Marktberichte Juli 2019

Aktien: Notenbankpolitik unterstützt Märkte

Renten: Uneinheitlich

Aktienmärkte: Die US-Aktienbörsen tendierten im Juli freundlich und erreichten zwischenzeitlich teils neue Höchststände. Die US-Notenbank Fed senkte wie erwartet den Leitzins. Im Euroraum zeigte sich die Entwicklung verhaltener. Schlechte Konjunkturdaten und die Gewinnwarnungen großer Unternehmen ließen die Anleger trotz der Ankündigung einer geldpolitischen Lockerung durch die EZB vorsichtig agieren.

Rentenmärkte: US-Staatsanleihen traten im Juli letztlich auf der Stelle. Die US-Notenbank konnte trotz Zinssenkung nicht überzeugen, da laut Fed kein Zinssenkungszyklus eingeleitet wurde. Der Rentenmarkt im Euroraum tendierte vor dem Hintergrund der EZB-Sitzung im Juli freundlich. Die Ankündigung zahlreicher geldpolitischer Lockerungsmaßnahmen für September unterstützte den europäischen Rentenmarkt. Teils wurden neue Renditetiefs erreicht.

Die Aktienmärkte

Europa

Geldpolitik treibt Europas Aktien

Die europäischen Aktienmärkte schlossen im Juli uneinheitlich. Der EURO STOXX 50-Index verlor 0,2 Prozent, der marktbreite STOXX Europe 600-Index legte 0,2 Prozent zu. Die im MSCI Europe Small Cap-Index gelisteten Unternehmen mit niedriger Marktkapitalisierung gewannen 0,3 Prozent.

Ein großer Treiber war die Geldpolitik. Hoffnungen der Investoren auf Lockerungsmaßnahmen ließen die Aktienmärkte im Vorfeld der Sitzung der Europäischen Zentralbank (EZB) steigen. Die Notenbank kündigte dann auch entsprechende Schritte an: Neben einer Zinssenkung dürfte es einen Staffelzins für Banken und ein neues Anleihekaufprogramm geben. Die Börsen gaben im Nachgang der Sitzung allerdings etwas ab, da Aussagen von EZB-Präsident Mario Draghi in der Pressekonferenz von den Investoren als weniger expansiv interpretiert wurden. Positiv aufgefasst haben die Markteilnehmer die Nominierung von Christine Lagarde als EZB-Präsidentin. Es ist davon auszugehen, dass die bisherige IWF-Chefin an der lockeren Geldpolitik festhält.

Das konjunkturelle Umfeld belastete dagegen die Börsen. Der Einkaufsmanagerindex für das Verarbeitende Gewerbe in der Eurozone fiel im Juli auf 46,4 Punkte – und liegt damit deutlich unterhalb der Wachstumsschwelle von 50 Punkten. Die Gewinnwarnungen von Daimler oder BASF zeigen beispielhaft, dass der abgeschwächte Welthandel Spuren bei den Unternehmen hinterlässt. Dagegen zeigte sich der Einkaufsmanagerindex für den Servicebereich robust, schwächte sich aber auch etwas ab.

In Großbritannien konnte Boris Johnson die Wahl zum Premierminister für sich entscheiden. In diesem Zuge scharte er in seinem Kabinett weitere Brexit-Hardliner um sich. Mit seiner Wahl ist das Risiko für einen harten Brexit gestiegen. Auch könnte es zu Neuwahlen kommen, wenn Johnsons angekündigte Nachverhandlungen mit Brüssel scheitern sollten. Das Britische Pfund büßte im Juli gegenüber dem Euro an Wert ein, während der Aktienmarkt 2,2 Prozent (FTSE 100-Index) gewann.

Für die Aktienmärkte in Europa wird entscheidend sein, wie sich die Konjunktur weiter entwickelt und ob - beziehungsweise in welchem Ausmaß - die EZB die angekündigten Maßnahmen umsetzen wird.

Deutschland

Gewinnwarnungen belasten deutsche Börsen

Die deutschen Aktienmärkte entwickelten sich im Juli uneinheitlich. Der DAX 30-Index mit den größten deutschen Unternehmen verlor 1,7 Prozent. Die im SDAX-Index gelisteten Firmen mit niedriger Marktkapitalisierung gaben 2,1 Prozent ab. Dagegen konnten sich die Unternehmen mit mittlerer Marktkapitalisierung besser behaupten: Der MDAX-Index legte um 1,2 Prozent zu. Deutsche Technologiewerte schlossen 1,4 Prozent im Plus (TecDAX-Index).

