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Marktberichte Februar 2018

Marktberichte Februar 2018

Aktien: Scharfe Korrektur zu Monatsbeginn

Renten: Zinsanstieg vorerst gestoppt

Aktienmärkte: Sorgen, die weltweiten Notenbanken könnten ihre expansive Geldpolitik früher als angenommen beenden, lasteten auf den Notierungen am Aktienmarkt. Hinzu kamen zwischenzeitlich höhere Inflationsraten, die ebenso für steigende Renditen sprachen. Im Euroraum fielen einige Konjunkturdaten zudem schwächer aus.

Rentenmärkte: Der starke Renditeanstieg aus dem Vormonat setzte sich zunächst noch fort. Sichere Staatsanleihen galten dann aber als sicherer Hafen als die Aktiennotierungen unter Druck gerieten. Europäische Unternehmensanleihen zeigten sich hiervon unbeeindruckt und waren weiterhin von den Käufen der EZB gut unterstützt.

Die Aktienmärkte

Europa

Inflationsängste sorgen für Kursrutsch
Die europäischen Aktienmärkte haben im Februar deutliche Kurseinbußen verzeichnet. Der EURO STOXX 50-Index gab 4,7 Prozent nach, der marktbreite STOXX Europe 600-Index verzeichnete einen Wertverlust von 4,0 Prozent. Die im MSCI Europe Small and Mid Caps-Index gelisteten Unternehmen mit niedriger und mittelgroßer Marktkapitalisierung schlossen 2,0 Prozent leichter.
Ausgehend vom US-Markt gerieten die Notierungen bereits zum Beginn der Berichtsperiode unter Druck. Marktteilnehmer gingen angesichts unerwartet deutlich steigender Löhne in den USA in Deckung. Sie fürchteten einen höheren Preisdruck und eine in der Folge stärker als bislang erwartete geldpolitische Straffung durch die Zentralbanken. Die scharfe Abwärtsbewegung wurde durch die Verkaufsaktivitäten systematischer Investoren verstärkt. In den ersten sieben Handelstagen des Februars summierten sich die Kursverluste bei europäischen Aktien auf bis zu acht Prozent. Belastend wirkten überdies die politischen Entwicklungen in Italien (Parlamentswahlen Anfang März) und Deutschland (SPD-Mitgliederentscheid zum Koalitionsvertrag).
Die fundamentalen Rahmenbedingungen in Europa blieben indes unverändert gut. Das Momentum der aussagekräftigen Einkaufsmanagerindizes ging in der Berichtsperiode zwar etwas zurück, nach wie vor signalisierte das Konjunkturbarometer aber eine deutliche Expansion der wirtschaftlichen Aktivität. Im Zuge der Unternehmensberichterstattung zum vierten Quartal 2017 konnten 62 Prozent der Konzerne die Erwartungen hinsichtlich der Umsätze übertreffen. Mit Blick auf die Gewinne schlugen 55 Prozent die Prognosen der Analysten. Das Gewinnwachstum legte im vierten Quartal im Schnitt um 8,4 Prozent zu, das Umsatzplus lag bei 2,5 Prozent. Dabei überzeugten vor allem zyklische Unternehmen aus den Sektoren Technologie, Finanzdienstleitungen und Industrie.
Nach dem volatilen Jahresauftakt ist wieder Ruhe an den Märkten eingekehrt. Der Blick der Investoren dürfte sich wieder stärker auf die fundamentalen Rahmenbedingungen richten. Auf mittlere Sicht bleiben Aktien weiterhin aussichtsreich.

