Marktberichte Oktober 2020

Aktien: Anstieg der Corona-Infektionen belastet

Renten: Uneinheitliche Entwicklung

Aktienmärkte: Trotz eines überraschend guten Starts in die Berichtssaison zum dritten Quartal verbuchten die US-Börsen im Oktober Verluste. Der Anstieg der Corona-Infektionen und Unsicherheiten im Vorfeld der US-Wahl belasteten. Im Euroraum wirkten sich die ansteigenden Corona-Infektionen und der damit verbundene Lockdown in zahlreichen Ländern ebenfalls belastend aus.

Rentenmärkte: US-Staatsanleihen gingen mit Verlusten aus dem Handelsmonat. Eine höhere Staatsverschuldung im Falle eines Biden-Wahlsieges und höhere Inflationserwartungen belasteten. Euro-Staatsanleihen profitierten von der Corona-Unsicherheit, auch die Peripherieanleihen tendierten freundlich. Die EZB-Ankäufe und der EU-Wiederaufbaufonds als möglicher Startschuss für eine Fiskalunion unterstützten.

Europa

Zweite Corona-Welle hat Europa im Griff

Im Oktober spiegelte sich zunächst die zunehmende Hoffnung auf einen Sieg von Joe Biden bei den US-Präsidentschaftswahlen sowie die wieder aufgenommenen Brexit-Verhandlungen in der Kursentwicklung der europäischen Aktienmärkte wider. Doch gegen Ende des Monats schickten die stark steigenden Covid-19-Infektionszahlen und weitere Lockdown-Maßnahmen von immer mehr europäischen Ländern die Kurse in die Verlustzone. Der Euro STOXX 50-Index schloss mit einem Minus von 7,4 Prozent, der marktbreite STOXX Europe 600-Index beendete den Monat mit einem Minus von 5,2 Prozent.

Trotz der hohen Zahl der Neuinfektionen haben die meisten europäischen Regierungen im Vergleich zum Frühjahr differenziertere Maßnahmen zur Eindämmung beschlossen. Entsprechend sind einzelne Branchen unterschiedlich stark betroffen, wie sich an verschiedenen Einkaufsmanagerindizes aus der Eurozone ablesen ließ. Während etwa in Deutschland und Frankreich die Stimmung im verarbeitenden Gewerbe robust blieb, trübte sich die Stimmung im Dienstleistungssektor ein. Die schlechtere Stimmung im Service-Sektor ließ auch den deutschen Ifo-Geschäftsklimaindex im Oktober zum ersten Mal nach fünf Anstiegen in Folge sinken.

Das Marktgeschehen war darüber hinaus bestimmt von der aktuellen Berichtssaison. In Europa waren der Technologie- und Healthcare-Sektor weniger gesucht, die Investoren favorisierten im Berichtsmonat eher Banken sowie die Auto- und Telekommunikationsbranche.

Die Europäische Zentralbank (EZB) nahm in diesem Monat keine Änderungen an ihrer geldpolitischen Ausrichtung vor, allerdings setzte sie deutliche kommunikative Signale, dass auf der letzten Sitzung des Jahres im Dezember mit weiteren geldpolitischen Schritten zu rechnen ist.

Insgesamt dürfte es durch die Teil-Lockdowns zu einem Dämpfer für die Konjunkturerholung kommen, doch die negativen Effekte auf das Wachstum sollten weniger stark ausfallen als in der ersten Lockdown-Phase. Dennoch bleibt die Ungewissheit, ob sich das Pandemiegeschehen in den Griff bekommen lässt, hoch. Entsprechend dürfte die Entwicklung an den Aktienmärkten in den nächsten Wochen ausfallen.

