Source: https://www.union-investment.de/blog/aktive_vs_passive_fonds
Aktive und passive Fonds sowie ETFs verfolgen unterschiedliche Anlageansätze. Viele ETFs bilden einen Index passiv ab, manche werden jedoch aktiv gemanagt. Erfahren Sie, was die beiden Fondsarten voneinander unterscheidet.
Donnerstag, 08.10.2026
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Aktive und passive Fonds verfolgen unterschiedliche Anlageansätze. Bei aktiv gemanagten Fonds entscheidet das Fondsmanagement über die Zusammensetzung des Portfolios. Passive Fonds zielen dagegen darauf ab, einen Vergleichsindex möglichst genau im Portfolio nachzubilden. Dabei können sie den Index physisch durch den Kauf der enthaltenen Wertpapiere oder synthetisch über Tauschgeschäfte, sogenannte Swaps, abbilden Welcher Ansatz geeignet ist, hängt unter anderem vom individuellen Anlageziel, dem Anlagehorizont, der eigenen Risikobereitschaft und Verlusttragfähigkeit sowie von den Kosten ab. Beide Varianten sind mit Risiken verbunden; Wertverluste sind möglich.1
Ein aktiver Fonds ist ein Investmentfonds, bei dem das Fondsmanagement Wertpapiere auswählt, gewichtet und austauscht, wenn sich beispielsweise Marktaussichten, Unternehmensdaten oder die Einschätzung bestimmter Risiken verändern. Dabei berücksichtigt es das festgelegte Anlageziel, die Anlagepolitik und die Anlagebedingungen des jeweiligen Fonds. Ziel kann sein, eine bestimmte Vergleichsgröße zu übertreffen oder Risiken anders zu steuern. Der Erfolg ist nicht garantiert und hängt unter anderem von Anlageentscheidungen, Kosten und Marktentwicklung ab.2 Aktive Fonds können in der Regel durch die laufende Auswahl und Anpassung der Wertpapiere auf neue Informationen und Marktentwicklungen reagieren. Eine bessere Wertentwicklung als der Vergleichsindex ist dadurch allerdings nicht garantiert.3
Eine passive Anlagestrategie zeichnet sich dadurch aus, dass die Steuerung ausschließlich an bestimmte, vorab definierte Regeln gebunden ist. Eine aktive Bewertung und Entscheidung durch den Fondsmanager erfolgt dabei nicht. Passiv gemanagte Fonds bilden die Wertentwicklung eines Index nach, beispielsweise des DAX, des S&P 500 oder etwa des MSCI World . Das heißt, alle Unternehmen, die in dem Index enthalten sind, bilden die Grundlage für die Zusammensetzung des Fonds. Wenn sich die Zusammensetzung des Index ändert, passt sich auch der jeweilige Fonds computergesteuert und automatisch an. Ziel ist es, die Rendite zu erwirtschaften, die auch der Index erzielt. Steigt also der Index, steigt gleichzeitig auch der Wert des passiv gemanagten Fonds. Fällt der Index, verliert der Fonds ebenfalls an Wert. Passiv verwaltete Fonds nennt man auch Exchange Traded Funds (ETFs) oder Indexfonds.4
ETFs können passiv oder aktiv gemanagt sein. Bei passiven ETFs wird das Portfolio regelmäßig an Änderungen des zugrunde liegenden Index angepasst. Die Wertentwicklung kann jedoch unter anderem aufgrund von Kosten und Nachbildungsabweichungen von der des Index abweichen. Kosten und Wertentwicklung hängen unter anderem von der Strategie, dem zugrunde liegenden Index und der gewählten Nachbildungsmethode ab.4
„Aktives Fondsmanagement bedeutet, Unternehmen und Märkte systematisch zu analysieren und unter Berücksichtigung einer klaren Strategie Anlageentscheidungen zu treffen“, sagt Holger Nießmann, Leiter Produktmanagement Single und Multi-Asset bei Union Investment. In der Praxis streben die Fondsmanagement-Teams insbesondere in bewegten Marktphasen an, durch die gezielte Wertpapierauswahl die Portfoliozusammensetzung an neue Informationen und Markteinschätzungen anzupassen. Ziel ist es, durch Auswahl und Gewichtung einen Mehrwert gegenüber einer passenden Vergleichsgröße anzustreben. Ob das gelingt, ist nicht garantiert.3
