jahresplus von stattlichen 43,7 Prozent. Alle drei Indizes erreichten im Berichtsmonat Rekordstände. Im Dezember verzeichneten vor allem Finanz- und Gesundheitstitel kräftige Gewinne. Versorger und Luftfahrtaktien blieben dagegen hinter dem Gesamtmarkt zurück.

Getrieben wurden die Börsen unter anderem von der Aussicht auf ein Fiskalpaket in Höhe von 900 Milliarden US-Dollar, das der Kongress gegen Ende des Berichtsmonats auf den Weg brachte, um die Wirtschaft in Schwung zu bringen. Unklar war bis zuletzt noch die Höhe der Soforthilfen, die den Bürgern per Scheck zugestellt werden sollen.

Darüber hinaus stützten weitere Fortschritte im Kampf gegen die Corona-Pandemie die Notierungen. So wurden im Dezember Impfstoffe der Hersteller BioNTech (in Kooperation mit Pfizer) sowie von Moderna durch die US-Behörde FDA zugelassen. Zur Monatsmitte wurden die ersten Bürger gegen das Virus geimpft.

Etwas ernüchternde Zahlen kamen hingegen vom US-Arbeitsmarkt:. Die neu geschaffenen Stellen außerhalb der Landwirtschaft lagen mit 245.000 neuen Jobs deutlich unter dem Zuwachs im Vormonat und auch unter den Erwartungen der Analysten (460.000). Gleichzeitig ist Zahl an Erstanträgen zur Arbeitslosenversicherung mit 853.000 Neuanträgen wieder deutlich angestiegen. Erwartet waren 725.000 Erstanträge. Die Daten legen nahe, dass die Erholung der US-Wirtschaft im Dezember an Dynamik verloren hat.

Nach dem scharfen Konjunktureinbruch 2020 sollte ab Mitte 2021 eine nachhaltige Erholung einsetzen. Die globale Liquiditätsflut und die niedrigen Zinsen unterstützen weiterhin Risikoanlagen wie etwa Aktien. Aktives Management und eine gute Selektion bleiben in diesem Umfeld Trumpf.

Fernost

Börsen in Fernost legen zu

Die Kurse an den Börsen in Fernost legten im Dezember weiter zu. Der MSCI Far East Ex Japan-Index gewann auf Lokalwährungsbasis 5,5 Prozent. In Summe betrug das Plus für das Gesamtjahr 20,2 Prozent. Der exportorientierte südkoreanische Aktienmarkt gewann im Berichtsmonat, gemessen am KOSPI 200-Index, 12,5 Prozent und im Jahresvergleich sogar 32,5 Prozent.

Die Stimmung der Investoren wurde von weiter robusten oder sich verbessernden Konjunkturdaten gehoben. Nach wie vor blieb auch die Zahl der Corona-Neuinfektionen in der Region auf vergleichsweise niedrigem Niveau. Zugleich weckten Erfolge in der Impfstoffentwicklung und die ersten Zulassungen von Impfstoffen Hoffnung auf eine Normalisierung des Wirtschaftslebens im Lauf von 2021. Davon profitierten insbesondere zyklische Werte.

Wie schon im Vormonat entwickelten sich die Kurse an der Börse in Schanghai vergleichsweise weniger gut. Der Composite-Index stieg um 2,4 Prozent, was auf Jahressicht immerhin einem Plus von 13,9 Prozent entsprach. In Hongkong gewann der Hang-Seng-Index 3,4 Prozent, im Gesamtjahr blieb aber ein Minus von 3,4 Prozent. Noch schwächer fiel das Jahr am Aktienmarkt in Singapur aus, der im Dezember 1,4 Prozent zulegte, im Gesamtjahr aber 11,8 Prozent einbüßte. Die Ankündigung der chinesischen Regierung, eine kartellrechtliche Untersuchung gegen den Online-Handels-Riesen Alibaba einzuleiten, belastete den Tech-Sektor. Die Nachricht kam nur wenige Wochen nachdem Peking den Börsengang von Ant Group, Alibabas Fintech-Tochter, blockiert hatte.

