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MarktTicker 45. Kalenderwoche

Wöchentliche Information zu den Kapitalmärkten für den Zeitraum vom 04. bis 08. November 2019

    Was diese Woche wichtig war: Hoffnung auf Lösung im Handelskonflikt

US-Regierung optimistisch

In der Berichtswoche stand die Entwicklung in Handelskonflikt zwischen den USA und China im Blickpunkt. Die US-Regierung zeigt sich nach Medienberichten zuversichtlich, dass ein Handelsabkommen (Phase-Eins-Abkommen) mit den Chinesen erzielt werden kann. Dabei soll ein schrittweiser Abbau der bislang beschlossenen Zölle erfolgen. Auch von Seiten des chinesischen Handelsministeriums kamen zuletzt optimistische Töne, die Fortschritte in den Verhandlungen signalisieren. Auch beim Thema US-Zölle auf europäische Automobile scheint es Bewegung zu geben. Marktkreisen zufolge scheint Brüssel überzeugt, dass die USA auch auf Zölle für europäische Automobile verzichten werden.

Die Nachrichtenlage sorgte an den Märkten für Erleichterung, die Aktienmärkte legten kräftig zu. Angesichts der Risikofreude der Anleger hatten sichere Anleihen das Nachsehen. Die Staatsanleihemärkte kamen unter Druck, die Renditen stiegen.

Konjunkturdaten sprechen derzeit für Bodenbildung

In der abgelaufenen Handelswoche wurde mit der deutschen Industrieproduktion ein wichtiger Datenpunkt veröffentlicht. Diese fiel im September um 0,6 Prozent (gegenüber dem Vormonat). Somit ergab sich für das 3. Quartal ein Minus von 1,1, Prozent. Die Dynamik des Rückgangs fiel aber geringer aus als in der Vorperiode, was am Markt als positiv erachtet wird. Insgesamt gesehen lässt die Dynamik der rückläufigen Wirtschaftsdaten nach, es zeichnet sich derzeit eine vorsichtige Bodenbildung ab. Von einer konjunkturellen Trendwende sind wir aber noch weit entfernt.

    Aktien: Märkte legen deutlich zu

DAX überspringt die 13.000er Marke

An den Aktienbörsen feierten die Anleger die Fortschritte im Handelskonflikt. Es kam zu merklichen Zugewinnen. Der MSCI World legte in der Berichtswoche um weitere 0,6 Prozent hinzu. Der EURO STOXX 50-Index gewann 2,1 Prozent hinzu. Der marktbreite europäische STOXX Europe 600-Index verzeichnete ein Plus von 1,5 Prozent. Auf Sektorenebene waren der Autosektor (plus 4,2 Prozent), Banken (plus 3,7 Prozent) sowie die Grundstoffe (plus 3,3 Prozent) die Gewinner. Klar abgeschlagen zeigten sich die defensiven Versorger, die auf Branchenebene mit 1,8 Prozent im Minus lagen.

Siemens erhöht Dividende, die Deutsche Telekom senkt

Der DAX 30-Index übersprang in der Berichtswoche die 13.000er Marke und kletterte damit auf den höchsten Stand seit Mai/Juni 2018. Der Zugewinn lag auf Wochenbasis (alle Stände per Freitagmittag) bei plus 2,3 Prozent. Auf Einzeltitelebene lagen die Aktien der Lufthansa, Siemens, BMW und Conti vorne. Die Kurszuwächse lagen zwischen sieben und neun Prozent. Lufthansa überraschte mit Zahlen zum 3. Quartal, die besser waren als vom Markt erwartet. Zudem scheint das Unternehmen bereit, vor dem Hintergrund des Streiks der Flugbegleiter am Donnerstag mit der Gewerkschaft in eine Schlichtung zu gehen. BMW und Conti tendierten im Zuge des gesuchten Autosektors besser. Bei Siemens konnten im Rahmen der Jahrespressekonferenz (Geschäftsjahresende ist der 30. September) sowohl der Schlussspurt im vierten Quartal als auch der positive Ausblick auf das neue Geschäftsjahr die Anleger überzeugen. Zudem wird die Dividende um zehn Cents auf 3,90 Euro erhöht. Die Dividende war auch im Falle der Deutschen Telekom ein Thema. Allerdings kündigte deren Management eine Dividendenkürzung um zehn auf 60 Cents für 2019 an. Steigende Ausgaben und der Erhalt des stabilen Ratings wurden hierfür als Gründe angeführt. Die T-Aktie verlor in der Berichtswoche knapp zwei Prozent. Schlusslicht im DAX 30-Index war die RWE-Aktie, der Versorgertitel verlor 5,5 Prozent.

An den US-Börsen wurde die Aussicht auf eine Beilegung des Handelsstreits mit historischen Höchstständen in den großen Indizes gefeiert. Dow Jones Industrial Average, S&P 500 sowie der Nasdaq legten zwischen 1,6 und 2,3 Prozent zu.