Vor allem das konjunkturelle Umfeld belastete die Börsen. Zum Monatsende sorgten Tweets des US-Präsidenten dafür, dass der Handelsstreit zwischen den USA und China wieder verstärkt auf die Agenda der Investoren rückte. Der durch den Konflikt abgeschwächte Welthandel hinterlässt insbesondere bei den deutschen Industrieunternehmen deutliche Spuren – wie die Gewinnwarnungen von Daimler, BASF und Lufthansa zeigten. Auch brach der Einkaufsmanagerindex für das Verarbeitende Gewerbe in Deutschland im Juli auf 43,1 Punkte ein. Er liegt damit deutlich unterhalb der Wachstumsschwelle von 50 Punkten. Der ifo-Geschäftsklimaindex, der die Stimmung in den Chefetagen der deutschen Wirtschaft abbildet, ist im Juli ebenfalls weiter gefallen. Im Verarbeitenden Gewerbe ist die Stimmung sogar im freien Fall. Dagegen zeigte sich der Einkaufsmanagerindex für den Servicebereich mit 55,4 Punkten robust, schwächte sich aber auch etwas ab.

Unterstützend erwies sich im Juli die Geldpolitik. Hoffnungen der Investoren auf Lockerungsmaßnahmen ließen die Aktienmärkte im Vorfeld der Sitzung der Europäischen Zentralbank (EZB) steigen. Die Notenbank kündigte dann auch entsprechende Schritte an: Neben einer Zinssenkung dürfte es einen Staffelzins für Banken und ein neues Anleihekaufprogramm geben. Die Börsen gaben im Nachgang der Sitzung allerdings etwas ab, da Aussagen von EZB-Präsident Mario Draghi in der Pressekonferenz von den Investoren als weniger expansiv interpretiert wurden.

Für die Aktienmärkte in Deutschland wird entscheidend sein, wie sich das Konjunkturumfeld weiter entwickelt und ob - beziehungsweise in welchem Ausmaß - die EZB die angekündigten Maßnahmen umsetzen wird.

Osteuropa

Osteuropas Börsen im Minus

Die Aktienmärkte in Osteuropa mussten im Berichtsmonat Einbußen hinnehmen. Der MSCI Emerging Markets Eastern Europe-Index verlor in Lokalwährung 1,5 Prozent. In US-Dollar gerechnet gaben die Börsen 2,7 Prozent ab. Auch in diesem Monat schwächte sich das konjunkturelle Bild weiter ab, wohingegen die Geldpolitik weiter unterstützte. Hoffnungen der Investoren auf Lockerungsmaßnahmen ließen die Aktienmärkte im Vorfeld der Sitzung der Europäische Zentralbank (EZB) steigen. Die Notenbank kündigte dann auch entsprechende Schritte an. Die Börsen gaben im Nachgang der Sitzung allerdings etwas ab, da Aussagen von EZB-Präsident Mario Draghi in der Pressekonferenz von den Investoren also nicht mehr so expansiv interpretiert wurden.

In der Türkei stand die Notenbank-Entscheidung im Fokus. Die Zentralbank senkte am 25. Juli den Leitzins um 4,25 Prozentpunkte. Volkswirte hatten mit einer Senkung um 2,0 bis 3,0 Punkte gerechnet. Der Zentralbank zufolge deuteten die Daten auf eine moderate Wirtschaftserholung hin. Die Kapitalmärkte reagierten verhalten positiv, die Türkische Lira gewann an Wert (auf Monatssicht, gegen US-Dollar: 3,8 Prozent). Mittelfristig dürfte die Währung aber wohl wieder unter Druck kommen – nicht zuletzt aufgrund der Zweifel an der Unabhängigkeit der Zentralbank. Präsident Erdogan hatte Anfang Juli den Notenbank-Präsidenten ausgetauscht. Der Aktienmarkt legte im Juli 5,8 Prozent zu (BIST-Index, in Lokalwährung). Auch die Entscheidung von Volkswagen, ein neues Autowerk in der Türkei zu bauen, gab den Börsen Auftrieb.

Russische Aktien wurden vom fallenden Ölpreis belastet (MICEX-Index, in Lokalwährung: -1,0 Prozent). Der in US-Dollar notierende RTS-Index verlor 1,5 Prozent. In Tschechien (PX-Index: 1,4 Prozent) und Ungarn (BUX-Index: 1,2 Prozent) konnten Kurszuwächse verzeichnet werden, während Polen mit -0,9 Prozent (WIG-Index) im Minus schloss.