Deutschland

Ansteckungseffekte bei deutschen Aktien

Die deutschen Aktienmärkte schlossen im Oktober im Minus. Der DAX 30-Index, der die größten börsennotierten deutschen Unternehmen umfasst, verzeichnete einen Verlust von gut 9,4 Prozent. Firmen mit einer mittleren Marktkapitalisierung verloren gemessen am MDAX-Index knapp 4,8 Prozent, Nebenwerte im SDAX-Index gaben rund 6,9 Prozent ab. Hintergrund ist die beschleunigte Verbreitung des Corona-Virus in vielen europäischen Ländern, auch in Deutschland. Die erneuten Eindämmungsmaßnahmen schüren die Befürchtungen, dass es wieder zu einem Wirtschaftseinbruch kommt, wenn auch zu einem gemäßigteren, und die Erholung langsamer erfolgt als bislang erwartet.

Das deutsche Bruttoinlandsprodukt (BIP) legte im dritten Quartal 2020 um 8,2 Prozent gegenüber dem Vorquartal zu. Das Rekordwachstum spiegelt die konjunkturelle Erholung nach dem Corona-Einbruch im Frühjahr wider. Im Vergleich zum Vorjahresquartal liegt Wirtschaftsleistung jedoch noch um mehr als vier Prozent im Minus. Zudem hat sich der ifo-Geschäftsklimaindex im Oktober eingetrübt. Er sank von 93,2 Punkten im September auf 92,7 Punkte. Es ist der erste Rückgang nach fünf Anstiegen in Folge. Zurückzuführen ist er vor allem auf die schlechtere Stimmung im Dienstleistungssektor. Die Service-Unternehmen sind von den Eindämmungsmaßnahmen stärker betroffen als das verarbeitende Gewerbe. Zwar gibt es weiterhin Unterstützung von geld- und fiskalpolitischer Seite. Die Maßnahmenpakete dürften jedoch einen geringeren Umfang haben. Die Regierung in Berlin kündigte Hilfen in Höhe von zehn Milliarden Euro an.

Im Rahmen der Berichtssaison zum dritten Quartal gab SAP eine Umsatz- und Gewinnwarnung heraus. Die Belebung der Nachfrage sei nach erneuten Einschränkungen des öffentlichen Lebens in einigen Ländern verhaltener ausgefallen als erwartet. Auch die mittelfristigen Ziele korrigierte das Management nach unten. Die Aktien gingen auf Talfahrt.

Die globale Liquiditätsflut und die niedrigen Zinsen unterstützen weiterhin Risikoanlagen. Die Aussichten an den Börsen dürften jedoch von der Entwicklung der Corona-Pandemie sowie vom Tempo der konjunkturellen Erholung abhängen.

Osteuropa

Osteuropäische Märkte von Corona-Welle gezeichnet

Die Aktienmärkte in Osteuropa sind im Einklang mit den globalen Aktienmärkten gegen Ende des Berichtsmonats deutlich unter Druck geraten. Rapide steigende Corona-Infektionszahlen und neue, teilweise weitreichende Kontaktbeschränkungen haben die Sorge vor einem abrupten Ende der Erholungsbewegung und vor einem neuen Konjunktureinbruch angeheizt. Dies überschattete robuste Daten für das Bruttoinlandsprodukt im dritten Quartal. In der Folge rutschte der MSCI EM Eastern Europe-Index auf Lokalwährungsbasis um 8,4 Prozent ab.

In Moskau fiel der MOEX-Index um 7,4 Prozent. Die russische Notenbank erklärte, es bestehe noch Spielraum für eine weitere geldpolitische Lockerung. Die russische Regierung verkündete zudem, sie wolle keinen nationalen Lockdown anordnen, um die steigenden Corona-Infektionszahlen in den Griff zu bekommen. Eine Belastung für das Land ist der Rückgang der Ölpreise auf breiter Front. Aus Sorgen vor weltweiten Lockdowns fiel er zum Monatsende auf ein Vier-Monats-Tief. Dies drückte auch auf den Kurs des Russischen Rubel.

Der polnische Aktienmarkt brach, gemessen am WGI-Index, auf Lokalwährungsbasis um 10,8 Prozent ein. Die polnische Notenbank erklärte, die konjunkturellen Risiken würden überwiegen, und eine weitere Zinssenkung sei nicht ausgeschlossen, auch wenn dies die Profitabilität im Bankensektor belasten dürfte. Angesichts der stark steigenden Corona-Zahlen schloss die Regierung eine Verschärfung der Kontaktbeschränkungen und einen „tiefen Lockdown“ nicht aus.

