Source: https://www.union-investment.de/blog/aktives_fondsmanagement
Aktives Fondsmanagement bedeutet, dass Fondsmanagerinnen und Fondsmanager Anlageentscheidungen regelmäßig überprüfen und das Portfolio an Markt- und Unternehmensentwicklungen anpassen. Welche Chancen, Risiken und Kosten sind damit für Anlegerinnen und Anleger verbunden? Erfahren Sie, worauf es bei aktiv gemanagten Fonds ankommt und für wen sie in Betracht kommen.
Donnerstag, 22.10.2026
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Deutschland und Europa stehen derzeit vor mehreren wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und geopolitischen Herausforderungen. Dazu zählen unter anderem die Folgen weltweiter Spannungen, die zunehmende geoökonomische Fragmentierung, der Fachkräftemangel, die Energiewende und die fortschreitende Digitalisierung. Auch der wirtschaftliche Aufstieg Chinas und die Entwicklung neuer Technologien wie künstlicher Intelligenz verändern die ökonomischen Rahmenbedingungen. Die Weltwirtschaft befindet sich damit in einem tiefgreifenden Wandel.1
Unsicherheit beeinflusste in der jüngeren Vergangenheit – etwa während der globalen Finanzkrise 2008 und der Covid-19-Pandemie im Frühjahr 2020 – das Verhalten von Investorinnen und Investoren sowie die Dynamik der Kapitalmärkte erheblich.2 In bewegten Kapitalmarktphasen können sich für Anlegerinnen und Anleger Chancen ergeben, die aber auch mit Risiken verbunden sind. Bei aktiv gemanagten Fonds entscheidet das Fondsmanagement auf Grundlage einer festgelegten Anlagestrategie, in welche Wertpapiere investiert wird, und kann die Aufteilung des Fondsvermögens flexibel anpassen. Aktive Anpassungen können Chancen eröffnen, aber auch zu abweichenden Ergebnissen führen. Aktive Anpassungen können Chancen eröffnen, aber auch zu abweichenden Ergebnissen führen. 3 Aber was genau bedeutet „aktives Fondsmanagement“?
Die Union Investment Gruppe verwaltet über verschiedene Anlageklassen hinweg ein Fondsvermögen von 569,3 Milliarden Euro (Stand: 30. Juni 2026). Als aktiver Asset Manager bietet Union Investment sowohl aktiv als auch passiv gemanagte Anlagelösungen an.4
Bei aktiv gemanagten Fonds treffen Fondsmanagerinnen und Fondsmanager auf Grundlage einer festgelegten Anlagestrategie eigene Anlageentscheidungen. Sie legen fest, in welche Wertpapiere der Fonds investiert, und können die Aufteilung des Fondsvermögens flexibel im Rahmen der Anlagestrategie anpassen. Die gezielte Auswahl einzelner Wertpapiere wird auch als „Stock-Picking“ bezeichnet. Ziel vieler aktiv gemanagter Fonds ist es, mit dieser getroffenen Auswahl eine bessere Wertentwicklung als der jeweilige Vergleichsmaßstab zu erreichen. Ob dieses Ziel erreicht wird, ist jedoch ungewiss.3
Auch in Krisensituationen können die Fondsmanagerinnen und Fondsmanager auf Grundlage einer strukturierten Analyse Anlageentscheidungen treffen: Das Fondsmanagement prüft, ob Anpassungen im Rahmen der Anlagestrategie vorgenommen werden sollten. Dafür werden verschiedene Methoden und Analysen eingesetzt, um Unternehmen und Wertpapiere für den jeweiligen Fonds zu beurteilen. Dazu zählen beispielsweise Fundamentalanalysen mit gesamtwirtschaftlichen Indikatoren, Bewertungen von Finanz- und Wirtschaftspolitik sowie Wechselkursentwicklungen. Auch die Bilanzen der infrage kommenden Unternehmen und deren wirtschaftliche Situation und Zukunftsaussichten werden dabei untersucht.3
Neben weiteren Bewertungen lassen sich auch Chartanalysen (Kursverlaufsdiagramme) einsetzen. Sie können im Rahmen der Analyse Hinweise auf Trends und mögliche Szenarien liefern. Doch auch sie stellen nur eine Annäherung dar und sind keine verlässliche Prognose der künftigen Wertentwicklung. Fondsmanagerinnen und -manager beobachten außerdem aktuelle Ereignisse, Finanzmärkte und einzelne Kurse. Sie wägen Anlagechancen und Risiken im Rahmen der Fondsstrategie ab. Doch egal wie professionell das Fondsmanagement vorgeht, Wertverluste können nicht ausgeschlossen werden.