Der Fortgang der Geldpolitik und die Entwicklung des konjunkturellen Umfelds sind entscheidende Einflussfaktoren für die Börsen Osteuropas.

USA

Zinssenkungshoffnungen beflügeln US-Börsen

Im Juli konnten die US-Börsen ihre positive Entwicklung aus dem Vormonat fortsetzen. Erst am letzten Handelstag gaben die Kurse etwas nach, nachdem die US-Notenbank Fed in ihrer Juli-Sitzung die erhoffte Zinssenkung vorgenommen hatte. Der Dow Jones Industrial Average verzeichnete im Monatsvergleich einen Wertzuwachs von 1,0 Prozent, der marktbreite S&P 500-Index verbesserte sich um 1,3 Prozent. Besonders erfreulich entwickelten sich die Sektoren Informationstechnologie und Telekommunikation. Dagegen blieben Aktien aus dem Energie- und Gesundheitsbereich hinter dem Gesamtmarkt zurück.

Das Marktgeschehen wurde zuletzt insbesondere von den Hoffnungen auf eine baldige Lockerung der Geldpolitik durch die US-Notenbank Fed beflügelt. Die großen Leitindizes erreichten dabei zwischenzeitlich neue Rekordhöchststände. Ende Juli wurden die Markterwartungen in einem ersten Zinssenkungsschritt erfüllt. Die Fed hat ihr Leitzinsband von 2,25 bis 2,5 Prozent um 25 Basispunkte gesenkt. Zusätzlich hat sie ebenfalls ihren Bilanzanpassungsprozess vorzeitig beendet und damit implizit einen weiteren Lockerungsschritt vorgenommen.

Darüber hinaus wurden die Kurse von Zeichen der Annährung im Handelsstreit zwischen den USA und China angetrieben. Konjunkturseitig überraschte zu Monatsanfang ein unerwartet positiver Arbeitsmarktbericht. Bei den neu geschaffenen Stellen außerhalb der Landwirtschaft lag der Zuwachs bei 224.000 Stellen - geschätzt waren 160.000.

Im Juli startete zudem die Berichtssaison zum zweiten Quartal. Große Banken wie JP Morgan und Goldman Sachs veröffentlichten insgesamt ordentliche Ergebnisse. Die Aussicht auf Zinssenkungen durch die US-Notenbank trübten allerdings den Ausblick für deren künftiges Zinsgeschäft etwas ein. Insgesamt konnten bisher mehr als die Hälfte der US-Unternehmen beim Umsatz- und Gewinnwachstum die Analysten positiv überraschen.

In einem zunehmend spätzyklischen Marktumfeld lässt der Rückenwind für Aktien nach. Eine sich wieder zuspitzende Situation im Handelsstreit dürfte für Schwankungen an den Börsen sorgen. Kurzfristig sollte jedoch eine lockere Notenbankpolitik die Aktienbewertungen unterstützen.

Fernost

Asiatische Börsen mit leichten Verlusten

Die Aktienmärkte Asiens haben im Juli überwiegend Verluste verzeichnet. Gemessen am MSCI Far East ex Japan-Index lag das Minus bei 1,3 Prozent.

Für Unsicherheit bei den Anlegern in Asien sorgte der nach wie vor ungelöste Handelsstreit zwischen den USA und China. Auch wenn sich im Juli zeitweise Annäherungen abzeichneten, belastete der Konflikt die Kurse. Hinzu kommt die sich weiter eintrübende konjunkturelle Lage in wichtigen Wirtschaftsregionen und in Asien selbst, die die dortigen Länder in Mitleidenschaft ziehen dürfte. Aufgrund ihrer starken Vernetzung werden diese Märkte bei konjunkturellen Schwächephasen besonders stark belastet.

Ersten Niederschlag fand das unter anderem in China: Im Reich der Mitte schwächelten zuletzt die Außenhandelszahlen, sowohl Exporte als auch Importe lagen unter den Erwartungen der Analysten. Auch Frühindikatoren wie beispielsweise die Einkaufsmanagerindizes signalisierten eine wirtschaftliche Abkühlung und blieben unter der Marke von 50 Punkten, die Wachstum anzeigt. Dementsprechend gaben die Notierungen an den chinesischen Börsen auch deutlich nach. Der Shanghai Composite-index verlor im Juni 1,6 Prozent an Wert, in Hongkong fiel der Hang Seng-Index um 2,7 Prozent.