In Tschechien zeigten sich Anzeichen einer Überlastung des Gesundheitssystems, erste Patienten mussten nach Deutschland ausgeflogen werden. In der ersten Corona-Welle hatte das Land kaum Infektionen verzeichnet. Dennoch hielt die Regierung daran fest, alles zu tun, damit die Industrie nicht in ihrer Aktivität eingeschränkt würde. Der PX-Index sank um 2,9 Prozent.

Für die weitere Kursentwicklung an den osteuropäischen Börsen dürften das Tempo der Konjunkturerholung, die weitere Entwicklung der Corona-Pandemie sowie geopolitische Spannungen im Vordergrund stehen.

USA

US-Börsen verzeichnen neuerliche Verluste

Die US-amerikanischen Aktienmärkte haben im Oktober erneut Kursabschläge verzeichnet. Der Dow Jones Industrial Average schloss unter dem Strich 4,6 Prozent tiefer, der marktbreite S&P 500-Index fiel um 2,8 Prozent. Der Technologieindex Nasdaq Composite gab 5,2 Prozent ab. Vergleichsweis gut hielten sich Versorger und Banken. IT-Aktien sowie Luftfahrt- und Industriewerte blieben dagegen hinter dem Gesamtmarkt zurück.

Überraschend stark startete die Berichtssaison der US-Unternehmen zum dritten Quartal. Von den 331 der Unternehmen aus dem S&P 500-Index, die bis zum Monatsende ihre Zahlen vorgelegt hatten, konnten 77 Prozent die Erwartungen der Analysten hinsichtlich der Umsätze übertreffen. Bei den Gewinnen waren es sogar 86 Prozent. Allerdings konnten sich die positiven Nachrichten nicht in Kursaufschlägen an der Börse bemerkbar machen. So verbuchte beispielsweise der Elektromobilitätsspezialist Tesla erneut einen Quartalsgewinn und dürfte somit erstmals in seiner Firmengeschichte auch im Jahresbericht ein Plus ausweisen. Die Erwartungen der Marktteilnehmer waren aber offenbar noch höher, sodass die Aktie auf Monatssicht im Minus schloss.

Zu den Belastungsfaktoren gehörte unter anderem die Unsicherheit im Vorfeld der US-Wahl und der neuerliche Anstieg der Corona-Infektionen in den USA. Auch das vergebliche Warten auf ein Konjunkturpaket drückte die Stimmung der Investoren. Immer wieder war von einer Annäherung zwischen Demokraten und Republikanern im Kongress gesprochen worden, eine Einigung konnte aber letztlich nicht erzielt werden.

Das Coronavirus wird den Beginn der 2020er Jahre an den Kapitalmärkten entscheidend prägen, die Entwicklung der Infektionszahlen und die Sorge vor neuerlichen Lockdowns belasten das Sentiment der Investoren. Nach dem scharfen Konjunktureinbruch sollte ab Mitte 2021 allerdings eine nachhaltige Erholung einsetzen. Die globale Liquiditätsflut und die niedrigen Zinsen unterstützen weiterhin Risikoanlagen wie etwa Aktien. Aktives Management und eine gute Selektion bleiben in diesem Umfeld Trumpf.

Fernost

Ant-Börsengang hebt Anlegerstimmung in Asien

Die asiatischen Aktienmärkte konnten sich im weltweiten Vergleich im Berichtsmonat Oktober weitgehend der schwächeren Tendenz anderer Märkte entziehen. Ein Grund waren die im Vergleich zu Europa oder den USA deutlich niedrigeren Corona-Neuinfektionszahlen. Die Konjunkturerholung war zudem dynamisch. So verzeichnete die chinesische Wirtschaft nach dem Einbruch zu Jahresbeginn als einzige der G20-Staaten eine V-förmige Erholung. Der MSCI AC Far East Ex Japan-Index stieg um 2,1 Prozent auf Lokalwährungsbasis.