Je nach Anlageziel und Fondsstrategie fließen unter anderem folgende Faktoren in die Anlageentscheidung mit ein:
Unternehmensdaten: Bilanzen, Geschäftsmodell, Ertragslage und Zukunftsaussichten
Branchen und Regionen: Entwicklung einzelner Wirtschaftszweige und Märkte
Konjunktur: Gesamtwirtschaftliche Indikatoren wie Wachstum, Inflation oder Zinsen
Finanz- und Wirtschaftspolitik: Politische Rahmenbedingungen und regulatorische Veränderungen
Wechselkurse: Mögliche Auswirkungen von Währungsentwicklungen auf Anlagen und Unternehmen
Fundamentalanalyse: Systematische Bewertung wirtschaftlicher Kennzahlen und Zusammenhänge
Als „aktiver Aktionär“ führt Union Investment regelmäßig Gespräche mit Unternehmensführungen und den Leitungen ausgewählter Konzerne, um den Austausch mit den Unternehmen zu pflegen und eigene Analysen zu vertiefen. Auch das ist Teil des aktiven Fondsmanagements. Eine weitere Aufgabe ist die Teilnahme an Abstimmungen auf Hauptversammlungen, bei denen wichtige Fragen der Unternehmensführung entschieden werden. Dieser Dialog und die Ausübung von Stimmrechten können Einfluss auf die Unternehmen nehmen, in die investiert wird. Sie garantieren jedoch weder eine bestimmte Unternehmensentwicklung noch eine bestimmte Wertentwicklung des Fonds.5
Hohe Renditechancen gehen in der Regel mit höheren Risiken einher. Umgekehrt sind bei risikoärmeren Anlageformen meist geringere Renditechancen zu erwarten. Eine Geldanlage, die gleichzeitig hohe Rendite, hohe Sicherheit und jederzeitige Verfügbarkeit bietet, gibt es nicht. Auch bei Festgeld besteht ein Inflationsrisiko: Die Zinsen können hinter der Geldentwertung zurückbleiben.6
Daher unterstreicht Arne Rautenberg, Leiter Equities bei Union Investment: „Bei aktiv gemanagten Fonds geht es darum, Risiken zu analysieren und Chancen kontrolliert im Rahmen der Anlagestrategie zu nutzen – nicht darum, Verluste auszuschließen.“ Je nach Marktsituation kann das Fondsmanagement Wertpapiere kaufen oder verkaufen und dadurch die Zusammensetzung des Portfolios verändern. Eine bestimmte Wertentwicklung ist dabei nicht garantiert.
Wie risikoreich eine Fondsinvestition ist, lässt sich unter anderem an der Anlageklasse, dem Risikoprofil und dem Risikoindikator erkennen. Die konkrete Ausgestaltung hängt von der jeweiligen Fondsstrategie ab. Der Risikoindikator bildet vor allem die historische Schwankungsbreite ab und erfasst nicht alle Risiken. Ein defensiver Fonds kann bei Aufschwüngen gegebenenfalls weniger stark an steigenden Märkten teilnehmen. Dafür kann sein Wert in Krisen weniger stark schwanken. Ein geringeres Schwankungsniveau schließt Verluste jedoch nicht aus.
Fonds mit einer offensiveren Ausrichtung können höhere Renditechancen bieten, sind aber häufig auch mit stärkeren Wertschwankungen und höheren Verlustrisiken verbunden. Die Chancen und Risiken hängen von der Anlagestrategie und den Anlageklassen des Fonds ab. Kosten – einschließlich möglicher Transaktionskosten – mindern die Rendite. Zudem kann ein aktiv gemanagter Fonds sein Anlageziel oder seinen Vergleichsmaßstab verfehlen. Bei der Beurteilung der Wertentwicklung sollten daher auch die Kosten sowie das Anlageziel und ein geeigneter Vergleichsmaßstab berücksichtigt werden.7
Die Kurse einzelner Wertpapiere entwickeln sich aus Angebot und Nachfrage. Erfahrene Fondsmanagerinnen und -manager haben dabei nicht automatisch einen Informationsvorsprung gegenüber anderen Marktteilnehmerinnen und Marktteilnehmern. „Der mögliche Mehrwert eines aktiven Fondsmanagements liegt nicht automatisch in einem Informationsvorsprung. Er besteht vielmehr darin, große Mengen an Informationen systematisch zu analysieren, unterschiedliche Datenquellen zusammenzuführen und daraus Anlageentscheidungen im Rahmen der Fondsstrategie abzuleiten“, sagt Arne Rautenberg. Aktives Management kann darauf ausgerichtet sein, Fehlbewertungen und andere Marktineffizienzen zu identifizieren. Ob das gelingt und ob ein Fonds damit besser abschneidet als sein Vergleichsindex, ist jedoch offen.