Dass die US-Notenbank Fed auf ihrer Juli-Sitzung die Zinsen um 25 Basispunkte senkte, unterstützte die asiatischen Märkte zwar. Der Schritt reichte aber nicht überall aus, um die Verluste wettzumachen. So notierte die Börse in Indien mit einem Abschlag von 4,9 Prozent deutlich im Minus. Auch Singapur (-0,6 Prozent), Thailand (-1,1 Prozent) und Malaysia (-2,2 Prozent) schrieben rote Zahlen. In Taiwan (0,9 Prozent) und Indonesien (0,5 Prozent) fielen hingegen leichte Gewinne an.

In den kommenden Monaten dürften an den asiatischen Märkten vor allem die Ergebnisse der nächsten Gesprächsrunde zwischen den USA und China sowie die globale konjunkturelle Entwicklung entscheidend sein.

Japan

Leichtes Plus am japanischen Markt

Die japanischen Börsen haben im Juli leichte Kurszuwächse verzeichnet. Der marktbreite TOPIX-Index gewann in lokaler Währung 0,9 Prozent an Wert. Der NIKKEI 225-Index konnte sogar ein Plus von 1,2 Prozent verbuchen. Unter anderem hatten Anzeichen für eine Annäherung im Handelsstreit zwischen den USA und China für Hoffnung unter den Anlegern gesorgt, nachdem ein Treffen hochrangiger Delegierter von beiden Staaten anberaumt worden war. Auch positive volkswirtschaftliche Daten unterstützten die Notierungen. So hatte die japanische Industrieproduktion stärker zugelegt als von Analysten erwartet. Auch der Einkaufsmanagerindex für das Dienstleistungsgewerbe stieg an.

Gemischte Signale sendeten die großen Exportwerte aus der Automobilindustrie. So konnten sich die Papiere von Toyota um 5,0 Prozent steigern, nachdem der Konzern ein starkes Ergebnis für das erste Quartal des Geschäftsjahres präsentiert hatte. Gleichwohl musste das Management den Ausblick auf das Gesamtjahr vor dem Hintergrund der Yen-Stärke kappen. Eine starke Heimatwährung schafft für die japanischen Automobilkonzerne die Wettbewerbsposition auf dem Weltmarkt. Darunter litten unter anderem die Titel von Suzuki, die um fast 16 Prozent absackten. Der Konzern litt unter dem schleppenden Absatz der Indien-Sparte, zudem untersucht die indische Aufsichtsbehörde die Geschäftspraktiken des Konzerns.

Einen Kurssprung vollführte die Aktie des Unterhaltungselektronikkonzerns Sony. Das Unternehmen will sich künftig im Spielebereich mit dem US-Softwarehaus Microsoft verbünden. Bislang galten die beiden Unternehmen in diesem Segment als Wettbewerber, die mit der Playstation (Sony) und der Xbox um die gleiche Zielgruppe konkurrieren. Die Nachricht katapultierte die Sony-Aktie um gut zehn Prozent nach oben, unter dem Strich blieb für Juli ein Plus von 9,4 Prozent.

Die anhaltend lockere Geldpolitik weltweit unterstützt den japanischen Aktienmarkt tendenziell. Als Unsicherheitsfaktor bleibt allerdings der schwelende Handelsstreit zwischen den USA und China weiterhin bestehen.

Weltweit

Aussichten auf geldpolitische Lockerungen unterstützen Märkte

Die globalen Aktienmärkte konnten im Juli die positive Entwicklung aus dem Vormonat weitgehend fortsetzen. Der MSCI Welt-Index verbuchte in lokaler Währung ein Plus von 1,1 Prozent.

In den USA verzeichneten die Börsen ebenso Zuwächse. Der Dow Jones Industrial Average entwickelte sich im Monatsvergleich mit einem Plus von 1,0 Prozent, der marktbreite S&P 500-Index verbesserte sich um 1,3 Prozent. Das Marktgeschehen wurde insbesondere von den Hoffnungen auf eine baldige Lockerung der Geldpolitik durch die US-Notenbank beflügelt. Die großen Leitindizes erreichten dabei zwischenzeitlich neue Rekordhöchststände. Ende Juli wurden die Markterwartungen in einem ersten Zinssenkungsschritt erfüllt. Ferner startete im Juli die Berichtssaison zum zweiten Quartal. Insgesamt konnten bisher mehr als die Hälfte der US-Unternehmen beim Umsatz- und Gewinnwachstum die Analysten positiv überraschen.