Deutschland

Inflationssorgen schicken DAX-Index auf Talfahrt
Deutschlands Aktienmärkte haben im Februar deutliche Kursverluste verbucht. Der DAX 30-Index mit den größten Konzernen des Landes verzeichnete einen deutlichen Kursverlust von 5,7 Prozent. Der MDAX-Index mit Unternehmen mittlerer Marktkapitalisierung gab 2,1 Prozent nach. Die im SDAX-Index geführten kleineren Gesellschaften schlossen 1,6 Prozent leichter. Auch die im TecDAX-Index gelisteten Technologiefirmen fielen 0,7 Prozent.
Ausgehend vom US-Markt gerieten die Notierungen bereits zum Beginn der Berichtsperiode unter Druck. Marktteilnehmer gingen angesichts unerwartet deutlich steigender Löhne in den USA in Deckung. Sie fürchteten einen höheren Preisdruck und eine in der Folge stärker als bislang erwartete geldpolitische Straffung durch die Zentralbanken. Die scharfe Abwärtsbewegung wurde durch die Verkaufsaktivitäten systematischer Investoren verstärkt. In den ersten sieben Handelstagen des Februars summierten sich die Kursverluste des DAX 30-Index zeitweise auf über zehn Prozent. Belastend wirkte überdies der bevorstehende SPD-Mitgliederentscheid über das Zustandekommen einer großen Koalition.
Zu den Profiteuren der höheren Volatilität an den Kapitalmärkten zählten die Papiere der Deutschen Börse, die in der Berichtsperiode gegen den Trend 5,9 Prozent zulegten. Der Kursrutsch an den Weltbörsen bescherte dem Unternehmen im klassischen Wertpapiergeschäft den besten Handelsmonat seit zehn Jahren. Aus der deutschen Wirtschaft kamen indes schwächere Signale: Lieferengpässe, steigende Preise und der stärkere Euro bremsten die Industrie im Februar aus. Das Momentum der aussagekräftigen Einkaufsmanagerindizes ging etwas zurück. Auch die Unternehmensberichtssaison für das vierte Quartal 2017 verlief eher gemischt. Die Ergebnisse der exportabhängigen deutschen Unternehmen wurden vor allem durch die Aufwertung der europäischen Gemeinschaftswährung gedämpft.
Nach dem volatilen Jahresauftakt ist wieder Ruhe an den Märkten eingekehrt. Der Blick der Investoren dürfte sich wieder stärker auf die fundamentalen Rahmenbedingungen richten. Auf mittlere Sicht bleiben Aktien weiterhin aussichtsreich

Osteuropa

Aktienmärkte in Osteuropa mit Verlusten
Nach dem starken Jahresauftakt mussten die osteuropäischen Aktienmärkte im Februar Verluste hinnehmen. Der MSCI Emerging Markets Eastern Europe-Index verlor in Lokalwährung 1,6 Prozent, in US-Dollar lag das Minus bei 2,5 Prozent. Die Börsen konnten sich dem globalen Abverkauf Anfang Februar nicht entziehen, als globale Inflationssorgen aufkamen. Bis zum 09. Februar verloren die Aktienmärkte mehr als fünf Prozent, danach erholten sich die Kurse wieder, kamen zum Monatsende aber erneut unter Druck.
Nur die russischen Aktienmärkte schlossen leicht im Plus (MICEX-Index, in Lokalwährung: +0,3 Prozent), der in US-Dollar notierende RTS-Index gewann 0,2 Prozent. Der Russische Rubel legte gegen den US-Dollar 1,1 Prozent an Wert zu. Unterstützend wirkte die Anhebung des Länderratings um eine Note seitens einer Ratingagentur. Damit hat bereits die zweite Agentur die Kreditwürdigkeit Russlands vom „Ramsch-Status“ auf „Investment Grade" hochgestuft. Daneben liegt der Investorenfokus auf den Präsidentschaftswahlen im März. Der Ölpreis (Brent) verlor auf Monatssicht 2,5 Prozent.
Die Aktienmärkte in Polen mussten im Berichtsmonat Federn lassen. Der WIG-Index verlor 6,6 Prozent. Die Warschauer Börse wurde neben der globalen Korrektur davon belastet, dass die EU mit einer Kürzung ihrer Mittel drohte, sollte die Rechtstaatlichkeit des Landes weiter leiden. Die polnische Regierung erklärte sich daraufhin bereit, zu prüfen, ob die Maßnahmen zur polnischen Justizreform insgesamt ein Risiko darstellten. Sie zeigte sich zu einem Kompromiss bereit. Auch die ungarischen (BUX-Index: -5,2 Prozent) sowie die tschechischen Aktienmärkte (PX 50-Index: -0,9) verbuchten im vergangenen Monat Verluste.
In der Türkei konnten sich die Börsen nach dem anfänglichen Abverkauf wieder erholen. Der türkische BIST-Index verlor dennoch in Lokalwährung 0,5 Prozent. Darüber hinaus musste auch die Währung Verluste hinnehmen: Die Türkische Lira schloss 1,5 Prozent im Minus.
Das konjunkturelle Umfeld in Osteuropa ist weiter intakt. Allerdings kann es, wie Anfang Februar gesehen, in den nächsten Monaten immer wieder vermehrt zu Schwankungen kommen.

