Source: https://www.union-investment.de/blog/family-finance-studie
Finanzwissen und Anlageverhalten werden in der Familie weitergegeben – mit allen Stärken und Schwächen.
Montag, 24.08.2026
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Finanzbildung für junge Menschen umfasst idealerweise, dass sie bereits von Kindesbeinen an Schritt für Schritt lernen, mit Geld umzugehen, finanzielle Entscheidungen zu treffen und die Folgen ihres Handelns einzuschätzen. Wenn Teenagerinnen und Teenager in Finanzfragen Rat suchen, scheinen sie sich häufig an die eigenen Eltern zu wenden. „So werden Finanzwissen und Anlageverhalten von Generation zu Generation weitergegeben. Dadurch werden viele junge Menschen durch familiäre Prägungen beeinflusst und orientieren sich an tradierten Sparmustern“, sagt Kerstin Knoefel, Leiterin Segment Privatkunden bei Union Investment. „Das kann sich auch auf die Frage auswirken, wie eine auskömmliche Altersvorsorge aufgebaut werden kann.“
Diese Einschätzung belegen auch die Ergebnisse der Studie „Küchentisch statt TikTok“, die Prof. Dr. Oscar Stolper von der Philipps-Universität Marburg im Auftrag von Union Investment durchgeführt hat. Die Ergebnisse zeigen, wie Familien Finanzwissen weitergeben und wo die Grenzen für die Generation Z liegen, bei denen ergänzende Informationen oder Beratung hilfreich sein können. Laut der Studie fallen unter die Generation Z (Gen Z) die Geburtsjahrgänge 1995 bis 2012, also Jugendliche als auch junge Erwachsene, die zunehmend eigene finanzielle Entscheidungen treffen müssen.1
Nicht TikTok, nicht YouTube – wenn die Gen Z Finanzfragen hat, fragt sie zu Hause nach.
Quelle: Studie zur Finanzbildung der Gen Z von Prof. Dr. Oscar Stolper, Philipps-Universität Marburg, im Auftrag von Union Investment. Basis: circa 2.000 Befragte (Gen Z, Jg. 1995–2012, und Eltern, Jg. 1960–1990). Stand: November 2025.
Eltern sind zentrale Finanzratgeber: 71 Prozent der befragten jungen Erwachsenen aus der Generation Z sagen, dass ihre Eltern eine wichtige Rolle spielen, wenn es um Finanzwissen und Geldanlage geht. Eltern sehen sich selbst in der Verantwortung: 89 Prozent der befragten Eltern betrachten sich als wichtigste Ratgeber ihrer Kinder, wenn schulische Angebote zur Finanzbildung fehlen. Finanzwissen wird in der Familie weitergegeben: Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass familiäre Erfahrungen und Vorbilder den Umgang junger Menschen mit Geld und Anlageentscheidungen prägen können.
Beratung kann neue Perspektiven eröffnen: Ein zusätzliches Beratungsgespräch bei der Bank kann dabei unterstützen, unterschiedliche Möglichkeiten einzuordnen und finanzielle Entscheidungen an den persönlichen Zielen, der Lebensphase, der gewünschten Verfügbarkeit, den Kosten und den möglichen Risiken auszurichten.
Kerstin Knoefel
Gerade für die Generation Z ist Finanzwissen ein kritischer Punkt. „Denn eigentlich hat sie einen entscheidenden Vorteil: einen langen Anlagehorizont“, sagt Kerstin Knoefel. Wer früh beginnt, kann grundsätzlich diesen langen Anlagehorizont nutzen. So hat man mehr Zeit, um etwa vorübergehende Marktschwankungen auszugleichen. Eine lange Anlagedauer schließt jedoch Verluste nicht aus. Welche Anlageform geeignet ist, hängt außerdem von den eigenen Zielen, der gewünschten Verfügbarkeit, der persönlichen Risikobereitschaft und der Verlusttragfähigkeit ab.