Die chinesische Notenbank pumpte im Dezember zudem vor dem Hintergrund steigender Kreditausfälle im Unternehmenssektor weitere Liquidität in den Bankenmarkt, um die Finanzierungskosten niedrig zu halten. Die chinesischen Einkaufsmanager-Indizes für die Industrie schwächten sich auf hohem Niveau leicht ab.

Angesichts von Fortschritten in der Impfstoffentwicklung und solange die Corona-Pandemie beherrschbar bleibt, dürften die asiatischen Aktienmärkte noch Aufwärtspotenzial haben. Rückenwind kommt von der lockeren Geldpolitik sowie der Liquiditätsschwemme, die Risikoanlagen wie Aktien unterstützen.

Japan

Japans Aktienmarkt beendet Jahr 2020 mit Gewinnen

Der japanische Aktienmarkt hat im Dezember keinen klaren Trend gezeigt. Zum Monatsende hin erreichte der Markt gemessen am Nikkei 225-Index aber den höchsten Stand seit August 1990 und überstieg die Marke von 27.000 Punkten. Dies obwohl im Großraum Tokio die Zahl der Corona-Neuinfektionen deutlich stieg. Gegen Ende des Berichtsmonats belasteten zusätzlich Sorgen vor einer womöglich ansteckenderen Form des Corona-Virus, die in Großbritannien verbreitet auftrat, das Marktgeschehen. Verschiedene Länder erhoben daraufhin Einreisesperren für Flüge aus Großbritannien. Darunter litten an der Börse in Tokio vor allem zyklische Werte sowie Aktien aus dem Tourismus- und Verkehrssektor.

Im Monatsvergleich stieg der Nikkei 225-Index auf Lokalwährungsbasis 3,8 Prozent und der breitere Topix-Index 2,8 Prozent. Im Jahresvergleich betrug das Plus für den Nikkei 225-Index 16,0 Prozent bzw. nur 4,8 Prozent beim Topix-Index, was an der stärkeren Ausrichtung auf den Heimatmarkt liegt. Für eine Stimmungsaufhellung sorgten zum Monatsende hin die Verabschiedung eines weiteren Corona-Hilfspakets durch das US-Parlament sowie die Einigung zwischen Großbritannien und der Europäischen Union (EU) auf einen rudimentären Handelsvertrag.

Die japanische Regierung hat zudem einen Rekord-Haushalt für das kommende Fiskaljahr verabschiedet. Erstmals werden über 106 Billion Yen (rund 850 Milliarden Euro) verplant, wobei ein Teil davon zur Stützung der Konjunktur und für Corona-Hilfen ausgegeben werden sollen. Damit steigt die ohnehin bereits sehr hohe Staatsverschuldung weiter und voraussichtlich deutlich über 270 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Auch die Bank of Japan weitet ihre Hilfen für von der Corona-Krise betroffene Unternehmen aus. Ferner solle die Geldpolitik, insbesondere die Steuerung der Zinskurve und der Wertpapierkäufe, noch effizienter gestaltet werden, hieß es aus der Notenbank.

Die künftige Kursentwicklung am japanischen Aktienmarkt dürfte von der Entwicklung der Corona-Pandemie und der Impfstoffverteilung sowie dem Tempo der konjunkturellen Erholung geprägt sein.