Die Investorenstimmung erhielt Auftrieb von der rekordverdächtigen Nachfrage nach dem weltgrößten Börsengang, Ant. Die zum chinesischen E-Commerce-Giganten Alibaba gehörende Zahlungsverkehrssparte strebte Anfang November eine Notierung an der Börse in Hong Kong und am STAR-Markt in Shanghai an mit einem Emissionsvolumen von rund 34 Milliarden US-Dollar. Damit würde die Sparte auf rund 300 Milliarden US-Dollar bewertet. Berichten zufolge soll die Nachfrage nach Ant-Aktien von chinesischen Privatanlegern allein fast drei Billionen US-Dollar ausmachen. Damit stellt das Initial Public Offering von Ant jenes der Mutter Alibaba aus dem Jahr 2014 (25 Milliarden US-Dollar) in den Schatten. Mit dem Geld will Ant, an dem Alibaba-Gründer Jack Ma 50,5 Prozent hält, vor allem in Südostasien expandieren.

In Hong Kong legte der Hang-Seng-Index um 2,8 Prozent zu. In Shanghai gewann der Composite-Index 0,2 Prozent. Für Auftrieb sorgte hier auch die Aussicht auf einen Wahlsieg Joe Bidens im US-Präsidentschaftswahlkampf. Zwar wird Biden in Handels- und Technologiefragen ebenfalls eine harte Haltung attestiert, doch dürfte die Rhetorik weniger konfrontativ als unter Donald Trump sein.

Der KOSPI 200-Index gab in Lokalwährung um 2,6 Prozent nach. Zum Monatsende zeigten Daten aus der Industrieproduktion eine dynamische Konjunkturerholung an.

Die Konjunktur bleibt in Asien auf dem Erholungspfad, das geldpolitische Umfeld stark unterstützend, was für asiatische Aktien spricht. Risiken bestehen aus einer sich auch über Europa und die USA hinaus wieder verschärfenden Corona-Pandemielage sowie möglichen geopolitischen Spannungen.

Japan

Schwächezeichen an der Börse in Tokio

Die steigenden Corona-Infektionszahlen vor allem in Europa und in den USA haben Sorgen vor einem neuerlichen Konjunkturrückschlag geschürt und die Anlegerstimmung gedämpft. Dem konnte sich auch der japanische Aktienmarkt nicht entziehen, obwohl in Japan das Infektionsgeschehen vergleichsweise moderat blieb. Der Nikkei 225-Index fiel auf Lokalwährungsbasis um 0,9 Prozent, während der marktbreite Topix-Index stärker um 2,8 Prozent sank und damit zum Monatsende das niedrigste Niveau seit Anfang August erreichte. Zur Zurückhaltung der Anleger trug auch der ungewisse Ausgang der US-Präsidentschaftswahl am 3. November bei.

Zu den größten Verlierern zählten vor dem Hintergrund des weltweiten Corona-Infektionsgeschehens vor allem Aktien aus zyklischen Branchen, aber auch Technologiewerte. Die japanische Industrieproduktion zeigte dagegen deutliche Erholungszeichen per Ende September. So sprang der Output des verarbeitenden Gewerbes im dritten Quartal um 8,8 Prozent an. Auch am Arbeitsmarkt zeigten sich Erholungszeichen. Damit verdichten sich die Hinweise auf eine deutliche wirtschaftliche Erholung der von einer schweren Rezession gezeichneten japanischen Wirtschaft. Die Bank of Japan behielt ihre Geldpolitik unverändert bei. Die Notenbank senkte gegen Ende des Monats zwar ihre Wachstums- und Inflationsprognose für das laufende Fiskaljahr, zeigte sich aber zuversichtlicher, was die Konjunkturentwicklung betraf. Damit dürfte die Notwendigkeit zusätzlicher Fiskalstimuli sinken. Die Unsicherheit über die weitere Entwicklung sei aber wegen der Corona-Pandemie sehr hoch.