Die europäischen Aktienmärkte schlossen im Berichtsmonat uneinheitlich. Der EURO STOXX 50-Index verlor 0,2 Prozent, der marktbreite STOXX Europe 600-Index legte 0,2 Prozent zu. Ein großer Treiber war die Geldpolitik. Hoffnungen der Investoren auf Lockerungsmaßnahmen ließen die Aktienmärkte im Vorfeld der Sitzung der Europäischen Zentralbank (EZB) steigen. Die Notenbank kündigte dann auch entsprechende Schritte an. Das Konjunkturumfeld belastete jedoch das Geschehen. Der Einkaufsmanagerindex für das Verarbeitende Gewerbe in der Eurozone fiel im Juli auf 46,4 Punkte und liegt damit deutlich unterhalb der Wachstumsschwelle von 50 Punkten. Der Einkaufsmanagerindex für den Servicebereich zeigte sich robust, schwächte sich aber auch etwas ab.

In Japan verzeichnete der Nikkei 225-Index ein Plus von 1,2 Prozent. Dagegen mussten die Schwellenländerbörsen gemessen am MSCI Emerging Markets-Index in lokaler Währung Verluste in Höhe von 1,5 Prozent hinnehmen.

Mit einem weiter abflachenden Wirtschaftswachstum und einer möglichen erneuten Eskalation im Handelsstreit dürfte das Kapitalmarktumfeld anspruchsvoll bleiben. Unterstützend sollten die Maßnahmen der Notenbanken sein, soweit sie die eingepreisten Erwartungen erfüllen.

Die Rentenmärkte

Eurozone

EZB kündigt geldpolitische Maßnahmen für September an

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat auf ihrem Treffen am 25. Juli wie erwartet die Lockerung ihrer geldpolitischen Linie angekündigt. Die Zinssätze blieben zwar unverändert, allerdings bereitet die EZB ein umfangreiches Paket geldpolitischer Maßnahmen für September vor. So werden die zuständigen EZB-Gremien Vorschläge zur Einführung von Staffelzinsen und zur Neuauflage eines Wertpapier-Ankaufprogramms erarbeiten. Darüber hinaus änderte die EZB erwartungsgemäß ihre Kommunikation und stellte dabei Zinssenkungen konkret in Aussicht.

Insgesamt war der Juli ein für europäische Staatsanleihen sehr erfreulicher Monat. Vor allem tendierte der Markt in der zweiten Monatshälfte im Vorfeld der EZB-Sitzung deutlich nach oben. Auf Indexebene (iBoxx € Sovereigns) legte der Gesamtmarkt um 1,7 Prozent zu, dabei wurde zum Monatsende ein Jahreshöchststand erzielt. Kurz nach der EZB-Pressekonferenz gaben die Märkte zunächst einen Teil ihrer Zuwächse wieder ab, da Präsident Draghi trotz der wirtschaftlich schlechten Lage im Euroraum keine ausgeprägten Rezessionsgefahren sieht. Dies ließ die Anleger dann doch etwas am Umfang kommender EZB-Maßnahmen zweifeln. Dennoch setzte sich der insgesamt freundliche Trend bis zum Monatsende fort.

In einigen Märkten waren renditeseitig neue Tiefs zu beobachten. Bei den richtungsweisenden zehnjährigen Laufzeiten verzinsten sich etwa deutsche Bundesanleihen vorübergehend mit minus 42 Basispunkten. Die deutsche Zinskurve tendierte über die langen Laufzeiten etwas flacher. In der Peripherie waren vor allem italienische Bonds gefragt, es ging renditeseitig zeitweise unter die 1,4-Prozentmarke. Griechische Zehnjahrespapiere verzinsten sich zeitweise mit 1,9 Prozent und damit geringer als US-amerikanische Schatzanweisungen. Die Peripherieanleihen insgesamt entwickelten sich mit plus 2,2 Prozent deutlich besser als jene aus den Kernländern, die um 1,3 Prozent (beide ICE BofA Merrill Lynch-Indizes) zulegten.

Die Geldpolitik der großen Notenbanken wird auch in den kommenden Wochen der marktbestimmende Faktor für die Entwicklung an den Rentenmärkten bleiben.

Euro-Outs

Trend rückläufiger Renditen hält an

Der europäische Rentenmarkt, bestehend aus Nationen ohne die Gemeinschaftswährung Euro, blickt auf einen freundlichen Handelsmonat zurück. Erneut standen die Zentralbanken im Fokus des Marktgeschehens. Die Europäische Zentralbank (EZB) stellte auf ihrer jüngsten Sitzung die Weichen in Richtung deutlicher Lockerung der Geldpolitik. Die Zinssätze wurden zwar unverändert beibehalten, jedoch wurden bereits Maßnahmen zur Einführung von Staffelzinsen und der Neuauflage eines Wertpapier-Ankaufprogramms angekündigt. Die US-Notenbank Federal Reserve ist bereits zur Tat geschritten und senkte, wie erwartet, auf ihrer Sitzung Ende Juli das Leitzinsband um 25 Basispunkte.