    Renten: Deutlicher Renditeanstieg bei Staatsanleihen

Anleger nehmen auch Gewinne mit

Nach einem bislang ausgezeichneten Rentenjahr dreht an den Staatsanleihemärkten die Stimmung. Die Erleichterung über die Fortschritte im Handelsstreit rückt die risikoarmen Kern-Staatsanleihen in den Hintergrund, Sicherheit ist weniger gefragt. Angesichts des im Jahresverlauf zu beobachtenden starken Renditeverfalls wird der eine oder andere Investor kurz vor Jahresende geneigt sein, Kasse zu machen und Gewinne mitzunehmen. So beispielsweise in Italien. Dort stieg die Zehnjahresrendite erstmals seit Anfang September wieder über die Ein-Prozentmarke. Schlechte Nachrichten gab es dort nicht. Der italienische Anleihefuture sorgte für einen recht liquiden Handel und erleichterte entsprechende Transaktionen. Die Zehnjahresrendite zog um 18 Basispunkte auf 1,16 Prozent an. Damit haben sich zehnjährige italienische und griechische Staatsbonds nunmehr deutlich angenähert. Die Rendite griechischer Papiere liegt mit 1,3 Prozent nur noch 14 Basispunkte über jener der italienischen Pendants.

Deutlich unter Druck gerieten am Donnerstag die Bundesanleihen. Der Bund-Future schwankte stark und fiel im Tief fast bis auf 169 Punkte. Von Kapitulationsverkäufen der Anleger war die Rede. Zehnjährige Bundesanleihen rentierten zuletzt mit minus 26 Basispunkten, was einem Renditeanstieg von 13 Basispunkten gleichkam. Die deutsche Zinskurve tendierte im Bereich von einem bis zu zehn Jahren Laufzeit etwas steiler. Die langen Laufzeiten (zehn bis 30 Jahre) wiesen gleichsam Renditeanstiege von 13 Basispunkten auf. Auf Indexebene (iBoxx € Sovereign) verlor der Euro-Gesamtmarkt bis Donnerstagabend 0,9 Prozent.

Am US-Staatsanleihemarkt verschob sich die Zinskurve ebenfalls nach oben, der Renditeanstieg umfasste bis zu 20 Basispunkte. Die richtungsweisenden zehnjährigen US-Treasuries bewegten sich mit 1,92 Prozent in Richtung Zwei-Prozentmarke. Zum Vergleich: Noch Ende August lag dort die Zehnjahresrendite knapp unter 1,5 Prozent.

Unternehmensanleihen mit rückläufigen Risikoprämien

Dem allgemeinen Renditeanstieg konnten sich Euro-Unternehmensanleihen nicht entziehen. Dem standen im Rahmen der Risikofreude der Anleger und mit Unterstützung der EZB-Ankäufe rückläufige Risikoprämien gegenüber.

Der Markt für Anleihen aus den Schwellenländern befand sich im Spannungsfeld zwischen der Erleichterung im Handelskonflikt und deutlich anziehenden Renditen bei den US-Treasuries. Aber auch dort wiesen die US-Dollar und Euro notierten EM-Hartwährungsanleihen rückläufige Risikoprämien auf. Zudem flossen dem Marktsegment wieder umfangreiche Anlagegelder zu (780 Millionen Euro).

    Ausblick auf die kommende Woche

Die Entwicklung der deutschen Wirtschaft im 3. Quartal steht am Donnerstag auf der Agenda. Das Bruttoinlandsprodukt soll dem Konsens zufolge gegenüber der Vorperiode unverändert liegen. Einige Marktteilnehmer rechnen mit einem leichten Minus in Höhe von 0,1 Prozent. In diesem Falle wäre mit einem zweiten Minus in Folge die gängige Definition einer Rezession erfüllt.

Der ZEW-Index für die Konjunkturerwartungen wird am Dienstag Aufschluss über die Einschätzung der Analysten geben. Der tief im Minus liegende Index dürfte sich dem Konsens zufolge verbessert haben, wenngleich die Mehrheit der Befragten im Schnitt noch negativ votiert.

Die US-Industrieproduktion im Oktober wird zum Wochenschluss bekannt gegeben. Der fast bis Ende Oktober andauernde Streik beim US-Automobilhersteller General Motors wird sich wohl negativ in der Entwicklung niedergeschlagen haben. Der Konsens rechnet mit einem Minus vom 0,3 Prozent. Die US-Einzelhandelsumsätze werden, ebenfalls am Freitag, mit plus 0,1 Prozent leicht positiv eingeschätzt.

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Stand aller Informationen, Darstellungen und Erläuterungen: 8. November 2019, soweit nicht anders angegeben.

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