Source: https://www.union-investment.de/blog/aktien-als-altersvorsorge
Wie Aktien und Aktienfonds beim langfristigen Vermögensaufbau für die Altersvorsorge helfen können - und welche Risiken Anlegerinnen und Anleger kennen sollten.
Dienstag, 22.09.2026
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Sparerinnen und Sparer, die privat für das Alter vorsorgen , stehen vor einer wichtigen Frage: Wie lege ich mein Geld so an, dass es bis zum Beginn des Ruhestands möglichst nichts von seiner Kaufkraft verliert und sich idealerweise vermehrt? Klassische Anlageformen wie Tages- und Festgeld oder auch verzinsliche Wertpapiere bieten zwar eine vergleichsweise hohe Sicherheit, aber in der Regel sind hierbei die Renditechancen geringer als bei kapitalmarktorientierten Anlagen. In Phasen niedriger Zinsen und hoher Inflation konnte die Verzinsung solcher Anlagen den Kaufkraftverlust zum Teil nicht ausgleichen.
Aktien boten in der Vergangenheit über lange Zeiträume häufig höhere Renditechancen als schwankungsärmere Anlagen. Allerdings hat das vergangenheitsbezogene Ertragspotenzial einen Haken. Denn die Aktienmärkte können schwanken, und niemand weiß, wann die nächste schwächere Marktphase bevorsteht.
Sparerinnen und Sparer, die für das Alter vorsorgen, nutzen jedoch einen entscheidenden Vorteil: ihren langen Anlagehorizont. Historisch gesehen folgten auf schwächere Marktphasen häufig wieder Phasen mit Kursanstiegen.1 Wer langfristig für das Alter vorsorgt und erst in vielen Jahren über seine Ersparnisse verfügen will, hat mehr Zeit, zwischenzeitliche Schwankungen einzuordnen und mögliche Erholungsphasen abzuwarten. Das zeigt sich zum Beispiel beim Blick auf die langfristige Wertentwicklung des Deutschen Aktienindex (DAX):
Die Grafik zeigt die historische Entwicklung des deutschen Aktienindex DAX vom 31. Dezember 1987 bis zum 31. August 2026. Die dargestellte vergangene Wertentwicklung ist keine verlässliche Indikation für die künftige Wertentwicklung. Der DAX ist ein Index und nicht direkt investierbar. Die Darstellung berücksichtigt keine Kosten, Gebühren, Steuern oder sonstigen mit einer Anlage verbundenen Aufwendungen.
Auch Alberto del Pozo Muniz, Leiter Vorsorge und Kooperationen bei Union Investment, hält Aktien für einen sinnvollen Baustein der privaten Altersvorsorge: „Aktien können langfristig ein wichtiger Baustein der privaten Altersvorsorge sein. Entscheidend ist, dass Anlegerinnen und Anleger Risiken breit streuen und genügend Zeit mitbringen."
Ja, Aktien können für die Altersvorsorge geeignet sein – vor allem bei einem langen Anlagehorizont.
Aktien können langfristig höhere Renditechancen bieten als schwankungsärmere Anlageformen, sind aber auch mit höheren Wertschwankungen und Verlustrisiken verbunden. Allerdings gehören Kursschwankungen zum Aktienmarkt.
In der Vergangenheit folgten auf schwächere Marktphasen häufig wieder positive Marktphasen.1
Der Aktienanteil an der Vermögensanlage für die Altersvorsorge sollte je nach Anlagehorizont, Risikobereitschaft und persönlicher Lebenssituation individuell passend gewählt werden.
Sparerinnen und Sparer sollten ihre Aktienanlagen breit aufstellen, um Marktrisiken zu streuen.
Historisch erzielten internationale Aktien laut dem „Global Investment Returns Yearbook“ der Credit Suisse von 1900 bis 2019 im Durchschnitt höhere reale Renditen als Anleihen und Geldmarktpapiere.1 Auch wenn diese historische Wertentwicklung keine verlässliche Indikation für die künftige Wertentwicklung ist, stellt sich die Frage, woher das bisher häufig gezeigte Potenzial kommt. Wer in Aktien investiert, hält Unternehmensanteile und wird an der Geschäftsentwicklung der Firmen beteiligt. Unternehmen können neue Produkte lancieren, Märkte erschließen, Gewinne steigern oder auch Dividenden an die Aktionärinnen und Aktionäre ausschütten. Sie können aber auch Verluste machen, Dividenden kürzen oder im Wert fallen.
Anlegerinnen und Anleger können über Aktienfonds auch in eine Vielzahl von Unternehmen investieren. Die Kurse dieser Unternehmenstitel (Aktien) können durch Veränderungen am Kapitalmarkt schwanken. Insbesondere Aktienfonds mit Dividendenstrategie können ein Thema für die Altersvorsorge sein, obgleich bei solchen Geldanlagen neben den Chancen auch Risiken, wie etwa das Risiko marktbedingter Kursschwankungen und das Ertragsrisiko, zu berücksichtigen sind.
Aktienkurse schwanken. Sowohl die Kurse einzelner Aktien als auch das Niveau ganzer Märkte können in kurzer Zeit stark fallen. Auslöser können Wirtschaftskrisen, geopolitische Ereignisse oder enttäuschende Unternehmenszahlen sein. Wer direkt nach einem Kursrückgang seine Aktien oder Aktienfondsanteile verkaufen muss, verzeichnet unter Umständen Verluste.