USA

Inflationsangst löst Verkaufswelle aus
Die Börsen in den USA haben im Februar eine Achterbahnfahrt absolviert. Einer scharfen Abwärtsbewegung zum Monatsbeginn folgte eine graduelle Erholung im weiteren Verlauf, bevor die Börsen erneut unter Druck kamen. Unter dem Strich stand ein substanzieller Verlust: Der Dow Jones Industrial Average gab 4,3 Prozent ab, der marktbreite S&P 500-Index fiel um 3,9 Prozent. Besonders Energieunternehmen litten, während Aktien aus der Luftfahrt- und Verteidigungsbranche leichte Gewinne verzeichneten.
Ihren Ausgang nahm die Korrektur am Monatsbeginn mit dem starken US-Arbeitsmarktbericht. Am Markt ging die Sorge um, dass die Inflation in den USA deutlich steigt und die Fed darauf mit einer straffer als erwarteten Geldpolitik reagiert. Diese Entwicklung traf zusammen mit einem sehr starken Januar und der äußerst optimistischen Stimmungslage vieler Investoren. Auf die initiale Marktbewegung folgte eine technische Reaktionen, bei der unter anderem systematische und quantitative Investoren Verkaufssignale umgesetzt haben. Binnen weniger Tage gaben die US-Märkte rund zehn Prozent ab.
Später beruhigte sich die Lage etwas. So animierte die nach den Kursverlusten etwas günstigere Bewertung die Anleger zu neuen Käufen. Unterstützend wirkte zusätzlich ein Infrastrukturplan in Höhe von 1,5 Billionen US-Dollar, den US-Präsident Donald Trump vorstellte. Für abermalige Nervosität unter den Anlegern und steigende Volatilität sorgten dann aber die veröffentlichen US-Verbraucherpreise für den Monat Januar. Diese hatten überraschend stark um 0,5 Prozent (Erwartung 0,3 Prozent) angezogen. Im Jahresvergleich stieg die US-Inflationsrate auf 2,1 Prozent. Die Daten wurden als Zeichen dafür gewertet, dass sich allmählich stärkerer Preisdruck in den USA aufbaut.
Die Korrektur zum Monatsbeginn war vor allem auf technische Faktoren zurückzuführen, eine fundamentale Trendwende ist eher unwahrscheinlich. Angesichts der positiven konjunkturellen Dynamik erwarten wir weiterhin ein freundliches Umfeld für die Aktienmärkte.

Fernost

Korrektur an den asiatischen Aktienmärkten nach fulminantem Jahresstart
Die asiatischen Aktienmärkte konnten sich dem negativen Trend an den Börsen weltweit nicht entziehen. Der MSCI Far East ex Japan-Index büßte im Februar 4,4 Prozent in lokaler Währung ein, auf US-Dollarbasis sogar 4,9 Prozent. Dies entspricht im Vergleich zum MSCI World-Index (Februar 2018: -3,7 Prozent in lokaler Währung und -4,3 Prozent in US-Dollar) einer moderat unterdurchschnittlichen Entwicklung.
Aufkommende Inflationssorgen in den USA Ende Januar sorgten für einen spürbaren Renditeanstieg bei US-Staatsanleihen und setzten die Aktienmärkte weltweit deutlich unter Druck. Zudem wiesen die Konjunkturindikatoren in der dominierenden Volkswirtschaft China im Februar eine divergierende Entwicklung auf. Der offizielle, eher auf staatliche Großkonzerne ausgerichtete Einkaufsmanagerindex für das Verarbeitende Gewerbe fiel unerwartet stark auf 50,3 Punkte zurück (Vormonat: 51,3 Punkte), während der tendenziell auf kleine und mittelgroße Unternehmen fokussierte Caixin-Index sich überraschend auf 51,6 Punkte leicht verbesserte (Vormonat: 51,5 Punkte). In Summe spricht dies für ein anhaltend robustes Wirtschaftswachstum im Reich der Mitte. Allerdings deuten die Konjunkturindikatoren mittelfristig auf eine moderate Verlangsamung der Expansionsdynamik hin. Der Shanghai Composite-Index verlor 6,4 Prozent, der HangSeng-Index in Hongkong gab um 6,2 Prozent nach.
Angesichts des globalen Verkaufsdrucks verzeichneten die übrigen Aktienmärkte der Region eine relativ robuste Kursentwicklung, insbesondere in Südostasien. Die Börsen in Thailand (Bangkok SET-Index: +0,2 Prozent), Indonesien (IDX Composite-Index: -0,1 Prozent), Singapur (Straits Times-Index: -0,5 Prozent) und Malaysia (FTSE Bursa KLCI-Index: -0,7 Prozent) wiesen einen stabilen bis leicht rückläufigen Trend auf. Hingegen kamen die Aktienmärkte in Taiwan (-2,6 Prozent) und in Südkorea (-5,4 Prozent), die eine hohe Sensitivität gegenüber China aufweisen, unter Druck.
Wenngleich in den nächsten Monaten mit einer erhöhten Volatilität zu rechnen ist, spricht das anhaltend freundliche Konjunkturumfeld auf globaler Ebene für die Aktienmärkte Asiens.