Aktiv gemanagte Fonds können höhere laufende Kosten und Transaktionskosten verursachen als passive Strategien. Die tatsächlichen Kosten unterscheiden sich je nach Fonds.
Das ist das Ziel mancher (? Mancher würde ich rausnehmen – ist das nicht das Ziel aller aktiven Fonds?!) aktiv gemanagter Fonds, aber nicht garantiert. Ein Fonds kann seinen Vergleichsindex auch verfehlen.
Ob ein aktiv gemanagter Fonds geeignet ist, hängt unter anderem von den Anlagezielen, dem Anlagehorizont und der Risikobereitschaft der Anlegerin oder des Anlegers ab.
Ob aktiv gemanagte Fonds oder doch eher passive Produkte für die eigene Kapitalanlage infrage kommen, hängt von den individuellen Anlagezielen ab. Eine Beraterin oder ein Berater in der genossenschaftlichen FinanzGruppe kann Sie bei der Einordnung der Möglichkeiten unterstützen und gemeinsam mit Ihnen prüfen, welche Fondsart zu Ihrer persönlichen Situation passt.
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Quellen (zuletzt abgerufen am 24.09.2026)
Der ursprüngliche Beitrag wurde am 11.03.2024 veröffentlicht und jetzt aktualisiert.
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**H.**12.03.2024
Sehr interessant und überzeugend. Ich selbst habe bisher leider ein nicht besonders erfolgreiches Händchen für die Börse gehabt. Ich denke, dass Profis das für mich nun übernehmen werden.
Antworten
Franz Josef Faust 15.03.2024
Guter Artikel ,ich würde mir wünschen das mehr Fachwörter erklärt werden .Viele Internetseiten erklären Ihre Produkte mit Kennwerte die mir nichts sagen .
Union-Investment 15.03.2024
Antwort zu Kommentar von Franz Josef Faust
Guten Tag Herr Faust, vielen Dank für Ihre positive Rückmeldung. Verständlichkeit ist ein wichtiges Anliegen für uns. Sind noch Fragen zum Text offen geblieben? Gern möchten wir diese beantworten. Viele Grüße aus Frankfurt, S. Rogge
Coinna 12.04.2024
Gut erklärt und nachvollziehbar, leider nur in der Theorie. In der Praxis passiet leider oft das Gegenteil, siehe die Entwicklung beim UniFonds. Dramatisch sclechter als der DAX.
Union-Investment 15.04.2024
Antwort zu Kommentar von Coinna
Guten Tag, Sie haben Recht, UniFonds konnte in den letzten Jahren trotz aktiven Managements keine bessere Wertentwicklung aufweisen als der Aktienindex DAX40. Die Hintergründe sind vielfältig. So ist beispielsweise UniFonds nicht direkt mit dem DAX40 vergleichbar, da der Fonds diesen Index nicht abbildet. Er investiert in den breiten deutschen Aktienmarkt und kann europäische Aktienunternehmen beimischen. Weiter konnte UniFonds wegen bestehender Anlagerestrektionen, sei es wegen gesetzlicher Regelungen oder hausinterner Vorgaben (beschränkte Investition in Rüstungsunternehmen), in den letzten Jahren nicht von den Gewinnern innerhalb des DAX40 Index profitieren. Viele Grüße Tina Weinlein
axel meder 17.05.2024
unsere gute alte union-investment denkt wirklich an alles und ist und bleibt einfach superhoechstbestens!!! nicht nur die fondsergebnisse beweisen das, sondern auch der uebrige gute service: die union ist zusammen mit den leuten, mit den kleinen anlegern und mit der genossenshaftlichen bankenorganisation eine einheit als fester und verlaesslicher baustein. auf diesen baustein kann man wirklich vertrauen und auch setzen, fest mit ihm rechnen. den urvaetern des genossenshaftswesens - raiffeisen und schulze-delitzsch - wird wirklich alle ehre gemacht, die zukunft der kleineren anleger wird langfristiger immer rosiger. unabhaengigkeit vom staat, solides fundament, durch und durch genossenshaftlich ... moege sich alles auch mit unserer guten genossenshaftlichen union zur unendlichen geshichte entwickeln! unser allergroesster dank an alle mitarbeiter und fondsmanager der union! macht weiter so, lasst die union zum endsieger gegenueber den anderen fondsanbietern werden, , wir vertrauen euch ! weityerhin vorwaerts, der weg ist richtig! besser geht es nicht! weiter so, vorwaerts! unser allergroesstes lob!!!