Weltweit

Globale Aktienmärkte setzen Gewinnserie fort

Die globalen Aktienmärkte haben im Dezember an die Kurssteigerungen des Vormonats angeknüpft und teils historische Höchststände erreicht. Der MSCI Welt-Index legte in Lokalwährung um 3,4 Prozent zu, auf Jahressicht steht ein Plus von 11,7 Prozent zu Buche. In den USA stieg der Dow Jones Industrial Average um 3,3 Prozent, der marktbreite S&P 500-Index verbesserte sich um 3,7 Prozent. Auf Jahressicht konnten sich die Börsenbarometer um 7,3 und 16,3 Prozent verbessern. Der Technologie-Index Nasdaq Composite schloss 5,7 Prozent fester und kam auf ein Jahresplus von stattlichen 43,7 Prozent. Getrieben wurden die US-Kurse unter anderem von der Aussicht auf ein Fiskalpaket in Höhe von 900 Milliarden US-Dollar, das der Kongress gegen Ende des Berichtsmonats auf den Weg brachte, um die Wirtschaft in Schwung zu bringen. Darüber hinaus stützten weitere Fortschritte im Kampf gegen die Corona-Pandemie die Notierungen. So wurden im Dezember Impfstoffe der Hersteller BioNTech (in Kooperation mit Pfizer) sowie von Moderna von der US-Behörde FDA zugelassen. Zur Monatsmitte wurden die ersten Personen gegen das Virus geimpft.

Auch die europäischen Aktienmärkte konnten die Gewinne des Vormonats ausbauen. Der Euro STOXX 50-Index legte um 1,7 Prozent zu auf 3.553 Punkte und engte damit auf Jahressicht seine Verluste, die er vor allem im Zuge des Corona-Crashs Mitte März verzeichnet hatte, auf minus 5,1 Prozent ein. Der marktbreite STOXX Europe 600-Index beendete den Monat mit einem Plus von 1,5 Prozent. Er verzeichnete für 2020 einen Verlust von 13,9 Prozent.

In Japan verbesserte sich der Nikkei 225-Index um 3,8 Prozent und kletterte zwischenzeitlich auf den höchsten Stand seit August 1990. Aktien der Schwellenländer stiegen, gemessen am MSCI Emerging Markets-Index in lokaler Währung, um 5,9 Prozent.

Mit dem Beginn der Massenimpfungen stehen die Chancen gut, dass ab Mitte 2021 eine nachhaltige Erholung einsetzen wird. Die globale Liquiditätsflut und die niedrigen Zinsen unterstützen ebenfalls Risikoanlagen wie etwa Aktien. Aktives Management und eine gute Selektion bleiben in diesem Umfeld Trumpf.

Die Rentenmärkte

Eurozone

Brexit und Wiederaufbaufonds sind durch – EZB liefert ebenfalls

Am Euro-Staatsanleihenmarkt herrschte im Dezember lange Zeit eine abwartende Haltung. Einige Konjunkturdaten fielen angesichts der Lockdown-Maßnahmen etwas schwächer als erwartet aus. Die Europäische Zentralbank (EZB) unterstützte mit ihren Käufen den Markt. Ein Veto von Polen und Ungarn gegen den europäischen Wiederaufbaufonds sorgte für Verunsicherung. Zudem drohten die Brexit-Verhandlungen mit der britischen Regierung zu scheitern. Somit herrschte eine gewisse Unsicherheit vor dem letzten Treffen der EZB vor. Nach und nach lösten sich die vermeidlichen Störfaktoren allerdings in Wohlgefallen auf. Im Streit um den EU-Haushalt konnte zur Monatsmitte ein Kompromiss gefunden werden. Damit war auch der Weg für den so wichtigen Wiederaufbaufonds frei, der vor allem den südlichen europäischen Ländern zugutekommt. Peripherieanleihen waren daher wieder stärker gefragt als Papiere aus den europäischen Kernländern. Zum Jahresende hin ging die Liquidität jedoch spürbar zurück. In den letzten zwei Wochen vor dem Jahreswechsel fand kaum noch ein Anleihehandel statt, sodass größere Kursbewegungen ausblieben. An Heiligabend hatten die Verhandlungsführer in Brüssel und London dann auch das passende Vertragswerk für den Brexit auf den Weg bringen können.