Japan

Globale Inflationssorgen und starker Yen belasten Börse in Tokio
Zu Beginn des Monats vollzog die japanische Börse eine spürbare Kurskorrektur. Trotz anschließender moderater Erholungstendenzen büßte der NIKKEI 225-Index im Februar insgesamt 4,5 Prozent ein, der Topix-Index als marktbreites japanisches Börsenbarometer verlor 3,7 Prozent. Im internationalen Kontext stellt dies eine insgesamt leicht unterdurchschnittliche Wertentwicklung dar, da der MSCI World-Index im Februar um 3,7 Prozent in lokaler Währung nachgab.
Aufkommende Inflationssorgen in den USA Ende Januar sorgten für einen spürbaren Renditeanstieg bei US-Staatsanleihen und setzten die Aktienmärkte weltweit deutlich unter Druck. Als zusätzlicher Belastungsfaktor für die japanische Börse erwies sich die Stärke des Japanischen Yen, der gegenüber dem US-Dollar um mehr zwei Prozent und gegenüber dem Euro um mehr als vier Prozent aufwertete. Aus konjunktureller Sicht schwächte sich der japanische Einkaufsmanager-Index für das Verarbeitende Gewerbe im Februar um 0,8 auf 54,0 Punkte ab, befindet sich jedoch immer noch auf einem der höchsten Niveaus der vergangenen Jahre. Eine positive Entwicklung war bei den japanischen Exporten zu beobachten, die sich im Januar auf ein Plus von 12,2 Prozent beschleunigten (Vormonat: +9,3 Prozent).
Mit Blick auf die Branchenentwicklung verzeichneten zyklische Sektoren wie etwa Grundstoffe, Bau und Industrie die höchsten Kurseinbußen, defensive Sektoren wie etwa Pharma und Dienstleistungsunternehmen verloren in Summe weniger stark. Unter den Indexschwergewichten kamen der Einzelhändler Fast Retailing (-12,6 Prozent wegen schwacher Verkaufszahlen) und der Tabakkonzern Japan Tobacco (-15,6 Prozent wegen stark rückläufiger Zigarettenverkäufe) deutlich unter Druck. Hingegen konnten der Pharmawert Astellas (+9,8 Prozent) sowie die Konsumwerte Sony (+4,5 Prozent) und Kao (+3,8 Prozent) entgegen dem Markttrend zulegen.
Wenngleich in den nächsten Monaten mit einen erhöhter Volatilität zu rechnen ist, sprechen ein freundliches Konjunkturumfeld, positive Gewinnrevisionen und eine im internationalen Vergleich attraktive Bewertung weiterhin für den japanischen Aktienmarkt.

