Source: https://www.union-investment.de/unsere-services/aktuelle-nachrichten/politik-maerkte/was-tun-wenn-ki-die-aktienmaerkte-stark-beeinflusst
15.07.2026
„Von den geopolitischen Unsicherheiten rund um den USA-Iran-Konflikt haben sich die Aktienmärkte zuletzt bemerkenswert schnell erholt“, so Fondsmanager Markus Golinski. Den Hauptgrund sieht er in der künstlichen Intelligenz (KI).
Was tun, wenn KI die Aktienmärkte stark beeinflusst? Wer jetzt investieren möchte, sollte verstehen, welche Segmente des KI-Ökosystems tatsächlich profitieren und wo Risiken entstehen können.
Der Nasdaq 100 hat am 27. Mai 2026 erstmals in seiner Geschichte die Marke von 30.000 Punkten überschritten, der S&P 500 markierte ebenfalls im Mai neue Allzeithochs. Die aktuellen Indexstände zeigen etwa auch, dass frühere Wertentwicklungen kein verlässlicher Indikator für künftige Ergebnisse sind. Und sie lassen erkennen, dass die Erholung im Mai nicht alle Bereiche gleichermaßen erfasst hat: Über 80 Prozent der Indexrendite beim S&P 500 stammen aus dem Technologiesektor. Eine Handvoll Tech-Giganten zieht die großen Indizes nach oben – getragen von einer außergewöhnlich starken Berichtssaison im ersten Quartal 2026.1
Der Hauptgrund für die starke Wertentwicklung liegt in der schier unersättlichen Nachfrage nach KI-Infrastruktur. Prozessoren, Speicherchips, Netzwerkkomponenten und Serverhardware für Rechenzentren sind knapp – die Produzenten können höhere Preise verlangen und konnten zuletzt hohe Margen erzielen. Die großen Tech-Konzerne haben ihre Investitionsausgaben deutlich erhöht. Analystinnen und Analysten gehen davon aus, dass allein diese Konzerne 2026 mehr als 700 Milliarden US-Dollar in KI-Infrastruktur investieren könnten.2
Markus Golinski, Fondsmanager von UniSector: HighTech bei Union Investment, beobachtet diese Entwicklung sehr genau: „Das KI-Ökosystem ist breiter, als viele denken. Neben den bekannten Marktführern etwa für leistungsstarke Grafikprozessoren profitieren Spezialisten für Speicherchips, optische Netzwerkkomponenten oder Serverhardware – Unternehmen, die privaten Anlegerinnen und Anlegern oft noch unbekannt sind.“
So beeindruckend die Zahlen sind: Golinski mahnt zur Aufmerksamkeit. „Die Investitionen sollten sich auszahlen. Der Druck wächst, dass sich KI-Infrastruktur auch tatsächlich rentiert.“ Derzeit seien die Kapazitäten mehr als ausgelastet, und die Gewinne stimmten. Wichtig wird in Zukunft sein, ob KI-Anwendungen entwickelt werden, für die Nutzerinnen und Nutzer sowie Unternehmen wirklich bereit sind, Geld auszugeben – und die dann mehr Einnahmen bringen als die dafür getätigten Investitionen.
KI bringt nicht nur Gewinner, sondern auch Verlierer hervor: Branchen mit standardisierten Leistungen, wie etwa Callcenter, Content-Produzenten oder klassische Softwareentwickler, sie alle stehen zunehmend unter Druck. Seit dem Start von ChatGPT im Jahr 2022 haben sich laut Markus Golinski die Kursunterschiede zwischen Halbleiter- und Softwarefirmen im MSCI World um mehr als 400 Prozent ausgeweitet.
Das KI-Ökosystem bietet Potenziale. Das erfordert aber eine fundierte Expertise und eine sorgfältige Titelauswahl. Wertschwankungen, Bewertungsrisiken und eine mögliche Überhitzung einzelner Segmente sollten Anlegerinnen und Anleger im Blick behalten. In einem persönlichen Gespräch bei der Hausbank lässt sich besprechen, welche Investmentfonds zu den eigenen Anlagezielen passen.
Lesen Sie die rechtlichen Hinweise
Sie möchten mehr zu Investmentfonds erfahren? Die Berater der genossenschaftlichen FinanzGruppe informieren Sie gern.
Filiale finden
In diesem monatlichen Newsletter erhalten Sie eine Einschätzung unserer Experten zu der Entwicklung an den Kapitalmärkten.
Abonnieren