Union-Investment 17.05.2024
Antwort zu Kommentar von axel meder
Guten Tag Herr Meder, herzlichen Dank für Ihr großes Lob. Das tut wirklich gut zu hören und wir machen gern weiter so! Viele Grüße aus Frankfurt, Ulrike Herr
Hallenser74 01.10.2024
Also wenn ich mir die Kosten bei euren aktiven Fonds so ansehe frage ich mich wo da die Rendite hingeht , sicher nicht auf mein Bankkonto Depotgebühren von 9 Euro + 5% Ausgabeaufschlag ( ich frage mich für was bekommt meine Bank diesen Aufschlag wenn ich meine Anlageentscheidung selber fälle) + 2-2,5% jährliche Kosten …Junge junge ihr versteht eure Anleger zu melken mit Kosten die nicht sein müssten gerade aus genossenschaftlicher Sicht …..und wie sagt eine alte Börsenweisheit …..hin und her macht Taschen leer und was macht ein Fondsmanager genau dieses.
Union-Investment 01.10.2024
Antwort zu Kommentar von Hallenser74
Guten Tag, Ihren Wunsch nach möglichst geringen Kosten und einer hohen Rendite können wir nachvollziehen. Bei unseren aktiv gemanagten Fonds berechnen wir die Verwaltungsvergütung für die laufenden Kosten des Fonds, wie Fondsmanagement, Kundenservice oder ähnliches. Mit der jährlichen Depotgebühr in Höhe von 9,00 EUR decken wir die Kosten für Porto und Anteilsscheinverwahrung. Der einmalige Ausgabeaufschlag gleicht die Vertriebs- und Beratungskosten aus. Einige unserer Fonds erhalten Sie auch ohne Ausgabeaufschlag. Mit diesen so genannten No-Load-Fonds können Sie kurzfristig auf bestimmte Marktbewegungen reagieren, ohne auf die Preisdifferenz zwischen Ausgabe- und Rücknahmepreis achten zu müssen. Die No-Load-Fonds haben eine höhere Verwaltungsvergütung, die direkt dem Fondsvermögen belastet wird und sich somit im täglichen Fondspreis widerspiegelt. Gemeinsam mit den Partnerbanken der genossenschaftlichen FinanzGruppe bieten wir Lösungen für Ihre Anlageziele. Wichtig ist vor allem, dass der Fonds zu Ihnen und Ihren Vorstellungen passt. Dabei spielen neben Ihrem Anlagehorizont und Ihrer steuerlichen Situation auch Ihre Risikobereitschaft und Ihre individuelle Vermögensstruktur eine wichtige Rolle. Diese Fragen sollten nicht nur einmalig vor einer Fondsanlage geklärt werden. Auch wenn Sie schon länger in einem Fonds investiert sind, ist es wichtig regelmäßig zu überprüfen, ob dieser noch zu den eigenen Vorstellungen und den Entwicklungen an den Kapitalmärkten passt. Unter www.union-investment.de/bankensuche finden Sie eine Bank in Ihrer Nähe. Viele Grüße Heike Fincke
Hallenser74 27.01.2025
Sehr geehrte Damen und Herren, Nehmen sie es mir bitte nicht übel ,aber Kosten fürs Depot zu erheben in Zeiten von Neobrokern ist nicht zeitgemäß. Und Ausgabeaufschläge zu erheben für nicht geleistete Beratung da sollte man schon trennen zwischen jemanden der sich bei einer Bank beraten lässt oder der eigenständig diese Entscheidung tätigt. Und die jährliche Verwaltungsvergütung zur Kostendeckung und Kundenbetreuung zu verwenden überzeugt mich auch nicht. Besagte Neobroker bieten diese Services auch alle an aber ohne dafür eine Gebühr zu verlangen keine Depotgebühr,keine Ausgabeaufschläge und keine bzw. sehr wenig Verwaltungsgebühr wie schaffen die das. Mit freundlichen Grüßen
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