Weltweit

Scharfe Korrektur an den globalen Börsen
Die globalen Aktienmärkte haben im Berichtsmonat deutliche Kursverluste verzeichnet. Der MSCI World-Index fiel in lokaler Währung um 3,7 Prozent. Ihren Ausgang nahm die Korrektur in den USA, in der Folge gaben aber auch die Notierungen an etlichen anderen Börsen nach. Der Dow Jones Industrial Average sackte um 4,3 Prozent ab, der marktbreite S&P 500-Index fiel um 3,9 Prozent. Am Anfang stand ein starker US-Arbeitsmarktbericht zum Monatsbeginn. Am Markt ging die Sorge um, dass die Inflation in den USA deutlich steigt und die Fed darauf mit einer straffer als erwarteten Geldpolitik reagiert. Diese Entwicklung traf zusammen mit einem sehr starken Januar und der äußerst optimistischen Stimmungslage vieler Investoren. Auf die initiale Marktbewegung folgte eine technische Reaktion, bei der unter anderem systematische und quantitative Investoren Verkaufssignale umgesetzt haben. Binnen weniger Tage gaben die US-Märkte rund zehn Prozent ab. Später konnten die Kursverluste eingegrenzt werden.
Auch die europäischen Aktienmärkte verzeichneten deutliche Kurseinbußen verzeichnet. Der EURO STOXX 50-Index gab 4,7 Prozent nach, der marktbreite STOXX Europe 600-Index verzeichnete einen Wertverlust von 4,0 Prozent. Hier belasteten die politischen Entwicklungen in Italien (Parlamentswahlen Anfang März) und Deutschland (SPD-Mitgliederentscheid zum Koalitionsvertrag) noch zusätzlich. Unterstützend wirkten die guten fundamentalen Rahmenbedingungen und die ermutigende Berichterstattung der Unternehmen zum vierten Quartal 2017.
Die Börse in Japan konnte sich dem Trend nicht entziehen, der NIKKEI 225-Index büßte im Februar insgesamt 4,5 Prozent ein. An den Märkten der Schwellenländer liefen, gemessen am MSCI Emerging Markets in lokaler Währung, Verluste in Höhe von 4,0 Prozent auf.
Nach dem volatilen Jahresauftakt ist wieder Ruhe an den Märkten eingekehrt. Der Blick der Investoren dürfte sich wieder stärker auf die fundamentalen Rahmenbedingungen richten. Auf mittlere Sicht bleiben Aktien weiterhin aussichtsreich.

Die Rentenmärkte

Eurozone

Wahl in Italien war kaum ein Thema
Am europäischen Rentenmarkt setzte sich der Renditeanstieg aus dem Vormonat zunächst noch fort. Kurzzeitig übersprang die Rendite von zehnjährigen Bundesanleihen die Marke von 0,8 Prozent. Anleger befürchteten eine schnellere Normalisierung der Geldpolitik als bislang angenommen. Nur wenig später fand eine Korrektur am Aktienmarkt statt, die von Inflationssorgen ausgelöst wurde. Anleihen aus den Kernstaaten dienten vorübergehend als sicherer Hafen und machten einen Teil der Verluste wieder wett. Auch wenn sich die Marktentwicklung dann etwas beruhigte, blieb die Unsicherheit über den weiteren Kurs der Europäischen Zentralbank hoch. Das zum Monatsende veröffentlichte Sitzungsprotokoll gab dann vorerst Entwarnung.
Das Kaufinteresse der Marktteilnehmer nach Papieren aus den Peripherieländern war ungebrochen hoch. Dies war insofern verwunderlich, als dass vor der Wahl in Italien eigentlich mit einer zumindest leichten Schwäche des Segments gerechnet wurde. Davon war jedoch erst an den letzten Tagen – unmittelbar vor der Wahl – etwas zu spüren. Spanien gelang es zuvor sehr erfolgreich eine Anleihe zu platzieren. Nach der Rekord-Nachfrage im Januar, als ein zehnjähriges Papier begeben wurde, wagten sich die spanischen Schatzmeister nun ans ganz lange Ende der Zinsstrukturkurve und wählten eine Laufzeit von 30 Jahren. Für den Bond im Volumen von sechs Milliarden Euro summierten sich die Orderaufträge letztlich auf fast 26 Milliarden Euro, obwohl die Emissionsprämie zwischenzeitlich reduziert wurde. Gute Nachrichten kamen auch aus Griechenland. Dort erhöhte die Ratingagentur Moody´s die Bonitätsnote. Die zeitweise hohe Risikoaversion begünstigte Anleihen aus den Kernländern aber stärker. In Summe schnitten Peripherieanleihen daher etwas schwächer ab als Papiere aus den Kernländern. Gemessen am iBoxx Euro Sovereign Index legten europäische Staatsanleihen im Februar 0,2 Prozent zu. Wegen der guten Konjunkturlage rechnen wir in den kommenden Monaten mit leicht steigenden Renditen.