Ohne ausreichendes Finanzwissen oder eine geeignete Orientierung können langfristige Anlagechancen verpasst oder falsch eingeschätzt werden. Die Studie zeigt, dass junge Erwachsene, die nicht in eine aktienbasierte Geldanlage investieren, ihr Vermögen ähnlich konzentriert anlegen wie ihre Eltern, die ebenfalls nicht aktienbasiert sparen. Besonders häufig nutzen sie ein Sparkonto (46 Prozent), Tagesgeld (25 Prozent) oder einen Bausparvertrag (21 Prozent).¹ Ein Teil der Befragten wagt zwar den Sprung in die chancenorientierte Geldanlage, ist aber häufig nicht vollständig informiert über die Vor- und Nachteile. Denn bei solchen Geldanlagen sind erhebliche Wertminderungen bis hin zum vollständigen Verlust des eingesetzten Kapitals möglich. Daher kann gerade für diese Anlegerinnen und Anleger das Gespräch mit einer Bankberaterin oder einem Bankberater interessant sein. So können auch Kinder und Jugendliche ohne Eltern als Vorbild die Chance nutzen, Wissenslücken in Finanzfragen zu schließen.
Eine Erkenntnis von Union Investment aus der Studie ist: Finanzbildung sollte über Gespräche am Küchentisch hinausgehen. Gerade bei finanziellen Entscheidungen können zusätzliche Informationen und, je nach persönlicher Situation, ein Beratungsgespräch jungen Menschen Orientierung geben. Doch für viele junge Menschen bildet die familiäre Finanzerziehung zunächst eine wichtige Grundlage für den Umgang mit Geld. Eltern können ihre in der Studie erkannte Rolle als Ratgeber in Finanzdingen nutzen, zum Beispiel, wenn sie ihren Töchtern und Söhnen den alltäglichen Umgang mit Geld begreifbar machen.
So kann Finanzbildung im Familienalltag entstehen: Eltern können beim Einkaufen über Preise und Kaufentscheidungen sprechen, Sparziele gemeinsam planen und ihren Kindern zunehmend eigene Entscheidungen über ihr Geld überlassen. Die Wirksamkeit wird von renommierter Seite bestätigt: Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) berichtet auf Grundlage der PISA-Daten, dass Gespräche mit Eltern über Geld und eigene finanzielle Entscheidungen bei 15-Jährigen im Durchschnitt mit höheren Ergebnissen in der Finanzkompetenz verbunden sind.2
Die Forschung zur familiären Finanzsozialisation zeigt außerdem, dass finanzielle Einstellungen und Verhaltensweisen junger Menschen sowohl durch direkte Gespräche als auch durch die Beobachtung des elterlichen Umgangs mit Konsum, Sparen und finanziellen Entscheidungen geprägt sein können. Dabei wirken neben der Familie auch Schule, Freundeskreis, digitale Medien, das sozioökonomische Umfeld und eigene Erfahrungen mit Geld.3
„Eltern müssen nicht auf jede Frage sofort eine Antwort wissen“, sagt Kerstin Knoefel. „Wenn sie unsicher sind, können Eltern und junge Erwachsene Informationen der Verbraucherzentrale oder der BaFin heranziehen und unterschiedliche Quellen vergleichen.“ Wer die eigene Situation und konkrete Anlageoptionen besprechen möchte, kann sich auch an eine Bank der genossenschaftlichen FinanzGruppe wenden. So kann die persönliche Erfahrung der Familie mit dem Wissen der Finanzbranche kombiniert werden.
Die Grundlagen für Finanzbildung können im Alltag entstehen – durch Gespräche, eigene Erfahrungen und die Vorbildfunktion der Eltern. So beginnt Finanzbildung quasi am Küchentisch. Ein Beratungsgespräch kann dabei helfen, unterschiedliche Möglichkeiten eingehender einzuordnen und die persönlichen Ziele, den Anlagehorizont, die gewünschte Verfügbarkeit, Kosten und Risiken zu prüfen. Dafür kann ein Beratungsgespräch bei einer Bank der genossenschaftlichen FinanzGruppe genutzt werden.
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Quellen:
Der ursprüngliche Beitrag wurde am 10.03.2026 veröffentlicht und jetzt aktualisiert. Bitte lesen Sie den Disclaimer.
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