Source: https://www.union-investment.de/blog/private-altersvorsorge-passend-für-jede-lebensphase
Bei der Altersvorsorge gibt es kein „One size fits all“. Welche finanzielle Vorsorge passend ist, hängt von vielen Faktoren ab. Eine wichtige Rolle spielt das Alter. Wir zeigen, was in welcher Lebensphase sinnvoll sein kann.
Dienstag, 15.09.2026
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Wann ist der beste Zeitpunkt, zusätzlich zur gesetzlichen Rente für das Alter vorzusorgen? Auf diese Frage antwortet Alberto del Pozo Muniz, Leiter Vorsorge und Kooperationen bei Union Investment, immer mit der gleichen Antwort: „Der beste Zeitpunkt war gestern, der zweitbeste ist heute.“
Die passende Altersvorsorge
Welche private Altersvorsorge passend ist, hängt von vielen Faktoren ab. Eine wichtige Rolle spielt das Alter. Wir zeigen, was in welcher Lebensphase sinnvoll sein kann.
Der Experte für die private Altersvorsorge gibt diese Antwort auf die Frage nach dem besten Zeitpunkt aus gutem Grund. Ein möglichst früher Einstieg kann dazu beitragen, dass der „Zinsenzinseffekt“ besonders lange wirken kann. Damit können kurzfristige Marktschwankungen weniger stark ins Gewicht fallen.1 Andererseits kann dank der Renditemöglichkeiten der Kapitalmärkte auch im höheren Alter noch zusätzliches Vermögen aufgebaut werden, das dabei hilft, eine mögliche Vorsorgelücke im Ruhestand zu schließen.
Um mit der privaten Altersvorsorge anzufangen, gibt es also nicht den perfekten Zeitpunkt. Dennoch spielt die Lebensphase, in der Sparerinnen oder Sparer mit der Altersvorsorge beginnen – beispielsweise mit dem ab dem 1. Januar 2027 zur Verfügung stehenden neuen Altersvorsorgedepot –, eine Rolle. „Je nach Alter ändern sich bestimmte Faktoren, die bei der Wahl der passenden Vorsorgelösung beachtet werden sollten“, empfiehlt del Pozo Muniz weiter.
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Auf folgende Faktoren hat das Alter bei der privaten Altersvorsorge Einfluss:
Egal, ob die Wahl auf das Altersvorsorgedepot (ab 2027), die Rürup-Rente oder auch einen Fondssparplan3 fällt – wer für seine private Altersvorsorge auf die Renditemöglichkeiten der Kapitalmärkte setzt, sollte je nach Anlagehorizont auf das individuelle Risiko-Rendite-Profil der persönlichen Vorsorgelösung achten.
Neben den Anlagebausteinen, mit denen Sie die Renditemöglichkeiten der Kapitalmärkte für die Altersvorsorge nutzen können, sind noch weitere Faktoren je nach Alter unterschiedlich wichtig.
Sie haben einen sehr langen Anlagehorizont für Ihre Altersvorsorge. Deshalb können Sie auch stärkere Schwankungen von Aktienanlagen in Kauf nehmen. Denn historische Entwicklungen zeigen, dass sich Kapitalmärkte erholen können. Außerdem: Je früher Sie starten, desto mehr Zeit hat Ihr Geld, sich zu entwickeln – abhängig von Wertentwicklung, Kosten und Laufzeit. Und je länger der Anlagehorizont ist, desto eher können chancenorientiertere Anlagen in Betracht kommen – abhängig von Risikobereitschaft und Risikotragfähigkeit.