Euro-Outs

Rating von Russland hochgestuft
Der Handel am Markt für europäische Staatsanleihen außerhalb des gemeinsamen Währungsraumes verlief im Februar recht volatil. Eine Korrektur an den Aktienmärkten löste eine Flucht in sichere Häfen aus. Schnell kam es aber auch wieder zu einer Gegenbewegung. Mit Blick auf die Kursentwicklung in den einzelnen Ländern lässt sich kein klarer Trend ausmachen. Schuldverschreibungen aus Ungarn und der Türkei dürften in erster Linie unter der allgemeinen Risikoaversion gelitten haben. Wichtiger als die Risikoaversion der Marktteilnehmer waren jedoch länderspezifische Nachrichten. Großer Gewinner im Februar waren Anleihen aus Russland. Diesmal war dafür nicht der Ölpreis verantwortlich - der letztlich sogar nachgab - sondern vielmehr die Bonitätseinschätzung des Landes. Nach der US-Ratingagentur Fitch bescheinigen nun auch die Branchenkollegen von Standard & Poor´s dem einstigen Zarenreich eine Kreditwürdigkeit oberhalb des Ramschniveaus. Damit ist es nun auch großen Investoren mit Ratingbeschränkungen wieder möglich, russische Anleihen in ihr Portfolio aufzunehmen. Neben rückläufigen Renditen wertete auch der Russische Rubel auf.
Auffällig war auch die gegensätzliche Entwicklung der beiden Nachbarstaaten Norwegen und Schweden. Während norwegische Papiere unter Druck kamen, waren Staatsanleihen aus Schweden gesucht. Nach schwachen Konjunktur- und Inflationsdaten gaben die schwedischen Währungshüter bekannt, von Zinserhöhungen vorerst absehen zu wollen.
Größere Zuwächse gab es auch bei polnischen Staatsanleihen. Die Warschauer Aktienbörse wurde neben der globalen Korrektur davon belastet, dass die Europäische Union mit einer Kürzung ihrer Mittel drohte, sollte die Rechtstaatlichkeit des Landes weiter leiden. Die polnische Regierung erklärte sich daraufhin bereit, zu prüfen, ob die Maßnahmen zur polnischen Justizreform insgesamt ein Risiko darstellten. Anleger schichteten dennoch von Aktien in Rentenpapiere um.

USA

US-Renditeanstieg hält an – Inflationsdaten belasteten
Der Abverkauf am US-Rentenmarkt setzte sich auch im Februar fort. Gute Konjunkturdaten und eine unerwartet hohe Inflationszahl verunsicherten die Marktteilnehmer und ließen Befürchtungen aufkommen, die US-Notenbank könnte die Leitzinsen schneller als angenommen erhöhen. Schnell waren vier Zinsschritte bis Jahresende eingepreist. Die höheren Renditen lösten im weiteren Monatsverlauf eine Korrektur am Aktienmarkt aus. Kurzfristig waren US-Schatzanweisungen als sicherer Hafen stark gesucht. Die Rendite für zehnjährige Papiere ging daraufhin auf bis zu 2,65 Prozent zurück. Die Erholung war jedoch nicht von langer Dauer. Nur zwei Wochen später wurde die Renditemarke von 2,95 Prozent erreicht. Mit der Veröffentlichung des Protokolls der Januarsitzung zum Monatsende ging dann eine gewisse Erleichterung einher. Demnach dürfte der Inflationsanstieg auf wetterbedingte Sondereffekte zurückzuführen sein, weshalb es die Notenbanker auch nicht für erforderlich halten, auf einen steileren Zinsanhebungspfad zu schwenken. Nur wenige Fed-Mitglieder erwarten zudem einen höheren Lohndruck. Wichtig war in jedem Fall die Botschaft, dass die Währungshüter einen leichten Inflationsanstieg tolerieren wollen.