Mit Blick auf die Zentralbank passten die europäischen Währungshüter erwartungsgemäß das Ankaufprogramm PEPP in Höhe und Laufzeit ebenso an wie die Bedingungen für weitere Tendergeschäfte. Die Maßnahmen zielen im Wesentlichen darauf ab, die Finanzierungsbedingungen für Staaten, Banken, Unternehmen und Haushalte in der andauernden Phase der Pandemie weiterhin günstig zu halten, sie aber nicht mehr noch zusätzlich zu verbessern.

Gemessen am iBoxx Euro Sovereigns-Index erzielten europäische Staatsanleihen im Dezember ein Plus von 0,1 Prozent. Anleihen aus den Kernländern handelten letztlich unverändert, während Papiere aus den Peripherieländern leicht zulegen konnten (+0,3 Prozent). Im gesamten Jahr 2020 verteuerten sich europäische Staatsanleihen um 5,0 Prozent. Das Marktumfeld sollte aufgrund der Käufe der EZB auch 2021 zunächst gut unterstützt bleiben.

USA

US-Konjunkturpaket doch noch verabschiedet

US-Schatzanweisungen handelten im Dezember in sehr engen Spannen seitwärts. Die Ausschläge auf der Zinsstrukturkurve umfassten über alle Laufzeiten hinweg nur wenige Basispunkte. Zunächst zeigten sich Anleger abwartend. Lange Zeit stand ein neues Konjunkturprogramm zur Debatte. Knackpunkt im Streit zwischen Demokraten und Republikaner waren Hilfen für die einzelnen Bundesstaaten. Nach langen und zähen Verhandlungen konnten sich beide Seiten kurz vor dem Jahreswechsel doch noch auf einen Kompromiss einigen und verabschiedeten Maßnahmen im Umfang von rund 900 Milliarden US-Dollar. Der designierte US-Präsident Joe Biden plant weitere Hilfen. Über Art und Umfang wird jedoch erst nach der noch ausstehenden Stichwahl um zwei Senatsposten im Bundesstaat Georgia Anfang Januar entschieden. Sollten die Demokraten danach doch noch über die Mehrheit im Kongress verfügen, ist mit einem großen Konjunkturpaket zu rechnen. In der zweiten Monatshälfte sorgte dann der nahende Jahreswechsel für das saisonal übliche geringe Handelsvolumen.

Eine Woche vor Weihnachten tagte noch einmal die US-Notenbank Fed. Die Währungshüter werden so lange Anleihen kaufen, bis ein weiterer substanzieller Fortschritt erzielt wurde bezüglich ihrer übergeordneten Ziele Vollbeschäftigung und Preisstabilität. Bei ihren eigenen Prognosen zur wirtschaftlichen Entwicklung zeigten sich die Notenbanker etwas optimistischer als noch im September. Der kurzfristige Konjunkturausblick bleibt indes in hohem Maße abhängig vom weiteren Pandemieverlauf. So lautete am Ende die wichtige Botschaft an die Märkte: Die Fed bleibt noch lange akkommodierend und hegt nicht den Gedanken an eine Rückführung ihrer Anleihekäufe (Tapering) in 2021.

Gemessen am JP Morgan Global Bond US-Index beendeten US-Staatsanleihen den Dezember letztlich mit einem leichten Minus von 0,3 Prozent. Seit Jahresbeginn bedeutet dies ein Plus von 8,4 Prozent. Das Marktumfeld sollte aufgrund der Käufe der US-Notenbank auch 2021 zunächst gut unterstützt bleiben.