In Ihrer Lebensphase kann es außerdem sinnvoll sein, wenn sich Ihre monatlichen Sparraten flexibel anpassen lassen. So können Sie bei Bedarf reagieren, wenn sich Ihre familiäre oder berufliche Situation ändert oder Sie Ihr Einkommen vorübergehend für andere Ausgaben brauchen. Ab den 40er-Jahren verkürzt sich der Anlagehorizont zwar etwas, aber bis zur Rente dauert es trotzdem noch lange. Daher haben Sie keinen Anlass, Ihre Anlagestrategie nennenswert anzupassen. Das Gleiche gilt für Neueinsteigerinnen und Neueinsteiger. Bis der Zinseszinseffekt spürbar wird, dauert es bei Ihnen zwar noch. Aber dafür bleibt immer noch genug Zeit. Falls Sie die Familienplanung abgeschlossen haben und Ihre berufliche Entwicklung solide verläuft, können Sie Ihre Sparraten nach und nach anheben.
Mit Mitte 50 kann der Erhalt des angesparten Vermögens stärker in den Fokus rücken, denn der Anlagehorizont wird kürzer – abhängig davon, wann Sie planen, in Ruhestand zu gehen. Sie können nun damit beginnen, zu prüfen, ob schwankungsärmere Anlagelösungen stärker berücksichtigt werden sollten. Dafür können zum Beispiel Anleihefonds in Betracht kommen. Anders als bei Aktienfonds ergibt sich deren Wertsteigerung vor allem aus den laufenden Zinserträgen. Ihre marktbedingten Schwankungen fallen daher im Vergleich zu Aktien und Aktienfonds üblicherweise deutlich geringer aus.
Ab 60 Jahren rückt der Kapitalerhalt in den Vordergrund, denn die Auszahlungsphase beginnt in der Regel zwischen 62 und 67 Jahren. Wenn die Auszahlphase näher rückt, kann es sinnvoll sein, die Anlagestruktur zu überprüfen und stärker auf schwankungsärmere Bausteine sowie planbare Verfügbarkeit auszurichten.
Falls sich abzeichnet, dass Ihr Ruhestand früher oder später als ursprünglich geplant beginnt – zum Beispiel, weil Sie in Altersteilzeit gehen oder eine vorgezogene gesetzliche Altersrente in Anspruch nehmen werden –, kann es sinnvoll sein, den Auszahlplan zu überprüfen und gegebenenfalls anzupassen. Für Späteinsteigerinnen und Späteinsteiger ab dem 60. Lebensjahr kann es immer noch sinnvoll sein, sicherheitsorientierte Vorsorgelösungen mit kurzer Laufzeit zu wählen. Denn jeder Euro kann dazu beitragen, die finanzielle Vorsorge im Alter zu verbessern.
Den idealen Zeitpunkt gibt es nicht. Grundsätzlich ist es nie zu früh, aber auch fast nie zu spät, mit der privaten Altersvorsorge zu beginnen. Viele Vorsorgelösungen haben keine Altersbegrenzungen.
Nein, es gibt keinen Zeitpunkt, zu dem man konkret sagen kann, dass es zu spät ist, eine private Altersvorsorge aufzubauen. Auch mit 50 oder auch 60 Jahren kann man noch etwas dafür tun, um eine etwaige Vorsorgelücke anzugehen. Wichtig ist es aber, dass die Anlagestrategie passend zum kürzeren Anlagehorizont ausgewählt wird und man üblicherweise höhere Sparraten benötigt, um sein Anlageziel zu erreichen. Grundsätzlich gilt: Je früher man startet, desto mehr Zeit hat das Vermögen, sich zu entwickeln, und desto eher können kurzfristige Schwankungen abgefedert werden.
Die monatliche Sparrate hängt zunächst vom verfügbaren Einkommen ab. Wer jedoch genauer wissen will, wie groß die eigene Vorsorgelücke im Alter sein könnte und welche Sparrate – abhängig von Laufzeit, Kosten und Wertentwicklung – dazu beitragen kann, sie zu verringern, findet weitere Informationen im Blogbeitrag „ Drei Säulen der Altersvorsorge: Das Modell einfach erklärt“ .
Quellen
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