Die Zinsstrukturkurve ist im Februar erneut flacher geworden. Dies ist gleichbedeutend damit, dass die Renditen am kurzen Ende noch stärker gestiegen sind. Zweijährige US-Staatsanleihen rentieren inzwischen bei mehr als 2,2 Prozent. Zum Vergleich: Im September lagen wir noch bei 1,3 Prozent. Auf Indexebene (JP Morgan Global Bond US-Index) verbuchten US-Schatzanweisungen im Februar somit einen Verlust von 0,8 Prozent. Nach vorn gerichtet gehen wir aufgrund der guten konjunkturellen Lage und mit Blick auf die verabschiedete Steuerreform von leicht steigenden Renditen aus. Anfang März wird der neue Fed-Chef Jerome Powell seine erste Rede vor dem Kongress halten. In der anschließenden Frage-Antwort-Runde könnten Details zur zukünftigen Geldpolitik diskutiert werden.

Weltweit

Volatiler Handel im Februar
Der Abverkauf am US-Rentenmarkt setzte sich auch im Februar fort. Gute Konjunkturdaten und eine unerwartet hohe Inflationszahl verunsicherten die Marktteilnehmer und ließen Befürchtungen aufkommen, die US-Notenbank könnte die Leitzinsen schneller als angenommen erhöhen. Die höheren Renditen lösten im weiteren Monatsverlauf eine Korrektur am Aktienmarkt aus. Kurzfristig waren US-Schatzanweisungen als sicherer Hafen stark gesucht. Die Erholung war jedoch nicht von langer Dauer. Nur zwei Wochen später wurde die Renditemarke von 2,95 Prozent erreicht. Mit der Veröffentlichung des Fed-Protokolls zum Monatsende ging dann eine gewisse Erleichterung einher. Demnach dürfte der Inflationsanstieg auf wetterbedingte Sondereffekte zurückzuführen sein, weshalb es die Notenbanker auch nicht für erforderlich halten, auf einen steileren Zinsanhebungspfad zu schwenken. Die Zinsstrukturkurve ist im Februar erneut flacher geworden. Auf Indexebene (JP Morgan Global Bond US-Index) verbuchten US-Schatzanweisungen im Februar einen Verlust von 0,8 Prozent.

Auch der europäische Rentenmarkt tendierte zunächst noch freundlich, ehe auch hier Anleger eine schnellere Normalisierung der Geldpolitik befürchteten. Von der Korrektur am Aktienmarkt profitierten vor allem Anleihen aus den Kernstaaten, die vorübergehend als sicherer Hafen dienten. Auch wenn sich die Marktentwicklung dann etwas beruhigte, blieb die Unsicherheit über den weiteren Kurs der Europäischen Zentralbank hoch. Das zum Monatsende veröffentlichte Sitzungsprotokoll gab dann vorerst Entwarnung. Das Kaufinteresse der Marktteilnehmer nach Papieren aus den Peripherieländern war trotz der bevorstehenden Wahl in Italien hoch. In Summe schnitten Peripherieanleihen dennoch leicht schwächer ab als Papiere aus den Kernländern. Gemessen am iBoxx Euro Sovereign Index legten europäische Staatsanleihen im Februar 0,2 Prozent zu.

Europäische Unternehmensanleihen zeigten sich von den Geschehnissen weitgehend unbeeindruckt. Die Käufe der EZB stützen das Segment, sodass Firmenbonds per Saldo unverändert tendierten. EM-Staatsanleihen gerieten durch den US-Zinsanstieg unter Druck und gaben rund zwei Prozent ab.