Die künftige Kursentwicklung am japanischen Aktienmarkt dürfte in den kommenden Wochen vom Ausgang der US-Wahl und der Entwicklung der Corona-Pandemie geprägt sein.

Weltweit

Erneute Corona-Welle belastet Aktienmärkte

Die globalen Aktienmärkte standen im Oktober unter dem Eindruck des neuerlichen Anstiegs der Corona-Infektionen. Der MSCI Welt-Index verbuchte in Lokalwährung einen Verlust von 3,1 Prozent. In den USA mussten die Börsen ebenso Einbußen hinnehmen. Der Dow Jones Industrial Average schloss unter dem Strich 4,6 Prozent tiefer, der marktbreite S&P 500-Index fiel um 2,8 Prozent. Der Technologieindex Nasdaq Composite gab 5,2 Prozent ab. Vergleichsweise gut hielten sich Versorger und Banken. IT-Aktien sowie Luftfahrt- und Industriewerte blieben dagegen hinter dem Gesamtmarkt zurück. Überraschend stark startete die Berichtssaison der US-Unternehmen zum dritten Quartal. Allerdings konnten sich die positiven Nachrichten nicht in Kursaufschlägen an der Börse bemerkbar machen. Neben dem starken Anstieg der Corona-Neuinfektionen belastete zudem die Unsicherheit im Vorfeld der US-Wahl.

Auch die europäischen Aktienmärkte beendeten den Monat mit einem deutlichen Minus. Der Euro STOXX 50-Index verzeichnete ein Minus von 7,4 Prozent, der marktbreite STOXX Europe 600-Index schloss 5,2 Prozent leichter. Anfang Oktober spiegelten sich zunächst die zunehmende Hoffnung auf einen Sieg von Joe Biden bei den US-Präsidentschaftswahlen sowie die wieder aufgenommenen Brexit-Verhandlungen positiv in der Kursentwicklung wider. Doch gegen Ende des Monats schickten die stark steigenden Covid-19-Infektionszahlen und weitere Lockdown-Maßnahmen von immer mehr europäischen Ländern die Kurse in die Verlustzone.

Die japanischen Aktienmärkte konnten sich dem weltweiten Abwärtstrend nicht entziehen, obwohl in Japan das Infektionsgeschehen vergleichsweise moderat blieb. Der Nikkei 225-Index fiel auf Lokalwährungsbasis um 0,9 Prozent. Dagegen verzeichneten die Aktien der Schwellenländer, gemessen am MSCI Emerging Markets Index in lokaler Währung, ein Plus von 1,4 Prozent.

Das Coronavirus wird den Beginn der 2020er Jahre an den Kapitalmärkten entscheidend prägen. Nach dem scharfen Konjunktureinbruch sollte ab Mitte 2021 eine nachhaltige Erholung einsetzen. Die globale Liquiditätsflut und die niedrigen Zinsen unterstützen weiterhin Risikoanlagen.

Die Rentenmärkte

Eurozone

Peripherieanleihen bleiben trotz hoher Risikoaversion gefragt

Euro-Staatsanleihen zeigten sich zu Monatsbeginn noch unbeeindruckt von den steigenden Corona-Infektionszahlen in ganz Europa. Stattdessen zogen die Renditen leicht an. Mit den guten Konjunkturdaten gingen zudem höhere Inflationserwartungen einher. Dieses Marktumfeld war jedoch nur von kurzer Dauer. Ab der Monatsmitte sorgten die stark steigenden Infektionszahlen mehr und mehr für Verunsicherung. In Frankreich und Spanien, später auch in allen anderen Ländern, überschritten die Fallzahlen jene aus der ersten Welle im vergangenen Frühjahr. Zum Monatsende mussten dann viele Länder einen zweiten Lockdown verabschieden. Anders als im Frühjahr fällt dieser jedoch etwas milder aus und dürfte die Wirtschaft somit weniger stark belasten.