Im abgelaufenen Handelsmonat waren vor allem Anleihen aus der Türkei gefragt. Im Monatsvergleich sank die Rendite türkischer Staatspapiere im zehnjährigen Laufzeitenbereich um rund einhundert Basispunkte. Die Kurse stiegen im Vorfeld der Notenbanksitzung am 25. Juli kräftig an. Die Währungshüter beschlossen eine drastische Leitzinssenkung in Höhe von 4,25 Prozentpunkten. Am Markt hingegen wurde nur mit einer Senkung von 2,5 Punkten gerechnet. Anleihen aus der Ukraine wurden auch am Markt favorisiert. Die Rendite der US-Dollar-Papiere lag 54 Basispunkte tiefer im Vergleich zum Vormonatsniveau. Die Partei um den neulich gewählten Präsidenten Selenskyj ging auch bei den im Juli abgehaltenen Parlamentswahlen mit einer absoluten Mehrheit als Sieger hervor. Schuldverschreibungen aus Ungarn wurden durch Inflationszahlen, die unter Erwartungen lagen, unterstützt. Daneben sank in weiteren osteuropäischen Staaten wie Tschechien, Polen und Rumänien die Rendite. Darüber hinaus verbuchten aber auch die als sicher geltenden Staatsanleihen aus der Schweiz mit einer Laufzeit von zehn Jahren einen Renditerückgang von 23 Basispunkten.

Britische Gilts handelten trotz der zuletzt angestiegenen Wahrscheinlichkeit eines Ausscheidens ohne Abkommen mit der Europäischen Union ebenfalls fester. Mit dem Brexit-Befürworter Boris Johnson an der Regierungsspitze ist dieses Szenario nicht unbedingt abwegig. Das Britische Pfund hingegen musste gegenüber der Gemeinschafswährung erneut Federn lassen.

USA

Zinssenkung in den USA

US-Schatzanweisungen sind zunächst mit Kursgewinnen in den Juli gestartet. Dann kam es aufgrund der überraschend guten Arbeitsmarktzahlen zu einer Kurskorrektur, weil unter den Marktteilnehmern erhebliche Zweifel aufkamen, ob die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) angesichts dessen wirklich Ende des Monats die Leitzinsen senken würde. Im weiteren Verlauf erholten sich die Kurse wieder wegen Aussagen des Notenbank-Vorsitzenden Jerome Powell, sich vor dem Hintergrund der steigenden wirtschaftlichen Unsicherheiten alle Handlungsmöglichkeiten offen zu halten.

Auf ihrer Sitzung am 31. Juli erfüllte die Fed dann die Markterwartungen und senkte, trotz bislang solider US-Konjunkturdaten, ihr Leitzinsband um 25 Basispunkte. Es liegt nun zwischen zwei und 2,25 Prozent. Es war die erste Zinssenkung seit zehn Jahren. Powell machte jedoch klar, dass dies nicht der Beginn einer Reihe von Zinssenkungen sei. Der Schritt sei als Prävention gegen konjunkturelle Abwärtsrisiken gedacht. Zusätzlich hat die Fed ihren Bilanzanpassungsprozess, also die Reduzierung ihrer Anleihebestände, vorzeitig zum 1. August beendet und damit implizit einen weiteren Lockerungsschritt vorgenommen.

Die Notwendigkeit einer geldpolitische Lockerung zum jetzigen Zeitpunkt war innerhalb des Gremiums offenbar nicht einmütig, wie die Gegenstimmen von zwei regionalen Notenbankgouverneuren belegen. Sie hätten die Leitzinsen lieber unverändert gelassen. Auch das offizielle Statement gibt sich vorsichtig. So wird betont, man denke über den künftigen Leitzinspfad nach und werde nach Datenlage dafür Sorge tragen, den Aufschwung am Laufen zu halten.

In einer ersten Reaktion auf die Fed wurde die Zinsstrukturkurve etwas flacher, da die Renditen am kurzen Ende anstiegen. Auch auf Monatssicht kam es über die kurzen Laufzeiten zu einer Verflachung der Kurve. Die längeren Laufzeiten traten im Juli letztlich auf der Stelle. Auf Indexebene (JP Morgan Global Bond US-Index) zeigten sich die US-Renten unverändert. Nach vorn gerichtet ist weiterhin nicht mit steigenden Renditen zu rechnen.