Weltweit

Abwarten vor dem Jahreswechsel

US-Schatzanweisungen handelten im Dezember in sehr engen Spannen seitwärts. Zunächst zeigten sich Anleger abwartend. Lange Zeit stand ein neues Konjunkturprogramm zur Debatte. Nach zähen Verhandlungen konnten sich beide Seiten kurz vor dem Jahreswechsel doch noch auf einen Kompromiss einigen. In der zweiten Monatshälfte sorgte dann der nahende Jahreswechsel für das saisonal übliche geringe Handelsvolumen. Eine Woche vor Weihnachten tagte noch einmal die US-Notenbank Fed. Die Währungshüter werden so lange Anleihen kaufen, bis ein weiterer substanzieller Fortschritt bei Vollbeschäftigung und Preisstabilität erzielt wurde. Eine Rückführung ihrer Anleihekäufe (Tapering) ist in 2021 nicht geplant. Gemessen am JP Morgan Global Bond US-Index beendeten US-Staatsanleihen den Dezember letztlich mit einem leichten Minus von 0,3 Prozent.

Auch am Euro-Staatsanleihenmarkt herrschte lange Zeit eine abwartende Haltung. Ein Veto von Polen und Ungarn gegen den europäischen Wiederaufbaufonds sorgte für Verunsicherung. Zudem drohten die Brexit-Verhandlungen mit der britischen Regierung zu scheitern. Nach und nach lösten sich die vermeidlichen Störfaktoren allerdings in Wohlgefallen auf. Im Streit um den EU-Haushalt konnte zur Monatsmitte ein Kompromiss gefunden werden. Damit war auch der Weg für den so wichtigen Wiederaufbaufonds frei, der vor allem den südlichen europäischen Ländern zugutekommt. An Heiligabend hatten die Verhandlungsführer in Brüssel und London dann auch das passende Vertragswerk für den Brexit auf den Weg bringen können. Mit Blick auf die Zentralbank passten die europäischen Währungshüter erwartungsgemäß das Ankaufprogramm PEPP in Höhe und Laufzeit ebenso an wie die Bedingungen für weitere Tendergeschäfte. Gemessen am iBoxx Euro Sovereigns-Index erzielten europäische Staatsanleihen im Dezember ein Plus von 0,1 Prozent.

Europäische Unternehmensanleihen traten auf der Stelle und verzeichneten auf Indexebene (ICE BofA Euro-Corp.-Index, ER00) ein Plus von 0,2 Prozent. Ein steigender Ölpreis und ein schwacher US-Dollar ließen Anleihen aus den Schwellenländern (J.P. Morgan EMBI Global Div. Index) um 1,9 Prozent steigen.

Unternehmensanleihen

Markt schließt zum Jahresende im Plus

Im Dezember tendierte der Markt für Euro-Unternehmenspapiere unter leichten Schwankungen weitestgehend seitwärts. Zinsseitig gab es mit Blick auf die deutschen Bundesanleihen wenig Impulse, da deren Zehnjahresrendite sich nahezu unverändert zeigte. Die Wertpapierankäufe der Zentralbanken waren einmal mehr der zentrale Unterstützungsfaktor. Der Verhandlungsdurchbruch beim Brexit am 24. Dezember hatte so gut wie keinen Einfluss. Die deutlich steigenden Corona-Fallzahlen wurden mit dem Impfstart kompensiert. Auf Indexebene (ICE BofA Euro Corporate-Index, ER00) schloss der Markt mit 0,2 Prozent im Plus und dabei in der Nähe des Jahreshochs, das Mitte Dezember erzielt wurde. Die Risikoprämien (Asset Swap Spreads) fielen im Berichtsmonat um einen auf 69 Basispunkte. Am Primärmarkt zeigte sich zunächst noch etwas Neuemissionsaktivität, die aber zum Jahresausklang deutlich abnahm. Dennoch zeigte sich eine unverändert hohe Nachfrage der Anleger, sodass dort nur geringe Neuemissionsprämien zu vereinnahmen waren.