Während die Aktienmärkte stark abverkauften, zeigten sich europäische Staatsanleihen weitgehend unbeeindruckt von den Geschehnissen. Die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen fiel nur leicht um zehn Basispunkte auf zuletzt -0,63 Prozent. Angesicht der schon stark negativen Verzinsung mangelte es den Investoren an Kursfantasie. Schließlich ist auch nicht damit zu rechnen, dass die EZB den Einlagensatz nochmals nennenswert reduzieren dürfte. Bundesanleihen eigneten sich daher nur bedingt als Absicherung im Portfoliokontext. Weitaus erstaunlicher war hingegen die Kursentwicklung von Papieren aus den Peripherieländern. Diese verloren in diesem schwierigen Umfeld nicht wie sonst üblich an Wert, sondern waren ebenfalls gut unterstützt. Die Käufe der EZB, hohe Fälligkeiten und die Annahme, dass der Wiederaufbaufonds der Startschuss für eine beginnende Fiskalunion gegeben hat, sorgten für Unterstützung. Letztlich legten Anleihen aus der Peripherie auf Monatssicht sogar leicht stärker zu als Papiere aus den Kernländern. Zum Monatsende beließ die Europäische Zentralbank die Leitzinsen zwar unverändert, kündigte angesichts der wirtschaftlichen Eintrübung aber neue Maßnahmen für Dezember an. Gemessen am iBoxx Euro Sovereigns-Index erzielten europäische Staatsanleihen im Oktober ein Plus von 1,0 Prozent.

USA

US-Staatsanleihen waren kein sicherer Hafen

Die Entwicklung von US-Staatsanleihen war im Oktober maßgeblich von den Hoffnungen auf ein mögliches Konjunkturpaket und der bevorstehenden US-Wahl geprägt. In der ersten Monatshälfte suchten Republikaner und Demokraten vergeblich nach einer Annäherung im Streit um ein weiteres Konjunkturpaket. Sowohl inhaltlich als auch bezüglich des Umfangs war man meilenweit voneinander entfernt. Zur Monatsmitte schien ein Kompromiss zwischen den Demokraten und dem Weißen Haus greifbar nah. Ein solches Paket hätte aber keine Mehrheit im republikanisch geprägten Senat gehabt. Zumal man dazu die Senatoren nach Washington hätte zurückbeordern müssen. Diese waren jedoch längst für Wahlkampfveranstaltungen in ihren Wahlbezirken unterwegs.

In der zweiten Monatshälfte prägte dann vor allem das Wahlgeschehen das Marktumfeld. Die Demoskopen wähnten Joe Biden als Sieger, der in den Umfragen einen großen und stabilen Vorsprung auf Amtsinhaber Donald Trump aufwies. In den Fernsehduellen konnte sich keiner von beiden groß absetzen, Biden zeigte jedoch keine nennenswerte Schwäche. Mit einem Wahlsieg von Joe Biden dürfte ein umfangreiches Konjunkturpaket einhergehen. Dies sollte der Wirtschaft einen weiteren Schub verleihen, erhöht jedoch auch die Staatsverschuldung. In Kombination mit einer US-Notenbank Fed, die sich für eine größere Toleranz gegenüber höheren Inflationsraten aussprach, zogen die Renditen leicht an. Zehnjährige US-Schatzanweisungen rentierten Ende Oktober knapp unterhalb von 0,9 Prozent und damit auf dem höchsten Stand seit Anfang Juni.

Höhere Infektionszahlen mit dem Corona-Virus sorgten am Aktienmarkt für Verunsicherung. US-Staatsanleihen dienten diesmal jedoch nicht wie sonst üblich als sicherer Hafen und boten keinen Schutz vor Kursverlusten. Solch eine positive Korrelation ist eher unüblich. Von Seiten der US-Notenbank gab es wenig Neues, da im Oktober kein reguläres Treffen anstand. Gemessen am JP Morgan Global Bond US-Index verloren US-Staatsanleihen im Oktober 1,0 Prozent an Wert. Die US-Wahl Anfang November dürfte für höhere Schwankungen sorgen.