Weltweit

EZB und Fed lockern ihre Geldpolitik

Im Juli standen die Rentenmärkte ganz im Zeichen der Notenbanken. Die Europäische Zentralbank (EZB) hat auf ihrem Treffen am 25. Juli wie erwartet die Lockerung ihrer geldpolitischen Linie angekündigt. Die Zinssätze blieben zwar unverändert, allerdings bereitet die EZB ein umfangreiches Paket geldpolitischer Maßnahmen wie Staffelzinsen, Anleiheankäufe und Zinssenkungen für September vor. Dies wurde von weiterhin schwachen Konjunkturdaten im Euroraum unterstützt. Der europäische Staatsanleihemarkt tendierte im Juli freundlich. Auf Indexebene (iBoxx € Sovereigns) legte der Gesamtmarkt um 1,7 Prozent zu. In einigen Märkten waren renditeseitig neue Tiefs zu beobachten. Peripherieanleihen entwickelten sich besser als Papiere aus den Kernländern.

Am US-Rentenmarkt tat sich im Monatsvergleich sehr wenig. Auf ihrer Sitzung am 31. Juli erfüllte die Fed zwar die Markterwartungen und senkte, erstmals seit zehn Jahren, ihr Leitzinsband um 25 Basispunkte. Powell machte jedoch klar, dass dies nicht der Beginn einer Reihe von Zinssenkungen sei. Der Schritt sei als Prävention gegen konjunkturelle Abwärtsrisiken gedacht. Zusätzlich hat die Fed die Reduzierung ihrer Anleihebestände vorzeitig zum 1. August beendet und damit implizit einen weiteren Lockerungsschritt vorgenommen. Die US-Zinsstrukturkurve wurde über die kurzen Laufzeiten etwas flacher. Auf Gesamtmarktebene (JP Morgan Global Bond US-Index) zeigten sich die US-Renten im Juli aber unverändert.

Europäische Unternehmensanleihen profitierten von der Aussicht auf weitere Ankäufe seitens der EZB. Einige Gewinnwarnungen im Rahmen der Berichtssaison wurden von den Zentralbanken überlagert. Der Gesamtmarkt (ICE BofA Merrill Lynch Euro Corporates, ER00-Index) erzielte im Juli unter rückläufigen Risikoprämien einen Zuwachs in Höhe von 1,4 Prozent. Auch die Anleihemärkte aus den Schwellenländern konnten von den Zinssenkungserwartungen gegenüber der US-Notenbank profitieren. Die Risikoaufschläge waren auch dort rückläufig. Der Gesamtmarkt (JP Morgan EMBI Global Div.-Index) für in US-Dollar und Euro begebene Hartwährungsanleihen legte um 1,2 Prozent zu.

Unternehmensanleihen

EZB-Anleiheankäufe im Blickpunkt

Im Juli setzte sich die freundliche Tendenz am europäischen Unternehmensanleihemarkt fort. Marktbestimmender Faktor war die Sitzung der Europäischen Zentralbank (EZB) am 25. Juli. Im Vorfeld trieb vor allem die Erwartung einer Neuauflage des Ankaufprogramms für Unternehmensanleihen die Kurse. Die EZB hat dann auch die Weichen in Richtung einer weiteren Lockerung ihrer Geldpolitik gestellt. Die Zinssätze blieben zwar noch unverändert, in der Kommunikation wurde jedoch ein umfangreiches Paket geldpolitischer Maßnahmen für den September angekündigt, darunter auch Anleiheankäufe.

Der Gesamtmarkt (ICE BofA Merrill Lynch Euro Corporates, ER00-Index) erzielte im Juli einen Zuwachs in Höhe von 1,4 Prozent. Dabei erreichte der Index zum Monatsende einen Jahreshöchststand, was auch für eine Reihe von Subindizes des Unternehmensanleihe-sektors zutraf. Die Risikoprämien (Spreads) engten sich um neun auf 63 Basispunkte ein. Vor allem konnten EZB-ankaufsfähige Industrieanleihen profitieren. Finanzpapiere legten ebenfalls zu, blieben in der Wertentwicklung aber etwas zurück. Abgeschlagen zeigten sich mit plus 0,6 Prozent hingegen High Yield-Papiere (ICE BofA Merrill Lynch HEAG-Index). Dieser Sektor ist – vor dem Hintergrund der aktuell mäßigen wirtschaftlichen Lage im Euroraum – derzeit bei den Anlegern nicht die erste Wahl, um Liquidität zu investieren.

