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Insolvenzverwalter beglückt Anleger mit 40 Millionen Euro

Freude zum Jahreswechsel

Mit Investitionen in Container hatten Privatanleger in den vergangenen Jahren nicht viel Freude. Seit Frühjahr 2018 sorgt die Insolvenz der Münchener P&R-Gruppe für Schlagzeilen, der insgesamt rund 54.000 Investoren mit einem Gesamteinsatz von rund 3,5 Milliarden Euro zum Opfer fielen. Wenige Jahre zuvor musste bereits die Hamburger Gesellschaft Magellan die Segel streichen, auch sie hatte Container zwecks Geldanlage an private Investoren veräußert und war dann in die Pleite geraten. Betroffen in dem Fall: Mehr als 8000 Anleger mit Investitionen von rund 350 Millionen Euro.

Für Letztere gibt es nun allerdings vergleichsweise gute Nachrichten: Wie der Insolvenzverwalter Peter-Alexander Borchardt von der Hamburger Kanzlei Reimer Rechtsanwälte mitteilt, hat er zum Ende des vergangenen Jahres insgesamt 40 Millionen Euro an die Magellan-Gläubiger ausgezahlt. Das entspreche einer Quote von etwa 25,6 Prozent der zur Insolvenztabelle festgestellten Forderungen, so die Mitteilung weiter.

Für viele der Magellan-Investoren ist es zudem nicht die erste Auszahlung, die sie seit der Pleite des Unternehmens im Jahr 2016 erhalten. Vor knapp zwei Jahren hatte Insolvenzverwalter Borchardt den Magellan-Containerbestand für insgesamt 160 Millionen Euro in einem Paket an das Konkurrenzunternehmen Buss verkauft. Aus diesem Erlös waren seinerzeit bereits 100 Millionen Euro an Anleger geflossen. Weitere 15 Millionen Dollar Erfolgsbeteiligung stehen aus dem Deal noch im Raum und könnten ebenfalls noch fließen. "Ob und inwiefern sich das Geschäft so positiv entwickelt hat, dass der zusätzliche Kaufpreis aus der Erfolgsbeteiligung fällig wird, entscheidet sich voraussichtlich erst im Jahr 2023," erklärt Borchardt dazu in der aktuellen Mitteilung.

Zudem befinden sich nach wie vor weitere Gelder auf den Magellan-Konten, so dass mit einer weiteren Zahlung in Zukunft durchaus zu rechnen sei, ist aus Kreisen des Unternehmens zu hören.

Aktuell werden Jahresabschlüsse und Steuererklärungen von Magellan ab dem Jahr 2014 erstellt, so Borchardt in seiner Mitteilung weiter. "Wegen zehntausender Zahlungsvorgänge und der Komplexität der sich daraus ergebenden Bewertungsfragen und auch wegen der Aufbereitung der Sachverhalte und daraus gewonnener Erkenntnisse nehmen diese Arbeiten ungewöhnlich viel Zeit in Anspruch", teilt der Insolvenzverwalter mit. Die Abschlüsse bis zum Zeitpunkt der Insolvenzeröffnung und die korrespondierenden Steuererklärungen würden jedoch voraussichtlich noch im Jahr 2020 fertiggestellt.

Hintergrund: Die Gesellschaft Magellan Maritime Services war am Kapitalmarkt im Segment der Containerinvestments aktiv und musste im Juni 2016 Insolvenz anmelden. Zu dem Zeitpunkt hatten knapp 9000 Anleger für insgesamt rund 350 Millionen Euro Container bei dem Unternehmen erworben. Magellan verwaltete die Transportkisten für die Investoren, vermietete sie also an Nutzer und leitete die Mietzahlungen an die Anleger weiter - jedenfalls theoretisch. Die Pleite setzte diesem Geschäft ein Ende.

Christoph Rottwilm / manager-magazin.de

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