Weltweit

US-Wahl und Coronavirus dominierten das Marktgeschehen

Die Entwicklung von US-Staatsanleihen war im Oktober maßgeblich von den Hoffnungen auf ein mögliches Konjunkturpaket und der bevorstehenden US-Wahl geprägt. Republikaner und Demokraten gelang letztlich nicht, einen Kompromiss für Stimulusmaßnahmen zu finden. In der zweiten Monatshälfte prägte dann vor allem das Wahlgeschehen das Marktumfeld. Die Demoskopen wähnten Joe Biden als Sieger. Sein Wahlprogramm würde die Staatsverschuldung erhöhen. In Kombination mit einer US-Notenbank Fed, die sich für eine größere Toleranz gegenüber höheren Inflationsraten aussprach, zogen die Renditen leicht an und rentierten Ende Oktober knapp unterhalb von 0,9 Prozent. Gemessen am JP Morgan Global Bond US-Index verloren US-Staatsanleihen im Oktober 1,0 Prozent an Wert.

Euro-Staatsanleihen zeigten sich zu Monatsbeginn noch unbeeindruckt von den steigenden Corona-Infektionszahlen in ganz Europa. Stattdessen zogen die Renditen leicht an. Mit den guten Konjunkturdaten gingen zudem höhere Inflationserwartungen einher. Ab der Monatsmitte sorgten die stark steigenden Infektionszahlen jedoch mehr und mehr für Verunsicherung. Im weiteren Verlauf mussten dann viele Länder einen zweiten Lockdown verabschieden. Die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen fiel aber nur leicht. Angesicht der schon stark negativen Verzinsung mangelte es den Investoren an Kursfantasie. Weitaus erstaunlicher war hingegen die Kursentwicklung von Papieren aus den Peripherieländern. Diese verloren in diesem schwierigen Umfeld nicht wie sonst üblich an Wert, sondern waren ebenfalls gut unterstützt (Käufe der EZB, hohe Fälligkeiten und eine beginnende Fiskalunion). Gemessen am iBoxx Euro Sovereigns-Index erzielten europäische Staatsanleihen im September ein Plus von 1,0 Prozent.

Europäische Unternehmensanleihen blieben von Käufen der EZB und guten Quartalszahlen unterstützt und verzeichneten auf Indexebene (ICE BofA Euro-Corp.-Index, ER00) ein Plus von 0,8 Prozent. Trotz einer höheren Risikoaversion eines fallenden Ölpreises und eines festeres US-Dollar beendeten Anleihen aus den Schwellenländern (J.P. Morgan EMBI Global Div. Index) den Monat letztlich unverändert.

Unternehmensanleihen

Leichte Zugewinne im Oktober

Im Oktober setzte sich der Aufschwung am Markt für Euro-Unternehmensanleihen mit Rating Investment Grade moderat fort. Auf Indexebene (ICE BofA Euro-Corp.-Index, ER00) waren weitere Zugewinne in Höhe von 0,8 Prozent zu beobachten. Die weltweit starke Zunahme der Corona-Infektionen wurde zunächst am Markt ausgeblendet. Angesichts der Entwicklung führte die dann zum Monatsende hin zunehmende Unsicherheit zu - nach einem zunächst rückläufigen Trend - wieder ansteigenden Risikoprämien (Asset Swap Spreads). Dennoch engten sich diese per saldo im Oktober um sieben auf 87 Basispunkte ein.

Die positive Entwicklung war zum einen von der allgemein abwärts gerichteten Renditeentwicklung geprägt. Die deutsche Zinsstrukturkurve verschob sich über alle Laufzeiten hinweg nach unten. Die richtungsweisenden Bundesanleihen mit zehn Jahren Laufzeit gaben dabei zehn Renditestellen nach und verzinsten sich zuletzt mit minus 62 Basispunkten. Zudem unterstützte fortgesetzt die reichliche Liquiditätsversorgung der Zentralbanken und ein geringeres Angebot an neuen Anleihen. Denn der Primärmarkt zeigte sich im Oktober von seiner ruhigen Seite. Die Unternehmen scheinen gut mit Liquidität versorgt zu sein. Die Annahme, sich jederzeit zu attraktiven Konditionen am Markt refinanzieren zu können, lässt die Treasury-Abteilungen der Firmen abwarten.