Den gesamten Unternehmensanleihesektor betrachtend hat die Zentralbankpolitik die Fundamentaldaten im Juli weitgehend überdeckt. Die Berichtssaison verlief zwar bislang in Summe ordentlich. Es gab aber auch einige Gewinnwarnungen wie etwa von Daimler oder BASF. Entsprechend negative Reaktionen bei den Anleihenotierungen waren aber kaum zu beobachten.

Der Primärmarkt blieb aufgrund der Unternehmensberichte und der Sommerpause vergleichsweise ruhig. Diejenigen Neuemissionen, die platziert wurden, kamen mit geringen Prämien und waren für die Anleger zumeist teuer.

Die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank bleibt der Haupttreiber der Marktentwicklung in den kommenden Wochen.

Emerging Markets

Schwellenländermärkte weiterhin freundlich

Nach der starken Entwicklung im Vormonat handelten die Schwellenländeranleihen auch im Juli fester. Die Märkte wurden nach wie vor durch die Aussicht auf eine lockere Geldpolitik der großen Zentralbanken unterstützt. Die Europäische Zentralbank (EZB) stellte auf ihrer jüngsten Sitzung bereits die Weichen in Richtung deutlicher Lockerung der Geldpolitik. Die Zinssätze wurden zwar unverändert beibehalten, jedoch wurden bereits Maßnahmen zur Einführung von Staffelzinsen und der Neuauflage eines Wertpapier-Ankaufprogramms angekündigt. Die US-Notenbank Federal Reserve ist bereits zur Tat geschritten und senkte, wie erwartet, auf ihrer Sitzung Ende Juli das Leitzinsband um 25 Basispunkte. Auf Indexebene (JP Morgan EMBI Global Div.-Index) legten die in Hartwährung denominierten Schwellenländerpapiere um 1,2 Prozent zu. Die Risikoaufschläge engten sich im Monatsvergleich um rund 20 Basispunkte ein. Eine Reihe von Emittenten nutzte das positive Kapitalmarktumfeld, um neue Papiere am Markt zu platzieren. Dazu gehörten unter anderem Saudi-Arabien, der Oman, Tunesien, Panama und Mexiko.

Auf Einzelländerebene waren weiterhin Staatsanleihen aus der Ukraine gefragt. Die Rendite der zehnjährigen Hartwährungspapiere in US-Dollar lag im Vergleich zum Vormonatsniveau um 54 Basispunkte tiefer. Die Partei um den neulich gewählten Präsidenten Selenskyj ging auch bei den im Juli abgehaltenen Parlamentswahlen mit einer absoluten Mehrheit als Sieger hervor. An den lokalen Rentenmärkten wurden mitunter die Schuldverschreibungen aus der Türkei, Chile und Indien favorisiert. Im Monatsvergleich sank die Rendite türkischer Staatspapiere im zehnjährigen Laufzeitenbereich um rund einhundert Basispunkte. Die Kurse stiegen im Vorfeld der Notenbanksitzung am 25. Juli kräftig an. Die türkischen Währungshüter beschlossen eine drastische Leitzinssenkung in Höhe von 4,25 Prozentpunkten. Am Markt hingegen wurde nur mit einer Senkung von 2,5 Punkten gerechnet. Der Weg dazu wurde zu Monatsbeginn durch einen Austausch des Zentralbankgouverneurs geebnet. Der ehemalige Notenbankchef Murat Cetinkaya wurde durch den Vize Murat Uysal ersetzt.

Disclaimer

Die Quelle der genannten Finanzmarktdaten ist, sofern nicht anders ausgewiesen, Datastream oder Bloomberg.

Die Inhalte dieses Marketingmaterials stellen keine Handlungsempfehlung dar, sie ersetzen weder die individuelle Anlageberatung durch die Bank noch die individuelle, qualifizierte Steuerberatung. Dieses Dokument wurde von der Union Investment Privatfonds GmbH mit Sorgfalt entworfen und hergestellt, dennoch übernimmt Union Investment keine Gewähr für die Aktualität, Richtigkeit und Vollständigkeit.

Stand aller Informationen, Darstellungen und Erläuterungen: 31. Juli 2019, soweit nicht anders angegeben.

Ihre Kontaktmöglichkeiten: Union Investment Service Bank AG, Weißfrauenstraße 7, 60311 Frankfurt am Main, Telefon 069 58998-6060, Telefax 069 58998-9000; www.union-investment.de