Unternehmensanleihen

Der Gesamtmarkt für europäische Unternehmensanleihen konnte im Berichtsmonat Februar in einem von steigenden Renditen geprägten Umfeld der Volatilität der anderen Risikoanlageklassen trotzen. Auf Indexebene (ICE BofA Merrill Lynch Euro Corporate-Index, ER00) handelten entsprechende Investment Grade-Papiere unverändert. Leicht negativ entwickelten sich die Risikoprämien (Asset Swap Spreads), die sich um zwei auf 39 Basispunkte ausweiteten. Hintergrund für die in diesem Umfeld freundliche Wertentwicklung des Segments ist die unverändert starke Nachfrage seitens der Europäischen Zentralbank (EZB), die nach wie vor in hohem Maße als Käufer von Unternehmensanleihen tätig ist.
Mit Blick auf die Untersektoren tendierten Industrieanleihen (ICE BofA Merrill Lynch EN00-Index) leicht fester (+0,1 Prozent), während Finanzwerte (ICE BofA Merrill Lynch EB00-Index) mit -0,1 Prozent etwas an Wert verloren. Die Spreads bei den Finanzwerten weiteten sich um vier auf 47 Basispunkte aus, bei Industrieanleihen blieben sie stabil.
Ein gänzlich anderes Bild war bei den risikoreicheren Nachrangsegmenten und im High Yield-Bereich zu beobachten. Diese Segmente wurden von der gestiegenen Risikoaversion erfasst und gaben die Gewinne aus dem Vormonat wieder ab. Bei den Nachrangsegmenten verloren Industrieanleihen fast ein Prozent an Wert, Finanzanleihen hielten sich mit einem Verlust von 0,7 Prozent etwas besser. Die Spreads in beiden Segmenten stiegen um 23 respektive 16 Basispunkte an. Wertverluste gab es auch am Markt für hochverzinsliche Papiere (High Yield) zu beobachten, die auf Indexebene ebenfalls 0,7 Prozent (ICE BofA Merrill Lynch HEAG-Index) abgaben.
Bei der Gesamtmarktentwicklung war festzustellen, dass die derzeitigen politischen Unwägbarkeiten in Deutschland (schleppende Regierungsbildung) und Italien (bevorstehende Wahl) für den Handel keine Rolle spielten. Aus fundamentaler Sicht bleibt das Umfeld stabil, die makroökonomische Lage mit begrenzter Inflation in Verbindung mit einer gut verlaufenden Berichtssaison der Unternehmen unterstützt. Die Unternehmen sind weiter im Bereich von Übernahmen und Zusammenschlüssen (M&A) aktiv.

Emerging Markets

Schwellenländer-Anleihen können sich Turbulenzen nicht entziehen
Staatsanleihen aus den Schwellenländern haben im Februar zeitweise deutlich an Wert verloren. Mit der globalen Eintrübung des Risikosentiments zu Beginn des Monats gerieten auch Papiere aus den Emerging Markets (EM) unter Druck, sodass auf Indexebene (JP Morgan EMBI Global Div.-Index) ein Kursverlust von 2,0 Prozent stand.
Dabei kamen die negativen Vorgaben aus den entwickelten Volkswirtschaften: Nach überraschend festen Inflationsdaten aus den USA und der damit verbundenen Sorge vor einer noch strafferen Geldpolitik der US-Notenbank, zog die Volatilität an den Märkten deutlich an. Risikoreichere Anlagen gerieten unter Abgabedruck. Dazu zählten neben Aktien auch EM-Anleihen. Mit der Erwartung höherer Zinsen in den Vereinigten Staaten legte auch die Rendite von US-Staatspapieren deutlich zu. Zehnjährige US-Treasuries testeten die Marke von drei Prozent, ehe sie zum Monatsende wieder etwas niedriger rentierten. Nachdem die Risikoaufschläge von EM-Staatsanleihen zu Monatsbeginn noch ein mehrjähriges Tief erreicht hatten, zogen sie zwischenzeitlich deutlich an. Ende Februar stand eine Spread-Ausweitung um 21 auf 283 Basispunkte zu Buche.
Auch vom Ölpreis kam zunächst keine Unterstützung. Ein Fass der Sorte Brent verbilligte sich zwischenzeitlich um fast neun Prozent auf unter 62 US-Dollar. Neben den allgemeinen Marktturbulenzen hatten auch starke Anstiege der US-Schieferölproduktion für Druck auf die Notierungen gesorgt. Im weiteren Verlauf des Monats sorgte das sich allgemein wieder aufhellende Marktsentiment für eine Stabilisierung, dennoch schloss die Notierung auf Monatssicht 2,5 Prozent im Minus.
Positiv wurden Nachrichten aus Russland und China aufgenommen: Die Kreditwürdigkeit Russlands wird nun wieder im Durchschnitt mit Investment Grade eingestuft. Zudem wurde die geplante Verfassungsänderung, wonach Chinas Präsident Xi Jinping länger als zehn Jahre im Amt bleiben könnte, als Zeichen der Kontinuität gewertet.
Ein weiterer deutlicher globaler Renditeanstieg bleibt eines der größten Risikoszenarien für Schwellenländer-Rentenanlagen.

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Stand aller Informationen, Darstellungen und Erläuterungen: 28. Februar 2018, soweit nicht anders angegeben.

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