Mit Blick auf die Untersektoren setzte der Markt für hochverzinsliche Papiere (ICE BofA HEAG-High Yield-Index) mit plus 0,8 Prozent seinen Aufwärtstrend fort. Die Spreads engten sich dort um weitere 11 auf 300 Basispunkte ein. Auch Hybridanleihen sowohl aus dem Industrie- als auch dem Finanzsektor (ICE BofA EBSU und ENSU-Index) schlossen einhergehend mit rückläufigen Risikoprämien leicht im Plus. US-Unternehmenspapiere (ICE BofA US-Large Cap. Corps.-Index, C0AL) gewannen im Dezember in US-Dollar gerechnet 0,5 Prozent hinzu und gingen mit einem Jahreshöchststand aus dem Handel. Die Risikoprämien fielen dort um elf auf 110 Basispunkte.

Insgesamt blicken wir wegen Corona auf ein sehr volatiles Handelsjahr 2020 zurück. Die nach dem kurzen starken Markteinbruch im April einsetzende sukzessive Erholungsbewegung führte den europäischen IG-Unternehmensanleihemarkt (ER00-Index) gegen Jahresende ins Plus. Der Zugewinn betrug 2,7 Prozent, während die Risikoprämien nach einer zwischenzeitlich immensen Ausweitung (Top-Stand 199 Basispunkte) letztlich nur um acht Basispunkte höher standen als am letzten Handelstag des Vorjahres.

Emerging Markets

Schwellenländeranleihen beenden freundlich das Jahr 2020

Im Dezember setzte sich an den Rentenmärkten der Schwellenländer die Erholungsbewegung fort. In einem insgesamt für Risikoanlagen sehr freundlichen Marktumfeld konnte der JP Morgan EMBI Global Diversified-Index ein Plus in Höhe von 1,9 Prozent verbuchen. Die Risikoaufschläge entwickelten sich auf Indexebene weiterhin rückläufig. Zum Monatsende notierte der Spread gegenüber US-Staatsanleihen bei rund 350 Basispunkten. Damit haben sich die Risikoprämien seit dem Krisenhöchststand im März (720 Basispunkte) mehr als halbiert. Vor allem konnten Hochzinsanleihen im Dezember rückläufige Risikoaufschläge verbuchen. Die Anlageklasse profitierte neben dem global freundlichen Kapitalmarktumfeld erneut von Mittelzuflüssen. Dabei verzeichnete das Marktsegment im Dezember einen aggregierten Zufluss in Höhe von 4,9 Milliarden US-Dollar. Unsicherheitsfaktoren wie der Brexit wirkten sich nicht nachhaltig auf das Marktgeschehen aus. Idiosynkratische Risiken wie beispielsweise die Sanktionen der USA gegenüber der Türkei spielten ebenfalls eine untergeordnete Rolle. Als unterstützend erwies sich jedoch ein weiterhin schwacher US-Dollar und die Einigung der OPEC. Die Mitglieder des Ölverbunds konnten nach tagelangen Unstimmigkeiten im Dezember eine Einigung erzielen. Daraufhin stiegen die Preise für ein Ölfass der Nordsee-Sorte Brent sowie für ein Ölfass der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) deutlich an. Am Primärmarkt war die Aktivität saisonal bedingt rückläufig.

Insgesamt war 2020 trotz der pandemischen Sondersituation ein positives Jahr für die mit Risiko behafteten Anleihesegmente. Auf einen der schärfsten Einbrüche in der Geschichte der Kapitalmärkte folgte ab Ende März eine der stärksten Erholungen. Getragen wurde diese von der Suche der Investoren nach Rendite, den zahlreichen geldpolitischen Lockerungsmaßnahmen und dem Ausblick auf einen Aufschwung im Jahr 2021. EM-Hartwährungsanleihen gewannen im Jahresverlauf auf Indexebene 5,3 Prozent hinzu. Die Risikoprämien weiteten sich im Jahresverlauf per saldo um rund 50 auf 350 Basispunkte aus.

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Stand aller Informationen, Darstellungen und Erläuterungen: 31. Dezember 2020, soweit nicht anders angegeben.

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