Bei Union Investment wird die Auswahl und Verwaltung von Wertpapieren durch die Wahrnehmung von Aktionärsrechten ergänzt. Als aktiver Aktionär sucht die Fondsgesellschaft den Dialog mit den Unternehmen im Fondsportfolio und übt Stimmrechte auf Hauptversammlungen aus. Dabei können unter anderem Fragen der Unternehmensführung (Corporate Governance), der Nachhaltigkeit und der langfristigen Unternehmensentwicklung thematisiert werden. Wie diese Aktivitäten konkret gestaltet sind, bestimmt der jeweilige Anteil der Beteiligung sowie die geltenden Anlagerichtlinien und Abstimmungsgrundsätze.5
Eine allgemeingültige Antwort gibt es nicht. Die passende Lösung hängt von Anlageziel, Anlagehorizont, Risikobereitschaft und Kosten ab.6
Betrachtet man das verwaltete Vermögen, dominieren in Europa weiterhin aktiv gemanagte Publikumsfonds. Ende 2024 entfielen rund 74 Prozent des Vermögens auf aktive Publikumsfonds. ETFs und Indexfonds kamen zusammen auf rund 26 Prozent. Da ETFs teilweise auch aktiv verwaltet werden, handelt es sich bei dieser Einordnung nur um eine Annäherung.7
Hinweise finden sich im Verkaufsprospekt, in den Anlagebedingungen und im Basisinformationsblatt. Entscheidend sind vor allem die Angaben zur Anlagepolitik und zur Referenzgröße: Formulierungen wie „bildet einen Index nach“ oder „passiv verwaltet“ sprechen für einen passiven Ansatz. Begriffe wie „aktive Verwaltung“, „diskretionäre Wertpapierauswahl“ oder das Ziel, eine bestimmte Vergleichsgröße zu übertreffen, deuten auf einen aktiven Fonds hin. Auch die Kosten und das Risikoprofil sollten geprüft werden.8
Die Entscheidung sollte zum persönlichen Anlageziel und zur eigenen Risikobereitschaft passen. Eine sachkundige Beratung hilft, Strategie, Kosten und Anlagehorizont einzuordnen.
Holger Nießmann
Fonds unterscheiden sich nicht nur durch ihren aktiven oder passiven Managementansatz, sondern auch durch ihre Anlagestrategie, die Anlageklassen, in die sie investieren, und ihr Risikoprofil. In den Anlagebedingungen und im Verkaufsprospekt sind unter anderem die Anlageziele, die Anlagepolitik, das zulässige Anlageuniversum und die Anlagegrenzen beschrieben.9
Als defensiv werden häufig Fonds bezeichnet, die stärker in Anlageklassen oder Wertpapiere mit typischerweise geringeren Wertschwankungen investieren. Diese Einordnung wird anhand einer vergangenheitsbezogenen Betrachtung getroffen. Eine defensive Portfolioausrichtung kann die Schwankungsintensität des Fonds verringern, schützt jedoch nicht vor Verlusten. Offensiv ausgerichtete Fonds investieren dagegen häufig stärker in Anlagen mit höheren Wertschwankungen. Das kann die Renditechancen erhöhen, aber auch zu größeren Verlusten führen.
Ein Vergleichsindex oder eine andere Vergleichsgröße (Benchmark) dient als Referenz, an der die Wertentwicklung eines Fonds gemessen werden kann. Bei Benchmark-orientierten aktiven Fonds besteht häufig das Ziel, eine passende Vergleichsgröße zu übertreffen. Ob dies gelingt, ist jedoch nicht garantiert.9
Welche Fondsart infrage kommt, hängt von den individuellen Anlagezielen ab. Eine Beraterin oder ein Berater in der genossenschaftlichen Bank kann bei der Einordnung der Möglichkeiten unterstützen und gemeinsam mit Ihnen prüfen, welche Fondsart zu Ihrer persönlichen Situation passt.
Der ursprüngliche Beitrag wurde am 11.05.2021 veröffentlicht und jetzt aktualisiert.
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Quellen (zuletzt abgerufen am 18.09.2026)
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