Mit Blick auf die Untersektoren des ICE BofA Euro-Corp.-Index tendierten vor allem Unternehmensanleihen aus dem Industriesektor freundlich (plus 1,0 Prozent), was auch für die Spreadentwicklung galt. Die höherverzinslichen Bereiche wie etwa Nachrang- bzw. Hybridanleihen sowie High Yield-Papiere blieben in der Wertenwicklung hinter dem Investment Grade-Bereich zurück. Dort gab es zumeist zwar leichte Zugewinne, die Spreads weiteten sich allerdings im Vergleich zu Ende September geringfügig aus. Insbesondere im High Yield-Sektor drehten die Prämien im Monatsverlauf deutlich und stiegen wieder an.

Am US-Unternehmensanleihemarkt war auf US-Dollarbasis (ICE BofA US-Large Caps-Index, C0AL) ein leichtes Minus (0,1 Prozent) zu verzeichnen. Allerdings konnten sich dort die Risikoaufschläge um zehn auf 141 Basispunkte einengen.

Emerging Markets

Per saldo wenige Veränderungen

Der Handelsmonat Oktober verlief an den Rentenmärkten der Schwellenländer (Emerging Markets, EM) zweigeteilt. Während die ersten beiden Wochen von einer positiven Entwicklung geprägt waren, sorgten in der zweiten Monatshälfte steigende Corona-Fallzahlen sowie der Endspurt im US-Wahlkampf für Unsicherheit. Die Anleger hielten sich entsprechend zurück. Die zu Monatsbeginn erzielten Gewinne konnte auf Gesamtmarktebene nicht aufrechterhalten werden. Per saldo trat der JP Morgan EMBI Global Diversified-Index auf der Stelle. Die Risikoaufschläge (Spreads) engten sich hingegen weiter ein. Im Vergleich zum Vormonat sank der Spread um rund zwölf auf 420 Basispunkte. Ursächlich dafür waren leicht anziehende US-Renditen.

Die Entwicklung am Primärmarkt verlief ähnlich zu jener am Sekundärmarkt. Während zum Monatsbeginn noch einige Emittenten neue Papiere platzierten, flachte gegen Monatsende angesichts des Endspurts im US-Wahlkampf das Neuemissionsvolumen ab. Im Bereich der Schwellenländer-Unternehmensanleihen hielt die rege Neuemissionsaktivität an. Insbesondere asiatische Emittenten wie Logan Property oder Baidu waren aktiv. Zu den insgesamt größten Emissionen zählten Papiere von Ülker aus der Türkei, Kernel aus der Ukraine, Millicom aus Kolumbien und Petrobras aus Brasilien.

Aus geldpolitischer Perspektive hielt sich das Geschehen in Grenzen. Größtenteils blieben die Leitzinssätze in den Schwellenländern unverändert, darunter auch in der Türkei, trotz weiterhin galoppierender Inflation sowie eines steigenden Außenhandelsdefizits. In Kombination mit einzelnen politischen Spannungen wurde dies am Währungsmarkt negativ aufgenommen. Die Türkische Lira wertete gegenüber dem Euro mit einem Minus von sieben Prozent erneut deutlich ab. Seit Jahresbeginn summieren sich die Verluste auf über 30 Prozent. Daneben werteten auch der Argentinische Peso (-2,1 Prozent) sowie der Russische Rubel (-1,8 Prozent) gegenüber der Gemeinschaftswährung ab. Der Mexikanische Peso (+5,1 Prozent), Südafrikanische Rand (+3,8 Prozent) und Südkoreanische Won (+3,7 Prozent) konnten hingegen deutlich aufwerten.

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Stand aller Informationen, Darstellungen und Erläuterungen: 31. Oktober 2020, soweit nicht anders angegeben.

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