Davon leitet sich das Risiko ab, Aktien zu einem ungünstigen Zeitpunkt zu verkaufen, ohne dass dies unbedingt nötig gewesen wäre. Das kann zum Beispiel in einer schwachen Marktphase geschehen, wodurch Anlegerinnen und Anleger eine mögliche spätere Erholung verpassen können.
Bei solchen ungünstigen Entscheidungen können auch Emotionen eine Rolle spielen. Viele Anlegerinnen und Anleger, die beim Blick ins Depot eine negative Entwicklung sehen, verspüren den Impuls, die Aktie oder den Aktienfonds zu verkaufen, um den Verlust zu begrenzen. Für Anlegerinnen und Anleger mit langem Anlagehorizont kann es daher sinnvoll sein, kurzfristige Schwankungen nicht überzubewerten und die eigene Anlagestrategie nicht vorschnell zu ändern.3
Alberto del Pozo Muniz rät daher dazu, nicht zu oft ins eigene Depot zu schauen: „Wer seine Geldanlage einmal solide aufgestellt hat, muss nicht ständig ins Depot schauen. Manchmal ist es sogar der bessere Weg, sein ‚Geld in Ruhe arbeiten‘ zu lassen. Gerade Einsteigerinnen und Einsteiger können so den häufigen Fehler vermeiden, ihre Geldanlage zu oft anzupassen.“
Für viele Privatanlegerinnen und -anleger sind Aktienfonds interessant, da hier eine Vielzahl von Einzeltiteln in einem Depot gebündelt werden. Wer nämlich in eine geringe Anzahl unterschiedlicher Einzelaktien investiert, kann zwar mehr an dem Erfolg der investierten Unternehmen partizipieren, hängt aber andererseits auch stark von der Entwicklung einzelner Unternehmen ab. Ein Investmentfonds verteilt das Geld dagegen auf eine Vielzahl von Aktien, oftmals über zahlreiche Branchen und Regionen hinweg. So können zum Beispiel Sparerinnen und Sparer für die private Altersvorsorge schon mit wenigen Fonds im Depot breit gestreut und potenziell widerstandsfähiger gegen mögliche Marktschwankungen sein.4,5 Bei der Auswahl interessanter Aktienfonds können die Beraterinnen und Berater der genossenschaftlichen FinanzGruppe die Kundinnen und Kunden unterstützen.
Einzelaktien können interessant sein, wenn Anlegerinnen und Anleger Unternehmen selbst analysieren möchten, Zeit für die Marktbeobachtung haben und sich der damit verbundenen Anlagerisiken bewusst sind. Für die Altersvorsorge ist dieser Weg jedoch anspruchsvoll. Fehlentscheidungen können das Ergebnis deutlich belasten.
Die Höhe des Aktienanteils in der Vermögensstruktur hängt vor allem von vier individuellen Faktoren ab: dem Anlagehorizont, den Renditezielen, der Risikobereitschaft und der Risikotragfähigkeit. Wer noch viele Jahre bis zum Ruhestand hat, kann einen längeren Anlagezeitraum nutzen, um mögliche Erholungsphasen nach vorübergehenden Marktverwerfungen abzuwarten. Ein Ausgleich von Verlusten ist dabei jedoch nicht garantiert. Höhere Renditechancen sind regelmäßig mit höheren Wertschwankungs- und Verlustrisiken verbunden. Ein geringerer Aktienanteil kann die Schwankungen im Portfolio reduzieren, geht aber grundsätzlich auch mit geringeren Renditechancen einher und schließt einen Kaufkraftverlust durch die Inflation nicht aus. Wie Anlegerinnen und Anleger mit zwischenzeitlichen Wertschwankungen umgehen, ist individuell unterschiedlich. Die folgende Tabelle kann als erste unverbindliche Orientierung dienen. Je nach Renditezielen, Risikobereitschaft und Risikotragfähigkeit kann der Aktienanteil höher oder niedriger sein.
Quelle: Knowledge at Wharton. Stand: Oktober 2025.6
Auch im Alter können Aktien Teil der Vermögensstruktur bleiben. Der Ruhestand ist kein einzelner Stichtag, an dem das gesamte Anlagevermögen sofort ausgezahlt wird. Viele Sparenden verbrauchen ihren Kapitalstock über viele Jahre oder gar Jahrzehnte. Ein Teil des Vermögens kann deshalb je nach persönlicher Situation, Entnahmeplanung und Risikotragfähigkeit weiterhin langfristig und somit auch in Aktien angelegt bleiben.
Gleichzeitig steigt die Bedeutung von Wertstabilität und planbarer Liquidität. Wer regelmäßige Entnahmen plant, sollte nicht gezwungen sein, in einer Marktschwäche größere Aktienbestände zu verkaufen. Eine mögliche Lösung ist die Aufteilung in verschiedene Töpfe: Kurzfristig benötigtes Geld wird in konservative Geldanlagen wie verzinsliche Wertpapiere umgeschichtet, während langfristig nicht benötigtes Kapital ertragsorientiert investiert bleiben kann. Wichtig ist: Der Ruhestand sollte frühzeitig geplant werden. Dafür kann eine individuelle Beratung bei Ihrer genossenschaftlichen Bank sinnvoll sein.
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Quellen und Erläuterungen (Quellen zuletzt aufgerufen am 10. September 2026):
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